la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Die eisigen Säulen des Pluto

Der Autor, Kim Stanley Robinson, ist ein mit vielen Preisen ausgezeichneter Science-Fiction Autor. Zurecht wie ich finde. „Die eisigen Säulen des Pluto“ (im Original „Icehenge“) ist ein ziemlich ungewöhnlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

Er spielt 500 Jahre in der Zukunft, sämtliche Planeten und Monde des Sonnensystems sind besiedelt. Was diesen Hintergrund betrifft, ist es ein klassischer Science-Fiction-Roman. Der Autor wusste allerdings noch nicht, dass Pluto seinen Status als Planet verlieren würde, aber das ist für die Handlung völlig unbedeutend. Wenn man die ausgefeilte Sprache Robinsons betrachtet, könnte man aber meinen, dass es sich hier um ein ganz anderes Genre als Science-Fiction handeln könnte.

Der Roman hat drei Teile, im ersten schreibt eine Ökologin auf einem Raumschiff Tagebuch über die Tage der Meuterei auf ihrem Schiff, im zweiten Teil wird dieses Tagebuch von einem Historiker entdeckt, der darauf seine Theorie über die Entstehung des Icehenge aufbaut. Es handelt sich dabei um eine gewaltige Konstruktion aus Eis auf Pluto, die an das prähistorische Stonehenge erinnert. Im dritten Teil stellt ein Enkel dieses Historikers die Theorie in Frage und erarbeitet eine eigene Theorie.

Soviel zum Plot. Wesentlich wichtiger als der Plot scheint mir aber der Hintergrund vor dem diese Handlung abläuft. Die menschliche Lebenszeit wurde auf Jahrhunderte ausgedehnt, man kann fast schon von Unsterblichkeit sprechen, aber das Gedächtnis der Menschen kommt mit dieser Situation nicht zurecht. Niemand erinnert sich an sein ganzes Leben.

Oft kam mir vor, dass das eigentliche Thema dieses Textes die Unsterblichkeit und das als sinnhaft empfundene Leben ist.

„Früher einmal waren wir wie gespannte Bogensehnen, wir vibrierten am Bogen der Sterblichkeit – nun ist der Bogen entspannt, und wir liegen schlaff herum, und der Pfeil ist zu Boden gefallen. “ p.87

„Doch die Dinge waren überall gleich, egal wo ich mich aufhielt; hier war meine Arbeit genauso sinnlos, mein Leben genauso leer. Ich erinnerte mich an Kavafis Gedicht „Die Stadt“

Du wirst keine neuen Länder entdecken, keine anderen Meer. Die Stadt wird dir folgen. du wirst durch dieselben Straßen streifen, in denselben Vierteln alt werden. Dein Haar wird weiß in denselben Häusern. Wo immer du hin fährst, hier wird deine Reise enden.“ p.137 *)

Das Ende ist ebenso ungewöhnlich wie der ganze Roman. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und bin zu einer Lösung gekommen. Welche verrate ich natürlich nicht, auch nicht welches das Rätsel war, über das ich nachgedacht habe.

*) Konstantin Kavafis , griechischer Dichter  (1863 – 1933)

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar in Form eines e-books


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ABC-Etüden – Naturalismus

Die vorgegebenen Worte beschreiben fast von selbst meine Bad-Situation. Da kann ich nicht einfach pausieren. Geschichte wird es keine, aber eine realistische Darstellung. Hier geht es zu Christiane

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Raus mit dem Duschvorhang! Es reicht! Glaswände müssen her. Raus mit der Grabesbeleuchtung, ich habe genug von der permanenten Leichenschmaus-Stimmung ! Egal ob Herbst-Melancholie, Frühlingsgefühle oder einfach nur verschwitzt, die Bad-Umgebung soll mir Freude machen. Am 2. Mai gehts los. Oder sollte ich doch beim Duschvorhang bleiben ? Leichenschmaus und Grabesstimmung gehören schließlich zum Leben. Nein, es wird renoviert, innen und außen !


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3 Jahre und nicht ein grindiges Kilobyte !

