la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Selfie mit Regenschirm

 

Als wir vorigen Sonntag von Wien wegfuhren, hatte es 36 Grad und im allerletzten Moment habe ich noch eine Weste in den Koffer gestopft. An eine Regenjacke hätte ich nicht im Traum gedacht. Natürlich weiß ich, dass das Waldviertel der österreichische Kältepol ist, aber wenn es in Wien 36 hat, so dachte ich, wird es dort halt 30 haben.

Tatsächlich hatte es in den letzten Tagen in der Nacht knapp zweistellige Temperaturen und tagsüber war es auch kühl. Tja, so ziemlich alle anderen Leute haben Regenjacken und die, die keine haben, sind wohl im Haus geblieben. Ich habe jedenfalls richtig gefroren und mir das erste Mal seit ich weiß nicht wie ewig langer Zeit gewünscht, dass es wärmer wäre.

Die wunderbaren Wolkenstimmungen haben mich aber für ein bissl frieren reichlich entschädigt

 


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Litauen literarisch- Zitate 2

Bei Lektüre dieses Absatzes bin ich mir so ignorant vorgekommen wie schon sehr lange nicht mehr. Abgesehen von Solschenizyn, Sacharow und Suzuki …… „Kaunas“ weckt irgendwelche schwachen Assoziationen, aber sonst bin ich völlig blank. Was zum Beispiel ein Samisdat-Foliant oder ein Gediminas-Pfeiler ist ….. Welch unglaubliche Wissenslücken sich da auftun. Dabei ist Litauen ein europäisches Land, in dem ich sogar schon einmal eine Woche verbracht habe.

JURGA IVANAUSKAITÉ

„(…) Sie lasen keinen Solschenizyn und auch keinen Brodsky . Sie konnten sich nicht recht vorstellen, womit sich Sacharow beschäftigte und was mit Thomas Venclova passiert war. Sie vermissten die Mystiker nicht, die in Form von dicken russischsprachigen Samisdat-Folianten in Vilnius kursierten: Alan Watts, Suzuki, Krishnamurti und Sri Aurobindo. Sie hatten nicht die leiseste Ahnung von der Chronik der katholischen Kirche. Sie hatten noch nie von Terleckas, Petlus oder Sadunaité gehört. Auch Vater Stanislovas in Paberzie hatten sie noch nie besucht. Sie dachten nicht daran, den 16.Februar, den Tag der Wiederherstellung der litauischen Unabhängigkeit zu feiern. Sie wussten nicht recht, in welcher Reihenfolge die Farben der verbotenen Nationalflagge angeordnet und was der Vytis oder die Gediminas-Pfeiler waren.Falls sie von einem wie durch ein Wunder auf diese Seite des Eisernen Vorhangs geratenen BBC-Korrespondenten gefragt worden wären, hätten sie ihm keine klare Auskunft über Romas Kalanta oder den genauen Zeitpunkt der sogenannten Ereignisse von Kaunas geben können. Rita und Rimantas waren keine Ausnahme. Damals, vor mehr als zwanzig Jahren, lebten die meisten, ja fast alle so.“ p. 112

Sehr interessant fand ich auch die Beschreibung einer litauischen Jugendzeitschrift aus kommunistischen Zeiten

„Rita dachte wehmütig an die einzige Zeitschrift ihrer zugeknöpften Kindheit, den „Schüler“, an dessen komsomolzische Vorworte, sachliche Interviews mir den Klassenbesten, die Gedichte der angehenden Poeten, die naiven Jugendnovellen, die schwarz-weißen Arbeiten der fleißigen, jungen Graphiker, die Beratung in unschuldigen Fragen, zum Beispiel, ob man einen Freund daran erinnern dürfe, dass er einem noch 80 Kopeken schulde, schließlich die Spalte mit den Brieffreundschaften: mit den Aphorismen-Sammlern, den Briefmarkensammlern, Schauspielerfoto-Sammlern, den Mitgliedern der Volkstanzgruppen“ p.104


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Litauen literarisch – Zitate 1

Ich habe beschlossen, meine Lektüren durch herausschreiben von Zitaten ein bissl zu begleiten.

