la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Freude an biologischer Geometrie

Seltsam sieht das aus wenn eine Tür so im oberen Bereich des Bildes zu sehen ist; bodenlastig, schwerfällig. Eine Himmelstür ? Nein, da würden ja die Schlüssel nicht stecken und wo wäre denn der Petrus !

Nicht nur im oberen Bereich des Bildes, auch im mittleren Bereich der Mauer befindet sich die Tür. Man muss hinein- bzw hinausspringen. Gibt´s da eine Zugbrücke, eine mobile Stufe, eine Rampe ? Alles politisch völlig unkorrekt und nicht barrierefrei. Dem Efeu ist das allerdings völlig wurscht, der wächst so vor sich hin und der Wasserschlauch ringelt sich wie er gerne möchte.

Vielleicht ist das der Eingang zu der Kammer, in der Blaubart seine ermordeten Frauen gelagert hat und wir befinden uns kurz nach dem Moment, in dem die neueste Frau verbotenerweise hineingeschaut und ihre Vorgängerinnen entdeckt hat. Falls das so ist, muss jetzt Blaubart jeden Moment auftauchen.

Hmmm, und die Moral von der Geschicht ? Leider, gibts nicht

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ABC- Etüde – Immer im Fokus, immer beleuchtet

Sie polierte ihn wohl jeden Morgen und hielt dann den ganzen Tag lang den Kopf so, dass alle ihn leuchten sehen konnten. Er sollte nicht zu übersehen sein, ihr Heiligenschein. Hier ein Almosen für den Bettler in der belebten  Einkaufsstraße, dort ein Zuckerl für das großäugigste Flüchtlingskind, könnte ja ein Fotograf in der Nähe sein, die Frequenz des lieblichen Lächelns stets im Auge behaltend. Ein Stirnrunzeln für Plastikverpackungen, ein Hinweis ins Mikrofon gesprochen, dass Liebe alles möglich macht. Charity Veranstaltungen mit der Abend-Version des Heiligenscheins, an die geringere Lichtintensität angepasst. Ach, diese Euphorie der öffentlichen Gutheit ! So warmherzig, wie sie  doch auch der Armen gedachte, der Benachteiligten, der Unwissenden. Konzerte in Waisenhäusern, Kleidersammlungen, Punschstände, Versteigerungen. Immer in Bewegung, immer scheinend.

Was bin ich erleichtert, wenn ich sie nicht sehen muss !


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Regeninsel, auf keinen Fall tropisch – Mitmachblog

In Wien schwitzen wir derzeit um die 38 Grad herum, daher sind meine Inselträume kühl:

Unter dem Baum konnte man sich auf eine Bank setzen und sich dicht am Stamm anlehnen. Gerade begann es zu regnen. Die Tropfen fielen auf den Baum und sprangen dann von den obersten Blättern immer tiefer. Sie wurden kleiner und langsamer und zu Beginn des Regens blieben sie hoch im Baum. Die Tropfen verteilten sich auf einzelnen Blättern und trafen nicht bis auf die Erde.

Auf der Bank sitzend hörte man ein entferntes Rieseln, ein sehr leises Trommeln. Die Luft war frisch und begann nach Regen zu riechen. Es fehlte noch die Geruchskomponente der nassen Erde. Langsam wurde das Gewicht des Wassers auf den Blättern größer und es spritzten ein paar Tropfen auf die Bank und eventuell dort Sitzende. Das Trommeln wurde etwas lauter, der Erdgeruch intensiver. Es regnete wirklich.

Ein leichter Wind blies Wasserschleier vorbei. Es war  möglich unter dem Baum zu bleiben und vorläufig nur wenige Tropfen Wasser zu spüren, man konnte aber auch unter dem Baum hervortreten, die Arme ausbreiten und die Tropfen im Gesicht spüren; ein Tanz im Regen , bei besonderer Begabung auch zwischen den Tropfen.

Am Strand konnte man sich an allen Orten, die bei Sonnenschein Schatten spendeten nun vor dem Regen unterstellen. Die Wasserschleier zogen vorbei, Regenpfeile trommelten auf das Meer. Die Gräben der Sandburgen wurden geflutet, mit Händen und Zehen ließen sich Skulpturen aus Sand und Wasser bauen, die die nächste Flut wieder mitnehmen würde. Der Regen belebte die Welt aller Sinne.

Tatsächlich hatte es um 8 Uhr früh schon fast 28 Grad und es sollen noch 10 weitere dazukommen.


