la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Tanzend im Wind – ABC-Etüden

19 Kommentare

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Die ganze Woche lang, habe ich an den Wörtern geknabbert und konnte im Kopf „skrupulös“ und „schneiden“ nicht voneinander trennen, Zu „skrupulös schneiden“ ist mir aber nichts eingefallen, was ich irgendwie bearbeiten wollte. Aber schließlich haben mich die Gebetsfahnen inspiriert.

Ihre Hände wurden immer steifer, gefühlloser, die Wahrscheinlichkeit von der Kälte bleibende Schäden zurückzubehalten stieg. Sie wussten es, nahmen es aber nicht wichtig. Die grandiose Bergwelt mit ihren Schneefeldern und Geröllhängen, den ziehenden Wolken und der Unbegrenztheit des Blicks hielt sie alle in ihrem Bann. Drei buddhistische Mönche in ihren rot-orangen Roben und den Pelzen darüber, arbeiteten konzentriert. Manchmal wehte der Wind Schneeschleier über den Pass ins Tal hinunter, manchmal gab es unvorhersehbare Steinschläge. Menschen sind in diesem Umfeld physisch ausgeliefert.

Dennoch war ihre Aufmerksamkeit absolut, skrupulös achteten sie darauf die Stoffstücke farblich in der richtigen Reihenfolge aufzuhängen. Mit ihren schon fast gefühllosen Händen entrollten sie die Schnüre mit den Gebetsfahnen, schnitten sie durch und beschwerten die Enden mit Steinpyramiden. Die Disziplin, die sie nach langem Training gut aufrecht erhielten, machte das Unterfangen zur Freude und die Arbeit in der Kälte zum Genuss. In dieser Bergwelt haben die Menschen der Natur nichts anderes entgegen zu setzen als das Training ihres Geistes, ihre Achtsamkeit und Disziplin.

Fast tänzerisch waren die Bewegungen, geschmeidig und effizient. Die roten Roben und die bunten Gebetsfahnen waren die einzigen Farbflecken im Grauweiß des Himmalaya. Die Schnüre tanzten in der dünnen Luft immer neue und immer wildere Figuren. Frischer Schnee fiel, der Wind frischte auf, es war nun höchste Zeit die Arbeit abzuschließen und Zuflucht vor dem Wetter zu suchen.

Die Gebetsfahnen wehen über den Himmalaya, wehen über die Welt und der Wind verbreitet die guten Wünsche mit den Wolken, dem Regen und dem Schnee. Je mehr die bunten Stoffstücke ausbleichen, desto intensiver sind wohl ihre Gebete in der Welt angekommen

264 Wörter

 

 

 

 

 

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19 Kommentare zu “Tanzend im Wind – ABC-Etüden

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 43.44.18 | Wortspende von redskiesoverparadise | Irgendwas ist immer

  2. Das sind starke Bilder, die du da entwirfst, ich habe sie sofort vor meinem inneren Auge. Nicht gewusst habe ich (aber es erscheint mir logisch), dass die Farben eine bestimmte Reihenfolge haben. Welche ist das, und warum ist sie so, kannst du das erklären oder hast du einen Link dazu?
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 3 Personen

  3. Das hat für mich so einen Anklang an den Reichstagverhüller, der hat sich ja schon mit allen Materien befasst – warum nicht auch mal Gebetsketten.

    Gefällt 1 Person

  4. eine schöne starke Erzählung.

    Gefällt 3 Personen

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