Autor: Myriade

Mittwoch 8.September 2021

Eine neue Methode der Ausflugs-Nicht-Planung hat der F erprobt: man steige in einen x-beliebigen Zug und aus diesem dort wieder aus, wo es einem gefällt. So ganz planlos geht es leider nicht, weil man ja doch eine Bahnkarte kaufen muss, aber trotzdem können Überraschungen entstehen. So sind wir schnell entschlossen in Ungarn gelandet.

Ich war sehr erstaunt, dass es auf dem Hinweg keinerlei Grenzkontrollen gab. Ich erinnere mich gut an die Zeiten des eisernen Vorhangs als an der ungarischen Grenze die Autos bis auf die letzte Schraube und eventuelle Zeitungen im Kofferraum gefilzt wurden. Heute steigt man mitten in Wien in einen Zug und ist in einer Stunde in Sopron. Auf dem Rückweg hat die österreichische Grenzpolizei die Impfpässe kontrolliert und das war´s schon.

Auch ohne Grenzposten merkt man allerdings sofort, wo Ungarn anfängt. Plattenbauten und sehr viel schöne, alte Bausubstanz in teilweise recht schlechtem Zustand.

Viktor Orbáns Partei „Fidesz“ sammelt Stimmen, Unterschriften, Meinungen, was immer

Auch die Sowjetarmee scheint noch nicht wirklich abgezogen zu sein. Eines ihrer jüngsten Mitglieder wartet auf ein neues Zuhause.

An den gut erhaltenen Stadtmauern sind wir entlang gebummelt, haben sehr gut gegessen und sind wieder nachhause gefahren, alles in ein paar Stunden.

Nachdem ich ohnehin beschlossen habe, Ungarisch zu lernen, bietet sich da mit geringem Aufwand und in geringer Entfernung die Möglichkeit für Freilandübungen.

Wie dekorativ alte Wände doch sein können

Zwischen den als Kunstwerken deklarierten Kunstwerken, gab es in dem alten Haus auch andere nicht nur interessante sondern auch durchaus ästhetische Einblicke in die Wände. Ob sie absichtlich gemacht wurden, ob bestehende Schäden nur vergrößert oder wegen der Sicherheit abgeschlagen wurden, kann ich nicht sagen. Aber jedenfalls habe ich in jedem Raum auch auf die Wandlöcher geachtet.

Interessant auch mit welchen Materialien zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde

Dienstag 7. September – Stress und Kunst

Stressig war´s am Vormittag. Die Einreichfrist für Fs Projektförderungsantrag endete um 12:00. Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, dass wir um 11:58 fertig werden würden, aber letztlich war um 11:30 alles fertig und konnte hochgeladen werden. Gar nicht so schlecht!

Der Rest des Tages konnte also entspannt angegangen werden. Benita hatte mich zum Preview der Kunstmesse Parallel Vienna eingeladen. Eine feine Sache, die ich eigentlich auch schon im Vorjahr sehen wollte.

Die neunte Ausgabe der PARALLEL VIENNA findet in diesem Jahr vom 7. bis 12. September 2021 in der ehemaligen Semmelweisklinik statt und damit erstmals nicht gleichzeitig mit der viennacontemporary. Was gleich bleibt ist das bewährte Konzept aus GALLERY STATEMENTS, PROJECT STATEMENTS und ARTIST STATEMENTS.

Einiges, was ich gesehen habe, hat mir gefallen, anderes weniger. Wir sind nach der bewährten Methode ohne lange Erklärungen „mag ich“ oder „mag ich nicht“ vorgegangen und dabei in manche Ausstellungsräume hinein an anderen gleich vorbei.

Was ich recht schockierend fand, ist, dass das Wasser aus den vielen Wasserleitungen in einem der Gebäude der ehemaligen Semmelweißklinik kein Trinkwasser ist. Es gibt in Wien keine Nutzwasserleitungen und daher müssen die Leitungen innerhalb dieses Gebäudes irgendwie verunreinigt sein. Das Gebäude wurde aber bis 2019 als Krankenhaus benützt.

Montag 6.September 2021

Morgen Mittag ist der letzte Einreichtermin für Fs Förderantrag für ein privates Projekt. An so einem Antrag könnte ein halbes Dutzend Leute schreiben und es würde immer noch ewig dauern. Wir werkeln daran seit einer Woche, sind aber zu zweit und die Nerven liegen hier derzeit ziemlich blank. Morgen Mittag, High Noon, läuft die Frist ab und der Spuck ist dann vorbei, Antrag eingereicht und dann wird man sehen. Im Schnitt werden gerade 10% der Anträge angenommen und somit ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs sehr gering.

