la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Montag 22.10.18

Eigentlich ein sehr angenehmer Tag: Wetter, Arbeitspensum, Treffen mit der Goldschmiedin. Montag ist aber auch der Tag, an dem in unserem Lehrerzimmer üblicherweise Politik diskutiert wird. Viele tragen Stückchen bei und das Gesamtbild wird immer gruseliger.

Nach dem Motto: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ – Bertolt Brecht, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, Epilog, 1958 – Das beunruhigendste daran ist das „aufhaltsam“. Tun wir genug dafür? Kann man genug dafür tun? Sehr beunruhigend finde ich auch die strammen Rechten, die früher immer ein Bild der geradezu unüberbietbaren Dummheit geboten haben und nun – wie sich herausstellt – so dumm gar nicht sind, zumindest wenn es darum geht das Land in ihre Richtung umzugestalten und noch ein paar weitere Burschenschafter in Machtpositionen zu hieven.

Der F. und ich haben unabhängig voneinander beschlossen, zum Abendessen Olivenbrot mitzubringen. Davon haben wir nun eine Menge. Ob man das unter Harmonie verbuchen kann? Die Verkäuferin der Bäckerei, wo ich meinen Teil Olivenbrot gekauft habe, schimpft und jammert vor sich hin, über die Verkehrsmittel, immer wenn sie nachhause fahren will, gibt es irgendein Problem mit dem Bus, über die Kunden, niemand will warten bis er oder sie an der Reihe ist, über die Kaffeemaschine, die sie ganz allein bedienen muss, über das Leben im allgemeinen, eine Wienerin wie sie im Buche steht.

 


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Sonntag, 21.10.18

An allen Ecken und Enden der Wohnung brennen Duftlampen um den Geruch der trocknenden Ölbilder in den Griff zu bekommen. Andere Gerüche haben damit auch keine Chance. Ein Fall von zwei Fliegen mit einer Klappe. Weitere Nachwirkungen der Maltage sind das heftig eingefärbte G´wand von gestern, das in der Waschmaschine rotiert. Hin und wieder regnet es ein bisschen. Auch eine Form von Idylle.

Im „profil“, das nun endlich wieder regelmäßig jeden Sonntag vor der Tür liegt, lese ich zu meinem Erstaunen, dass eine groß angelegte Studie ergibt, dass 71% der Österreicher mit ihrem Leben zufrieden ist und immerhin noch weitere 26% mehr oder weniger zufrieden sind. Nur 3% geben an unzufrieden zu sein. Und das in unserem Land der Nörgler und Jammerer! Die Autoren der Studie klingen auch verblüfft.

Gestern hat mir eine Mitmalerin erzählt, dass es die Donnerstagsdemos gegen die Regierung wieder gibt. Wusste ich gar nicht. Jeden Donnerstag abend inklusive Kulturprogramm: Lesungen und Musik. Laut Veranstaltern soll es mehr als 10.000 Teilnehmer gegeben haben, die Polizei hat ihrerseits noch keine Zahlen bekannt gegeben. Wird die Wahrheit wie immer in der Mitte liegen. Bilder habe ich angeschaut davon, Plakate wie „Nazis kaputt kuscheln“ und „es ist wieder Donnerstag“ haben mir gefallen. Vielleicht schließe ich mich in absehbarer Zeit den „Omas gegen rechts“ an. Möglicherweise sind sie mir aber auch zu undifferenziert. Das Lagerdenken ist in diesem Bereich besonders heftig.

Erstaunlich, was noch alles blüht, obwohl es in der Nacht schon richtig kalt ist. Ich habe Aussichtspunkte gemacht: alles was noch blüht und beweglich ist, steht jetzt so, dass es von den Fenstern und Türen aus sichtbar ist. Vielleicht lege ich mir heuer eine oder zwei Lichterketten für die Bäume auf der Terrasse zu, weiße mit Batterien. Schließlich fällt Weihnachten in die sechs Wochen, in denen ich mich nur sehr vorsichtig werde bewegen können. Da wäre ja viel Licht von allen Seiten keine schlechte Idee.

Jetzt werde ich mich mit dem Schwarzkohl beschäftigen, den mir die neue Gemüsekiste beschert hat. Ein unhandliches Gemüse für den Kühlschrank. Ergometer und Turnen und Vorbereitung der Unterrichtswoche stehen heute auch noch an. Bewegte Idylle. Der F. kommt irgendwann am Abend. Wenn ich malen gehe, bespielt er seine Wohnung in Transdanubien. Die hat etwas Bewohnung wohl auch dringend nötig.


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Viiiiel Geschirr

Der Partner ist so ein Schatz und hat die Berge von Geschirr bearbeitet, die wir gestern verbraucht haben. Wir hatten eh nur 3 Gäste, aber ein ganzes Bergmassiv von schmutzigem Geschirr. Reste essen, ist heute natürlich angesagt, in irgendeiner Zusammensetzung. Ansonsten ist es ein ruhiger Sonntag mit ganz gutem Wetter und Faulheit, zumindest von meiner Seite, der F sitzt schon wieder vor dem Laptop und arbeitet. Wenigstens ist ein Ende seines Projekts in der Ferne sichtbar.

Aus irgendwelchen Gründen habe ich heute keine Lust auf ABC-Etüden, ich habe noch nicht einmal Lust auf Fotoprojekte, wohl aber darauf eigene Texte zu schreiben und Fotos ohne vorgegebene Themen herzuzeigen. So ein blog verändert und entwickelt sich ja auch ebenso wie sein/e Betreiber/in und es tauchen neue Vorstellungen und Interessen auf.