Schlagwort: Holland19 –

Dünen für Amsterdam

Ich war mit der Verarbeitung meiner indonesischen Eindrücke beschäftigt und der F hat eine Radtour durch die Dünen gemacht. Die Fotos sind daher von ihm, die Eindrücke auch. Ich hätte ja überhaupt nicht vermutet, dass auf Dünen irgendetwas wächst, geschweige denn, dass das Grundwasser unter den Dünen die Wasserversorgung von Amsterdam und Umgebung sicherstellt. Allein schon, dass Sand große Mengen von Grundwasser halten kann, hat mich verblüfft. Aber der F hat auch Wasserbau studiert und eine post-graduate Zeit in Holland verbracht und weiß daher wovon er spricht.   Das würde meiner Vorstellung von Dünen entsprechen, vielleicht mit noch ein bisschen weniger Vegetation. Tatsächlich sieht es dort aber auch wie in den nächsten Fotos aus.

Das ist kein schottisches Hochlandrind sondern ein Wisent, das als biologische Landschaftsbetreuung tätig ist. Anscheinend ganz zahm, denn der F ist ja gut zurückgekommen.

 

Und es wurde eine komplette Entleerung

Willst du da wirklich hinein? fragte der F. Schaut aus wie eine Kaschemme, sagte der F. Aber ich musste ja unbedingt in dieses Lokal mit den hübschen Lampen. Einig waren wir uns darüber, dass wir gerne indonesisch essen gehen wollten. Sollte es interessantes holländisches Essen geben, so haben wir leider kein Lokal gefunden, wo solches angeboten worden wäre. Nach längerem Suchen in Haarlem fanden wir zwei indonesische Lokale, ein sehr teures und die Kaschemme. Leider war ich diejenige, die sich für das billigere von beiden entschied, dabei bin ich sonst wesentlich weniger sparsam als der F.

Wir bestellten eine Reistafel. Der F die vegetarische Variante, ich die Variante mit drei Fleischsorten. Preisfrage: wer von uns beiden hatte die Freude einer Lebensmittelvergiftung? Es war furchtbar, aber zum Glück kurz und gründlich und keine Salmonellen. Leider hatten wir die Rechnung nicht aufgehoben, sonst hätte ich in der frischen Empörung vielleicht eine Anzeige gemacht. Mein Entschluss nie wieder, aber auch ganz bestimmt kein einziges Mal mehr Fleisch zu essen, hielt sich leider nicht lange. Ich habe ihn dann auf „nie wieder indonesisch“ umgewandelt, was sehr ungerecht ist und auch nicht halten wird, weil ich sehr gerne Nasi Goreng esse.

Zurück in Wien berichtete man über einen ausgewachsenen Skandal mit ukrainischen Hühnern aus übelsten Hormon und Antibiotika-Legebatterien, die die ganze Gegend dort verseuchen und durch einen ebenso üblen wie einfachen Trick in die EU importiert werden.

Ja, aber wie gesagt, die Lampen waren sehr hübsch ….

Alte Stadt – junge Bevölkerung – alte und junge Pflanzen

Ganz in der Nähe unseres Hotels lag der Bahnhof und von dort aus konnte man sehr bequem die Orte erreichen, die wir gerne sehen wollten, so auch Leiden, eine wunderschöne, beschauliche Stadt der Studenten und Grachten am alten Rhein.

Nach der Befreiung der Stadt von der spanischen Belagerung bot Wilhelm von Oranien den Leidener Bürgern die Wahl zwischen Steuerbefreiung und Gründung einer Universität an und so wurde nach der Entscheidung der Leidener 1575 die Universität Leiden gegründet, die heute noch  Praesidium Libertatis, Bollwerk der Freiheit heißt.

Der botanische Garten, den wir besichtigt haben, der Hortus Botanicus wurde dann bereits 1590 als Studienbereich für die Medizinstudenten. von Carolus Clusius gegründet, dem ersten Professor der Botanik an der Universität Leiden, der auch die Tulpen nach Holland gebracht hat.

Eine klare, systematische  Strukturierung hat dieser botanische Garten, die aber den Gesamteindruck der üppigen Vegetation nicht beeinträchtigt. Der Tulpe ist auch hier ein Bereich gewidmet mit einem ganz anderen Zugang als der Keukenhof.

Bienen leben hier auch, in nachgebauten alten BienenkörbenDer botanische Garten liegt direkt an einer Gracht. Bei dem strahlenden Wetter, das wir hatten, belebten viele Student*innen  die Rasenflächen und Bänke des Gartens.

