Schlagwort: Politik –

Das Gegenteil von Frühjahrsmüdigkeit

… habe ich in diesem Jahr. Aus welchen Gründen auch immer bin ich ganz energiegeladen. Gestern habe ich in der Früh gearbeitet, dann war ich am anderen Ende der Stadt bei einem Arzt, dann wieder an einem anderen Ende zwei Stunden malen und zur Krönung habe ich abends noch ein paar Stunden unterrichtet. Und dann war ich noch nicht einmal müde. Könnte ruhig so weitergehen.

Es ist derzeit aber auch wirklich schön. Das Wetter ist nicht zu warm nicht zu kühl, absolut alles blüht, die Leute sind gut gelaunt. Die Ostertouristen sind abgereist, die Sommertouristen noch nicht da, die Stadt ist belebt aber nicht gestresst.

Regierungsmäßig ist allerdings wieder einmal ein Tief erreicht. Der Landeshauptmann von Niederösterreich hat dem seiner Partei angehörigen Vizekanzler einen neuen Innenminister auf´s Aug gedrückt. Diesem Menschen eilt ein ziemlich übler Ruf voraus. Positives hat man von ihm noch nicht gehört, es geht aber das gut untermauerte Gerücht, dass er in der Landesregierung ein paar Millionen verzockt hat. Dazu kommentierte der Vizekanzler, dass er ja schließlich nicht Finanzminister würde. Allein dafür müsste man beide schon absetzen !

Daggi 8 – Odysseus aus Bagdad

Eric-Emmanuel Schmitt  „Odysseus aus Bagdad“   Fischer Taschenbuch: 2015

französische Originalausgabe „Ulysse from Bagdad“  Edition Albin Michel: 2008

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Ein Autor, den ich sehr gerne lese. Ich schätze seine eindringliche aber unaufgeregte Sprache, seine Plots, die am Puls der Zeit liegen aber gute Chancen haben in den Olymp der ewig-aktuellen Themen aufgenommen zu werden und die Weisheit, die Menschlichkeit und den Humor seiner Bücher.

Mein erstes war „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans“.Es wurde auch verfilmt mit Omar Sharif, der einen authentischen monsieur Ibrahim gab.

Hier geht es jetzt aber um „Odysseus aus Bagdad“. Der erste Absatz des Textes:

Ich heiße Saad Saad. Mein Name bedeutet auf Arabisch Hoffnung Hoffnung und auf Englisch Traurig Traurig. Innerhalb von Wochen, manchmal auch von einer Stunde zur nächsten oder auch im Wimpernschlag einer Sekunde, verschiebt sich meine Wahrheit vom Arabischen zum Englischen. Je nachdem, ob ich froh gestimmt bin oder mich elend fühle, werde ich Saad, die Hoffnung oder Saad, der Traurige.

Saad Saad ist ein junger Iraker, der zunächst von seiner Kindheit in Bagdad unter Saddam Hussein erzählt und vom zweiten und dritten Golfkrieg aus der Perspektive eines Jugendlichen. Nach mehreren tragischen Ereignissen entschließt er sich sein Land zu verlassen und nach England zu gehen.Eric-Emmanuel Schmitt erzählt tragisch-grotesk, ernst-heiter, real-surreal .

Saad Saad, schleust sich aus Geldmangel in eine Gruppe Islamisten ein und gelangt mit einem Opiumtransport nach Kairo. Nachdem er dort als politischer Flüchtling nicht anerkannt wird, schließlich gibt es Sadam Hussein nicht mehr, muss er Geld verdienen und landet gemeinsam mit einem afrikanischen Reisegefährten als eine Art Mädchen für alles bei einer schwedischen Musik-Band. Über einige Umwege gelangt er dann auf einem Seelenverkäuferboot statt nach Lampedusa in ein Gefängnis in Malta, von dort aus nach Sizilien, wo er eine Liebesbeziehung mit einer Sizilianerin eingeht, bald aber weiterzieht nach Neapel und schließlich nach Frankreich

Auf seiner Reise, die viele Parallelen zur Odysee aufweist, hat Saad Saad einen geisterhaften, klugen, wohlinformierten, literatur-begeisterten,  humorvollen und sehr hilfreichen Begleiter: seinen toten Vater, der in Bagdad irrtümlicherweise von Amerikanern erschossen wurde. Die Figur des toten Vaters ist ein surreales, komisches Element der Handlung, aber auch eine Quelle der Weisheit und des geerdeten Hausverstands.

Ein sehr kluges und auch spannendes Buch, das viele Einblicke vermittelt.

