la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 26.September 2020 – Er war´s !

Der F war´s der 400 € gespendet hat! Obendrein noch quasi auf meinen Namen, weil er die Daten des Erlagscheins der Caritas benützt hat, der an mich adressiert war. Erzählt hat er mir nichts davon, nur irgendwann nebenbei erwähnt, dass er für Beyrouth spenden wollte. Ich bin beeindruckt, sehr beeindruckt. Noch nie habe ich eine annähernd so hohe Summe gespendet.

Bodhichitta nennt sich die buddhistische Praxis, bei der man anderen Menschen gute Gedanken schickt, unter anderem solchen mit denen man kein besonders gutes Verhältnis hat. Leuten, die man mag oder solchen denen man neutral gegenübersteht freundliche Gedanken zu schicken, ist ja keine Kunst. Es ist einfach und hinterlässt ein gutes Gefühl. Bei Menschen, die man eigentlich nicht leiden kann, ist das eine andere Sache eine ziemlich schwierige sogar, aber das Gefühl danach ist mindestens genauso gut.

Ich glaube ja nicht daran, dass die freundlichen Gedanken tatsächlich bei anderen ankommen, aber ich bemerke, dass es etwas mit mir macht, wenn es mir gelingt, an jemanden den/die ich so gar nicht leiden kann mit Freundlichkeit zu denken. Eine gute Übung, die man immer und überall praktizieren kann.


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Donnerstag 24. September 2020 – Niveau und Spenden

Ich habe überlegt, ob ich meine sporadischen Tagebucheinträge auf ein etwas höheres Level befördern sollte, inhaltlich und sprachlich. Aber dann müsste ich sie mehrmals durchlesen und ein bissl daran feilen und könnte nicht mehr so spontan in die Tasten hauen. Nein, ich beschränke das Gefeile auf sonstige Texte.

Die Caritas dankt mir schriftlich, dass ich 400 € für den Südsudan gespendet habe. Ein kleiner Haken ist dabei: ich habe keine 400 € gespendet sondern 50 und nicht für den Südsudan sondern für ein Wiener Obdachlosenprojekt. Ich gestehe, ich habe mein Bankkonto durchforstet um zu sehen, ob die Bank womöglich von sich aus von meinem Geld gespendet hat. Nein, hat sie nicht. Es ist nur ein Irrtum. Es tut mir leid, dass der edle Spender/die edle Spenderin nun wahrscheinlich keinen Dankesbrief mit näheren Infos über das Südsudan-Projekt der Caritas bekommt, habe jetzt aber keine Lust, die Sache aufzurollen. Macht mich das zu einem schlechten Menschen?

Ach ja, und heute regnet es. So ein Glück, dass ich gestern den kaputten Gartenschlauch ersetzt habe.


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Menschen am Wien-Fluß 4/5

Jetzt wird es bald vorbei sein mit der sommerlichen Stimmung, aber am Mittwoch herrschte am Wien-Fluß noch Strand-Ambiente, allerdings mit verschiedenartigeren Aktivitäten als in der Sonne herumliegen. Derzeit ist der Fluß an vielen Stellen so seicht, dass man – wie diese beiden – ganz problemlos durchgehen kann. „Die Furt“ wäre der Titel einer Geschichte, die ich zu diesem Foto schreiben könnte. Es könnte eine Alltagsgeschichte sein, eine Liebesgeschichte, eine Horrorgeschichte, eine Science-Fiction Geschichte, ein Gedicht, eine Fahrradwerbung, eine Sportgeschichte und fast unendlich viel anderes.

Dazu demnächst mehr.

 


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Sonntag 20.September 2020

Das Leben plätschert dahin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so mag oder nicht. Es fließt in einem sehr angenehmen, hübschen, abwechslungsreichen Flussbett. Auch der Hochwasserschutz ist bestmöglich. Es gibt aber mehrere Dinge, die ich tun würde, wenn nicht überall das widerwärtige Virus gegenwärtig wäre. Wenn ich also normal leben könnte, würde mir das Plätschern wahrscheinlich noch besser gefallen.

Ein in Österreich lebender Mann aus Weißrussland sagte bei einem Interview über die Situation in seinem Land: „die Wahrheit stimmt nicht“. Ein denkwürdiger Satz, auch wenn man berücksichtigt, dass er sich vielleicht auf Deutsch nicht ganz so ausdrücken kann, wie er gerne möchte.