Heute ist Schulbeginn. Das zweite Mal ohne mich. Es ist ein seltsames Gefühl, dass mich alles rund um den Schulbeginn überhaupt nichts mehr angeht. Ich muss keine motivierenden Einstiegsstunden planen, keine Zeitpläne für das Wintersemester erstellen, muss nicht intensiv versuchen, mich an absolut alle Schülernamen zu erinnern. In gewisser Weise fehlt mir aber der Anfangszirkus doch irgendwie.

Die ersehnten Herbstreisen sind auch in diesem Jahr sehr kompliziert. Ich habe ein Zimmer am Atlantik gebucht mit Stornierungsmöglichkeit praktisch bis zum letzten Tag. Die Flüge finden aber leider alle zu ganz unmöglichen Zeiten statt und wenn ich mir vorstelle über drei Stunden mit Maske in einem Flugzeug zu sitzen, vergeht mir auch so manches. Schließlich gibt es auch schöne Nachbarländer mit Küste. Zwar nur das Mittelmeer, aber dafür kommt man mit Auto oder Zug hin. Na, wir werden sehen. Ich habe noch nicht wirklich ganz verinnerlicht, dass ich ja reisen kann wann und wohin ich will. Wird aus dem einen geplanten Termin nichts, no dann vielleicht zwei Wochen später oder früher, oder, oder …. Das Suchen von Alternativen zu Diversem ist gerade höchst aktuell.

So schön ist das Waldviertel, ABER …

Eigentlich erst zum dritten Mal bin ich öffentlich nach PB gefahren, das ja administrativ auch zum Waldviertel gehört. Während der Schulferien ist das noch ein wenig schwieriger als sonst, weil zwar nicht die Züge, aber die Busse, die hauptsächlich Schulkinder befördern, in extrem großen Intervallen fahren. Mit anderen Worten, die öffentlichen Verkehrsverbindungen im Waldviertel sind sehr verbesserungswürdig.

Ich stand also am Donnerstag am Bahnhof eines Nachbarorts von PB auf der anderen Seite der Donau und wusste, dass ein Bus, der mich zumindest in die Nähe meiner Wohnung bringen würde erst in einer Stunde geplant war. Auf einem Lampenmast am Ausgang des Bahnhofs fand ich die Nummer eines Taxis und rief dort an, aber der Fahrer hatte gerade an diesem Tag keine Zeit. Fix beförderte ich ihn in die Schublade mit der Aufschrift „Unverlässliches“ und überlegte, was ich nun in einer Stunde anfangen könnte.

Vor dem Bahnhofslokal saß eine Runde Männer in Bier und Gespräch vertieft. Einheimische, die sich als sehr nett und hilfreich erwiesen und mir ein Taxi aus dem Nebenort besorgten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich das selbst nicht gefunden auch nicht mit Hilfe von google. Jedenfalls erwies sich dieses Taxi als eine ideale Lösung. Der Besitzer hat zwei Kleinbusse und auch einen zweiten Fahrer, ist jederzeit erreichbar und holt mich zu einem moderaten Preis von wo auch immer ab. Sehr zufrieden bin ich mit dieser Lösung. Es ist ja nicht so, dass ich ständig nur mehr mit dem Taxi fahren möchte, aber es besteht die Möglichkeit, wenn die Busse gar nicht fahren oder nur zur falschen Zeit oder ich den einzig passenden versäume. Also ein Sicherheitsnetz im Hintergrund.

Nach PB gefahren bin ich um die Lieferung von Matratzen und Lattenrosten in Empfang zu nehmen. Die Betten kommen ja voraussichtlich erst im Oktober. Hat fast perfekt geklappt. Ein Trumm haben sie vergessen, aber das brauchen wir nicht dringend und so kommt es eben mit der nächsten Lieferung. Die Alternative wäre gewesen zu warten, dass die Lieferanten nochmals zurück zum Lager fahren und es abholen. Nachdem das Lager aber in gut 100 km Entfernung liegt, wäre es sehr spät geworden und ich wollte nicht warten.

Wir können also ab sofort in PB übernachten. Entweder liegen die Matratzen eben am Boden, oder wir benützen die Lattenroste auch gleich mit, dann ist eigentlich kaum ein Unterschied zu einem Bett. Zur Schonung des Bodens kann man eine Decke unter die Lattenroste legen und geht schon. Das Herumliegen eigener Matratzen schließt irgendwie die Besitznahme dieser Wohnung ab. Es fühlt sich schon fast zuhause an.

Was Gewässer betrifft, so liebe ich am meisten das Meer, allerdings muss es Gezeiten haben, sonst ist es für meine Begriffe kein Meer sondern ein großer Salzwassersee. Wobei ein See sich wie ein Ersatz für das Meer, den Ozean anfühlt. Ein Fluss aber steht für sich selbst. Nicht als Metadon für den Ozeanjunkie sondern als lebendiges, fließendes Gewässer. Diese etwas wirren Betrachtungen stellte ich an, als ich noch einen Spaziergang an der Donau machte. Die Donau steht hoch und fließt lebendig. Von der Donaulände ließ ich mich abholen und erreichte einen der ganz seltenen Züge, die mich direkt nach Wien bringen. Ein durch und durch guter Tag war das !

