Der blaue Nil -ABC-Etüde

 

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Ulli vom Café Weltenall

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Nachdem mir derzeit absolut keine Geschichten einfallen wollen, greife ich auf das bewährte Einfach-drauflos-Schreiben zurück. Und siehe da, das geht auch in genau 300 Wörtern

„Die Quelle des Blauen Nil“ hatte für mich immer einen ganz besonderen Reiz, dessen Ursprung ich nicht nachverfolgen kann. Habe ich als Kind irgendwo gehört oder gelesen, dass diese Quelle für die europäischen Erforscher des afrikanischen Kontinents eine große Herausforderung darstellte, dass sie lange nicht gefunden wurde ? Jedenfalls entwickelte sich die „Quelle des Blauen Nil“ zu einem Ausdruck, den ich immer noch richtig gerne höre und schreibe, der abenteuerliche, mystische Bilder aufsteigen lässt.   

Der blaue Nil ist nicht blau, er führt eine Menge Sedimente mit und ist daher dunkel, was in der Übersetzung aus dem Arabischen in europäische Sprachen zu „blau“ wurde. Es würde sich unbedingt lohnen, in Bibliotheken und auch im Netz nach Übersetzungsfehlern zu stöbern, die im Laufe der Geschichte wichtige Auswirkungen hatten. Beim Blauen Nil ist das nicht der Fall, aber wenn ich zum Beispiel an den Apfelbaum im Garten Eden denke. Ein überaus interessantes Thema.

Ganz griesgrämig werde ich, wenn ich denke, mit welchen Banalitäten des Alltags ich mich beschäftige, statt mich in die lichten Höhen der Forschung zu begeben. Ich weiß, dass auch mein Bild der Forschung in alten Dokumenten ein stark romantisiertes ist. Tatsächlich ist das ein Kampf gegen Staub, Verwesung und unleserliche Handschriften in den Tagebüchern längst selbst zu Staub gewordener Menschen.

Andere Menschen träumen von Prinzen auf weißen Rössern. Nur zu. Bei mir sind es die alten Dokumente und die Quelle des blauen Nil. Wobei das Zusammentreffen von Quellen und Dokumenten für letztere sehr schlecht ausgehen könnte. Die Tinte löst sich auf und fließt in den Nil, der dadurch tatsächlich blau wird.

Solche Bilder sind wohl eine Art Selbstbefriedigung des Hirns in Zeiten des Shut-Downs bzw eine Entschuldigung für meine Antriebslosigkeit. Wer oder was hindert mich daran, zu einem Thema, das mich interessiert zu forschen? Nur ich selbst.

300 Wörter

33 Gedanken zu “Der blaue Nil -ABC-Etüde

      1. Die lenkende Macht der Sprache zeigt sich darin.
        Spannend finde ich übrigens auch die verschlüsselnden „Übersetzungen“ von Sprache in Bilder und Szenen oder umgekehrt, die man in seinen eigenen Träumen bewundern kann, oder manchmal auch beim Schreiben ins Blaue.

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  1. Der Blaue Nil ist der, der aus Äthiopien kommt, oder?
    Ach, ich kann dich so gut verstehen. Da könnte man jetzt so schön all das machen, was man sich seit Jahren vorgenommen hat, wenn mal Zeit ist, und was passiert? Man hängt/steht rum, beklagt den Lauf der Dinge und will unbedingt DAS tun, was man gerade nicht darf. Weil mans JETZT will. 😀
    Ich zum Beispiel will mich gerade auf Weihnachtsmärkte freuen, obwohl ich sie eigentlich grässlich finde. Tja. 😉
    Danke fürs Drauflosschreiben, meine Gedanken hinken mit. 🙂
    Fast-schon-Abend-Gruß
    Christiane, die Preußin 😉

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    1. Ach ja, ich mag Weihnachtsmärkte eigentlich, also natürlich nicht alle sondern die speziellen, aber die gibt´s ja heuer auch nicht. Wir könnten uns ja einmal ein gemeinsam-schreib-Projekt ausdenken. Das wäre vielleicht interessant, vielleicht ganz furchtbar, schwer zu sagen 😉 🙂

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        1. Da gibt es doch dieses Schreibspiel bei dem jede/r einen Satz schreibt und den Zettel dann weitergibt. Entweder einen beliebigen Satz oder man definiert vorher zB eine Ortsangabe, eine Zeitangabe, Handlung usw. Man müsste zuerst eine Liste der Teilnehmer*innen machen, die Reihenfolge auslosen …….. Aber ich habe momentan keine Lust..

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  2. Der blaue Nil führt mich direkt wieder zum blauen Weg und dem roten Faden und dass der auch irgendwo lose rumbambelt, weil mir entweder grad nix méhr dazu einfällt oder mich das Jetzt immer gleich überholt und jetzt ist so jede und jeder weitestegehnd für sich, tippend vor der Mattscheibe. Oder rückwärts geschleudert, was gerade richtig ungesund ist. Dann lieber einfach drauf lostippen, wie du oder ins Bett zum Buch gehen, wie ich jetzt.
    Mag ich, deine Etüde und ganz besonders mag ich, dass du nur Ulli geschrieben hast und nicht, wie die meisten, Ulli Gau 😉
    herzliche Grüße am Samstagabend, Ulli ohne Gau 🙂

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    1. Vielen Dank liebe Gaulose Ulli 😉 🙂 Die Inspiration wird schon bei uns allen zurückkehren. Ich lese inzwischen auch eine Menge und stimme mich auf´s Malen ein, aber da tut sich auch noch nicht viel. Man kann ja nichts erzwingen…

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  3. Alte Dokumente? Ich sag nur: Tintenfraß! Eisengallustinte! Papierfischchen! Böse Eisenheftklammern! Säurehaltiges Papier! Lichtschäden! Ungeduldige Nutzer! Menschen, die genähtes Papier auftrennen! Aaaaargh!!!
    Tschuldigung. Da spach wohl die Archiverwalterin in mir.

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      1. Keine Fachfrau, nur unfreiwillige Verwalterin eines kleinen Archivs… wenn Not an der Frau ist, frage ich die Restauratorinnen, sprich, wenn die Eisengallustinte das Papier zerfressen hat… es ist wirklich zum schaudern, so schöne Handschriften und dann zerfallen sie…

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