la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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ABC-Etüden – Französisch Koloniales

Ihr Hintern in dem engen Wickelstoff wogte an ihm vorbei in seinem Herrenzimmer auf der Farm. „Ständig geil, diese schwarzen Weiber“ dachte er.

Dann sagte er das gefürchtete „komm“. Das konnte jederzeit, überall stattfinden, im Herrenzimmer, auf den Treppenstufen, in seinem Bad. Der Herr war jung. Was dann folgte war eine Form der Vergewaltigung, die dem Opfer keinerlei Möglichkeit bot sich zu wehren, auch keine Möglichkeit sich  der unendlichen Abfolge  demütigender und schmerzhafter Situationen zu entziehen.

„Café au lait“, Milchkaffee, nannte man die Kinder, die aus diesem Missbrauch der weiblichen Dienstboten in französischen Kolonien hervorgingen. Sie lebten rechtlos im Haus ihrer Erzeuger. Die Sitten in von anderen Ländern kolonisierten Gebieten unterschieden sich nur durch die Sprache.

 


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ABC-Etüden – Geluntergang

Geluntergang

Seit 10 Jahren trage ich Gel-Nägel; Blümchen, Glöckchen, Abstraktes, Pünktchen, Streifen, Sonne und Mond. Ständiges Herumfriemeln an den Fingernägeln gehört da dazu. Jetzt ist Schluss damit ! Der gestrige Alptraum war schrecklich: die Nägel samt Glöckchen, Pünktchen und Sonne und Mond lösen sich auf in eine puddingartige Substanz. Horniges Gelb, brüchiges Blau, zerfasertes Rosa. Weltuntergang folgt !


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Griechische Dialoge

Die Zeichnung ist von Gerda Kazakou. Ich habe sie mir frech herübergeholt um den Protagonisten beim Dialog ins Auge schauen zu können

Rechte Figur:  Vorsicht ! Gleichgewicht ! Wieso stehst du überhaupt auf einem Bein ?

Linke Figur: Qui Gong, der Kranich macht seine Hausübungen nicht

Was? Welcher Kranich ? Wolltest du nicht einen Hamster ?

Schon, aber du wolltest ja gleich ein Laufrad dazu kaufen. Jetzt lerne ich Qui Gong.

Gib mir Geduld !! Warum musst du dazu in diesen diffusen, farblosen Wolken einbeinig herumstehen ? Warum gehst du nicht wie andere Leute auf die Volkshochschule ?

Na ja, die musst du mir erst hinmalen

Dafür ist die Gerda zuständig

Beide: GERDA !!

 


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Perlenketten – Mitmachblog

Das Thema lautet: „Perlen“. Das Erste, was mir dazu einfällt, sind konservative Politikerinnen. Auf Anhieb fällt mir keine einzige österreichische, konservative Politikerin ein, die nicht manchmal oder fast immer eine Perlenkette um den Hals trägt, weiße Perlen, schwarze wären wahrscheinlich nicht konservativ genug. Selten gab und gibt es konservative Politikerinnen, die schönen, originellen Schmuck tragen, aber mindestens eine Perlenkette haben sie offenbar alle. Warum das so ist, wüsste ich wirklich gerne; welcher geheimnisvolle Zusammenhang zwischen diesen Damen und den Muscheln in den Perlenzuchtbecken besteht ?

Am billigsten sind Süßwasserzuchtperlen. Da gibt es schon welche um 5 Ratenzahlungen zu je 10 euro. Diese Kategorie werden die wertkonservativen Damen eher nicht tragen. Wirklich teure Perlen, zum Beispiel schwarze Tahiti-Perlen habe ich auch noch um keinen konservativen Politikerinnenhals gesehen. Die sind wahrscheinlich zu extravagant, obendrein könnten sie vielleicht von einigen Wählerinnen und Wählern nicht als Perlenketten erkannt werden. Das wäre nicht gut. Eine zwar bescheidene, fleißige, aber doch geschmackvoll gekleidete konservative Politikerin trägt eine weiße Perlenkette zum Kostümchen oder eventuell zum Business-Hosenanzug. Dazu passende Ohrstecker mit einer Perle, niemals hängende Ohrringe.

