la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


19 Kommentare

ABC-Etüden – schwindelerregender Aufstieg

Die ABC-Etüden Bei Christiane, unbezahlte Angestellte  Besitzerin einer Katze.

Aus 3 Wörtern soll eine Geschichte aus 10 Sätzen entstehen

Als erstes würde sie einen Computerkurs machen. Welchen? Hmmmm ……. na, zum Beispiel „html für Anfänger ohne Vorkenntnisse – Teil 1“.Cool. Dann einen Job als …… mindestens Abteilungsleiterin bei einem Konzern, vielleicht zum Einstieg Nestlé oder Monsanto-Bayer. In kürzester Zeit würde sie dann zur Chefin aufsteigen und anschließend eine eigene Firma gründen, die Google und Microsoft das Fürchten lehren würde. Ein bisschen untertreiben wäre zu Beginn angebracht, damit nicht alle gleich merkten, wer demnächst die Weltherrschaft übernehmen würde. Ah ja und abgesehen von dem Kurs musste sie noch die Katze dingfest machen, sonst  beanspruchte sie den größten Teil der Tastatur für ihren Mittagsschlaf.

„Anti-feline Diktatur“ dachte die Katze, „Milchmädchenrechnung“ sagte die Mutter. „Geniale Karriereplanung“ rief sie triumphierend und gab dem dringenden Bedürfnis nach in ihren 17 whats-app-Gruppen die neuesten Katzenfotos zu posten und in ihrem blog darüber zu sinnieren, ob sie mit 17 Schlafzimmern in der Villa in Beverly Hills auskommen würde oder doch nicht.

 

Advertisements


4 Kommentare

ABC Etüde – Ärmelkanal ich komme

Christianes ABC-Etüden.

3 vorgegebene Wörter in 10 Sätze verpackt

„Die vereinigte Missbilligungsfront bestehend aus Mann und Schwiegermutter stand ihr gegenüber und ohne zu wanken, ließen sie ihre Empörung über die Lippen fließen und verdrehten die Augen in seltenem Gleichklang.

– Das kannst du doch nicht machen!

– Wieso denn nicht, das Projekt dauert nur drei Monate und es ist eine große Chance in Cambridge arbeiten zu können

-Du bist schwanger!

-Ja und, ich habe nicht vor den Ärmelkanal zu durchschwimmen oder für den Olympia-Marathon zu trainieren.

-Im Ausland!

-Meines Wissens ist England ein durchaus zivilisiertes Land. In vier Monaten komme ich zurück und gehe dann in Karenz.

Sie nahm ein Notenblatt vom Tisch „Glücklich die Frau am Heeerde“.

-Das könnt ihr ja inzwischen singen.“

 


11 Kommentare

Stärke und Verblassen

Die ABC-Etüden bei Christiane.

Jede Woche 3 vorgegebene Wörter, die zu einem Text aus maximal 10 Sätzen gemacht werden sollen.

Manche Wörter sind so abgedroschen und ausgelutscht, dass sie dem von ihnen Beschriebenen nicht mehr gerecht werden. Wie kann das erschöpfte, geschändete Wort „Frühlingserwachen“ noch die Kraft und Schönheit der Natur beschreiben? In jedem Frühling täglich millionenfach verwendet, steht es kurz vor dem Kollaps.

Es gibt auch überstrapazierte Gedichte, die schon reflexartig von fast jedem zitiert werden. So schön und bildgewaltig sie sein mögen, kommen sie doch völlig erschöpft aus der Mangel des Unendlichoftzitierens heraus. Mörikes blaues Band liegt schlapp im Kunstschnee, umgeben von Rilkes von weit fallenden Blättern. Worte brauchen Raum, Zeremoniell, Wertschätzung und immer wieder neue Aufgaben, sonst verkümmern sie zu dummdreisten Geplapperutensilien. Ein Hoch auf die lebendigen Sprachen mit aktiven, beweglichen, kraftvollen  Wörtern, die sich immer wieder neu präsentieren dürfen, in neuem Zusammenhang; die so reich sind, dass für jede Bedeutung zahlreiche Synonyme zur Verfügung stehen, dass jeder Satz neben sich eine Fülle von anderen möglichen Sätzen hat, die dasselbe ausdrücken können.


