Unbemerkter Stress?

Der Maler ist schon ganz eifrig und wollte gleich nächstes Wochenende mit der Arbeit beginnen, ich habe mir aber noch nicht einmal die Farben für die Wände ausgesucht und daher abgewunken. Aber auch wenn es das übernächste Wochenende losgehen soll, gibt es noch eine Menge zu tun und zu entscheiden. An und für sich organisiere ich gerne, allerdings habe ich ein paar recht unangenehme Erinnerungen an die Zeit in der ich meine derzeitige Wiener Wohnung bezogen habe. Das hatte zwar nicht viel mit dem Einziehen zu tun, trotzdem stresst mich vielleicht die Erinnerung daran.

Wenn ich mir so ansehe, was ich in den letzten paar Tagen an Fehlleistungen geschafft habe, liegt der Verdacht nahe, dass ich um einiges gestresster bin, als mir bewusst ist.

Sämtliche Ingredienzien für einen Rhabarberkuchen habe ich eingekauft. Alles bis auf eines. Was wohl? Jaaa, den Rhabarber habe ich vergessen. Heute ging ich aus dem Haus nur mit der Absicht ein paar Pickerl mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung“ für den Briefkasten und die Wohnungstür in PB zu besorgen. Zwei andere Dinge habe ich erledigt, den eigentlichen Zweck meines Ausgehens habe ich völlig vergessen. Statt Blogbeiträge zu schreiben, sollte ich mich in Konzentration und Aufmerksamkeit üben…

Bukolische Chroniken – vom Staub und der Gefahr – 5.6.21

Nachdem wir die Wohnung vorige Woche übernommen hatten, wollte ich gleich einmal die Vorzimmermöbel etwas umstellen und fand dahinter den Staub von Jahrhunderten. Wir haben daher als allererstes einen Staubsauger gekauft und heute haben wir jemanden getroffen, den ich gerne zum Ausmalen engagieren möchte. Malt man nicht sofort aus, macht man es nie wieder, meinte der F und ich kann ihm da nur zustimmen. Es wird also alles ausgemalt, inklusive Abstellraum und teilweise die Böden erneuert und dann werden wir weitersehen. Ich bin von meinem eigenen Schwung ganz überwältigt.

Mein nunmehriger Zweitwohnsitz ist ein kleiner Ort mit weniger als 2200 Einwohnern aber mit einem langen Namen, daher werde ich ihn vorläufig einmal mit PB abkürzen. Zuerst überlegte ich, ihn Macondo zu nennen, aber der Name hat doch eine Menge negativer Konnotationen und so bleibt es einmal bei PB.
Es ist eine sympathische Gemeinde. An jedem Eck sind Blumenbeete im öffentlichen Raum, alle grüßen einander auf der Straße, demnächst soll es eine öffentliche Versammlung geben zum Thema „kindergerechte Verkehrsgestaltung im Ort“
Wahrscheinlich laufe ich mit rosa Brille herum, aber sogar wenn, schadet das ja niemandem.

Die Übersetzung des Namens in aktuelle Sprache bedeutet so etwas wie „böse Kurve“. Der Ort liegt am Übergang zwischen Strudengau und Nibelungengau. Der Strudengau bekam seinen Namen durch die Strudel, die die Donauschiffahrt dort sehr gefährlich machten. Dies zu Zeiten von pferdegezogenen Schiffen. Heute gibt es diese Gefahr nicht mehr. Frühe Marktrechte brachten der Gemeinde Wohlstand, die sichere Schifffahrt folgte, aber der Ortsname ist geblieben.

Türme gibt es hier in verschiedenen Stilrichtungen:

Atelier – Übermalbild 3 – die Verwandlung

Ein altes Bild, von dem es kein Foto gibt, soll verändert werden, also übermalt. Ich überlegte hin und her und erinnerte mich an Gerdas Kommentar, dass sie, wenn sie übermalt, ganz übermalt, weil alles andere eine zögerliche Angelegenheit ist. „Recht hat sie“ dachte ich und außerdem hatte ich Lust auf richtiges Anstreichen. Das Bild bekam also einen durchgehenden hellblau-türkisen Anstrich.

Dann lies ich die Strukturen aus dem Bild herauskommen, markierte sie ein bisschen mit Kohle und stellte fest, dass so manches dem darunter liegenden, übermalten Bild nicht so unähnlich war. Nach vielem Drehen entstand eine erste Version, an der mir der weiße Teil zunächst sehr gut gefiel. Dann fand ich den Hintergrund zu hell und aus zwei „Fenstern“ wurde eines. Nun sah das ganze einem Schuh zu ähnlich.

