la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


6 Kommentare

PROJEKT 52 BÜCHER – Woche 41

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 41

Da findet es statt

Thema: Es war einmal

Es war einmal ein Autor, der aus großem Engagement heraus wunderschöne Sprachbilder malte, der seine Geschichten über Menschen und Orte schrieb, die er kannte, der in oft poetischen Worten eindeutig Stellung nahm. Ein Autor, der auch Philosoph ist und obendrein Psychiater, der seine Heimat liebt und dennoch unter dem harten Licht der Wahrheit beschreibt. Tahar ben Jelloun, französisch schreibender Marrokaner, der in Europa bekannteste und am meisten gelobte Autor aus dem Maghreb.

Verschlungen habe ich seine Romane aus den 1980 und 1990er Jahren und vor ein paar Tagen hat mich sein neuestes Werk in einer Übersetzung ins Deutsche angelacht. Aber irgendwie bin ich damit noch nicht warm geworden. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nie etwas von ihm in deutscher Übersetzung gelesen habe.. Gerade habe ich noch ein paar Seiten gelesen, ich glaube, es wird doch noch, langsam erkenne ich ihn wieder in diesem Jahrzehnte später geschriebenen Buch, in der falschen Sprache ……

IMG_3176

Advertisements


4 Kommentare

PROJEKT 52 BÜCHER – Woche 35

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 34

Da findet es statt

Thema: Bücher für Kinder, die ich meinen Kindern nie vorlesen würde

Dazu fällt mir ein, dass ich als Kind Grimm-Märchen sehr gerne mochte, die Andersen-Märchen dagegen beängstigend fand. Im Rückblick denke ich, dass das wohl der Unterschied ist zwischen“gewachsenen“ und von einer Person erfundenen Märchen.

In den Grimm-Märchen gibt es archetypische Figuren, es geht um allgemein anerkannte ethische Verhaltensweisen, die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft. Eine leicht zu verstehende Welt, in der alle Probleme gelöst werden.

Anders sieht es da bei Andersen aus. Das Märchen, das ich am wenigsten mag  ist „der standhafte Zinnsoldat“. Die Erinnerung, die ich dazu habe, ist, dass der Zinnsoldat in einem Papierschifferl steht und genau weiß, dass das Schiff sehr bald untergehen wird. Trotzdem bleibt er stehen, weil er ja so standhaft ist. Vielleicht ist das in der realen Version des Märchens ohnehin ganz anders. Aber ich habe das immer einerseits höchst beängstigend gefunden, dass das Papierschifferl jeden Augenblick untergehen kann und der Soldat das auch ganz genau weiß und andererseits bin ich als Kind davon ausgegangen, dass er sich retten könnte, wenn er nur wollte, dass er das aber nicht will, weil er es ganz wichtig findet „standhaft“ zu sein. Und das habe ich nicht verstanden bzw ganz blöd gefunden.

Meine Begeisterung für „soldatische Tugenden“ hält sich auch heute noch extrem in Grenzen. Meine Bewunderung gilt Menschen, die  in schwierigen Situationen Lösungen finden oder zumindest suchen, die für eine größtmögliche Anzahl von Personen akzeptabel sind. Reglos auf einem untergehenden Schiff zu stehen und nicht zu versuchen irgendetwas zu tun, geht mir ganz heftig gegen den Strich.

Der Struwelpeter ist eindeutig auch ein ganz furchtbares Kinderbuch. Niemals würde ich das irgendeinem Kind vorlesen. Aber meine eigene Erinnerung daran ist eine positive, lustige. Meine Mutter hat den Struwelpeter immer ins Lächerliche gezogen und ich kann mich gut erinnern wie lustig ich es gefunden habe, wenn sie „Und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum“ rezitiert  und dabei mit einer Grimasse um sich geschaut hat.

Heute gibt es ja Mengen an gut gemachten und passend illustrierten Kinderbüchern, die sich mit Themen beschäftigen, die für Kinder wichtig und interessant sind, da wäre es schon fast schwierig welche zu finden, die für Kinder nicht geeignet sind.