Wie das mit den deutschen, konservativen Politikerinnen ist, habe ich noch nicht beobachtet. Frau Merkel trägt zu ihren Jacken im gleichem Schnitt in unterschiedlichen Farben meistens irgendeine Kette. Perlen habe ich da noch keine gesehen.Wahrscheinlich herrschen da noch strengere Regeln und eine Perlenkette hat schon was Frivoles an sich. Wie rote Schuhe. Allerdings, wie ist das mit dem Papst und den roten Schuhen ?

Komplizierte Labyrinthe sind die Vorschriften des guten Benehmens und der politischen Opportunität. Ob wohl Zum Beispiel eine Tiroler Bürgermeisterin (so viele gibt es ja davon gar nicht) auch ein Perlenkettchen trägt ? Nur wenn sie nicht im Dirndl unterwegs ist, aha, dafür gibt es passenden Trachtenschmuck. Naja, der ist wohl aus Silber

Interessant, ob sich wohl der hochtoupierte orange Windstoßhaarschmuck bei egomanisch-narzistischen Politikern weltweit durchsetzen könnte ? Wird wohl davon abhängen wie groß die Zielgruppe potentieller Kunden ist und zu wie tiefen Verbeugungen die Hersteller solcher exklusiven Haartrachten bereit sind.


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3 Wort-Geschichte

Meermond hat mich eingeladen und nachdem ich gerne fabuliere, habe ich gleich losgelegt. Welche drei Worte ich eingebaut habe, steht am Ende der Geschichte. Isabella hat das Projekt auf den Weg geschickt ….

Er war ein wenig seltsam, ziemlich seltsam sogar, aber nett, wirklich nett. So lautete die einhellige Meinung seiner Nachbarn. Aus seinem Namen Bodo-Stanislas war schon sehr früh Boläuschen geworden. Ob sein Name aus der Überzeugung seiner Eltern entstanden war, dass er ein ungewöhnlicher Mensch wäre, oder ob vielmehr der Geschmack seiner Eltern auch aus dem üblichen Spektrum herausfiel, ist nicht überliefert.

Jedenfalls war Boläuschen ein Mensch, der widersprüchliche Charakterzüge in sich vereinte. Einerseits war er über alle Maßen genau und pingelig, ja zwänglerisch in allem, was seinen Haushalt betraf. „Er schneidet den Rasen mit der Nagelschere“ sagten seine Nachbarn kopfschüttelnd, aber durchaus wohlwollend. Schließlich mussten sie sich nie darüber beschweren, dass die Samen seines Unkrauts zu ihnen hinüberwehten.                                                                                                                                                                                                                    Andererseits war er von sprühender Kreativität und bestritt seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Erfindungen futuristischer Gerätschaften. Sein größter Erfolg war die Heckenschere mit den Kreativprogrammen für den Hobbiegärtner. Seitdem dieses Gerät mit  großem kaufmännischen Erfolg in den Baumärkten angeboten wurde, war Leben in die öden Thujenlandschaften der heimischen Gärten gekommen. Es gab seither Hecken mit kugelförmigen, dreieckigen, tetraederförmigen und gewellten Teilen. Das Programm „Burgschießscharte“ war  besonders beliebt, vor allem bei leicht paranoiden Gartenbesitzern. Aber die Premiumversion der Heckenschere schlug alles, sie beinhaltete ein geniales, detailfreudiges Flugsaurierschneidprogramm. Die so erzeugten Flugsaurier waren nicht nur sehr eindrucksvoll sondern auch überaus vielseitig. Sie wurden zu Weihnachten oft zu Rentieren zweckverfremdet. Ein gewitzter Baumarktfilialleiter bot auch verschiedene Schilder an, die man den Heckensauriern umhängen konnte „Vorsicht pflichtgetreuer Saurier“ oder „Achtung Voldemort ist zu Besuch“ konnte man da lesen. Dafür konnte Boläuschen aber nichts. Man muss es ihm auch hoch anrechnen, dass er keine Tipps für die  Umfunktionierung der Flugsaurier in Osterhasen abgab.

