la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


16 Kommentare

Mittwoch 10.4. – suchen, finden und packen

Zunächst in die Bank zu weiterer Beratung – dann in die Bücherei – Bemerken, dass der Schirm in der Bank geblieben ist – zurück in die Bank, Schirm abgeholt – zum Essen – Schirm erfolgreich in den Blickwinkel gerückt und mitgenommen – in die Apotheke – Schirm wäre dort geblieben, hätte mich nicht eine nette Mitkundin darauf hingewiesen – weil die Bücherei das Gewünschte nicht hatte, auf in die Buchhandlung – Gewünschtes gefunden – Bus in Richtung Supermarkt genommen – Beim aussteigen ist der Regen stärker geworden – Ach ja, der Schirm ist wohl in der Buchhandlung geblieben – zähneknirschend und nass zurück in die Buchhandlung – Schirm liegt dort und bemüht sich um einen harmlosen Eindruck. Auf die Art ist es wirklich nicht schwierig in kurzer Zeit auf 6000 Schritte zu kommen.

Das China Lokal gegenüber des Bezirks-FPÖ-Lokals hat seinen Namen geändert von „Lucky Chen“ auf „Lucky Fen“, wobei das C von „Chen“ noch ziemlich deutlich zu sehen ist. Da würde ich sehr oft hingehen, wenn auf dem gegenüberliegenden Parteilokal sowas stehen würde wie „wegen Pleite geschlossen“ oder „wegen Auflösung der Partei derzeit kein Betrieb“ oder gar „Alle in Klausur wegen Scheitern der Regierungsbeteiligung“ und diese Inschrift dann vom Lucky Fen-Gastgarten aus zu lesen wäre. Für diesen Genuss wäre mir die Qualität des Essens beim Lucky-was auch immer völlig egal. Leider sieht aber die Fassade des Parteilokals baulich ziemlich gut aus und es gibt auch sonst keine Anzeichen für ein baldiges Auseinanderfallen.

Meine Kofferpack-Neurose meldet sich schon langsam und ich habe zum Abschluss des Tages den ausgewählten Koffer aus dem Keller geholt und auf einem Sofa platziert (platziert statt plaziert sieht immer noch seltsam aus. Dabei ist es im Gegensatz zu anderen orthographischen Änderungen ziemlich logisch) Solche Gedankenschleifen mache ich immer, wenn´s ums Kofferpacken geht. Morgen habe ich ohnehin keine Zeit, am Freitag gewöhne ich mich an den Anblick des Koffers und am Samstag und Sonntag packe ich ihn dann ein, in kleinen Portionen. Ich übertreibe etwas, aber nicht sehr. Der F. hat sich übrigens bis vermutlich Samstag in seine Wohnung zurückgezogen. Nicht wegen meiner ausschweifenden Kofferpackerei, oder doch? Egal, ich muss ja nicht alles wissen.

Werbeanzeigen


6 Kommentare

Zusätzliche Kollateral-Rentabilität

Als ich zu bloggen begann, war mir gar nicht klar, dass mich abgesehen vom Lesen über das Leben anderer Menschen und deren Meinungen auch noch anderer Gewinn erwartete.

Tatsächlich habe ich unerwarteterweise schon eine ganz beachtliche Menge von Lektüre-Anregungen bekommen. Es gab da so ein nettes Projekt von Flumsi und Zeilenende bei dem sich die Teilnehmenden gegenseitig Bücher empfahlen. Da waren ein paar Fundstücke für mich dabei. Yvonne hat die Literaturweltreise angeregt, die ich seit langem betreibe und bei ihr habe ich auch noch das eine und andere interessante Buch gefunden. Meine Reiselektüre für Ostern habe ich bei der Wildgans (Julian Barnes) und bei Flumsi (Louise Erdrich) gefunden.


17 Kommentare

ABC-Etüden – zurück zu den Wurzeln

Die ABC-Etüden bei Christiane

Die drei Wörter in einem Text von 300 Wörtern unterzubringen

„Ich bin an der ganzen Sache völlig unschuldig“ rief er pathetisch aus und schlug sich an die Brust. „In dieser staubtrockenen Provinz voll von religiösen Fanatikern …….. “

„… und obendrein mit dir als Präfekten kann Tiberius sich wahrhaftig beglückwünschen, sagte Claudia mit der schneidenden Stimme, die sie immer nur hervorholte wenn sie mit ihrem Mann allein war.

