Montag 21.Dezember 2020 –

Auf der oberen Kante meines Bildschirms sitzt seit heute ein Kameraauge und sieht mich undeutbar an. Nachdem ich mich für Ende Dezember zu ein paar Vorträgen angemeldet habe und die Vortragenden dringend gebeten haben, Kameras zu benützen, weil sie es so schrecklich finden mit schwarzen Flächen zu sprechen deren Reaktionen unsichtbar bleiben, habe ich also nun eine Kamera mit deren Hilfe ich in Zoom auftreten kann. Sehr ungern, aber ich verstehe, dass es unangenehm ist, mit jemandem zu kommunizieren den/die man nicht sehen sondern nur hören kann. Wir Menschen sind zur Verständigung doch sehr auf Körpersprache angewiesen. Ich könnte ja für die Vorträge meinen Laptop verwenden, der hat eine Kamera, aber ich mag nicht noch einen weiteren Computer herumstehen haben. Es sind eh schon zu viele.

Der F hat seine Computer vorübergehend verlassen und ist aus dem Homeoffice zum Zahnarzt gefahren und auf dem Rückweg bei einem Elektro-Gadget-Händler vorbeigekommen. Nun habe ich also so eine blöde Kamera von der ich mich beobachtet fühle. Bei Zoom habe ich mir einen Blätterhintergrund ausgesucht. Das macht die Sache eine Spur besser, aber wirklich nur eine Spur.

Währenddessen habe ich den Kunsthandel finanziell gefördert und größere Mengen Ölfarben erworben. Es gibt eine große Vielfalt von verschiedenen Marken und nachdem ich da nicht besonders bewandert bin, habe ich die vom D empfohlene genommen. Dass das die mit Abstand teuerste ist, hat er nicht dazu gesagt. Leider waren in dem Geschäft so viele Leute, dass man vermuten könnte, dass halb Wien sich während des kommenden Lockdowns künstlerisch betätigen möchte. Wie heißt es doch in unserer Bundeshymne „Volk begnadet für das Schöne“. Wenn man sich die schreienden, blinkenden , glitzernden Weihnachtsdekos in den Vorgärten und auf den Balkonen ansieht, lässt sich dieser Mythos allerdings nur schwer aufrecht erhalten.

Zum Abschluss ein Portrait meiner geschmacklich sehr gelungenen Schoko-Orangen-Salami. Die Optik lässt noch zu wünschen übrig, daran werde ich noch arbeiten. Gesünder wäre es zweifellos, wenn ich erst frühestens in einem Jahr darauf zurückkommen würde….

25 Gedanken zu “Montag 21.Dezember 2020 –

  1. Eine bedeutungslose Szene, die ich als Kind beobachtet habe, hat sich dennoch tief in mein Gedächtnis gegraben: Zwei ältliche Damen treffen einander beim Einkaufen, fragen einander nach dem Befinden, hadern ein wenig mit ihrem jeweiligen Los und finden schließlich Trost in dem Satz: „Noch Weihnochten wirds daunn scho leichta!“
    Erst Jahre später habe ich die tiefe Weisheit erfasst, die in diesen Worten steckt. Sie geben mir bis heute Hoffnung in schwerer Zeit!

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        1. … und dazu fällt mir ein Zitat aus dem „Bockerer“ ein (den ich im übrigen für ein ziemlich verlogenes Machwerk halte), in dem „Kren“ und unsere Nachbarn einander nahekommen …

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