Die Brücke von Andau

Wir haben einen kleinen Vorosterurlaub im Burgenland gemacht, wo wir in einem Schloß gewohnt haben und auch sonst geschichtsträchtige Orte besucht haben wie die Brücke von Andau.

Die Brücke von Andau ist nur ein Holzsteg über den Einser Kanal, der Grenze zu Ungarn. Dieser Übergang über den Eisernen Vorhang existierte, weil die Bauern der Gegend – wiederum aus historischen Gründen- ihre Felder zu beiden Seiten der Grenze hatten und eine Möglichkeit brauchten um über den Kanal zu kommen.

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Am 23.10.1956 brach in Ungarn ein Aufstand gegen die Sowjetbesatzung aus, der am 5.11. brutal niedergeschlagen wurde. Insgesamt flüchteten in diesen Tagen ungefähr 200.000 Ungarn nach Österreich. 70 bis 80.000 davon kamen zu Fuß über diese kleine Brücke. Die politische Situation damals war extrem angespannt, in Österreich rechnete man mit einer sovjetischen Invasion. Aber am 21.11 sprengten die Sovjets „nur“ die Brücke.

Das Burgenland war 1956 eine arme Region und ist es heute noch. Das Betreuen so vieler Menschen war eine große Leistung auf die man in der Region noch heute stolz ist.

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Von der Brücke weg führt ein „Fluchtstraße“ genannter 9.2 Km langer Weg. Es ist ein schmaler Weg. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und stehenbleiben möchte, muss man sich halb in den Straßengraben stellen um eventuell entgegenkommende Fahrzeuge vorbei zu lassen. Es gibt viele Anlässe um stehen zu bleiben, denn entlang dieser Straße stehen eine große Anzahl von Kunstwerken, die dort zur Erinnerung aufgestellt wurden. Sie sind aus Stein, Holz, Metall und teilweise bereits ziemlich verwittert. Viele davon sind aber gerade durch diese Verwitterung besonders eindrucksvoll.

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Daggi 3 – Frauen für den Dschihad. Das Manifest der IS-Kämpferinnen

IMG_7139Übersetzt und kommentiert von Hamideh Mohagheghi

Herder Verlag

ISBN: 978 – 3 – 451 -34832 – 7

Klappentext von Hamideh Mohagheghi:

Das Manifest der Al-Khanssaa-Brigadeist ein Rekrutierungs- und vor allem Propagandapamphlet. Zu diesem Zweck setzt es auf verschiedene Techniken, um die angebliche koranische Legitimation des „Islamischen Staates“ und die göttliche Natur der Regeln, die gepredigt werden, zu behaupten. Mündige und freie Menschen haben in dieser Ideologie keinen Platz, denn zu denken, zu reflektieren  und eine eigene Orientierung zu finden, all dies gilt als „Unglaube“ und „Sünde“.

 

 

Ein grusliges Buch aus dem ich hier einige Passagen zitiere.

Zum Thema Wissenschaft:

„(…) denn man redete uns ein, dass der Muslim unbedingt den europäischen und anderen Ungläubigen beweisen soll, dass er zu seiner vergangenen Blütezeit eine materialistische Zivilisation aufbaute, deren Helden Atheisten und Ketzer sind, so wie Avicenna, oder Ibnan-Nafis und Ibn-al- Haitam und andere. Die Zivilisation dieser Menschen wurde auf den Trümmern vorangegangener  aufgebaut. Wir erklären an dieser Stelle, dass wir uns von diesen Ketzern stark distanzieren. Jene wie auch die anderen aus Europa stammenden rückschrittlichen Genies sind miteinander verbündet. Der Muslim hat es nicht nötig, etliche seiner Jahre damit zu verbringen, weltliche Wissenschaften zu erlernen, die zu keiner Belohnung führen – es sei denn das Böse der Ungläubigen wird dadurch abgewandt.“

Avicenna oder Abu Ali Ibn Sinna (980-1037) persischer Arzt und Philosoph, dessen bahnbrechendes medizinisches Werk in Europa erst im 16 (!)Jahrhundert an Bedeutung verlor.

Ibn-an-Nafis (1213-1288) ägyptischer Arzt, der für die Medizin bedeutende Entdeckungen machte.

