la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Glühend vor der Kaltfront

Ich frage mich, was die Hitze besser ausdrückt, das dunkle oder das helle Bild. Hitze hat ja auch verschiedene Aspekte, das Brütende, Lähmende oder das Durchsichtige, Strahlende.

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Glühendes in Sevilla

Ich war knapp über zwanzig und höchst verliebt und lebensfroh, aber es hatte über vierzig Grad im August in Sevilla. Wenn man beim Fahren ein Autofenster öffnete, verbrannte die Luft fast die Haut, der Asphalt auf den Straßen war so weich, dass er Wellen schlug, die weißen Hausmauern strahlten Hitze ab wie die Kessel von Teufels Großmutter in der Hölle. Die ganze Stadt war ein Glutofen. Sogar in der riesigen Kathedrale und in den Orangengärten war es unerträglich heiß. Heftig verliebt war ich, sehr heftig, aber auch ganz nah an meinen Grenzen, meine Tropeneignung liegt tief unter Null. Ich träumte von Eisschollen, die mich abholen kämen und gemeinsam mit einem freundlichen Pinguin über den Guadalquivir in den kühlen Atlantik befördern würden. Diese und auch andere Träume haben sich allerdings nicht verwirklicht.

Studentenzeiten waren das und keine Rede von Hotels mit mehreren Sternen, kühlen Pools und Klimaanlagen. Damals lernte ich mit großer Selbstverständlichkeit in Luxushotels zu gehen und mich dort in der gekühlten Halle niederzulassen als würde mir das eindeutig zustehen. Hätte ich mich nicht wenigstens einmal täglich abkühlen können, wäre ich wahrscheinlich gleich am ersten Tag kollabiert.

Wir wohnten in einem „Pension“ genannten Gebäude gegenüber dem Bahnhof, auf das die Sonne von früh bis spät hinbrannte. Ein schmales Stiegenhaus mit einem in der Hitze vor sich hin modernden, blauen Teppich. Die Zimmer waren eng und kochend. Irgendwo im Haus gab es ein Bad zur allgemeinen Benutzung. Der einzige Vorteil, über den unser Zimmer verfügte, war eine Dusche, die einerseits eine Spur von Abkühlung bot, andererseits aber die Luftfeuchtigkeit steigen ließ.

In der Nacht wurden die glühenden Wände immer aggressiver und drohten über uns zusammenzustürzen. Bei geschlossenen Fenstern im Finstern tauchte ein sehr seltsamer optischer Effekt auf, an den ich mich bis heute erinnern kann: In dem Lichtstreifen über dem Fenster, knapp unter der Decke sah man winzige Abbilder der vorbeifahrenden Autos. Diese waren sehr zahlreich und sehr laut und im Grunde bestand nur die Wahlmöglichkeit vor Hitze nicht schlafen zu können oder bei geöffnetem Fenster vor etwas weniger Hitze und vor Lärm nicht schlafen zu können. Ich war für die Lärmvariante, mein Freund für die noch mehr Hitze Variante, dieses ständige Hin und Her von Fenster auf und Fenster zu machte die Nächte auch nicht erholsamer. Zum Glück hält man es in dem Alter ja eine Weile ohne erholsamen Schlaf aus. Damals wusste ich ja auch noch nicht, dass „Fenster auf-Fenster zu“ zu einem Leitmotiv meines Lebens werden würde.

Wir hatten die beiden Metallbetten mit den durchgelegenen Matratzen und mit Vorsicht zu behandelnden Sprungfedern nebeneinander geschoben, daraus entstand aber keine größere Fläche, sondern nur zwei Flächen mit einem metallischen spalt dazwischen, was nicht so schlimm war, weil unser Liebesleben ohnehin nur unter der Dusche stattfand. In diesem Sommer gab es genügend Wasser, was in Andalusien keineswegs selbstverständlich ist.

Die derzeitigen Tropennächte in Wien haben mich an diesen August damals erinnert, an die Hitze und vieles andere und daran, dass jeder Mensch auf der Summe seiner Erlebnisse aufbauen kann und muss, sich aber darüber erheben kann …..

 


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Wasser aus allen Rohren und Wolken

„Du solltest schnell noch gießen gehen bevor es anfängt zu regnen“ oder „Beeil dich mit dem Gießen fertig zu werden bevor es noch stärker regnet“ usw das sind bei uns gängige Schmähs. Der F liebt sie, weil er nicht verstehen will, dass Containerpflanzen mehr Wasser brauchen als solche, die entspannt in einem Garten wachsen. Stimmt schon, ich gieße viel und oft. Einerseits weil die Pflanzen es brauchen und andererseits, weil ich es sehr entspannend finde. Allein schon der Duft, wenn man Kräuter nach einem heißen, sonnigen Tag bewässert …..

Das einzige, was mich gelegentlich doch leicht an meiner Vorgangsweise zweifeln lässt, ist, dass der C, der Vorgänger vom F, immer ähnliche Sprüche geschwungen hat, obwohl die beiden Herren sich nie begegnet sind. Wären sie sich jemals begegnet hätten sie sich höchstwahrscheinlich auch nicht über das Gießen von Pflanzen ausgetauscht. Der C jedenfalls hatte überhaupt keine Ahnung von Pflanzen und deren Wasserbedarf, während der F da doch wesentlich beschlagener ist. Wirklich seltsam, dass die beiden in diesem Punkt einig sind. Ich kann ja nicht diejenige sein, die unrecht hat, oder ? Pfffffff ………


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Eigentlich

Eigentlich wollten wir baden gehen am Meer der Wiener, am Neusiedlersee. Es war seit Tagen ausgemacht. Eine Freundin sollte uns abholen, damit wir nur mit einem Auto fahren. Wir fuhren auch mit einem Auto, aber im strömenden Regen. Es war eigentlich großartig, die extreme Hitzewelle gebrochen, kühle Luft, Wasser für die Landwirtschaft, aber eigentlich wollten wir eben baden gehen.

