la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


14 Kommentare

Hüftchroniken #11 – nichts ist selbstverständlich

Triumph! Ich habe Socken an. Banal? Durchaus nicht. Nach fast 5 sockenlosen Wochen im Winter, habe ich es heute versucht und es ist mir gelungen. Zunächst mit diesem blöden Gerät, dass nicht einmal halb so praktisch ist, wie es angeblich sein soll, den Fuß in den Socken hineinstecken und dann mit leichtem, ganz, ganz langsamen Hinunterbeugen aus sitzender Position den Socken hinaufziehen. Und ……. gelungen. Was den Alltag betrifft, ist das Anziehen von Socken die größte Herausforderung. Schuhbänder wären genauso schwierig, aber ich mag ohnehin keine geschnürten Schuhe. Womöglich ändert sich das aber, wenn ich wieder problemlos den Fuß irgendwo hinaufstelle um die Bänder zu binden. Lächerlichkeiten? Ja, ja, das kommt einem so vor, wenn man keinerlei Bewegungseinschränkungen hat. Ich hoffe, dass ich sobald das neue Gelenk zur Normalität geworden ist, nicht vergesse, was alles nicht selbstverständlich ist.


22 Kommentare

Alte und doch aktuelle Geschichte

Zu den Dingen, die ich am Bloggen schätze, gehört die gegenseitige Inspiration für dieses und jenes. Heute inspiriert mich Ulli zum Erzählen einer alten Geschichte aus meinem Leben.

Ich war achtzehn, hatte Matura gemacht, es war Sommer und ich war gerade in Indien angekommen. Tja, ein kleines Missgeschick war mir passiert in der Aufregung über den Abschied von meinem damaligen Freund, der eindeutig nicht die Größe hatte sich für mich über die Reise zu freuen obwohl er nicht mitfahren konnte. Also kurz gesagt, ich hatte das im letzten Moment eingewechselte Geld zuhause vergessen. In den achtzehn Jahren meines Lebens war mir eingehämmert worden, dass ich bei Problemen im Ausland, welcher Art auch immer, sofort zu der jeweils verfügbaren österreichischen Vertretungsbehörde eilen sollte, die dann zunächst meinen Vater, einen hohen Beamten, anrufen und dann alles weitere erledigen würde. Man kann seinen Kindern schlechtere Ratschläge geben und so beschloss ich also die österreichische Botschaft in Delhi anzuvisieren.

Nur wie. Im Rückblick betrachtet war ich ziemlich mutig, aber auch reichlich naiv und bin auf das nächste Taxi zugestartet. Der Fahrer war ein älterer Sikh in einem prächtigen Turban, der sogar auf Anhieb wusste, wo die österreichische Botschaft zu finden war. Er kurvte gekonnt durch den auch damals schon höllischen Verkehr. Als wir vor der Tür der Botschaft standen, wurde mir aber so richtig bewusst, was für ein Problem sich da vor mir auftat. Ich musste schließlich dem Taxifahrer sagen, dass ich ihn leider, leider nicht bezahlen konnte.

Bis heute erinnere ich mich gerne an diesen freundlichen Mann und das, was er zu mir sagte. Bis heute versuche ich auch immer wieder diese Lebensweisheit umzusetzen. Seine Antwort auf die Information, dass ich leider kein Geld hätte um ihn zu bezahlen, war, dass er einen Sohn habe, der in Europa lebt und dass er glücklich und dankbar wäre, wenn auch diesem Sohn in einer Notlage jemand helfen würde. Deswegen wäre es ihm eine Freude mich hierher gefahren zu haben.

Die kurze Begegnung mit diesem Menschen gehört zu den prägendsten Erfahrungen in meinem Leben.