la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Freitag 8.2.19

17 Kommentare

Es ist ja wahrhaftig eine banale, allgemein bekannte Tatsache, dass „nahe“ und „weit weg“ je nach Verkehrsmittel und körperlicher Kondition sehr relative Begriffe sind. Aber das Erleben, dass eine Strecke, die zu fuß mit einem kaputten Hüftgelenk trotz Anstrengung kaum zu bewältigen war, plötzlich nicht mehr der Rede wert ist, dieses Erleben ist schon eine große Sache. Wie man ja überhaupt nur wirklich begreifen kann, was man selbst erlebt hat.

U-Bahnfahrten ohne Handynutzung können auch zum Erlebnis werden. Vor allem auf U-Bahnlinien, die nicht unterirdisch geführt sind. Wenn man den Blick abwendet von den heftig wischenden aufs Display starrenden Mitreisenden, tauchen Dinge auf wie orange Baukräne vor dem Hintergrund des blitzblauen Himmels, eine Orgie der Gegenfarben. Oder Teile der alten, sehr gut renovierten Stadtbahnstationen von Otto Wagner vor dem blauen Himmel.

Zwei Buben, der eine vielleicht acht der andere so um die zwölf Jahre herum, sitzen mir schräg gegenüber. Sie haben beide die gleiche Modefrisur und üben eifrig wie man mit gespreizten Fingern den ins Gesicht hängenden Teil der Frisur am coolsten nach hinten oder zur Seite legen kann. Ihre Selbstbilder sehen ihnen dabei zufrieden zu.

Unfassbares aus der Welt der Pflanzen: bei einer Studie mit Nachtkerzen konnte nachgewiesen werden, dass die Pflanzen in irgendeiner Weise hören können. Spielt man ihnen das Summen von Bienen vor, so reichern sie innerhalb von 3 Minuten ihren Nektar mit um 20% mehr Zucker an. Ein unendlich wiederholbares Experiment. Interessant fand ich auch den Kommentar einer der Wissenschafterinnen, die meinte womöglich wären die Geräusche der Menschenwelt sehr störend für die Pflanzenwelt. Das erinnert mich an einen Film, den ich irgendwann gesehen habe, vom Genre Genetikhorror, da hatten die Pflanzen beschlossen die Menschheit loszuwerden und gaben Giftstoffe in die Luft ab sobald ein Mensch vorbeikam. Man muss da immer sehr aufpassen eine ganz exakte Grenze zwischen wissenschaftlich Nachweisbarem und Fabuliertem zu ziehen, denn in der Grauzone zwischen beidem bereichern sich die Scharlatane.

17 Kommentare zu “Freitag 8.2.19

  1. Pingback: Woche 6: Sei immer nett zu jedermann | Alltägliches + Ausgedachtes

  2. Freut mich zu hören, dass die OP den gewünschten Erfolg hatte.

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  3. aber wo kommen wir ohne *Glauben* hin.
    Ich meine nicht den Glauben an eine bestimmte Religion, sondern dieses Glauben können, das Wissen um Dinge, die voller Wunder stecken, auch wenn sie kaum einer sieht, weil Menschenaugen nur die Oberfläche erkennen.
    In Herzen, Gefäße, Gliedmaßen, da können sie nur mit Hilfsmitteln., mit Apparaten, sehen.
    Auf einem toten Planeten leben wir sicherlich nicht, liebe Myriade, sondern auf einem sehr lebendigen, die sich gegen Bevormundung durch den Menschen erfolgreich wehrt

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  4. Auch Deiner Meinung, liebe Myriade! Und toll, dass Du wieder gut beweglich bist, dann hat sich ja die ganze Aktion gelohnt, schade, dass es mit einer neuen Lunge nicht so gut aussieht… ich werde immer langsamer. Das Summen der Bienchen vom Imkergatten bringst leider auch nicht, auch wenn ich ne Märkische Pflanze bin :). Hab ein schönes Wochenende, Petra

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  5. Berenie Krause schrieb ein schönes Buch zu den Klangwelten dieser Erde und wie sie sukzessive dezimiert werden, weil der Menschen Lärm alles verndert.
    Daß Pflanzen über eine eigene Sinne verfügen, wird immer mehr klar. Vor 60 Jahren wurde man noch belächelt – eine Wissenschaftlerkarriere ging deswegen den Bach runter.

    Allerdings wird heutzutage zuviel gemutmasst. Alles muß daher auf Herz und Nieren geprüft werden.

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  6. Die Pflanzen kann ich bestens verstehen. Ich selbst leide auch sehr unter mechanischen Geräuschen, zu dem auch Radiomusik gehört. Vielleicht bin ich darum schwerhörig geworden.
    Wir haben mal in einer Archetypen-Aufstellung (auf der Pnyx) erlebt, wie „Mutter Erde“ sich vor Schmerzen wand wegen des wahnsinnig machenden Lärms, dem sie ständig ausgesetzt ist. Sie hielt sich die Ohren zu und schrie „Aufhören, Aufhören!“ Wir anderen lauschten angestrengt, hörten aber nichts außer den Vögeln und dem Wind und von Ferne die Stadtgeräusche.

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