la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Liquid 2 – Weekly Photo Challenge

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16 !

So schön geregnet hat es gestern, nach vielen warmen bis heißen Tagen und da konnte ich unmöglich darauf verzichten einen Spaziergang zu machen mit meinem riesigen, neuen 16-farbigen Schirm, den ich so lange gesucht habe.

Ich schlenderte also trockenen Rucksacks durch das Schönbrunner Wäldchen durch den knoblauchigen Duft des Bärlauchs und die blühenden Büsche bis zur Gloriette. Dort setzte ich mich unter die Sonnenschirme des Cafés und genoss den Regen rundherum in aller Ruhe, weil an solchen Tagen die Touristen nur bis zum Schlosseingang gelotst werden.

Als ich am Rückweg einen Zwischenstopp bei einer Busstation mache, hüpft eine Arbeitskollegin aus dem Bus. Wir small-talken ein bissl. Wahrscheinlich hat sie sich gedacht, warum rennt die in der Gegend herum, wenn sie doch im Krankenstand ist. Sie weiß ja nicht, dass ich mich nach 10 Minuten hinsetzen muss, weil mir schwindlig wird und meine Energie allgemein noch nicht weit reicht. Ich erzähle es ihr auch nicht. Immerhin weiß sie aber ganz sicher, dass das Unterrichten von Jugendlichen in gesundheitlich angeschlagenem Zustand nicht prickelnd ist.


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Nein, es ist kein Katzenbuch

Genki Kawamura

„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“

C.Bertelsmann: 2018

Original 2012

Es ist kein Katzenbuch obwohl zwei Katzen eine durchaus wichtige Rolle spielen. Es ist auch kein Krimi, obwohl der Tod eine wichtige Rolle spielt. Es liest sich leicht und flüssig, obwohl es um existentielle Fragen geht. Es geht auch um Liebe ohne dass es eine Liebesgeschichte wäre. Es ist ein nachdenkliches Buch über das man auch lachen kann. Einfach ein sehr feines, kleines Buch, das sich in die Reihe von mehreren Büchern junger und arrivierter japanischer Autoren und Autorinnen einreiht, die ich in letzter Zeit gelesen habe


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Calvinistische Ärtzte

5:19 zeigte die Uhr, also für eine Nachteule wie mich mitten in der Nacht. Was mich geweckt hatte, war nicht Fs Rumoren (er ist ein Morgenmensch) sondern meine OP-Wunde, die höllisch juckte. Kratzen konnte ich mich nicht, weil ich Montag beim Arzt war und ein angeblich heilungsunterstützendes, transparentes Plastikding über den halben Bauch geklebt bekommen hatte. Am liebsten hätte ich es mir heruntergerissen so unangenehm war das Jucken.

Der Arzt, ein calvinistisch eingestellter Mensch meinte, dass ich aus medizinischer Sicht eigentlich nächste Woche schon wieder arbeiten könnte. Auf den Entlassungspapieren des Krankenhauses wurden zwar 6 Wochen Schonung empfohlen und die OP war gerade erst vor 2 Wochen, aber allein schon das Wort „Schonung“ wird ihm widerwärtig gewesen sein. ICH würde ja gar nicht so lange nicht arbeiten wollen, krähte er. Müssen Sie ja eh nicht, grummelte ich. Die Schwester, eine große Diplomatin, erinnerte den Arzt daran, dass in seinem Sprechzimmer schon jemand auf ihn warte, ich lag ja im Behandlungsraum auf der Liege. Womöglich war es ihm schon ein Dorn im Auge, dass jemand am hellichten Tag, der doch in seinem Weltbild ausschließlich zum Arbeiten bestimmt ist, irgendwo herumliegt. Er eilte also zurück zu seinen sonstigen Pflichten, die Schwester klebte das Ding fest und sagte verschwörerisch, dass ich doch am Freitag wiederkommen solle, da wäre die Frau Doktor soundso da und könnte  sich die Wunde nochmals ansehen und die Länge des Krankenstandes festlegen.

Es handelt sich um eine Gruppenpraxis, in der 4 verschiedene Ärzte arbeiten, was an und für sehr praktisch organisiert ist. Ich schätze halt manche Mitglieder des Ärzteteams mehr als andere.


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ABC-Etüden – die perfekte Ballnacht

Die ABC-Etüden bei Christiane.

3 vorgegebene Wörter in 10 Sätze verpackt

Nach 5 Jahren Wien war es nun soweit: Zuckerbäckerball oder Wäschermädlball lautete das Ultimatum, diesmal gab es kein Entkommen. Das muss sein, hatte Erika gesagt. Seit Tagen hatte Hugo beklemmende Albträume, die immer in einer Szene mit Damenwahl gipfelten, wie er von einer Frau auf die Tanzfläche geschleppt wurde und sein beschämendes Nichttänzertum herauskam. Alles Walzer und Krönchen und Knickse und Cotillons geisterten durch seine Gedanken.

Der Tag X: sein Outfit war perfekt, für Unterhaltungen war es ohnehin zu laut, einen formvollendeten Handkuss traute er sich nicht zu, deswegen arbeitete er mit Kusshänden. Das kam originell, naja zumindest bei einigen und allen konnte man es ja bekanntlich nicht recht machen. Polka? Oh Gott, was war denn das schon wieder, und Damenspenden und Ordensanstecker, jeden Moment musste der Kaiser Franz Josef samt Sissi irgendwo auftauchen und den ratlosen Hugo erwartungsvoll ansehen. Er hielt bis 2h früh durch, dann war er mit den Nerven am Ende. Seltsam fand er, dass Erika irgendwie erleichtert wirkte als sie gemeinsam den Ausgang anpeilten.