la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Der blaue Nil -ABC-Etüde

 

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Ulli vom Café Weltenall

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Nachdem mir derzeit absolut keine Geschichten einfallen wollen, greife ich auf das bewährte Einfach-drauflos-Schreiben zurück. Und siehe da, das geht auch in genau 300 Wörtern

„Die Quelle des Blauen Nil“ hatte für mich immer einen ganz besonderen Reiz, dessen Ursprung ich nicht nachverfolgen kann. Habe ich als Kind irgendwo gehört oder gelesen, dass diese Quelle für die europäischen Erforscher des afrikanischen Kontinents eine große Herausforderung darstellte, dass sie lange nicht gefunden wurde ? Jedenfalls entwickelte sich die „Quelle des Blauen Nil“ zu einem Ausdruck, den ich immer noch richtig gerne höre und schreibe, der abenteuerliche, mystische Bilder aufsteigen lässt.   

Der blaue Nil ist nicht blau, er führt eine Menge Sedimente mit und ist daher dunkel, was in der Übersetzung aus dem Arabischen in europäische Sprachen zu „blau“ wurde. Es würde sich unbedingt lohnen, in Bibliotheken und auch im Netz nach Übersetzungsfehlern zu stöbern, die im Laufe der Geschichte wichtige Auswirkungen hatten. Beim Blauen Nil ist das nicht der Fall, aber wenn ich zum Beispiel an den Apfelbaum im Garten Eden denke. Ein überaus interessantes Thema.

Ganz griesgrämig werde ich, wenn ich denke, mit welchen Banalitäten des Alltags ich mich beschäftige, statt mich in die lichten Höhen der Forschung zu begeben. Ich weiß, dass auch mein Bild der Forschung in alten Dokumenten ein stark romantisiertes ist. Tatsächlich ist das ein Kampf gegen Staub, Verwesung und unleserliche Handschriften in den Tagebüchern längst selbst zu Staub gewordener Menschen.

Andere Menschen träumen von Prinzen auf weißen Rössern. Nur zu. Bei mir sind es die alten Dokumente und die Quelle des blauen Nil. Wobei das Zusammentreffen von Quellen und Dokumenten für letztere sehr schlecht ausgehen könnte. Die Tinte löst sich auf und fließt in den Nil, der dadurch tatsächlich blau wird.

Solche Bilder sind wohl eine Art Selbstbefriedigung des Hirns in Zeiten des Shut-Downs bzw eine Entschuldigung für meine Antriebslosigkeit. Wer oder was hindert mich daran, zu einem Thema, das mich interessiert zu forschen? Nur ich selbst.

300 Wörter


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Romantik ohne Leben – Impulswerkstatt

 

Mein erster Beitrag zum November in der Impulswerkstatt. Wie sich zeigt, bin ich gerade sehr unromantisch unterwegs. Eigentlich meistens. Ich hatte einen völlig anderen Text im Sinn, aber dieser hat sich mit Erfolg vorgedrängt.

 

 

Das Meer streckt die Finger aus nach dem Land. Die Steine hat es schon zu Sand zerrieben, nun nähert es sich wieder, streicht den Sand glatt und hinterlässt Luftblasen. Mit Luftblasen kenne ich mich aus.

„Et la mer efface sur le sable les pas des amants désunis” mein heutiger Ohrwurm, nachdenklich, melancholisch… Mich aber stimmt es heiter, das Lied von den im Sand verwischten Spuren der Liebenden. Das Bedauern über den Verlust so mancher Geliebter hält sich in Grenzen.

Was bin ich froh, dass ich dich los bin mit deinem romantischen Getue vom „immer und ewig“ und „den verwandten Seelen“ und von „Liebe besiegt alles“ und dem ganzen Geschwurbel und Geschlabber.

Wenn es darum ging einen Dichtungsring auszuwechseln, wolltest du dir deine edlen Pianistenhände nicht schmutzig machen. Füreinander geschaffen waren wir, du für die Freuden des Lebens, ich für alles andere. Das Begießen der blauen Blumen der Romantik war dein maximaler Beitrag zu den Niederungen des Alltags.

Du konntest unmöglich selbst das Auto zum Mechaniker bringen, du musstest dir ja Liebesschwüre ausdenken, die du dann deklamieren konntest wenn ich vom Mechaniker zurück war und in aller Eile das Abendessen kochte. Ein paar Butterbrote wären eines in ewiger Liebe verbundenen Paars wie uns beiden nicht würdig gewesen. Und dass du selbst etwas gekocht hättest, entsprach nicht deinem Image als romantischer Liebhaber.