Liebe Einladungs-Leser*innen

Tut mir leid, dass das zweite Bild nicht zu sehen war. Diesmal weiß ich ausnahmsweise, was passiert ist. Ich habe bei dem Foto den Horizont begradigt – damit das Meer nicht allzu schnell ausläuft – und es nochmals auf WP hochgeladen. Dabei habe entweder ich oder WP irgendwas verwechselt. Jetzt müsste das richtige zu sehen sein. Bitte um Rückmeldung, ob Bild 2 jetzt zu sehen ist.

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich allen einen schönen Tag !

Einladung zur Impulswerkstatt September, Oktober 2021

Willkommen an alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen werden und natürlich auch alle, die zusehen, zuhören, lesen und kommentieren.

Die Sommer-Impulswerkstatt Juli und August hat aus meiner Sicht sehr gut funktioniert. Das Sommerloch hat nicht wirklich stattgefunden: waren die einem im (Blog)urlaub waren andere schon wieder zurück und es ist eine beträchtliche Menge an Beiträgen zusammengekommen.

Ich denke, dass zwei Monate ein guter Zeitraum sind, zwei Monate Zeit für Beiträge, mit einem Zwischenbericht in der Mitte. So kann man sowohl einem Blitz-Impuls nachgehen und den Beitrag gleich posten als auch länger bei einem Thema bleiben. Wir probieren es auf jeden Fall nochmals aus, diesmal mit zwei „Normalmonaten“, September und Oktober.

Weil ich eine Weile mit der Auswahl der Fotos gekämpft habe – ich konnte mich nicht entscheiden welche Fotos ich nehmen wollte – hat es einen Tag länger gedauert als geplant. Ich kann mir ja zum tausendsten Mal vornehmen, die Dinge nicht im letzten Moment zu machen. Nachdem es aber ohnehin nichts nützen wird, lasse ich es bleiben. Ich habe mit mir selbst diskutiert, ob die Impulsfotos nun einen jahreszeitlichen Bezug haben sollten oder nicht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das nicht sein muss. Schließlich kann jede/r einen jahreszeitlichen Bezug hineinbringen, wenn er/sie möchte.

Vor den neuen Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier (leider ist es nicht immer aktuell, aber meistens)

Die Teilnahme

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung ist so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Und nun die Impulsfotos

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4:

Viel Freude

Mittwoch 31. August – Ateliergeflüster

Nach der Sommerpause habe ich gestern das Atelier wieder in Betrieb genommen. Die Spinnen waren nicht erfreut sonst ist alles unverändert und in Ordnung. Zwei Projekte habe ich schon eine Weile im Sinn, die noch genauere Form annehmen müssen. Aber zuerst muss ich wieder ins Malen kommen, denn die Sommerpause war recht lang. Meine letzte Malmeisterin habe ich eingeladen zu einem kleinen coaching und es war durchaus interessant.

Ansonsten tanze ich derzeit auf mehreren Kirtagen gleichzeitig, was zwar anstrengend ist, aber eher belebend als stressig.

Sommer-Impulswerkstatt Juli, August 2021 Zusammenfassung

Hier gehts zur Einladung zur Sommer-Impulswerkstatt KLICK

Liebe Impulswerkstattbesuchende,

Eigentlich wollte ich die Impulswerkstatt ja über den Sommer schließen. Nun kann ich sagen, dass das sehr schade gewesen wäre. Zwar gab es eine kleine Zwischenflaute ab Mitte Juli bis Anfang August, aber sonst konnte ich mich über eine Menge interessanter Beiträge freuen.

Der zweimonatige Rhythmus hat mir so gut gefallen, dass ich ihn ein weiteres Mal ausprobieren werde. Dazu mehr bei der nächsten Einladung am 2. oder 3. September.

Auch diesmal habe ich mich über bekannte und neue Mitschreibende gefreut, über Texte, Bilder und Musik zu den vier Fotos. Bild Nr 4 ist ein bisschen zu kurz gekommen. Es war auch ziemlich schwierig. Ich habe dazu einen Text in Arbeit, den ich noch veröffentlichen werde sobald er fertig ist. Man muss sich ja von den selbst aufgestellten Regeln nicht tyrannisieren lassen. oder?

Wer nicht weiß, was die Impulswerkstatt ist und dies gerne erfahren möchte KLICK Eine Beschreibung des Projekts sowie alle Einladungen und Zusammenfassungen gibt es hier

Ansonsten überlasse ich das Wort den vielfältigen Beiträgen. Ich hoffe, ich habe alle richtig zugeordnet und nichts vergessen.

VOILÀ

Bild 1

Bild 2 :

Bild 3:

Bild 4:

Alle Bilder

Resonanz auf Beiträge:

Chronologische Liste