10 Kommentare

PROJEKT 52 BÜCHER – Woche 34

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 34

Da findet es statt

Thema: Gut behütet

Oft habe ich in letzter Zeit darüber nachgedacht und nachgefühlt: wo liegt denn die Grenze zwischen „behütet“ und „gegängelt“? Kann man einen erwachsenen Menschen gleichzeitig behüten und respektieren bzw ernstnehmen? Und von der anderen Seite her betrachtet: kann man sich behütet fühlen ohne sich eingegrenzt und bevormundet zu fühlen?

Im Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen ist das wieder anders, aber auch da finde ich es nicht einfach, auch da ist es eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch zu schützen und der Notwendigkeit Selbstverantwortung zuzulassen.

Dazu gibt es einen Klassiker, der ein recht finsteres Bild von seiner Zeit bietet. Ein Klassiker, in dem der „Beschützer“ überhaupt nicht bemerkt, dass er nicht schützt sondern unterdrückt, dass er die „Beschützte“ nicht als Erwachsene sieht, sondern als nicht ernstzunehmendes Püppchen, dass er nicht behütet sondern tyrannisiert. Dass seine Frau ein ihm ebenbürtiger erwachsener Mensch ist und kein unvernünftig, hilflos durchs Leben tanzendes Wesen kann und will er nicht sehen …… IMG_2928


Hinterlasse einen Kommentar

PROJEKT 52 Bücher – Woche 33

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 33

Da findet es statt

Thema: Neulich

Diesmal habe ich – ich muss es gestehen – beschlossen dieses Buch vorzustellen und das Thema habe ich mir gedacht, läßt sich ja immer irgendwie anpassen. Und sei es durch „Neulich habe ich folgendes Buch gefunden ………. “ Ich bitte um Entschuldigung, aber es ist ein wirklich sehr lesenswertes Buch.

Jean Ziegler ist ja einer, dem es sehr gut gelingt durch die Augen von Menschen anderer Kulturen zu sehen. Ebensogut gelingt es ihm dann seine Erfahrungen so zu schildern, dass auch kulturell weniger flexible Menschen sie nachvollziehen können.

„Ein engagiertes, aufrüttelndes Buch – auch eine Hommage an die beiden Dichter, die für dieses Buch Pate gestanden sind: Aimé Césaire und Wole Soyinka“ schreibt der Klappentext. Ein für Europäer sehr hartes Buch möchte ich noch hinzufügen ….

IMG_2927


3 Kommentare

PROJEKT 52 Bücher – Woche 31

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 31

Da findet es statt

Thema: Bücher mit mindestens einem Männernamen im Titel

Nun, dazu gibt es ja eine reiche Auswahl. Ich habe mich für ein Buch entschieden, in dem nicht irgendein Männername vorkommt sondern „das Männliche“ schlechthin kurz „Er“ genannt nicht nur im Titel eine im wahrsten Sinn des Wortes herausragende Rolle spielt.

„Ich und Er“ heißt der Klassiker von Alberto Moravia. Mit „Ein Mann in den Fallstricken seines übermächtigen Sexualtriebs“ beginnt der Klappentext. Der Protagonist führt lange, durchaus anspruchsvolle Unterhaltungen mit seinem dominantesten Teil und wird von diesem permanent ausgetrickst. Das Buch reizt wohl Frauen zu mehr oder weniger belustigtem Kopfschütteln, je nach Tagesverfassung 🙂 Ich habe darüber geschmunzelt, in der Hoffnung, dass die Sache, wenn auch hervorragend geschrieben inhaltlich grob überzeichnet ist. Sollte „Er“ tatsächlich immer so dominant sein, wären Männer durchwegs zu bedauern, was ja aber nicht der Fall ist.

IMG_2769


9 Kommentare

PROJEKT 52 BÜCHER – Woche 30

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 30

Da findet es statt

Thema:

Comics: Lieber
a) Schlümpfe, Asterix, Tim und Struppi, Lucky Luke & co. (die alte belgisch-französische Comicschule)
b) Disney (Also alles was mit Mickey Maus und Donald Duck ist, das lustige Taschenbuch, das Mickey Maus Magazin, die alten Comichefte von Carl Barks…)
c)Amerikanische Superheldencomics (Batman, Superman, Spiderman und wasweißich)
d) irgendwas anderes

Jaaaaa, ich bin nicht so ein Comic-Fan. Mit den Superhelden habe ich es auch nicht so. Aber bei a) und b) habe ich immerhin Lieblingscharaktere.