Ibn-al-Haitam (Alhazen) geboren 965 in Basra, bedeutender Mathematiker

„Al – Auzu´i sagte : Die Wissenschaft ist, was uns die Prophetengefährten berichteten, alles , was darüber hinaus ist, stellt keine Wissenschaft dar.“

Zum Thema Mädchenerziehung:

„Von dreizehn bis fünfzehn Jahren: noch mehr Vertiefung in den Scharia-Wissenschaften und der Handarbeitskunst und die besonderen Kenntnisse in der Kindererziehung.“

„Das Alter von neun ist das angemessene rechtliche Alter, in dem das Mädchen zu einer Frau wird und heiraten kann“

Im Kapitel“Die Frau im islamischen Staat, ein Bericht“ erfahren wir:

„Die Pressestelle der Brigade Al-hansa hat ihre eigene Reise durch diese Länder unternommen, um den wahrhaft glücklichen Zustand zu überprüfen, zu dem die Frau gelangte und der sie zu ihrem vormaligen Ansehen zurückkehren ließ und zum Tragen der schwarzen Kleidung, was die Heuchler und ihre Verbündeten ärgert. Und was diesen Zustand an Fortschritt und Wohlergehen zum Gipfel des Ruhmes so auszeichnet, ist die Tatsache, dass der muslimische Staat sich verbreitet und in seinen Tagen zum Gipfel des Erfolgs gelangt, da wir mit jeder Stunde fortschreiten und stärker sehen werden, was ihm Allah an Unterstützung starker ehrlicher Männerarme gab, die ihn mit ihren Leben bauten …….. usw usf“

Einige weitere Perlen aus diesem Text:

„Wir sind uns sehr sicher, dass keine gerechten Gerichte existierten, bevor der Kalifatstaat die Macht übernahm“

„Zu den Feinden des islamischen Staates und zu den Feinden der Enthaltsamkeit und Reinheit der zu uns gehörenden Säkularen und Liberalen:Unsere Töchter sind zu ihren Djellabas zurückgekehrt, unsere Frauen sind in ihrem Heim geblieben. Und sie schickten die Spucke eurer Kultur und Zivilisation ins Meer.Möge euch Allah bekämpfen, denn ihr gehört nicht zu uns und wir nicht zu euch.“

Eine sehr unangenehme  schon fast verstörende Lektüre. Auch die Übersetzerin Hamideh Mohagbegbi, eine aus dem Iran stammende islamische Theologin an der Universität Paderborn hatte offenbar wenig Freude an diesem Werk. Sie schreibt in der Einleitung:

„(…) auch meine Begeisterung mich mit der Ideologie einer radikalen muslimischen Gruppe auseinanderzusetzen, hielt sich in engen Grenzen. Die IS-Ideologie ist von exegetischen Fehlern, Widersprüchlichkeiten, hochmütigen Behauptungen und Aufforderungen zu grausamen kriminellen Handlungen geprägt, die bei mir für Fassungslosigkeit und Wut sorgten.“

Interessant war es dennoch. Einige Schwierigkeiten hatte ich damit den Text einer passenden Aufgabe in Daggis Projekt zuzuordnen, schließlich habe ich mich für Nr. 34 (ein Buch, das 2015 erschienen ist) entschieden.

Mir wird gerade klar, wie klug Daggis verschiedene Aufgaben formuliert sind. Erscheinungsdatum, Seitenanzahl, Covermotiv fand ich auf den ersten Blick etwas seltsam, aber ganz zu Unrecht, denn hier kann man die unkonventionelleren Bücher unterbringen

Ich fühl mich schon direkt realitätsverweigernd

wenn ich mich mit Fotografie und Lebensweisheiten beschäftige während vor meinen und anderer Frauen Augen hart erkämpfte Frauen- und Menschenrechte ins Wanken kommen. Wenn angeblich die größten Geheimdienste der Welt Attentatspläne auf halb Europa vereiteln. Ich weiß gar nicht wovor ich mich mehr fürchten soll, davor dass es diese Pläne tatsächlich gibt oder davor, dass die Geheimdienste dies aus ebenfalls finsteren Gründen behaupten.

Äußerst beunruhigend finde ich auch, wenn die Polizeichefs in deutschen Städten Tatsachen verschleiern wollen, die aber von den an hotspots anwesenden Polizisten beschrieben werden. Warum? Wem dient das? Wohin soll das führen?

Ich werde schon ganz paranoid ! Womöglich war im Schönbrunner Schloßpark, wo ich gestern dieses Foto gemacht habe, auch irgendein Anschlag geplant ?

