la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Ewig Menschliches

6 Kommentare

Auch vor 10.000 Jahren war es den Menschen schon ein Bedürfnis , ihre handwerklichen Erzeugnisse über die Notwendigkeiten der Funktion hinaus zu gestalten und zu dekorieren.

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6 Kommentare zu “Ewig Menschliches

  1. Ist ein eindrucksvoller Kopf und ein komplizierter Aufbau, ausgezeichneter Erhaltungszustand. Bist du sicher, dass es 10 000 Jahre alt ist? Kommt mir unwahrscheinlich vor.

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  2. Ich liebe die Dinge über alles,

    alles.

    Ich mag die Zangen,

    die Scheren,

    ich schwärme

    für Tassen,

    Serviettenringe,

    Suppenschüsseln –

    vom Hut

    ganz zu schweigen.

     

    Ich liebe

    alle Dinge,

    nicht nur

    die höherstehenden,

    sondern

    auch

    die un-

    end-

    lich

    kleinen,

    den Fingerhut,

    Sporen,

    Teller,

    Vasen.

     

    Bei meiner Seele,

    ist der Planet

    schön,

    voller Pfeifen, die

    von Händen

    durch den Rauch

    geführt werden,

    voller Schlüssel,

    voller Salzfässer,

    voll von

    allem,

    was von Menschenhand erschaffen, allen Dingen:

    die Rundungen am Schuh,

    den Geweben,

    der zweiten

    diesmal unblutigen

    Geburt des Goldes,

    den Brillen,

    den Nägeln,

    den Besen,

    den Uhren, den Kompassen,

    dem Kleingeld, der weichen

    Weichheit der Stühle.

     

    Ah, soviel

    reine

    Dinge

    hat der Mensch

    entworfen,

    aus Wolle,

    aus Holz,

    aus Glas,

    aus Stricken –

    Tische, wunderbare Tische,

    Schiffe, Leitern.

     

    Ich liebe

    alle

    Dinge,

    nicht weil sie

    brennen

    oder

    duften,

    sondern

    ich weiß nicht warum,

    weil

    dieser Ozean dir gehört,

    mit gehört:

    Die Knöpfe,

    die Räder,

    die kleinen

    vergessenen

    Schätze,

    die Fächer,

    in deren Federn

    die Liebe ihre

    Orangenblüten

    wehte,

    Gläser, Messer,

    Scheren –

    auf allem

    am Griff, am Rand,

    eine Fingerspur,

    die Spur einer entrückten,

    ins vergessenste Vergessen

    versunkenen Hand.

     

    Ich gehe durch die Häuser,

    Straßen,

    Fahrstühle

    und berühre dabei Dinge,

    erkenne Gegenstände,

    die ich insgeheim begehre:

    mal weil sie läuten,

    mal weil sie

    so weich sind

    wie die Weichheit einer Hüfte,

    dann wieder, weil sie wie tiefes Wasser

    gefärbt oder dick wie Samt sind.

    O unumkehrbarer

    Strom

    der Dinge,

    keiner kann sagen,

    ich hätte nur

    die Fische

    geliebt

    oder die Gewächse des Urwalds und der Wiesen,

    ich hätte

    nur geliebt,

    was hüpft, klettert, überlebt und seufzt.

    Falsch:

    Mir sagten viele Dinge

    vieles.

     

    Nicht nur sie rührten mich

    oder meine Hand rührte sie an,

    sondern so dicht

    liefen sie

    neben meinem Dasein her,

    daß sie mit  mir da waren

    und so sehr da für mich waren

    daß sie ein halbes Leben mit mir lebten

    und dereinst auch einen halben Tod

    mit mir streben.

     

    Aus: Pablo Neruda “Seefahrt und Rückkehr. Das lyrische Werk III” in Kämpf-Jansen, Helga (2002): Ästhetische Forschung – Wege durch Alltag, Kunst und Wissenschaft. Köln: Salon-Verlag.

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