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Hin und wieder darf man doch ……

Man soll sich ja über seine Mitmenschen nicht lustig machen, aber wenn jemand monatelang täglich in hysterisch anmutendem Eifer mehrere Verschwörungslinks postet, die anscheinend bald wieder gelöscht werden, weil sie sogar nicht zimperlichen Plattformen wie you tube zu blöd und/oder zu hetzerisch sind, in regelmäßigen Abständen den Weltuntergang prophezeit und auch sonst intensiv über Bedrohungen und Verfolgungen schwadroniert,  dann schreibt “ da könnte man doch glatt paranoid werden“, dann darf ich schon wenigstens schmunzeln, oder ? Eine rhetorische Frage, ich möchte keine Diskussion zum Thema führen

Es häufen sich die Hinweise darauf, dass ich ganz bestimmt nicht auf Twitter aktiv sein möchte. Wie bei allen Kommunikationsmitteln und Medien kommt es darauf an, wie man sie nützt, natürlich. Ich meine hier das „tägliche Geschäft“ wo die Leute darüber berichten, in welchem Gang sie gerade durch den Supermarkt gehen oder Ähnliches. Der alte Spruch, aufs Fernsehen gemünzt, trifft auf die „neuen Medien“ noch viel mehr zu “ Vom Fernsehen (hier durch Internet zu ersetzen) werden die Klugen klüger und die Dummen dümmer“

„Mutationsgebiet“ halte ich ganz unabhängig von virologischen und politischen Fragen für eine sehr misslungene Wortschöpfung. Ähnlich arg wie „freitesten“.

Ich habe heute einen kritisch-spitzen Tag, was sich hoffentlich bald wieder ändern wird …

Genau so etwas …

… hatte ich auch einmal an der Wand. Vielleicht nicht ganz so verzweigt, aber auch aus Klorollen. Und es kam mir unendlich originell vor. Wie man sieht, ist aber zumindest ein anderer – ich vermute es werden wohl mehrere sein  – auf dieselbe Idee gekommen.

Endlich wieder !!

Die Gastronomie ist geschlossen, aber die Geschäfte sind offen und auch die Museen. Zu meiner ganz großen Freude. Schon im Mai hat die Albertina modern eröffnet und seitdem mache ich immer wieder Anläufe um mir das neue Museum anzusehen. Nicht dass das besonders kompliziert wäre: die Albertina modern liegt im Zentrum von Wien mit einer U-Bahn-Station gleich daneben. Heute bei strahlendem Sonnenschein habe ich es endlich geschafft.

Die Albertina Modern ist im Künstlerhaus untergebracht, einem Gebäude, das 1868 fertiggestellt wurde und einen reizvollen Kontrast zu der darin ausgestellten modernen Kunst darstellt.

Ich hatte damit gerechnet ein eher leeres Museum anzutreffen, schließlich gibt es in Wien derzeit keine Touristen und die paar wenigen würden ja wohl nicht ausgerechnet heute Nachmittag die Albertina modern besuchen wollen. Tatsächlich waren keine Menschenmassen unterwegs, aber doch wesentlich mehr Museumsbesucher als ich vermutet hätte. Sehr viele junge Menschen, sogar eine englischsprachige Gruppe mit Führerin war unterwegs. Unter normalen Umständen ist das ja nicht bemerkenswert, heute schon.

Die Essl-Sammlung inklusive Fotografie-Ausstellung habe ich mir vorgenommen, eine Anzahl von Werken, die nicht zu klein und nicht zu groß war. Mit zu wenig kann ich gut umgehen, aber zu große Ausstellungen sind immer frustrierend. Alles wahrzunehmen und aufzunehmen ist unmöglich, was also soll man weglassen? War die Entscheidung richtig ? Vielleicht doch lieber alles oberflächlich ansehen als irgendetwas auslassen usw usf

Vieles hat mir gefallen, anderes nicht. Vieles fand ich inspirierend, anderes ließ mich kalt. Schon vor langer Zeit habe ich für mich entschieden, dass mich Debatten darüber, was Kunst sein darf und was nicht, überhaupt nicht interessieren. Weder beschäftige ich mich mit Kunstkritik noch muss ich gar von Kunst leben. Ich genieße den absoluten Luxus, Werke betrachten zu können, die mich ansprechen, die mich irgendwie berühren, die ich schön, interessant, aufwühlend finde und alle anderen links liegen lassen zu können. Nichts zwingt mich im Bereich der Kunst objektiv, zurückhaltend, fair zu sein. Was mich anspricht, beachte ich, was nicht nicht. Ich kann durchaus die künstlerische und/oder handwerkliche Qualität eines Werks anerkennen ohne dass es mir irgendetwas gibt. Und manchmal dagegen finde ich ein paar Linien überwältigend.