WordPress gratuliert meinem blog zum dritten Geburtstag. Ja nett, vielen Dank! Drei ist ja auch ein besonders nettes Alter zumindest bei Menschenkindern. Ob das für blogs auch zutrifft, ist schwer zu sagen.

ABER wo bleiben die Geschenke ? Nicht ein einziges mickriges Kilobyte Speicherplatz verschenkt WordPress, von einem Giga ganz zu schweigen ! Geizig ! Und eigentlich auch nicht logisch, schließlich kann man durch Verlinkung mehrerer blogs ohnehin zu sehr viel Speicherplatz kommen. Es ist halt ein bissl mühsam, aber so aufwendig auch  wieder nicht.


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Sunnys Fleisch- vegan oder vegetarisch

Ein Thema, das ich nicht besonders mag, weil es da so viele richtig fanatische Ansätze gibt. Und Fanatismus in welche Richtung auch immer, ist mir einfach unsympathisch; noch unsympathischer allerdings ist mir das Missioniere, von der Religion bis zu den Essensgewohnheiten. Soll das doch jede/r ganz nach Belieben halten. Für Leute, die nicht gerne kochen bietet die Gastronomie auch schon Lokale für alle Ernährungsarten.

Ich selbst esse Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Getreide, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Gewürze und was es in den Küchen der Welt eben so gibt in verschiedenen Zusammenstellungen. Mein Partner F. ist Vegetarier, aber kein fanatischer, er isst gelegentlich auch ein Stück Fleisch, wenn im gerade danach ist etwas zu kosten, was ich esse oder es eben nichts anderes gibt. Tatsächlich ist es wahrscheinlich so, dass ich wegen ihm weniger Fleisch esse als früher, weil oft vegetarisch gekocht wird, aber das ist eigentlich gesund und es stört mich nicht.

Ein Haubenlokal in Bad Ischl. Das Essen war ebenso gut wie teuer, die Ausstattung dagegen hat mir gar nicht gefallen


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Transparente Wasserläufer im Gegenlicht

Wir haben uns doch noch entschlossen einen kleinen Vorosterurlaub auf dem Land zu machen und haben es ganz und gar nicht bereut. Osterverkehr klingt für mich nach ziemlichem Verkehrschaos, aber wir sind antizyklisch gefahren, von Mittwoch bis Samstag und es gab nicht einen gefährlichen Moment. Einen Unfall allerdings  haben wir gesehen, beim Vorbeifahren, zum Glück hat es nicht sehr schlimm ausgesehen; ansonsten war der Verkehr völlig problemlos.

Im Waldviertel, dem nördlichsten Teil Österreichs kann man wunderbar entschleunigen. Sanfte Hügel, Felder in verschiedenen Braun- und Grünschattierungen, dazwischen sonnengelber Raps. Zahllose kleine Teiche und Bäche. Kühl ist es im „mystischen Waldviertel“, kühl und feucht und entspannend. Das Hotel war aber gut geheizt und die waldviertler Mohngerichte waren erstklassig; Karpfen (aus dem Teich hinter dem Hotel) in Mohnpanier, Mohnzelten, Mohnparfait …… köstlich.

Wir sind in einem ungewöhnlichen Hotel am Ende der Welt abgestiegen. Früher eine Mühle, heute ein Hotel direkt am Bach mit einem privaten kleinen Wasserkraftwerk und Zäunen mit Sonnenpaneelen. Für die Esoteriker eine Pyramide im Garten, riesige Gartenflächen mit 170 verschiedenen Obstbäumen, darunter sehr alte Sorten. Im Restaurant gab es neben erstklassiger Küche, uralte Möbel, riesige Lüster und eine sehr eigenwillige Sammlung von Bildern an der Wand: von kitschigen Acryl-Blümchen bis zu Ikonen. Das ganze wirkte ein bisschen wie Robinson Crusoes Insel in dritter Generation, exzentrisch, aber sehr komfortabel.

Wir haben auch vieles gesehen; von Burgen und Schlössern über Wackelsteine bis zur Moorforschungsanlage; schlechte Kunst, nachdenkliche Installationen und Mohn, Mohn, Mohn …

Jedenfalls sind meine Nerven gestählt für die Ergebnisse des baldigen Erdogan-Referendums.