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Tristesse – ABC-Etüden

lz abc.etueden schreibeinladung 3 cafeweltenall 29.17 | 365tageasatzaday

Ich wollte einen ganz düsteren Text ausprobieren mit diesen potentiell fröhlichen Wörtern. Wahrscheinlich gibt es aber gar keine fröhlichen oder traurigen Wörter, man kann aus jedem „Rohstoff“ alles machen

Tristesse

Sie ging über das vor Feuchtigkeit glänzende Kopfsteinpflaster über den Hinterhof, vorbei an der Buddelkiste. Dort wurde Abfall jeder Art gelagert: von Exkrementen und Küchenabfällen bis zu kaputten Möbeln, alten Schuhen und einer Menge nicht mehr definierbarem Müll.

Die Buddelkiste war das einzige Thema, das die ansonsten von jeder Illusion und Leidenschaft befreiten Hausbewohner vorübergehend aus ihrer Lethargie wecken konnte. Endlos wurde darüber schwadroniert wer welche Objekte dort abgelegt haben könnte und was dagegen zu unternehmen wäre. Zwar hatte  noch nie jemand irgendetwas unternommen, aber es blieb doch die Möglichkeit, dass eines Tages über den Umweg der Buddelkiste etwas Aufregendes und Lebendiges entstehen könnte. Alle ahnten es, aber niemand hatte noch den entscheidenden Schritt gewagt.

Es begann wieder zu regnen und sie beeilte sich zu ihrer Wohnungstür auf der anderen Seite des Hofs zu kommen. Wie jeden Tag machte sie sich im Kopf einen genauen Plan, wie sie den Rest des Tages verbringen würde. Nur keine Leerläufe. Ihr Tanzbein war längst gebrochen.


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Die Kiste- ABC-Etüden

lz abc.etueden schreibeinladung 3 cafeweltenall 29.17 | 365tageasatzaday

Die Kiste

– Die neue Nachbarin, die aus Hamburg, hat die Kinder in ihre Buddelkiste eingeladen.

– Wohin?

– Buddelkiste, ja ich weiß auch nicht was das ist, aber sicher nicht gefährlich

– Hmmm, vielleicht Pudelkiste, ein Hundezwinger oder Paddelkiste, ein Schlauchboot

– Ach, red doch keinen Schmarrn. Übrigens ist die neue Sandkiste geliefert worden, aber ohne Sand. Der Angestellte hat endlos herumschwadroniert und dann die Lieferung bis spätestens Mittwoch versprochen, wahrscheinlich kommt sie am Freitag.

-Immer dasselbe, so ein Chaotenverein. Aber weißt du was, wir drehen die Sandkiste um und machen draus eine Bühne, dann können die Kinder das Tanzbein schwingen und wir erfahren, was eine Buddelkiste ist.

-Supi, genial !


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Österreichische Zustände – ABC – Etüden

Eine kleine Etüde

Es muss eine klare Zäsur gebe

n, keine wischi-waschi Pläne, die irgendwann in einer nicht näher definierten Zukunft umgesetzt werden sollen. Klare Ziele, klare Wege, jederzeit kontrollierbarer Ist-Zustand. So muss das neue Leben aussehen. Transparente Handlungen, abhängig nur vom eigenen Willen, nicht von esoterischem Geschwafel und dem Stand der Mondsichel. Der Wille zählt, aber die Handlung muss ausgeführt werden nicht nur geplant. (5)

Soweit die Theorie, aber will ich das ? Vielleicht eine kleine Zäsur, nicht ganz so kontrollierbare Zustände, der Vollmond als Ausrede für dies und das. (7) Ein Kompromiss, jawohl ein Kompromiss muss her, keine Zäsur, wie bin ich nur auf die blöde Idee gekommen. Der Kongress tanzt !


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ABC-Etüden – Betäubung

Da unten war es. Dort hatte sie drei Wochen lang jeden Nachmittag verbracht. Zwischen Blüten und Gerümpel, voll Sehnsucht, voll Lust, voll Sommer und Jugend. Den Geruch der Liebe auf der Haut, den Geruch des Gerümpels in der Nase, die Brustwarzen steinhart. Auch das kleinste Stück Stoff war zuviel. Bittersüß der Abschied jeden Abend, der Abschied und das Versprechen am nächsten Tag wiederzukommen.    Stacheldrahtreste, spitze Steine, die sich in die Haut bohrten, betäubender Duft von Sommerblüten und sonnenheißem Metall.  Sie hatte seinen Namen nicht erfahren, nicht woher er kam und nicht wohin er ging, aber sie erkannte seinen Körper ganz und gar. Heute sah sie mit ihren Alltagsaugen nur noch den verrottenden Bunker überwuchert von Brombeerranken und Brennessel.