la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Eigentlich

Eigentlich wollten wir baden gehen am Meer der Wiener, am Neusiedlersee. Es war seit Tagen ausgemacht. Eine Freundin sollte uns abholen, damit wir nur mit einem Auto fahren. Wir fuhren auch mit einem Auto, aber im strömenden Regen. Es war eigentlich großartig, die extreme Hitzewelle gebrochen, kühle Luft, Wasser für die Landwirtschaft, aber eigentlich wollten wir eben baden gehen.

Nun denn, wir haben die Badesachen im Auto gelassen und sind nach Eisenstadt gefahren, in die nette kleine Hauptstadt des Burgenlandes und haben beschlossen das dortige Barockschloß zu besichtigen. Es war recht interessant, wir erfuhren zum Beispiel die schockierende Tatsache, dass noch heute 1/5 des Burgenlandes der Familie Esterhazy gehört. Wieviel ihnen in Ungarn und anderen Nachbarländern noch gehört, möchte ich gar nicht wissen. Esterhazyrostbraten fällt mir ein und Esterhazytorte ….

Ein höchst unbarockes Kunstwerk ist mir auch ins Auge gesprungen.

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Äußerst irritierend finde ich …

… dass so viele Politiker jeden zweiten Satz mit „Ehrlich gesagt“, „ganz ehrlich gesagt“, „wenn ich ehrlich bin“, „wenn ich ganz ehrlich bin“ einleiten. Viele andere Menschen tun das auch. Es wirft insgesamt kein besonders gutes Licht auf den Stellenwert von Ehrlichkeit in unserer Gesellschaft.

Der Wahlkampf beginnt und die Art wie er von allen Seiten geführt wird, macht es noch schwieriger sich für eine Partei zu entscheiden, Ich kann derzeit eigentlich nur sagen, wen ich auf gar keinen Fall wählen werde.Und dann bleiben leider nicht allzu viele Optionen übrig.

Ein Detail am Rande; wir nähern uns dem Ende der vierten und nicht der dritten Hitzewelle dieses Sommers. Nummer fünf steht Ende der Woche bereit. Da bin ich glücklicherweise in kühleren Inselgefilden und schwinge den Pinsel.

In den USA tobt – so höre ich – der Kampf zwischen Wissenschaft und Glauben. Nun ja, „Glauben“ kann man es auch nennen, wenn Tatsachen negiert und das Land wie ein korrupter Familienbetrieb geführt wird. Mir fällt dazu eher „Dummheit“ , „Skrupellosigkeit“, „maßlose Selbstüberschätzung“ und „Narzissmus“ ein.

Ein typisches Merkmal manipulativen Verhaltens wäre es, scheinbar kritische Fragen zu allem und jedem zu stellen, nach dem Muster „Wem nützt das ?“ aber keine Antworten darauf zu geben sondern es den zu manipulierenden Personen zu überlassen, sich die wildesten Theorien auszudenken. Den so verängstigten Personen, und das sind nicht ausschließlich schlichtere Gemüter, wirft man dann ein paar Brocken Heilsversprechen und Orientierungshilfen zu, die sie – ohne dass es dafür eine Grundlage gäbe – als reine Wahrheit annehmen.  Das dürfte recht gut funktionieren.


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Regeninsel, auf keinen Fall tropisch – Mitmachblog

In Wien schwitzen wir derzeit um die 38 Grad herum, daher sind meine Inselträume kühl:

Unter dem Baum konnte man sich auf eine Bank setzen und sich dicht am Stamm anlehnen. Gerade begann es zu regnen. Die Tropfen fielen auf den Baum und sprangen dann von den obersten Blättern immer tiefer. Sie wurden kleiner und langsamer und zu Beginn des Regens blieben sie hoch im Baum. Die Tropfen verteilten sich auf einzelnen Blättern und trafen nicht bis auf die Erde.

Auf der Bank sitzend hörte man ein entferntes Rieseln, ein sehr leises Trommeln. Die Luft war frisch und begann nach Regen zu riechen. Es fehlte noch die Geruchskomponente der nassen Erde. Langsam wurde das Gewicht des Wassers auf den Blättern größer und es spritzten ein paar Tropfen auf die Bank und eventuell dort Sitzende. Das Trommeln wurde etwas lauter, der Erdgeruch intensiver. Es regnete wirklich.