Das menschliche Gehirn bemüht sich ja immer, aus dem was es sieht, Bekanntes heraus zu lesen. Wenn ein abstraktes Gebilde ungewollt starke Assoziationen zu einem Objekt hervorruft, ist das nicht unbedingt ideal. Weiteres Drehen war angesagt, dann fand ich die Position mit der ich zufrieden war

Das Bild war mir aber zu blaß und zu unbelebt um nicht zu sagen fad. Ich habe hier mit Gouache gemalt. Ich mag sie sehr, aber sie kommt in der Leuchtkraft nicht an Öl heran. Ich arbeitete also an der Belebung und hier ist das Endergebnis.

Mittwoch 2. Juni 2021 – Organisation

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich wohl sehr beschäftigt sein. Im Atelier gibt es noch einiges zu organisieren. Wir haben mit 1. Juni zum halbjährlichen Jubiläum wieder die sturmfreie Bude eröffnet, alle können kommen, wann und wie oft sie wollen.
Ich war gleich am ersten Tag dort, weil ich mir ziemlich sicher war, den D dort anzutreffen, mit dem ich einiges zu besprechen hatte, was für ein Telefongespräch nicht so geeignet war. Tatsächlich war er auch dort und hatte sich gleich zwei Modelle bestellt. Er schöpft da aus dem großen Reservoir ehemaliger Schüler*innen. Es hat sich trotzdem die Gelegenheit ergeben, unser Thema zu besprechen und die Sache harmonisch abzuschließen.
Sehr gut fand ich, dass D mit dem einen Modell, einem jungen Mann aus Kasachstan, englisch gesprochen hat wodurch ich auch in den Genuss von englischer Konversation gekommen bin. Man muss so ein ruhig sitzendes Modell ja unterhalten. Dann kam noch der F vorbei, der eine kleine Radrunde gedreht hatte und es wurde richtig nett.

Sehr viel mehr Organisation braucht die neue Wohnung. Damit die Sache ins Laufen kommt, müssen viele kleine Rädchen angestoßen werden. Tatsächlich organisiere ich gerne und bin auch recht gut dabei und jetzt schon so richtig in Schwung gekommen. Meine bukolischen Chroniken werden wahrscheinlich zuerst einmal von Renovieren und Ausstatten berichten, vom Erwerb diverser Fahrzeuge und dem Erkunden aller vorhandenen lokalen Firmen …. Ich bin ganz energiegeladen …

Impulswerkstatt – Einladung für Juni

Willkommen an alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen werden und natürlich auch alle, die zusehen, zuhören, lesen und kommentieren.

Vor den neuen Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

Die Teilnahme
ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Ich versuche die Gratwanderung zwischen „ein bisschen Anregung anbieten“ und „alles ist möglich“. Besonders spannend finde ich auch immer, wenn ein ernstes oder melancholisches Bild zu einer heiteren Resonanz führt oder umgekehrt. Kreativität bedeutet ja unter anderem, Dinge oder Ideen, die ursprünglich nichts miteinander zu tun haben zu verbinden.

BILD 1:

Die Originalstimmung bei der Aufnahme dieses Fotos war überhaupt nicht melancholisch, es sieht aber so aus. Zu Brücken, Segelbooten und dem Bosporus kann einem so einiges einfallen, auch heiteres. Das Foto kann aber natürlich auch in eine ganz andere Richtung inspirieren. Ich freue mich besonders auf das, was mir dazu nicht eingefallen wäre.

BILD 2:

Das ist eine Bartagame, die laut Auskunft ihrer Besitzerin – die Dame, deren Ohr man hier sieht – äußerst anhänglich und schmusig ist. Ich habe da so meine Zweifel und zu Echsen eigentlich ganz andere Assoziationen, bin aber gespannt, was euch dazu einfällt.

BILD 3:

Es gibt auch ein jahreszeitlich passendes Foto. Ja, ich habe die Musikerin gefragt, ob ich sie fotografieren und veröffentlichen darf. Man sieht nichts von ihrem Gesicht, aber wer in Wien durch den Volksgarten spaziert, ist ihr vielleicht schon begegnet. Lebensgeschichten jeder Art bieten sich an, Blumen und Farben als Ausgangspunkt für Resonanzen.

BILD 4:

Ein Werk von Josef Elter, einem bildhauernden Geistlichen oder geistlichen Bildhauer, der im Waldviertel lebte und arbeitete, sowohl als Pfarrer einer kleinen Gemeinde als auch als Bildhauer. Von diesem Werk kann man sich in sehr viele Richtungen inspirieren lassen, finde ich, da möchte ich gar nichts weiter dazu sagen.

Ich versuche die Gratwanderung zwischen „ein bisschen Anregung anbieten“ und „alles ist möglich“. Besonders spannend finde ich auch immer, wenn ein ernstes oder melancholisches Bild zu einer heiteren Resonanz führt oder umgekehrt. Kreativität bedeutet ja unter anderem, Dinge oder Ideen, die ursprünglich nichts miteinander zu tun haben zu verbinden.

Auf geht´s, meine Lieben. Viel Freude wünsche ich. Die Übung wird sicher gelingen !