Montag 15.4.19 bis Samstag 20.4.19 – Chirurgisch gesicherte Tulpen

Blumen über Blumen, Städte mit Grachten und der typischen holländischen Backsteinarchitektur, Sanddünen am Atlantik, Frühlingsvollmond und für meine Begriffe etwas zuviel Sonne. Ausgerüstet war ich mit Schal, Daunenjacke, Wollmütze und Handschuhen, tatsächlich unterwegs waren wir kurzärmelig in den Städten und barfuß am Strand. Tagsüber hat es sich angefühlt wie Sommer, nach Sonnenuntergang wesentlich kühler, aber trotzdem noch um einiges wärmer als ich erwartet hätte.

Es war der letzte Belastungstest für das neue Hüftgelenk, den es triumphal bestanden hat. 15.000 Schritte täglich und mehr, hinauf, hinunter, über Straßen, Wiesen, Dünen, Sand. Wegen mangelnder Kondition hat mir durchaus immer wieder dies und das weh getan, aber nie die Hüfte. Beim gehen, sitzen, liegen fühle ich mich nicht mehr behindert, sogar die Außenrotation funktioniert gut. Ich gehe wieder ohne daran zu denken, dass ich gehe. Davon habe ich monatelang, wenn nicht jahrelang geträumt.

Wir haben in Zandvoort fast direkt am Strand gewohnt und sind von dort aus mit Zügen und Bussen herum gefahren, was sehr einfach und bequem war. Wir haben gesehen und gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, nur im Bereich Kunst, hatten wir kein Glück. Das Amsterdamer Van-Gogh-Museum war auf Tage und für Zeitfenster ausverkauft, auch in die 250 Jahre-Rembrandt-Ausstellung kamen wir nicht hinein. Letztlich waren wir im Rijksmuseum und haben immerhin Rembrandts „Nachtwache“ gesehen, die offenbar im Rang eines holländischen Nationalheiligtums steht und neben anderen Werken auch einige Van Goghs, so dass es kein totaler Misserfolg war.

Höchst faszinierend fand ich die zahlreichen Verkehrsmittel, die es in Holland so gibt. Von der enormen Anzahl der Fahrräder, die überall fahren, stehen und liegen, will ich gar nicht reden, es ist ja bekannt, dass ganz Holland ein einziger Radweg ist. Unzählige verschiedene Arten von Rädern und Transportkörben, – wagen, -anhängern flitzen herum. Besonders gefallen haben mir die Tandems, bei denen vorne auf einem niedrigen Sitz ein Kind radelt und dahinter auf dem zweiten Sitz ein/e Erwachsene/r, dazu gab es auch die Variante Kind hinten, Erwachsene vorne. Auch die Transportwägelchen für Kinder, die man mit und ohne Rad benutzen kann, sah man häufig, in allen Formen und Größen, Kinderwagenmodelle, die an ein Rad angeschlossen werden können ……

Auch für gehbehinderte Menschen gab es eine beeindruckende Vielfalt an Transportmöglichkeiten: verschiedenste Rohlstuhlmodelle, mit und ohne Motor, selbst zu steuernde und von anderen geschobene. Kleine Elektrowagen, mit denen man sowohl auf Gehsteigen als auch auf der Straße fahren kann, Rollatoren aller Arten. Und alle diese unterschiedlich großen und unterschiedlich schnellen Verkehrsteilnehmer kamen prächtig voran und schlängelten sich ziemlich rücksichtsvoll umeinander herum.

P wie Pyjama Papje

Neugier auf alles und jedes ist eine Eigenschaft, die der F und ich gemeinsam haben. Bei mir kommt allerdings noch die Fotografiererei dazu.

Karfreitag im Original-Haarlem

Viel Interessantes haben wir in Holland gesehen, erlebt und fotografiert. Einiges wird hier vorkommen, anderes nicht.

Weder der F noch ich sind religiös, aber wir waren beide doch sehr überrascht über die Situation, die wir am Karfreitag in Haarlem antrafen. Wir wollten uns den zentralen Platz ansehen mit einigen sehr sehenswerten Gebäuden und der größten Kirche. Wir dachten in einem protestantischen Land würde am Karfreitag eine irgendwie getragene wenn nicht gar religiöse Stimmung herrschen. Aber weit gefehlt, direkt vor und neben der Kirche gab es einen sehr lauten, sehr gut besuchten Jahrmarkt mit allem Drum und Dran. Ausgerechnet die Hell-Raiders ließen die Leute durch die Luft fliegen

Einen Verteidiger hatte die Kirche, der steinerne Mann war offenbar gegen die Plastikfrau sehr erfolgreich 🙂