la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Street Art im Gefängnishof

Jahrhundertelange Tradition erfordert, dass sich Schüler und Schülerinnen in ihrer Schule wie Gefangene vorkommen. Auch wenn dem nicht wirklich so ist, so gehört es doch zum guten Ton.

Der Schulhof unseres Ausweichquartiers, das wir nun schon das zweite Jahr benützen – und ein Ende ist noch nicht abzusehen – ähnelt allerdings wirklich einem Gefängnishof. Er ist auf allen vier Seiten von einem vierstöckigen Gebäude umgeben, hat eine grauenhafte Akustik und eine fast ebenso verheerende Optik. Die äußere Fassade des Gebäudes wurde renoviert, alles verputzt, die Fenster gestrichen, aber nicht erneuert, dennoch sieht es von außen ganz gut aus, aber der Innenhof, ein Graus ! Ein Begrünungsprojekt, Sitzgelegenheiten und Tische, hat alles nicht viel gebracht. Nun gab es vorige Woche ein Projekt, das 2 junge Graffiti-Profis mit einer Klasse von 17, 18-jährigen zusammenbrachte um den Hof künstlerisch zu gestalten.

Zwar finde ich nicht, dass der Hof insgesamt besonders gewonnen hätte, aber einzelne Graffitis finde ich sehr gelungen.

Zunächst wurde die „Gefängnissituation“ der Schülerinnen und Schüler dargestellt:

Unter der Stiege – berichteten die Jung-Künstler – sähe man die Kreativen, die sich immer verstecken müssten, damit sie vom System nicht eine auf den Deckel bekämen.

Der Slogan von dem dargestellten Taferl stammt aus einem Songtext von „Violator“, einer brasilianischen Thrash-Metal-Band. Den Slogan find ich sehr gut, den Bandnamen weniger, aber die Darstellung ist äußerst gemäßigt ausgefallen.

Zum Vergleich ein Violator-Original:

Der hier dargestellte Mann, so erklärte man mir, ist auf sämtlichen Plattformen der Social-Media, hat noch nie ein einziges like bekommen und hat keinen einzigen follower. Wie tragisch das ist, kann ich wenigstens entfernt nachvollziehen. Genial daran finde ich, dass ihm die Jugendlichen keine Füsse gemalt haben, er hat nämlich den Kontakt zur Realität verloren.

Und schließlich noch ein graffiti, das ganz ohne Hilfe der Profis entstanden ist.

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Wahlberichterstattung

Eine Gruppe von 18-jährigen Abendschülern.

Ob sie sich schon überlegt haben, wen sie wählen werden ? Ja klar, sicher, die FPÖ natürlich, alle, einstimmig.

Und warum ? Weil der Strache persönlich auf facebook versprochen hat, dass die Shisha-Lokale nicht geschlossen werden.

Hat denn irgendjemand gesagt, dass die geschlossen werden sollen ??

Keine Ahnung, aber der Strache wird sie auf jeden Fall nicht schließen.

Was soll man dazu sagen …….


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Ist es tolerierbar wenn LehrerInnen die eigene Wahrnehmung vor die Respektierung von Gesetzen stellen ?

Es handelt sich um einen Bericht,der mich sehr nachdenklich gemacht hat

Vier Lehrerinnen waren mit 80 Volksschulkindern unterwegs. Ich glaube, das war die gesamte Belegschaft und alle Kinder einer kleinen Volksschule. Unterwegs hat die Gruppe einen Bahnübergang überquert obwohl die Schranken geschlossen waren. Es kam nicht einmal andeutungsweise zu einer Gefahrensituation, es war weit und breit kein Zug in Sicht. Aber der Schranken war geschlossen.

Es ist natürlich gar keine Frage, dass es, schon wegen der Vorbildwirkung, keine akzeptable Verhaltensweise ist, wenn man in Begleitung von so kleinen Kindern die Straßenverkehrsordnung einfach ignoriert. Ist es aber andererseits nicht überzogen diese Lehrerinnen gleich kündigen zu wollen ?

Ich habe keine Antwort darauf und muss das zum Glück auch nicht entscheiden. Es fallen mir nur viele mögliche Situationen ein, die bei so einem Schulausflug eintreten können, die Eigeninitiative, Improvisation und die Setzung von Prioritäten von den Erwachsenen erfordert. Es kann sein, dass die Nichteinhaltung der Straßenverkehrsordnung ohne Gefährdung der Kinder das kleinere Übel ist.

Zum Beispiel erinnere ich mich an einen Schulausflug bei dem ich mit 30 Jugendlichen unterwegs war. Wir hatten eine Ausstellung auf einer Burg besucht und dann beschlossen den Weg zurück zum Bahnhof durch den Wald zu gehen statt mit dem Bus zu fahren. Unter normalen Umständen wären wir rechtzeitigst am Bahnhof angekommen. Aber einer der übermütig herumhüpfenden 17- jährigen hat sich unterwegs den Knöchel verstaucht und wurde von seinen Kumpeln abwechselnd mehr oder weniger getragen. Dadurch waren wir sehr langsam unterwegs. Ich stand also vor der Entscheidung entweder jemanden vorauszuschicken – was ich von Gesetz wegen nicht darf –  oder eventuell den Zug zu versäumen, was reichlich problematisch gewesen wäre, weil es sich um eine sehr befahrene Strecke handelte und wir die Plätze reserviert hatten. Es ist nicht unbedingt möglich, mit einer Gruppe von 30 Leuten in einen voll besetzen Zug einzusteigen.

