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Flechten sind keine Pflanzen

Flechten sind nicht nur optisch interessant. Sie entstanden aus einer Symbiose von Pilzen und Algen. Älteste paläontologische Hinweise auf eine Symbiose aus Pilz und Alge belegen Fossilien aus Südchina, die rund 600 Millionen Jahre alt sind. Bis zu dieser Entdeckung  galten Fossilien aus dem frühen Devon vor etwa 400 Millionen Jahren als die ältesten Flechtenfossilien. Auch die individuelle Lebensspanne von  Flechten ist eindrucksvoll. Sie zählen zu den längstlebigen Lebewesen überhaupt und können ein Alter von mehreren hundert Jahren, in Einzelfällen sogar von über 4.500 Jahren erreichen. 

Symbiose als natürliches Phänomen fasziniert mich auch beträchtlich. Zwei Lebewesen, die beide von dem jeweils anderen profitieren. Kann es einen besseren Grund geben, einander gut zu behandeln? Natürlich sind Flechten keine bewussten Lebewesen, die entschieden hätten, miteinander in Symbiose zu gehen, dennoch gibt es in der Natur das Phänomen der Symbiose, für das man sich vielfältige Anwendungsformen in menschlichen Gesellschaften vorstellen kann. 

Ermutigend finde ich, dass in der neueren Evolutionsforschung kooperatives Verhalten als wichtiger Faktor für Entwicklung gesehen wird. Dass also die Zusammenarbeit in frühesten Gesellschaften von Menschen eine wichtige Rolle spielte. Ebenso wie bei anderen Primaten und auch bei anderen Herdentieren.