Ein leichter Wind blies Wasserschleier vorbei. Es war  möglich unter dem Baum zu bleiben und vorläufig nur wenige Tropfen Wasser zu spüren, man konnte aber auch unter dem Baum hervortreten, die Arme ausbreiten und die Tropfen im Gesicht spüren; ein Tanz im Regen , bei besonderer Begabung auch zwischen den Tropfen.

Am Strand konnte man sich an allen Orten, die bei Sonnenschein Schatten spendeten nun vor dem Regen unterstellen. Die Wasserschleier zogen vorbei, Regenpfeile trommelten auf das Meer. Die Gräben der Sandburgen wurden geflutet, mit Händen und Zehen ließen sich Skulpturen aus Sand und Wasser bauen, die die nächste Flut wieder mitnehmen würde. Der Regen belebte die Welt aller Sinne.

Tatsächlich hatte es um 8 Uhr früh schon fast 28 Grad und es sollen noch 10 weitere dazukommen.


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Schnurren und schnurren

Wir kommen ans Ende der Hitzewelle Nr 1 dieses Sommers. Zwar haben mich die 34 Grad nicht abgehalten zum wochenendlichen Malkurs zu gehen, aber das Unternehmen war schon ziemlich schweißtreibend. Die klimatisierten Busse und Straßenbahnen gibt es in Wien erst seit wenigen Jahren, davor wären sie einfach nicht notwendig gewesen. Dass es immer noch Menchen gibt, die behaupten, es gäbe keinen Klimawandel ist  wirklich verblüffend.

Die Gedanken zum Brexit haben mich durch den heißen Tag begleitet, waren Thema von Unterhaltungen und sind auch in einer Zeichnung aufgetaucht.

Zuhause schnurren die Klimageräte. Ein äußerst gemütliches Geräusch und so melodisch ! Je heißer es ist desto melodischer …. Mit etwas Fantasie kann man sich eine große schnurrende Katze vorstellen. Nur wäre das Katzentier nicht so eckig und viel weicher und hätte Schnurrhaare. Aber kann man einem Gerät, das die Innenluft von 30 auf 22 Grad bringt, vorwerfen keine Schnurrhaare zu haben ?

Im Haus gegenüber sitzt eine große Gruppe junger Leute vor dem Fernseher und schaut Fußball. Gerade ist einer von ihnen mit einer neuen Kiste Bier eingetroffen und wird von lautem Beifall empfangen. Nein, ich beobachte nicht das Leben meiner Gegenübernachbarn, ich habe Blumen gegossen und dabei sehe ich einfach hinüber. Und nachdem es endlich etwas abgekühlt hat und es somit sehr angenehm ist, sich draußen aufzuhalten, gieße ich ziemlich lange. Auch mich selbst ein bissl …..


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Manche Sommer …

Ich bin eindeutig ein Stadtmensch. Meine Stadt hat obendrein eine sehr hohe Lebensqualität, viel Grün, viele Freizeitmöglichkeiten, ein gewaltiges kulturelles Angebot, Natur in nächster Nähe. Ich wollte auch auf die städtische Infrastruktur nicht verzichten, auf Einkaufsmöglichkeiten, Lokale, Theater, Ärzte und Spitäler und so weiter und so fort

ABER dann kommt der Sommer ……. Die Hauswände glühen mit den Straßen um die Wette, die Beine werden deutlich schwerer, jedes Stück Kleidung ist eigentlich viel zu heiß und zu viel. Ich träume von eiskalten Bächen und Seen (ach, der eisige Traunsee). Am liebsten wäre ich dann ein Pinguin auf einer Eisscholle

Der erste dieser mörderisch heißen Sommer, in denen eine Hitzewelle der anderen folgt, in denen die Temperaturen wochenlang hoch über 30 Grad liegen, war im Jahr 2003. Damals waren auch meine privaten Verhältnisse furchtbar. Ein Glück , dass ich damals noch nicht wusste, dass der Horror noch 2 Jahre dauern würde. Der Sommer 2003 war für mich in jeder Hinsicht eine Verdichtung des Unerträglichen