Nun denn, wir haben die Badesachen im Auto gelassen und sind nach Eisenstadt gefahren, in die nette kleine Hauptstadt des Burgenlandes und haben beschlossen das dortige Barockschloß zu besichtigen. Es war recht interessant, wir erfuhren zum Beispiel die schockierende Tatsache, dass noch heute 1/5 des Burgenlandes der Familie Esterhazy gehört. Wieviel ihnen in Ungarn und anderen Nachbarländern noch gehört, möchte ich gar nicht wissen. Esterhazyrostbraten fällt mir ein und Esterhazytorte ….

Ein höchst unbarockes Kunstwerk ist mir auch ins Auge gesprungen.


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Äußerst irritierend finde ich …

… dass so viele Politiker jeden zweiten Satz mit „Ehrlich gesagt“, „ganz ehrlich gesagt“, „wenn ich ehrlich bin“, „wenn ich ganz ehrlich bin“ einleiten. Viele andere Menschen tun das auch. Es wirft insgesamt kein besonders gutes Licht auf den Stellenwert von Ehrlichkeit in unserer Gesellschaft.

Der Wahlkampf beginnt und die Art wie er von allen Seiten geführt wird, macht es noch schwieriger sich für eine Partei zu entscheiden, Ich kann derzeit eigentlich nur sagen, wen ich auf gar keinen Fall wählen werde.Und dann bleiben leider nicht allzu viele Optionen übrig.

Ein Detail am Rande; wir nähern uns dem Ende der vierten und nicht der dritten Hitzewelle dieses Sommers. Nummer fünf steht Ende der Woche bereit. Da bin ich glücklicherweise in kühleren Inselgefilden und schwinge den Pinsel.

In den USA tobt – so höre ich – der Kampf zwischen Wissenschaft und Glauben. Nun ja, „Glauben“ kann man es auch nennen, wenn Tatsachen negiert und das Land wie ein korrupter Familienbetrieb geführt wird. Mir fällt dazu eher „Dummheit“ , „Skrupellosigkeit“, „maßlose Selbstüberschätzung“ und „Narzissmus“ ein.

Ein typisches Merkmal manipulativen Verhaltens wäre es, scheinbar kritische Fragen zu allem und jedem zu stellen, nach dem Muster „Wem nützt das ?“ aber keine Antworten darauf zu geben sondern es den zu manipulierenden Personen zu überlassen, sich die wildesten Theorien auszudenken. Den so verängstigten Personen, und das sind nicht ausschließlich schlichtere Gemüter, wirft man dann ein paar Brocken Heilsversprechen und Orientierungshilfen zu, die sie – ohne dass es dafür eine Grundlage gäbe – als reine Wahrheit annehmen.  Das dürfte recht gut funktionieren.


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Regeninsel, auf keinen Fall tropisch – Mitmachblog

In Wien schwitzen wir derzeit um die 38 Grad herum, daher sind meine Inselträume kühl:

Unter dem Baum konnte man sich auf eine Bank setzen und sich dicht am Stamm anlehnen. Gerade begann es zu regnen. Die Tropfen fielen auf den Baum und sprangen dann von den obersten Blättern immer tiefer. Sie wurden kleiner und langsamer und zu Beginn des Regens blieben sie hoch im Baum. Die Tropfen verteilten sich auf einzelnen Blättern und trafen nicht bis auf die Erde.

Auf der Bank sitzend hörte man ein entferntes Rieseln, ein sehr leises Trommeln. Die Luft war frisch und begann nach Regen zu riechen. Es fehlte noch die Geruchskomponente der nassen Erde. Langsam wurde das Gewicht des Wassers auf den Blättern größer und es spritzten ein paar Tropfen auf die Bank und eventuell dort Sitzende. Das Trommeln wurde etwas lauter, der Erdgeruch intensiver. Es regnete wirklich.

Ein leichter Wind blies Wasserschleier vorbei. Es war  möglich unter dem Baum zu bleiben und vorläufig nur wenige Tropfen Wasser zu spüren, man konnte aber auch unter dem Baum hervortreten, die Arme ausbreiten und die Tropfen im Gesicht spüren; ein Tanz im Regen , bei besonderer Begabung auch zwischen den Tropfen.

Am Strand konnte man sich an allen Orten, die bei Sonnenschein Schatten spendeten nun vor dem Regen unterstellen. Die Wasserschleier zogen vorbei, Regenpfeile trommelten auf das Meer. Die Gräben der Sandburgen wurden geflutet, mit Händen und Zehen ließen sich Skulpturen aus Sand und Wasser bauen, die die nächste Flut wieder mitnehmen würde. Der Regen belebte die Welt aller Sinne.

Tatsächlich hatte es um 8 Uhr früh schon fast 28 Grad und es sollen noch 10 weitere dazukommen.