la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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15. Station der Literaturweltreise – Afghanistan

Es liest sich gut auf Yvonnes Spuren ! Ich habe nicht das von ihr rezensierte Buch gelesen sondern das andere, das sie viel besser fand:

Khaled Hosseini ist ein großer Geschichtenerzähler; es ist mir richtig schwer gefallen, Lesepausen zu machen. Die Geschichte ist erschütternd, aber sie hat zumindest für einige der Figuren so was Ähnliches wie ein happy-end; wenn auch der Begriff „happy end“ gar nicht passend ist. Würde das Buch nicht in Afganistan spielen, würde ich sagen, dass soviel Unglück in einem Leben in einem Roman etwas dick aufgetragen ist, aber diese Geschichte kommt mir absolut möglich vor

Erzählt wird das Leben von zwei afghanischen Frauen aus völlig anderen Milieus kommend, mit völlig anderer Geschichte und anderen Charakteren, die denselben Mann heiraten. Keine von beiden tut dies wirklich freiwillig. Der Zwang der Eltern, der Zwang der Gesellschaft, der Zwang der Lebensumstände. Man erfährt vieles vom Leben in Afganistan, von der großen Geschichte und von vielen kleinen.

Wie in allen diesen und ähnlichen Geschichten frage ich mich, wie es geschieht, dass Menschen derartig verrohen können. Auch wenn die gesellschaftlichen Normen es erlauben oder gar fördern, wundert es mich trotzdem. Schließlich wachsen die meisten Männer auch in Afganistan mit Müttern, Großmüttern, Schwestern und Cousinen auf. In diesem Roman ist das Verhältnis zwischen positiven und negativen Männergestalten allerdings ziemlich ausgeglichen.

Die Buchvorstellung bleibt kurz, weil ich noch dringend anderes lesen möchte …..

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Daggi 22 – Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

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Siba Shakib

„Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen“

Goldmann 2001

Aufgabe 6: Ein Buch, das dich traurig oder nachdenklich gemacht hat

Siba Shakib ist eine deutsch-iranische Autorin, die im Iran aufgewachsen ist. Ob die Geschichte der Shirin-Gol eine echte Biographie ist oder von der Autorin erfunden, ist unmöglich festzustellen, aber so oder ähnlich wird wohl das Leben vieler afghanischer Frauen ausgesehen haben und aussehen.

Shirin-Gol ist die vierte Tochter und das neunte Kind ihrer Mutter. Sie wächst mit 10 Geschwistern auf und ist noch sehr klein, als „die Russen kommen“. Die Familie zieht nach Kabul, wo Shirin -Gol in die Schule geschickt wird.

„In ihren Stadtjahren lernt Shririn-Gol zu begreifen, dass sie noch ein Kind ist und dass zum Kinderleben viele Dinge gehören, die sie bislang nicht gekannt hat. Die wichtigsten sind: spielen, nicht nur mit Mädchen, auch mit Jungen, ungefragt sprechen dürfen, rennen, springen, keinen Schleier tragen, nicht immerzu die kleinen Geschwister an der Hand, auf dem Arm, am Rockzipfel haben, singen, albern sein, schreien. Shririn-Gol genießt es, Kind sein zu dürfen und möchte es am liebsten für immer bleiben.“

Die Russen kommen und gehen, der Krieg bleibt, die einen Mujahedins gegen die anderen. Shirin-Gol hat einen Mann geheiratet, der sie beim Karten spielen mit ihrem Bruder gewonnen hat. Sie hat Glück und gewinnt ihn lieb. Der Krieg breitet sich aus bis Kabul, Shirin-Gol flüchtet.

„Von nun an bewegt sich der kleine Treck von Frauen und Kindern nur noch nachts. In der zwölften Nacht zählt Shirin-Gol die Tage und Nächte nicht mehr. In der vierzehnten Nacht hat sie keine Kraft mehr weiterzugehen.In der fünfzehnten schleppt sie sich und ihre Kinder dennoch weiter, und in allen weiteren Nächten ebenso.

Sie gehen auf der gleichen Straße, den gleichen Pfaden und Wegen wie Hunderte, Tausende, Millionen Afghanen. Seit über zwei Jahrhunderten bis heute. Die gleichen Wege und Straßen auf denen Könige und Krieger ihr Heer geführt haben. Dariush, der König der Perser, Alexander, der König der Griechen. Die Mongolen waren hier, die Briten, die Russen, die Amerikaner, Bin Laden war hier, der KGB und der CIA und jetzt Shirin-Gol und ihre Familie. Es ist die Straße, die von Kabul in Richtung Jalalabad führt und sich von dort in steilen und engen Serpentinen weiter durch die freien Stammesgebiete über den legendäre Khyberpass nach Pakistan schlängelt.“

Das Leben der Shirin-Gol führt von einem Ort zum anderen, von Afghanistan nach Pakistan in den Iran und wieder zurück durch Kriegsgebiete und Flüchtlingslager. Ihr Mann ist opiumsüchtig geworden, es werden viele Kinder geboren. Ihr sozialer Status als Frau wechselt von unterdrückt zu nicht-als Mensch-anerkannt. Es ist eine erschütternde Geschichte, die mit einfachen einprägsamen Worten erzählt wird. Es gelingt der Autorin atmosphärisch sehr dichte Szenen zu beschreiben.

Der Titel des Buchs ist vielleicht einfach das Ergebnis wohldurchdachter Marketingstrategien oder aber er möchte die Geschichte in einen religiösen Zusammenhang stellen. Als Agnostikerin finde ich es ohnehin schon schwer verständlich, wie man die Vorstellung eines gütigen Gotts aufrecht erhalten kann. Warum aber dieser allmächtige, gütige Gott, dann nur noch weint anstatt irgendwie einzugreifen, erschließt sich mir gar nicht. Ich habe also mit dem Titel dieses Buchs so meine Probleme.