14 Kommentare

ABC-Etüden – Die Verwandtschaft

Die ABC-Etüden: Aus 3 vorgegebenen Wörtern eine 10 Sätze-Geschichte

Bei Christiane

Der Sedertisch ist fertig gedeckt, wunderschön finde ich, mit traditionellen und moderneren Elementen. Der Ablauf  des Abends ist beinahe zu 100% vorhersehbar. Ob wir es nicht auch gerne so mögen? Bloß keine Überraschungen, meistens sind sie unangenehm. Tante Dwora wird  über den Sittenverfall  und die Gefahren neuzeitlicher Abänderungen alter Gebräuche mäandern, ganz egal, was auf dem Tisch steht. Meine Cousine Nora wird dabei hinter dem Rücken der Tante, mit der sie eigentlich sehr gut auskommt die Augen verdrehen. Cousin Benni ist immer noch in seiner halborthodoxen Phase und trägt – glaube ich – immer noch Beikeles. Da weiß man auch schon, wer was kommentieren wird. Onkel Josuah, der kürzlich seinen 95er gefeiert hat, wird ohne jeden Zweifel über die metallischen Stimmen der SS-Leute berichten, die seine Familie damals abgeholt haben. Trotzdem sehe ich sie immer wieder gerne, meine Mischpoche.


30 Kommentare

ABC Etüden – harmonische Partnerschaft

ABC-Etüden bei Christiane = 3 vorgegebene Wörter in zehn Sätze verpacken

Weil ihr blaues Auge mit etwas Schminke kaum mehr zu sehen war, konnte sie sich wieder unvermummt auf die Straße trauen und die Kinder zur Erholung zu den Großeltern bringen. Inzwischen konnte er nach Herzenslust auf dem Riesenbildschirm im Wohnzimmer seine Lieblingsspiele betreiben: würgen, abstechen, explodieren lassen, ausbluten, mit Säure übergießen. Sie kam zurück mit mehreren Kasten Bier. Sie hatten sich wieder einmal versöhnt, daher musste er keine vorwurfsvollen Blicke ignorieren. Sie stellte das Bier in den Kühlschrank, beseitigte die Reste des Frühstücks und begann dann auf allen Vieren mit einer Bürste den ohnehin perfekt sauberen Teppich im Wohnzimmer zu bearbeiten. In seiner Gegenwart durfte sie den Staubsauger nicht benützen, weil ihn das beim Spielen störte. Aber er hob die Beine wenn sie vorbeikroch. Manchmal legte er sie auch auf ihrem Rücken ab. Sie putzte und bürstete, wusch und bügelte und schleppte das Bier heran, sie kochte und kaufte ein, kümmerte sich um die Kinder, betreute seinen Terminkalender inklusive Verabredungen mit Mona, Putzi, Chantal und Penelope.

Er war durchaus bereit auch etwas zurückzugeben: „BRAV“ sagte er manchmal.


19 Kommentare

ABC-Etüden – Die Maschine

ABC-Etüden = 3 vorgegebene Wörter in zehn Sätze verpacken

Heute, war der Tag der Fertigstellung, der Tag des Triumphes. Der Erfinder räusperte sich ekstatisch und drückte auf den großen, roten Knopf, der sofort zu blinken begann. Nichts Elektronisches, alles mechanisch. Die Rädchen schnurrten, die Hebel knackten, das bunte Wasser tropfte über die geometrischen Schaufelräder, Kugeln in Neonfarben rollten in alle möglichen Richtungen. Jede Kugel, die unten ankam, fiel auf eine Vorrichtung, die sie wieder an den Start katapultierte, wo sie mit einem lauten Platschen im oberen Wasserbecken landete.  „Dudeldötata“ rief der Clown, der aufpoppte, jedes Mal, wenn eine orange Kugel vorbeikam. Die orangen waren eine Spur schwerer als die anderen. „Ja“, brüllte der Erfinder „Ja“. Die Therapie-Maschine gegen die Frühjarsmüdigkeit war bereit ihren Siegeszug um die Welt anzutreten. Dann brachen die Stromleitungen unter dem Ende-März-Neuschnee zusammen und die Maschine verstummte.


17 Kommentare

ABC-Etüden – Dubiose Verwaltungsmaßnahmen

Wieder einmal eine 10-Satz-Geschichte. Hier geht es zu Christiane, der Projektverwalterin

Ich gehe jetzt einfach wieder hin und erkundige mich nochmals. Da werden wieder alle hinter meinem Rücken die Augen verdrehen, weiß ich doch, ist ja immer dasselbe ! Und sie werden sagen, mit dieser mühsamen Geduld in der Stimme, dass sie es mir doch schon so oft erklärt haben oder dass das eben so ist. Letztes Mal hat der Huber einmal was anderes gesagt, er hat mich gefragt, wieso das so wichtig ist. Ausgerechnet der Huber, der immer auf dem Behindertenparkplatz steht, direkt vor dem Eingang zum Supermarkt. Die Müller-Hinterprup  ist auch nicht besser, die seufzt immer, wenn sie mich sieht. Gestern hat sie gesagt „Oh Gott, früher war es wenigstens nur einmal im Monat“  Dumme Person, gibt es denn in diesem fragwürdigen Amt eine Bestimmung darüber wie oft man etwas fragen darf  ? Sie könnten ja mal eine Antwort geben, wäre ja nicht so schwer. Warum kommt denn die Müllabfuhr am Dienstag und nicht an einem anderen Tag ?