„Ich hätte mir die Ehre einer Ehe mit einer Kaiserstochter auch anders vorgestellt“ murmelte Pontius ziemlich laut.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die Bediensteten sich aus der Schusslinie zurückzuziehen. Sie hatten dabei eine gewisse Routine entwickelt: der Koch verschwand in Richtung Markt, der Gärtner, ein visionärer Mensch, träumte von Tulpenzwiebeln und Claudias persönliche Sklavinnen hatten dringend am anderen Ende des Hauses zu tun. Nur der Lieblingsarchitekt des Hausherrn war unersetzbar und konnte es sich  daher erlauben vom Nebenraum aus die Streitereien mit anzuhören. Manchmal fand er sie durchaus kurzweilig, manchmal hörte er nur mit um seinen sonstigen Auftraggebern zu berichten, welche Themen im Hause des Präfekten gerade aktuell waren.

„Einen verurteilten Mörder freizulassen, quasi als Vorbild für die Jugend und dafür einen unbedeutenden, friedlichen Wanderprediger hinzurichten und dadurch zum Helden zu machen. Zwei derartige politische Glanzleistungen gleichzeitig hat noch keiner zuwege gebracht.“ Er hasste diese glasklare Stimme und nachdem ihm keine irgendwie passende Erwiderung zum ersten Vorwurf einfiel, konzentrierte er sich auf den zweiten und versuchte seine übliche Strategie des Leugnens und Vernebelns anzuwenden „Du hast die Zusammenhänge einfach nicht begriffen“ Er bemühte sich, wenn auch erfolglos, eine gehörige Dosis männlicher, geistiger Überlegenheit in seine Stimme zu legen. „Das Problem ist gelöst, der Prediger ist tot und wie lästig seine Anhänger auch noch eine Weile sein mögen, es wird wohl keiner auf die Idee kommen zu behaupten, dass ihr Anführer von den Toten auferstanden ist.“

Doch hier wie in anderen Fragen irrte Pontius Pilatus.


9 Kommentare

Samstag 6.4.19 – Pflanzungsbeginn

Der leider eingegangene Birnbaum wurde heute durch einen neuen, kleinen Apfelbaum ersetzt. Nun sind es zwei Apfelbäume und ein Pfirsichbaum. Einen weiteren Baum haben wir erworben: Hakuro Nishiki – Salix integra oder Flamingobaum. Ein sehr interessantes Gewächs, das schon recht groß ist und nur schwer im Auto unterzubringen war. Er stand ganz hinten im großen Kofferraum und kitzelte mich vorne an der Nase. Ein geselliges Bäumchen, und wenn er nur annähernd so attraktiv wird wie auf Fotos, wird er auch noch eine wahre Augenweide sein. Bambus haben wir auch gekauft, der große, schwarze Bambus, der ein paar Jahre lang vor meinem Schlafzimmer gerauscht hat, hat leider den Winter 2017/18 nicht überlebt.

Im vorigen Sommer war die Terrasse ziemlich vernachlässigt, weil ich kaum etwas machen konnte, das kaputte Hüftgelenk jaulte nach kurzer Zeit gärtnerischer Betätigung schon ziemlich laut und rächte sich mit anschließender Steifheit. Jetzt geht alles wieder prächtig, das Bücken, das Heben, das Sitzen.

Die Obstbäumchen sind fast abgeblüht, der Flieder hat schon Blüten angesetzt, der neue Feigenbaum hat Knospen, die sehr verheißungsvoll aussehen, der Ginkgo ist schon ganz grün. Das Gärtnerinnenherz lacht. Geschleppt hat allerdings der F. (Bussi) und mehrere kaputte Stümpfe ausgerissen. Viele blühende Kleinpflanzen haben wir auch mitgebracht. Der Gartenmarkt war so voll, dass man den Eindruck hatte, ganz Wien wäre heute auf Pflanzenjagd gegangen, weil es der einzig richtige Tag für den Beginn der Blütensaison ist. Vielleicht ist es das auch, es hat sich jedenfalls sehr gut angefühlt. Im Gastgarten war es dann allerdings zu kalt und wir sind drinnen geblieben. Allzuviel Frühling ist noch nicht und es soll die ganze Woche über sehr unbeständig und teilweise regnerisch sein. Regen nach dem Pflanzen passt ideal, daher ist dieses Wochenende vielleicht wirklich der ideale Ausgangspunkt.

Am nächsten Wochenende ist Raritätenbörse im Belvedere. Ich hoffe auf Schachtelhalme!!