JURGA IVANAUSKAITÉ

„Julija dachte immer noch in Worten und Begriffen, deshalb bemühte sie sich alles noch Unerfahrene und Unbenannte, zumindest für sich selbst, möglichst klar zu definieren. (…) Beim Schreiben hatte sie übrigens gespürt, dass die Worte – besonders die einst sinnreichsten – Gott, Liebe, Hoffnung, Glaube -, sich abnutzten wie zu lange in Umlauf befindliche Münzen, zerknitterten wie alte Banknoten. Alles hat einen Anfang und ein Ende folglich haben auch Begriffe ein Haltbarkeitsdatum.“ p82

„In ihrer Pubertät beschäftigten Julija die erfundenen und hoffnungslos unerreichbaren Geliebten um einiges mehr als die gleich nebenan herumlungernden Subjekte männlichen Geschlechts, die gleichaltrigen Jungen voller Pickel und Komplexe.Wenn einer Julija ins Kino, zum Tanzen, zu einem Date einladen, sie necken oder zum ersten Kuss oder dem Verlust der Unschuld verführen wollte, dann ersann sie Ausreden – sie versicherte, dass ihr Herz schon vergeben sei und sie ihren Geliebten auf keinen Fall verraten könne.

Das wurde zur unverbesserlichen, lebenslangen Gewohnheit. Jedem wirklichen Mann mit leidenschaftlichen Absichten  stellte Julija sofort ein nicht existierendes, aus ihrem Leben verschwundenes oder unerreichbares Individuum gegenüber. Dem neuen Partner erklärte sie mit masochistischer Sturheit immer wieder, dass sie einen anderen nicht vergessen könne – den es wirklich gab oder der erdacht war“ p.89

Julija ist übrigens eine kürzlich verstorbene Wahrsagerin aus Vilnius, die beste Beziehungen zu der neureichen litauischen Elite pflegte.


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Laaaaangsam, ganz langsam …

… kommt bei mir sowas wie Entspannung und Ferienstimmung auf. Immerhin schlafe ich wieder gut und mein Aktionsradius erweitert sich, auch sehr langsam aber doch.

Einen sehr angenehmen Tag habe ich mit abendlichem Schwimmen abgerundet. Es war sehr kühl und das heiße Wasser im Pool dampfte wie im Winter. Die Dampfschwaden zogen über das Wasser und in die umgebende Wiese, es war sehr idyllisch.Auch eine weitere Katze schaute vorbei. Nach einer Weile im Freien wird es dann doch kühl und um sich wieder aufzuwärmen gibt es einen großen Whirlpool mit noch wärmerem Wasser. Wer dann noch nicht entspannt ist …….

Das Hotel bemüht sich auch außerhalb des Kurbetriebs die Gäste zu unterhalten. Der Küchenchef demonstrierte die Erzeugung irgendwelcher Nockerl. Und jetzt gehe ich in Begleitung eines äußerst skurrilen litauischen Buchs ins Bett. Erster Termin morgen Unterwassergymnastik ….

 

 


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Enten und Mäuse

Kleiner Abendspaziergang durchs Schilf. Da schwimmen meine Enten gerne vorbei. Nicht das eine Kurhauskatze mit guten Beziehungen zur Küche auf so was angewiesen wäre. Ich tu jetzt trotzdem so als würde ich jagen. Jagdwild muss man ja bei der Stange halten, vor allem wenn es eventuell einmal als Abendessen in Frage kommt.

Die Menschenfrau da drüben mit dem schwarzen Kastl um den Hals …. Ist das eine Mäusebox ? Vielleicht fängt mir die eine Ente wenn ich sie ein bissl beschmuse und anschnurre. Die Dosenöffner sind ja so grenzenlos naiv …. Ich zeig ihr sogar mein hübsches Profil. Kindchenschema nennen die das, dabei bin ich ein Raubtier. Naja, die kennen sich sonst auch nicht so gut aus auf der Welt.

Wirkt heute nicht, doch keine Ente …. Dann eben Plan A;  der Koch hat mir zum Frühstück Lachs versprochen. Die dazugehörigen frischen Mausschenkel werde ich ihm schon noch einschnurren.


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Österreichische Zustände – ABC – Etüden

Eine kleine Etüde

Es muss eine klare Zäsur gebe

n, keine wischi-waschi Pläne, die irgendwann in einer nicht näher definierten Zukunft umgesetzt werden sollen. Klare Ziele, klare Wege, jederzeit kontrollierbarer Ist-Zustand. So muss das neue Leben aussehen. Transparente Handlungen, abhängig nur vom eigenen Willen, nicht von esoterischem Geschwafel und dem Stand der Mondsichel. Der Wille zählt, aber die Handlung muss ausgeführt werden nicht nur geplant. (5)

Soweit die Theorie, aber will ich das ? Vielleicht eine kleine Zäsur, nicht ganz so kontrollierbare Zustände, der Vollmond als Ausrede für dies und das. (7) Ein Kompromiss, jawohl ein Kompromiss muss her, keine Zäsur, wie bin ich nur auf die blöde Idee gekommen. Der Kongress tanzt !