la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 2.3.19 – Das Leben ruft wieder

Beim Spaziergang durch das Rosarium hat es der F deutlich an Begeisterung fehlen lassen, als ich ihm vorschlug sich ebenfalls mit Rosenzucht zu beschäftigen und dann seinen schönsten Erfolg nach mir zu benennen. Nun ja, etwas größer wäre da die Chance auf eine nach mir benannte Apfelsorte. Der F. liebt Äpfel ist alles in allem aber eher  ein Theoretiker.

Ich schwimme sehr gerne und habe nun das Pech, dass das neue Hüftgelenk noch eine Weile sehr gut einwachsen muss um die Beinbewegung beim Brustschwimmen zu verkraften. „Extreme Außenrotation“ lautet das Stichwort. Ich habe mich also an der Rückenschwimmschulung beteiligt. Nun ist Rückenschwimmen als Technik ja nicht weiter kompliziert, reichlich schwierig ist es aber doch in einem öffentlichen Bad, weil man dummerweise im Hinterkopf keine Augen hat und ständig mit irgendjemandem oder irgendetwas zusammenstößt.I

In Kultur war ich auch unterwegs. Das Stück habe ich schon vor etlichen Jahren einmal in Lissabon gesehen. Es war allerdings sprachlich sehr anspruchsvoll und ich habe damals in der portugiesischen Version nicht alles verstanden. Schon damals hatte es mir aber gefallen, diesmal umso mehr. Das Stück eignet sich sehr für  den Einbau von aktuellen und regionalen Themen und war eine sehr gelungene Mischung aus Dramatik und Humor, die von einer Truppe aufgeführt wurde, die mit  Ausnahme einer professionellen Schauspielerin aus Laiendarstellern bestand und zu der auch zwei Männer gehörten. Das Bühnenbild war einfach, aber eindrucksvoll und leuchtend,ebenso wie die Texte.Leuchtend war für mich der ganze Abend, weil ich merkte, dass ich wieder genügend Kraft und Energie habe um den ganzen Tag in Bewegung zu sein. Es war schön und beschwingt abends bei lauen Temperaturen durch eine hübsche Stadt zu gehen. Es wäre auch noch schön gewesen mit meiner Begleiterin den Abend bei einem Getränk ausklingen zu lassen, aber das ging ja nicht, weil die Anstalt so früh sperrt.

Jedenfalls war dieser Abend auch noch der Anknüpfungspunkt für eine sehr interessante Unterhaltung mit einem mitrehabilitierenden Herren, der die Veranstaltung auch besucht hatte und von Beruf Familienrichter ist. Es ging um die Sinnhaftigkeit von Wegweisungen, um Frauenhäuser, um Indizien für ein mögliches Ausrasten eines potentiellen Täters. Ich habe ja von der Materie nicht viel Ahnung, war aber sehr beeindruckt von dem Einblick in eine Welt, die sehr viel mehr Menschen betrifft, als ich jemals gedacht hätte.


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Freitag 21.2.19 bis Sonntag 24.2.19

Freitag war ein sehr intensiver Reha-Tag. Ich wurde durch so ziemlich alle Arten von Turnen und Training gejagt. Die Frage, ob man in der Rückenmuskulatur einen Muskelkater haben kann, hat sich auch geklärt: ja, kann man und ja, habe ich. Leider hat sich für meine Lieblingsrehagenossin von voriger Woche kein Ersatz gefunden. Es gibt eine Menge netter Leute, aber so richtig auf der gleichen Wellenlänge bin ich mit niemandem. Macht ja auch nichts, ich bin ja nicht hier um Freundschaften zu schließen.

Dafür war mein Samstagstreffen schön und interessant. Nach Lelia, Esmeralda und Antonio in Portugal und Ingrid und Veronika im Waldviertel habe ich mich mit einer Teilzeit-Badenerin getroffen und einen inspirierenden, entspannten Nachmittag und Abend verbracht. Dafür, dass ich eigentlich nie die Absicht hatte die Blogerei  mit dem Leben zu verbinden, sind sechs gelungene Treffen ein echter Gewinn.

Ich habe auch ein bisschen ganz junge Kunst gesehen, was in Baden nicht unbedingt der Mainstream ist und eine Anregung für eine Abendveranstaltung bekommen. Die Wiederaktivierung von kulturellem Leben gehört eigentlich auch zu meinem Reha-Programm, schließlich bin ich monatelang immer nur zwischen Arbeit und zuhause hin- und hergefahren und mehr war mit der kaputten Hüfte nicht möglich, dann vier Wochen Krücken. Aber zur völligen Gesundung gehört ganz eindeutig auch eine Wiederaufnahme von sozialem und kulturellem Leben.

Am Sonntag kam der F vorbei, der noch nicht oft in Baden war und es bot sich mir die seltene Gelegenheit mich besser auszukennen als meine Begleitung. Eine äußerst seltene Gelegenheit, weil mein Orientierungssinn unterirdisch ist und mit einem dreidimensionalen Universum eigentlich überfordert.