Nachdem der F und ich beide Jahreskarten für den Schönbrunner Tiergarten haben, fanden wir es gestern an der Zeit wieder einmal vorbeizuschauen und die Amortisierung des Preises voranzutreiben. Bei dieser Gelegenheit haben wir erfahren, dass die Jahreskarten um 65 Tage verlängert werden, wegen des Lockdowns und dass sie wesentlich teurer geworden sind.

Etwas grimmig schaut der Pelikan drein. Tatsächlich war es auch schon wieder ziemlich voll im Tiergarten. Ich konnte bei dieser Gelegenheit gut beobachten, dass der F, der immer gegen überzogene Corona-Hysterie wettert, durchaus verinnerlicht hat, Abstand zu Menschengruppen zu halten.

Im Schlosspark wurden die letzten Teile der Aufbauten für das alljährlich stattfindende Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker abgebaut. Bei dieser Gelegenheit wird immer das Schloss, der Neptunbrunnen, diverse Skulpturen und auch die Blumenrabatten mit für diese Gelegenheit montierten starken Scheinwerfern beleuchtet. In den letzten Jahren haben wir uns das Konzert öfter im Park selbst angehört. Heuer war der Park aber gesperrt, nur etwa 1000 Sitzplätze in einem abgesperrten Areal wurden vergeben. Dafür wurde das Konzert am vergangenen Freitag aber im Fernsehen übertragen. Etwas Wien-lastig war das Programm schon „Wiener Blut“ und „Wien, Wien nur du allein“ und so weiter aber in Philharmoniker Qualität.


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Die Moorleiche – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Lea von Kommunikatz

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

Eine Mumie kann ein trauriger Anblick sein, eine Moorleiche nicht weniger, aber für eine Archäologin ist das ganz anders. Am archäologischen Institut der Universität Dublin betrachtete Brigid ihre Moorleiche mit zärtlichem Interesse. Die Freude daran, dass ihr Projekt genehmigt und somit finanziert wurde, die Begeisterung über den Glücksfund dieser Moorleiche und ihrer Grabbeigaben, alle diese positiven Gefühle flossen in ihren Blick ein. Caitlyn, Süße, sagte sie zu der Moorleiche wir beide werden es weit bringen.

Ein Team von Chemikern hatte die konservierten Reste des Inhalts der Keramikschale aus dem Moorgrab analysiert. Aus Pilzen stammten die Hauptbestandteile der Masse. Aus Pilzen und einer Menge Kräuter und Gräser. Im Grunde wäre ein Koch sehr hilfreich, dachte Brigid öfter, denn die Chemiker konnten die einzelnen Substanzen bestimmen aber nicht feststellen welche Pilze für dieses uralte Gericht verwendet worden waren. „Ein Rezept aus gälischer Urzeit“, „Was aßen die Druiden“, „Junge Archäologin wird zum Star“ In ihrem Kopf jubelten die Schlagzeilen.

Ungeduldig wartete Brigid im Innenhof der Universität. Endlich sah sie Ian kommen, dem sie schon von weitem ansah, wie unbehaglich er sich fühlte. Er hielt ihr einen Zettel zur Unterschrift hin. „Auf eigene Verantwortung …. etc“. Überschwänglich dankte sie ihm und griff vorsichtig nach der grünen Plastikdose. „Und es ist wirklich genau das, was in der Schale war?“ „Nach menschlichem Ermessen und dem Stand der Forschung. Bist du wirklich sicher ….. “ Sie hörte ihm gar nicht mehr zu. Wie eine kostbare Trophäe trug sie die Dose in ihr Labor.

Ganz kurz kamen ihr Zweifel, aber sie drängte sie weg und leerte das Gefäß in einem Zug. Dann legte sie sich auf die Liege, die gleich neben der Moorleiche stand.

Sie hatte wohl einige Stunden geschlafen. Die ultramarinblaue Sonne stieg in einem grünen Himmel immer höher. Brigid machte ein paar Schritte, streckte den Arm aus und ging durch die Wand des Labors.

305 Wörter


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Foto der Woche 3 – Schrecken

Zu behaupten, das wären meine Lieblingstiere, wäre eine ziemlich dreiste Lüge. Aber ich gehe wirklich gerne in das „Haus der Schrecken“ im Tiergarten Schönbrunn und sehe mir diese interessanten Viecher an.

Das Projekt betreibt Aequitas und Veritas