Er arbeitete vielmehr an seinem nächsten Projekt. Das war natürlich geheim und zum allergrößten Ärger der Hacker-community lag die Chance etwas darüber herauszufinden tief unter Null. Boläuschen – man erinnere sich, er war seltsam – besaß keine Computer und somit auch keine ausspionierbaren Designerprogramme. Niemand wusste, welche Hilfsmittel er für seine Erfindungen benutzte. Tatsächlich lag sein wichtigstes Arbeitsgerät oft sichtbar und völlig ungeschützt auf einem Gartentisch herum. Es war ein Erbstück seiner Großtante Filomena, das er in größten Ehren hielt und ständig benutzte. Die vorwitzigen Nachbarskinder, die manchmal in seinem Garten herumschlichen, hatten das Ding oft gesehen, aber als ihnen völlig unbekannten Gegenstand nicht weiter beachtet. Boläuschens geliebter Rechenschieber lag unter dem Schutz der Anonymität des technischen Fossils unbehelligt auf dem Gartentisch.

So erfolgreich Boläuschen beruflich und auch in seinen allgemeinen zwischenmenschlichen Beziehungen war, so katastrophal sah es in seinem Liebesleben aus. Warum dies so war, bleibt der Fantasie der Leserschaft überlassen. Es gab allerdings in seiner näheren Nachbarschaft eine Dame, die sich heftigst in ihn verliebt hatte, dies aber noch niemandem erzählt hatte.Nicht einmal ihrer besten Freundin. Hätte sie dies getan, hätte sich die Neuigkeit ja auch schon längst herumgesprochen.

Boläuschens Verehrerin hieß Hannelore und machte ihrem Namen alle Ehre. Sie war tüchtig, bescheiden, vernünftig usw. Der bisher einzige Akt der Unvernunft in ihrem Leben war der Kauf eines alten Leuchtturms, in dem sie nun lebte. Der untere Teil war zu einem Souvenirgeschäft ausgebaut, in dem man Seemannsmützen, Mobiles aus kreischfarbig lackierten Seesternen, mit Muscheln beklebte Kerzen, Schwimminseln und ähnliche Dinge kaufen konnte. Im oberen Teil des Leuchtturms hatte sie sich eine Wohnung eingerichtet.

Obwohl sie eine so durch und durch nüchterne Person war, liebte sie Märchen. Wenn sie aus ihrem Leuchtturmfenster weit über Land und Meer blickte, fielen ihr so manche Geschichten ein; gelegentlich dachte sie auch an das Märchen von Rapunzel. Bewundernswert selbstkritisch überlegte sie dabei, dass ihr Kurzhaarschnitt und die sehr dünnen Haare wohl kaum dazu taugen würden, einen Prinzen daran heraufklettern zu lassen. Hannelore war jedoch außerordentlich praktisch veranlagt und sagte sich, dass eine Frau, die in einem baufälligen Leuchtturm wohnt ohnehin einen handwerklich tüchtigen Prinzen braucht und dass ein solcher sicherlich  für wichtige Notfälle wie das Erklimmen eines Turms eine Feuerwehrleiter in der Garage bzw im Pferdestall hatte. Auch das Märchen von Dornröschen gefiel ihr sehr, die Sache mit dem Spinnrad und der bösen Fee. Nur fand sie, dass gleich 100 Jahre lang zu schlafen, doch eine große Zeitverschwendung darstellte……

Wie die Geschichte weitergeht, verrate ich nicht, weil ich es eh nicht weiß. Die 3 Wörter sind untergebracht ….  Vielleicht mag jemand die Figuren und fabuliert weiter. Ich möchte niemanden besonders einladen obwohl mir mehrere blogs einfallen, in denen gern und öfter fabuliert wird. Aber vielleicht möchte gerade jemand teilnehmen, an den/die ich gar nicht gedacht habe …….

Die Wörter zu meiner Geschichte waren Nagelschere, Rechenschieber und Feuerwehrleiter.

Ich schlage auch drei Wörter vor:

                                          Biedermeierschreibtisch

                                           Maulwurfshügel

                                           melancholisch

Viel Vergnügen !