Ich erinnere mich, dass die Burschen von der Situation nahezu begeistert waren: sie mussten  mit einer bestimmten Zeitvorgabe ihren Mitschüler an einen bestimmten Ort transportieren. Aber locker würden sie das hinkriegen ! Ich war ja eher skeptisch, aber mangels Alternative ….. Kurz gesagt, es ist sich alles ausgegangen, wenn auch knapp. Wir sind auch auf sehr unorthodoxen Wegen über die Gleise zum Bahnhof gekommen. Eindeutige Gesetzesverletzung meinerseits, aber nach bestem Wissen, Gewissen und Wahrnehmung war in keinem Moment irgendjemand gefährdet und wir haben den Zug mit den reservierten Plätzen erreicht.

Und das ist nur ein Beispiel. Viel extremer werden die Situationen bei Sprachreisen ins Ausland. Viele male steht man da vor der Entscheidung sich entweder gesetzeskonform zu verhalten oder eine Situation zur allgemeinen Zufriedenheit zu lösen oder einfach überhaupt zu lösen. Die wildeste Situation, die ich erlebt habe, fand in Spanien, in Granada, statt. Auf dem Platz vor der Kathedrale gibt es immer größere Mengen von Roma-Frauen, die den Touristen irgendetwas verkaufen oder die Zukunft aus der Hand lesen wollen. Bei meiner Gruppe war ein Schüler dabei, dessen Familie Zeugen Jehovas oder Adventisten waren und der ein heftiges religiöses Sendungsbewußtsein hatte. Ja , und der war plötzlich verschwunden. Nach etlichen schwierigen Stunden tauchte er bei einem vereinbarten Treffpunkt wieder auf und erzählte, dass er eine größere Gruppe der Romafrauen versammelt hätte um ihnen zu erklären, dass das Handlesen und Zukunftsvorhersagen gegen Gottes Willen sei. Tja ……

Und so, ausgestattet mit beträchtlicher Erfahrung zum Thema Schülerausflüge, macht mich diese Bahnschranken-Geschichte doch sehr nachdenklich.

Gesetzesübertretung ? ja, keine Frage.

Schlechtes Vorbild ? Ja, eindeutig.

Körperliche Gefährdung der Kinder ? Nein.

Grund für eine Entlassung aus dem Schuldienst ???

PS: Niemand unter den Eltern der betroffenen Kinder ist für eine Entlassung der Lehrerinnen


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Skizzen 1

Schüler: Das ist so gemein, dass Sie mir da keinen Punkt gegeben haben !!

Ich: Wo denn ?

S: Na da, bei fünftens

I: Da steht ja leider auch kein einziger richtiger Satz

S: Ja, aber gar keinen Punkt !!

I: Würde es denn einen Unterschied für die Note ausmachen ?

S: Nein, da fehlen eh noch 12 Punkte

I: Na,wie wärs mit einem Bonuspunkt, nur so aus Sympathie ?

S: Jaaa

Ich male also ein Blümchen hin und schreibe 17 Punkte + Blümchen = 17 Punkte = Nicht genügend. Verblüffenderweise ist der Bursche damit zufrieden. Süß ist er , 16 Jahre, wahlberechtigt ….

Es gibt wahrscheinlich gar nicht so viele Menschen, Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die klar trennen können zwischen der Beurteilung einer Leistung, die sie vollbracht haben und der Beurteilung ihrer Person. Ist auch schwierig.


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Autorität in der Pädagogik *hüstel*

Keinesfalls, niemals verwenden, völlig falsch: „Wenn du diesen Zettel mit der Unterschrift deiner Eltern nicht bis morgen bringst, dann …….“ und dann folgen irgendwelche Drohungen, die meistens mehr Ärger und Aufwand für die Lehrer- als für die Schülerseite bringen.

Richtig: “ Morgen habe ich diesen Zettel mit der Unterschrift deiner Eltern.“ *tief ins Auge der renitenten oder vergesslichen Jugendlichen blicken *

Wenn die wüßten, wie absurd ich es finde, dass Jugendliche zwar mit 16 wahlberechtigt sind, ihnen aber mit 17 nicht zugetraut wird, ihre schulischen Angelegenheiten selbstverantwortlich zu erledigen.


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FEST DER KULTUREN

… nennt sich unser alljährliches Abschlussfest für Schülerinnen und Schüler. Es wird gegessen, getanzt und gesungen, Preise werden überreicht. Die Jugendlichen können Talente herzeigen, die im Schulalltag sonst nicht zu sehen sind.

IMG_3365Es gab verschiedenste TanzvorführungenIMG_3374Ohne Walzer geht´s in Wien natürlich gar nicht 🙂IMG_3378Wir bekamen verschiedenste Rundtänze zu sehen, die sich eigentlich alle sehr ähnlich waren, obwohl viele SchülerInnen in Fahnen eingewickelt waren oder damit in der Luft herumwachelten. Dieser nationalistische touch bei einem Fest ist etwas, was ich gar nicht mag.IMG_3396 IMG_3447Es gab auch einen zunächst rein männlichen Auftritt, aber die Mädels ließen sich eh nicht aufhalten und waren 2 Minuten später auch auf der Tanzfläche. IMG_3469Und natürlich kam auch die Akrobatik nicht zu kurz.IMG_3463  Eine wirklich gelungene Veranstaltung.