la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Ich entdecke so viele Ähnlichkeiten in den Vorlieben, die Mercier beschreibt

Nicht nur, was die Freude am Regen und am Aufenthalt auf dem Wasser betrifft, auch die Beschäftigung mit Sprache, der Vergleich von Sprachen. Der Traum des Protagonisten ist es, alle Sprachen der Länder zu lernen, die an das Mittelmeer grenzen. So weit würde ich nicht gehen, aber das Betrachten verschiedener Ausdrücke in verschiedenen Sprachen, finde ich auch sehr spannend.

„Es war auf der Fähre von Portsmouth nach Le Havre. Sie hatten diese Strecke gewählt, um möglichst lange auf dem Wasser zu sein. Beide liebten sie die Abenddämmerung und verfolgten sie an Deck. La nuit tombe, night is falling. Mit Einbruch der Dunkelheit – warum klang das gewaltsamer als das Fallen? Warum brach die Morgendämmerung an und die Abenddämmerung herein?“

Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“ S144


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Es ist so ein großartiges Buch

… dass ich es sehr langsam lese. Einerseits weil ich dadurch länger daran lesen kann und andererseits, weil es so viele Passagen zum Nachdenken anbietet, die man nicht einfach nur so herunterspulen kann.

Ist vielleicht Echtheit das falsche Stichwort? Geht es vielleicht eher um die Erwartungen, die andere an mich hatten, und denen ich zuviel Macht eingeräumt habe? So dass ich mehr das Leben geführt habe, das die anderen von mir erwarteten, statt meines eigenen? Aber bin ich nicht an jenem Morgen in Oxford zum Bahnhof gegangen statt in die Schule? Ich bin vor den Erwartungen der anderen davongelaufen. Habe ich sie mitgenommen ohne es zu merken? die Erwartungen der anderen – sie können eine Tyrannei sein und ihre Tücke besteht darin, dass sie sich der Wahrnehmung entzieht und ihr Unwesen im Schattenreich des Unbewussten treibt, so dass man sich nicht zur Wehr setzen kann. Warum, frage ich mich, hat es eines Tumors bedurft – dieser rohen, brutalen Demonstration der Endlichkeit – , damit ich dieser Tyrannei gewahr wurde? 

Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“S102

Ich bleibe immer wieder an Details hängen und lese sie mehrmals. Und vor einem Satz wie „seine Bewegungen sahen nach Abschied aus“ verbeuge ich mich beeindruckt. S123


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Bruder im Regen

Es hat mich sehr gefreut zu lesen, dass Pascal Mercier, ein Autor, den ich sehr schätze, ein ähnliches Verhältnis zum Regen hat wie ich.

Er hatte das Fenster offen gelassen und atmete den herben Geruch des Nebels ein. Jetzt hörte er den feinen, leisen Regen. Er hatte es stets geliebt, das Gesicht in den Regen zu halten. Es konnte geschehen, dass er im strömenden Regen den Schirm zuklappte, die Augen schloss und es genoss, das Wasser auf sich zu spüren. Oder dass er beim Beginn eines Gewitterregens im Café plötzlich aufstand und hinausging, um die prasselnden Tropfen zu fühlen. Doch die sinnliche Freude, die pure Lust am Aufprall der kühlen Tropfen, war nur das eine …   

Pascal Mercier  „Das Gewicht der Worte“ p.35


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Lektüre in naher Zukunft

Das wird mein dritter Roman von Pascal Mercier. Einerseits haben mich die beiden anderen – „Nachtzug nach Lissabon“ und „Perlmanns Schweigen“ – sehr beeindruckt und andererseits fand ich den Klappentext zu diesem Buch unwiderstehlich. Ich freu mich schon …

Klappentext:

„Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen“

Ein ärztlicher Irrtum wirft Simon Leyland aus der Bahn – und eröffnet ihm am Ende die Möglichkeit, sein Leben noch einmal völlig neu einzurichten. Pascal Merciers großer philosophischer Roman handelt von der Freiheit, unser Leben zu gestalten und von der Freiheit, die uns dabei die Literatur verspricht.“