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Schöpfung im Kleinen

Was doch so ein häßliches, banales Karo-Hemd der Fantasie alles anbieten kann:

img_8864Die Schlangenlinien der Schatten, tiefeingegrabene Täler in undurchdringlicher Dunkelheit, die Grüntöne, die durch Beschattung und Blauspiegelung im Gelb erscheinen, aufgeworfene Faltengebirge, die durch eine einzige Bewegung in die flachste aller Ebenen verwandelt werden können; vielleicht aber auch in eine Hochebene unter blendender Sonne. Die achtlose Naht rechts oben hebt ein Stück Anti-Materie heraus, verschwommen und von anderer Konsistenz als die benachbarten Flächen.

Flatternde Bewegungen, der Wind ist nicht stark, aber anhaltend, die Linien wellen sich in immer wieder anderer Zusammensetzung, Helles und Dunkles wabert durcheinander, ineinander, übereinander. Der Wind von unten aber erzeugt neue Berge und Täler, Sonn- und Schattseiten. Ein Koloratursopran schwingt sich die dunkle, mittlere Doppellinie hinauf und die Königin der Nacht katapultiert sich in die Schwärze oberhalb des Bildes.

Gemächlicheres findet auch statt. Das langsam fließende Rot intensiviert sich an den Überschneidungslinien und fließt nach der Begegnung wieder geschmeidiger und heller weiter. Das Blau ist ungelenker, der Farbton ungewiß und stumpf; es könnten Stauungen entstehen. Gelb breitet sich aus, offen für Farbmischungen, für immer neue Nuancen, immer neue Ausgangspunkte.

Nun könnten Menschen in diesen Landschaften erscheinen, bereit sich mit den Naturgewalten auseinanderzusetzen.


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Effiziente Bekämpfung von Lastern

Sie stand auf einer leicht schwankenden Leiter und versuchte einen Blick auf den höchsten Küchenschrank zu werfen. Irgendwann war doch ein Paket Zigaretten dort gelandet, nach einem wilden Streit mit Wolfgang, dem Nichtraucher mit dem sie nun schon fast 2 Jahre zusammenlebte. Ein Wunder eigentlich, dass sie ein Paar geworden waren.  Ach, es fehlten 5 Zentimer um auf dem Schrank ganz nach hinten greifen zu können !

Jetzt hatte sie aber wirklich beschlossen ein für alle mal mit dem Rauchen aufzuhören. Sie kletterte von der Leiter und suchte nach einem passenden Hilfsmittel um die Oberseite des Schranks vollständig absuchen zu können. Eine widerwärtige Gewohnheit das Rauchen, ja, ja, der Wolfgang hatte ja eh recht. Eindeutig ungesund, langfristig tödlich, für die gesamte Umgebung eine Zumutung. Irgendjemand musste da oben aufgeräumt haben, absolute Leere auf dem Schrank, nicht einmal eine einzige Zigarette.

Kalt war es heute auch noch. Der Automat, den sie ansteuerte war meistens gut gefüllt. Und wenn man bedenkt, wie Raucher riechen. Angeblich erschnüffeln manche Leute das von weiten, ganz zu schweigen vom Mundgeruch. Schrecklich ! Nein, es reicht, es hat jetzt ein Ende. Jetzt beginnt es auch noch zu regnen, na super und bei dem Automaten steht schon jemand. Womöglich bekommt der das letzte Packl! Scheiße nochmal !

Sie nahm den ersten Lungenzug. Toll wird das werden, wenn ich aufgehört habe, allein schon , was ich an Geld sparen werde. Dann werde ich mich belohnen und für jede ungerauchte Zigarette bekomme ich dann soundsoviele Punkte und wenn ich eine bestimmte Anzahl gesammelt habe, gehe ich in die neue Boutique ums Eck. Es regnete zwar schon ziemlich heftig, aber sie ging nochmal zurück zum Automaten und kaufte ein paar Schachteln mehr auf Vorrat. Im Regen ist es aber echt schwer sich eine anzuzünden, man kann dann auch zuhause die Fenster nicht aufmachen, wegen dem Geruch.

Das allerwichtigste beim Abgewöhnen einer Sucht, ist der Entschluss es auch zu tun. Eben! Bah, man weiß nicht was ärger ist beim Zigaretten anzünden, Regen oder Wind .

+++++ mein Beitrag zum Mitmachblog +++++