Ein Beispiel von einem Werk, das ich heute sehr beeindruckend fand:

„Die Päpste“ oder „heilende Akrobatik“ von  Virgilius Moldowan, 2008.Der Künstler wurde 1955 in Brasow, Rumänien geboren und lebt seit 1986 in Wien

Überlebensgroße Silikonfiguren von den Päpsten Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger.

Die Darstellung ist hyperrealistisch und zeigt die körperlichen Spuren des Alters

 

Licht und Eis

Mit mir spazieren zu gehen, wenn ich mit Miksang-Blick unterwegs bin, ist eine Geduldsprobe. Hat der F gestern wieder einmal sehr gut bestanden.

Eiszapfen mit allem Drumherum gehören zu den Schönheiten des Frosts

Freitag 12. Februar 2021

Der F arbeitet zu viel. Zu lang und zu konzentriert und seit Monaten im Homeoffice. Ich dachte immer, dass es weniger stressig ist, zuhause zu arbeiten, allein schon weil man sich den Weg zum Arbeitsplatz erspart. Das war aber ein Irrtum. Neben einigen Vorteilen, die zusehends kleiner werden, hat das Arbeiten zuhause den ganz großen Nachteil, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit völlig verschwimmen, zu Ungunsten der Freizeit natürlich.

Heute hatte sich der F einen freien Tag genommen, weil er das Bedürfnis hatte, ein bissl Natur zu sehen. Dummerweise war es der bisher kälteste Tag des Winters und wir konnten nicht sehr lange unterwegs sein, weil die Kälte durch und durch ging. Trotzdem war es erholsam zwischen den Schwarzföhren herumzustapfen und die Sonne zu genießen an diesem eisigen aber strahlenden Tag

Die Habsburger Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) ließ im südlichen Niederösterreich weitläufige Schwarzföhrenwälder anlegen, wodurch einer Verkarstung der Landschaft bis heute entgegengewirkt wird. Man sieht sehr gut, in wie wenig Erde diese Bäume überleben können.

Helden?

In zahllosen österreichischen Gemeinden gibt es Kriegsdenkmäler jeder Art. Von den ganz schrecklichen mit „gefallen fürs Vaterland“ oder „Ehre und Vaterland“ und Ähnlichem bis zu einfachen Namenslisten von Gefallenen beider Weltkriege und anderer Kriegsopfer.

Heute haben der F und ich beim Stromern in Pottenstein in der Nähe von Wien Folgendes gesehen. So oder so ähnlich sollte es wohl sein:

Darüber, dass man seine Ressourcen erkennen, entdecken und aktivieren muss, höre ich gerade im Radio während ich meine Sachen packe um ins Atelier zu gehen. Von einem Psychotherapeuten, der in seiner Praxis ein Trampolin stehen hat um seine Patienten physisch zu aktivieren. Von der Wichtigkeit der Bewegung für die Psyche,  von der möglichen Erstarrung des autonomen Nervensystems und den zahlreichen Stresserkrankungen ist die Rede, aber auch davon dass Menschen aneinander wachsen.

Mittwoch 10. Februar 2021

3700 % soll die Inflation in Venezuela betragen. Das muss man sich in der Praxis vorstellen, Preise ändern sich mehrmals täglich beträchtlich. Bei Anfällen von Selbstmitleid, wie furchtbar doch alles derzeit ist, muss man sich solche Lebenssituationen vor Augen führen. Diese und viele andere. Sehr imponiert hat mir in diesem Zusammenhang, dass Kolumbien sämtlichen Flüchtlingen aus Venezuela Unterstützungen und Zugang zum Arbeitsmarkt, der Gesundheitsversorgung und der Bildung gewährt. Das ist ungeheuer großzügig und ich hoffe, nicht demnächst zu erfahren, dass irgendwelche finsteren Motive dahinter stecken.

Der Gastronomie in Wien geht es schlecht, weil die Lokale geschlossen sind, aber beim Herumstromern sehen ich immer, dass auch die kleinsten Cafés, Imbissstuben, Restaurants über die Gasse verkaufen und bei vielen stehen die Kunden Schlange. Es haben wohl alle genug vom immer nur selbst produzierten Essen und vom ständigen Kochen.Trotzdem werden viele Betriebe eingehen oder zumindest nicht alle Angestellten halten können. Man kann nur hoffen, dass es nicht so schlimm wird, wie es aussieht.

Montag 8.Februar 2021

Idyllisch war es heute im Atelier. Es schneit auf den Nadelbaum vor der Tür, drinnen ist es warm und die Materialien sind reichlich vorhanden.

Wie es wohl gewesen wäre, ein Leben als Malerin zu führen? Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit würde meine finanzielle Situation heute grundlegend anders aussehen. Ein Atelier könnte ich mir wahrscheinlich auch nicht leisten. Dass Malen mich heute glücklich macht, heißt ja auch nicht, dass das immer so gewesen wäre. Es wird schon so passen wie es ist.