Bei den Schlümpfen finde ich Gargamel ganz groß. Er wird ja deutlich unterschätzt, schließlich erreicht er geradezu Donquijoteske Ausmaße indem er durch wasweißichwieviele Folgen den kleinen Blauen nachstellt ohne jemals einen in den Kochtopf zu bekommen. Ist doch tragisch ! Auch die grindige Miezekatze, ich glaube, die heißt Azrael hat doch eine echt tragische Komponente.

Bei Asterix finde ich den Chef imponierend. Im Vergleich zu rezenten Politikern sogar äußerst imponierend. Abraracourcix heißt der im Original. Wie er hinter seinen Leuten steht, ist doch vorbildlich, obendrein hört er auch noch auf die richtigen Ratgeber, da kann man ihm seinen Dienstschild samt Trägern schon nachsehen.

Bei den Ducks habe ich ein Faible für Oma Duck, die Schwester von Dagobert. Ich kann mich nicht erinnern wie sie heißt, aber auf jeden Fall eine g´standene Frau. Führt einen Bauernhof mit allem Drum und Dran während ihr Bruder im Geldspeicher badet. Na, das ist doch Format !

Und dann mag ich noch eine spanische Comicserie, die heißt Mortadelo y Filemon, ist uralt und äußerst witzig.

 


12 Kommentare

PROJEKT 52 BÜCHER – WOCHE 28

PROJEKT: 52 BÜCHER – WOCHE 29

Da findet es statt

Thema: Verkehrsmittel

Mein erster Gedanke zum Thema Verkehrsmittel war ein Buch, das erstens schon die Weltherrscherin zu diesem Thema ausgesucht hat und das ich obendrein selbst schon in Woche 5 präsentiert hatte. Gut, was anderes…..

Die fiel mir das Blumenboot ein – eine metaphorische Bezeichnung für ein schwimmendes Bordell im alten China, in welchem Richter Di in einem seiner Fälle ermittelt.

Richter Di ist die Hauptfigur in den Krimis von Robert van Gulik einem holländischen Diplomaten und Sinologen.

„Richter Di ist eine historische Persönlichkeit; er lebte von 630-700 n Chr. Seinen höchsten Ruhm erlangte er als Aufdecker begangener Verbrechen; später war er auch ein hervorragender Staatsmann, der in der zweiten Hälfte seiner Laufbahn als Minister am Hofe wirkte und die innere und äußere Politik des Tang-Kaiserreiches maßgeblich mitbestimmte.

Die hier erzählten Abenteuer sind indessen vollkommen frei erfunden, obwohl ich bei mancherlei Einzelheiten durch alte chinesische Originalquellen angeregt wurde.“       Robert van Gulik

IMG_2633

Es gibt ungefähr ein Dutzend dieser  unterhaltsamen Krimis, in denen Richter Di und seine teilweise recht skurrilen Helfer Fälle untersuchen, die in den verschiedensten Milieus spielen. Richter Di ist mit drei Frauen verheiratet, die harmonisch in der chinesischen Version des Harems zusammenleben und Vater zahlreicher Kinder.

van Gulik hat seine Romane auch selbst illustriert:

„Die Bilder zeichnete ich im Stil chinesischer Holzschnitte aus dem 16. Jahrhundert (…) Diese Bilder stellen infolgedessen eher die Kleidung und Gebräuche während der Ming-Periode als jene unter der Tang-Dynastie dar. Man beachte, dass zu Richter Dis Lebzeiten die Chinesen keine Zöpfe trugen; diese Sitte  wurde ihnen nach 1644 von den Mandschu-Eroberern Chinas aufgezwungen (…) (Auch) Tabak und Opium kamen erst viele Jahrhunderte später nach China“

IMG_2634