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Zeitdruck würgt Flow

Gerade mal 40 Minuten hatte ich Zeit. Gut für eine Restmittagspause nach dem Essen ist das viel. Ich wollte also zum Ausgleich für stundenlanges Sitzen und Arbeiten ein bissl fotografieren gehen. Der Ort hier ist sehr schön und mitten in Weinbergen. Aber leider, fotografieren ohne Flow, ohne kreatives Gefühl ist vollkommen unattraktiv und geht eigentlich gar nicht.

Es ist mir noch nicht oft passiert, dass mich beides im Stich gelassen hat ! Es war wohl der ständige Blick auf die Uhr und die Rechnerei wie weit ich jetzt noch gehen kann damit ich einigermaßen pünktlich zurückkomme. Eh nur einigermaßen, nicht auf die Minute.

Wenn ich so richtig schön im glücklichen Fluß bin, dann springen mich die Motive an, dann sehe ich die großartigsten Strukturen überall, dann bin ich eins mit der Welt. Und normalerweise muss ich nichts dafür tun um in diesen Zustand des Verschmelzens mit der Welt zu kommen. Das konnte ich schon als Kind gut und habe es nicht verlernt.

Aber heute, bleiern ….. nix ist mich angesprungen, mit nix konnte ich mich so richtig identifizieren. Ein äußerst frustrierender Zustand. Die Fotos sind natürlich auch nichts geworden. Ich weiß ja nicht, ob andere den Unterschied sehen, aber ich habe ihn deutlich bemerkt.

Na hoffentlich fließt morgen wenigstens die Kreativität wieder, sonst wird die Arbeit  eine zähflüssige Angelegenheit !

Machtübernahme

Praça do Comércio oder Terreiro do Paço oder Sturz der Regierung – Lissabon

Einer der schönsten Plätze, die ich kenne. Die Harmonie der Architektur, die Weite, die entsteht, weil der Platz direkt in den Fluß übergeht, das großartige Licht, der Torbogen in die Stadt hinauf.

Vor dem großen Erdbeben von 1755 stand hier der Königspalast daher hieß der Platz Terreiro do Paço (Palastgründe, Palastgelände) Nach dem Wiederaufbau der Stadt nannte man ihn Praça do Comércio (Platz des Handels) In den letzten Jahren war hier eine riesige Baustelle, weil der Platz umgestaltet werden sollte. Nach jahrelanger Umgestaltung ist der wesentliche Unterschied zu früher aber wohl die Verbannung der Autos. Durch die rücksichtslose Verparkung war viel von dem Flair verlorengegangen. Jetzt atmet der Platz wieder ….

Hier am Rande des Platzes, gleich am Wasser, neben einigen Überresten der Mega-Baustelle und zwischen einer Mischbevölkerung von Touristen und Obdachlosen läßt sich auch das Rätsel lösen, wer denn nun nach dem kürzlichen schwierigen Wahlergebnis die Macht übernehmen wird. Aus der Luft kommend  rotten sich die künftigen Machthaber des Landes schon zusammen.

IMG_5575Ob sie über die Weiterführung der Austeritätspolitik beraten oder Anti-Merkel-Kundgebungen planen, kann man noch nicht sagenIMG_5576Jedenfalls wird der Triumphtanz der Eroberer bereits geprobt.Man beachte die elegante Fußarbeit IMG_5577

Memories pour Sylvain

A la mémoire des victimes du fachisme

Un monument érigé à l´emplacement du bâtiment de la GESTAPO à Vienne. Il y a bien des monuments plus impressionants, des textes historiquement plus objectifs, mais enfin on ne peut jamais trop faire pour rappeler les conséquences catastrophiques d´un régime fachiste.

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Jim Knopf, Darwin und Michael Ende. Lektüre 4

Heute habe ich auf unserem wohnhauseigenen Büchertauschplatz ein ungewöhnliches Buch entdeckt.

IMG_5087Fischer Verlag – Abteilung Wissenschaft – Jim Knopf ? ? dachte ich mir und grapschte mir das Buch.Und es ist wirklich interessant.

Die Autorin, Julia Voss, hat mit diesem Buch 2009 den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa gewonnen. In der Begründung der Jury für ihre Entscheidung heißt es:

In ihrer neuesten Studie entziffert Julia Voss (…) Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ als eine Auseinandersetzung mit der Pervertierung der Evolutionstheorie im Nationalsozialismus.

Michael Ende hatte offenbar eine  große Aversion gegen Charles Darwin. Nach Endes Meinung war die Evolutionstheorie mit dem ihr zugrunde liegenden Prinzip der Auslese der entscheidende Faktor für ein Weltbild in dem das Recht beim Stärkeren liegt und den im Kampf Unterlegenen nichts vor Vernichtung schützt. Er meinte, dass die Evolutionstheorie eigentlich nur die wissenschaftliche Rechtfertigung für eine unmenschliche Gesellschaftsordnung sei.

Ein Kapitel dieses Buches heißt „Nepomuk gegen die Nibelungen“. Nepomuk ist, wie Eingeweihte wissen, ein Halbdrache, der nicht in die Stadt der reinrassigen Drachen hineindarf, weil zwar sein Vater ein Drache, seine Mutter aber ein Nilpferd war, der aber Jim Knopf und Lukas dabei hilft in diese Stadt der Drachen hineinzukommen. Dort hält der Drache namens „Frau Mahlzahn“ die entführten Kinder gefangen, die gezwungenermaßen an ihrem „Unterricht“ teilnehmen.

Es gibt auch ein Kapitel „Schulpflicht im Nationalsozialismus“bei dessen Lektüre sich einem die Haare aufstellen. In diesem Kapitel gibt es Zitate aus „Mein Kampf“, über die man laut lachen könnte, wenn sich nicht die Geschichte den üblen Scherz erlaubt hätte den Autor dieser Absurditäten an die Macht zu bringen.

Ich seh´ schon dieses Buch muss ich mit protektionistischen Maßnahmen auf meiner Leseliste vorreihen

Eine der allerblödesten Verschwörungstheorien …..

…. die ich in letzter Zeit gelesen habe. Und es gibt deren ja sehr viele, sehr blöde und mindestens nochmal soviele ziemlich blöde und dann noch eine größere Anzahl von solchen, die so absurd und unwahrscheinlich sind, dass man sie getrost auch bei den blöden ablegen kann.

Also, die die ich kürzlich gelesen habe, besagt, dass der IS und Israel verbündet sind. Das muss jemandem einmal einfallen …..

ARCHE-NOAH@AT

Sonntag in der Arche Noah

Die Arche Noah beruht auf einem Projekt, das sich mit der Erhaltung alter Obst- und Gemüsesorten bechäftigt. Man kann dort Samen, Pflanzen und fertiges Obst und Gemüse kaufen. Der Schaugarten befindet sich in Schiltern, im nördlichen Niederösterreich. Die Anfahrt war etwas abenteuerlich, weil uns das Navi über einen Weg mitten durch die Weinberge geschickt hat. Der Weg war wunderschön, aber für jede Art von Gegenverkehr völlig ungeeignet und daher etwas stressig zu befahren ….

IMG_4962  Aber wir sind angekommen und haben einen sehr eindrucksvollen Schaugarten mit höchst ungewöhnlichen Pflanzen angetroffen. Die Führung hat mich auch sehr beeindruckt: wie viel Arbeit, Begeisterung, Wissen und Effizienz in diesen Pflanzungen steckt ! Es gibt eine umfangreiche, minutiös dokumentierte Samenbank und ein internationales Verzeichnis darüber, was, wo angebaut wird.  Das ist kein Wischi-Waschi-Weltverbesserungsprojekt, sondern solide Arbeit mit guten und gut dokumentierten Ergebnissen. IMG_4963Auf dem Areal gibt es auch einen Koch- und Buffetpavillon. Zum Beispiel der Aufstrich aus Kartoffeln mit lila Fruchtfleisch hat mir sehr geschmeckt. Die Rohstoffe konnte man auch kaufen. Na ja, preisgünstig waren die lila Erdäpfel nicht gerade …. IMG_4987Kunst aus anfallenden Rohstoffen, in diesem Fall aus alten Fassdauben 🙂IMG_4996F. wäre lieber zuhause geblieben um an den voraussichtlich grauslichen Ergebnissen der Regionalwahlen in Oberösterreich zu leiden, hat sich aber dann doch aufgerafft. Und gut war´s weil er sich dann sehr gefreut hat einige Apfelsorten aus seiner Kindheit wiederzufinden, die auf und unter Bäumen zu finden waren. Apfelsorten gibt es bei der Arche Noah unglaublich viele. Ich Stadtpflanze kenne die alle überhaupt nicht, aber F. ist auf dem Land aufgewachsen und hatte einige der heute auf durchschnittlichen Märkten gar nicht mehr zu findenden Sorten im Garten stehen. IMG_5001Früh genug haben wir die Wahlergebnisse beim Nachhausekommen erfahren und sie waren wahrhaftig grauslich genug. Wien wählt dann am 11. Oktober ….. mir graut eh schon. Aber der Arche-Noah-Ausflug war ein angenehmer Puffer vor dem Schock der Niederungen der heimischen Politik.