Als Liebhaber warst du allerdings wirklich gut, das muss ich dir lassen. Perfekt wäre es gewesen, hättest du dabei gelegentlich auch den Mund gehalten und nichts Gereimtes rezitiert. Auch auf die ausgewählten Passagen aus Romeo und Julia hätte ich in dem Zusammenhang gerne verzichtet. Dagegen hätte es meine Libido sicher noch gesteigert, wenn du es einmal geschafft hättest die Waschmaschine in Gang zu setzen oder den Staubsauger zu schwingen.

Die Welt wolltest du mir zu Füßen legen und dem ganzen Universum von unserer Liebe künden, die so hell leuchtete wie das Firnament. Deine Metaphern waren eher durchschnittlich.  Es musste aber jemand den Rasen mähen und neue Glühbirnen besorgen. Du warst es nie, warst immer ausgelastet mit Künden, Jubilieren oder Dichten während ich den Zaun strich oder die Steuererklärung machte.

Ich wählte und kaufte das neue Sofa, dein Beitrag dazu war es, dekorativ darauf herumzuliegen. Das Dekorative kann man dir ja nicht absprechen. Dein reizender Engel war ich. Wahrscheinlich deswegen, weil Engel mit Flügeln ausgestattet sind und somit sehr schnell gewünschte Dinge herbeischaffen können.

Zugehört hast du mir nie, du musstest ja von den ewigen Bindungen des Fleisches und der Seele labern, die über viele Leben hinaus andauern. In diesem Leben musstest du dich wohl von den vorhergegangenen ausruhen und für die zukünftigen stärken.

Such dir doch einen anderen bezaubernden Arbeitsengel !

„Et la mer efface sur le sable les pas des amants désunis”

Endlich!


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Novembermitte bei der Impulswerkstatt

Liebe Besucherinnen und Besucher der Impulswerkstatt,

Nun sind schon zwei Wochen November vergangen und in der Werkstatt wurden 14 Beiträge geschrieben, gezeichnet, gemalt. Es freut mich, dass auch Besucher und Besucherinnen dabei sind, die beim ersten Mal noch nicht mitgemacht haben. Die Zusammenfassung des Monats und alle links gibt es wieder am 30.November. Ich bin extrem gespannt, ob diesmal vielleicht jemand ein passendes Kochrezept in der Werkstatt kreiert ? Vieles andere, kann ich mir auch vorstellen.

Für diejenigen, die das Schreibprojekt noch nicht kennen, gibt es hier eine Erklärung: so hat´s begonnen

Wer sich die Beiträge der Oktober-Runde ansehen möchte, kann das entweder über den Reiter „Impulswerkstatt“ auf diesem Blog tun oder einfach diesem Wegweiser folgen: Zusammenfassung der ersten Runde (Oktober).

Die beiden Impuls-Fotos stelle ich nochmal hier rein. Man kann schließlich gar nicht genug Schreibanregung bekommen. Ich zum Beispiel war im November bis vor kurzem total uninspiriert, die Frau Flumsel war da viel flotter, aber jetzt ist mir ein Textchen eingefallen, das im Lauf des Tages fertig werden wird. Hoffe ich zumindest !

Ich werde demnächst die Ärmel hochkrempeln und mir zu meinem eigenen Bild auch noch etwas einfallen lassen. Fein, wenn wir uns in der Impulswerkstatt treffen sollten…


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Mein inneres Kind – ABC Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Kain Schreiber (bei dem ich mich frage, ob er Kain mit Vornamen heißt?)

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Gutenberg-Anmerkungen: Den Text habe ich von Word rüberkopiert. die Formatierung blieb erhalten. Der größere Abstand zwischen vorletztem und letztem Absatz ist beabsichtigt. Lästig fand ich, dass ich die selbstkomponierte Textfarbe über jeden Absatz einzeln legen musste.

ICH WILL, ICH WILL, ICH WILL. Keine Spur von lieblichem Augenaufschlag, süßen Patschhändchen und reizendem Gebrabbel. Mein inneres Kind ist sehr energisch, energiegeladen, neugierig und abenteuerlustig. Und sehr hartnäckig im Verfolgen ihrer Ziele. Sie ist natürlich kein „es“ sondern eine „sie“, ganz eindeutig.

Sie kann auch sehr charmant sein, richtig lieb und anschmiegsam solange, ja solange alles nach ihrem Kopf geht. Sie ist wie alle Kleinkinder ein Monster an Egoismus. Die Möglichkeit mit anderen zu teilen oder deren Bedürfnisse zu respektieren gehört noch nicht zu ihrem Verhaltensrepertoire. Soziales Verhalten lernt ein Mensch erst später in seinem Leben, oder gar nicht.

Manchmal muss ich sie aus gefährlichen Situationen retten. Lebenserfahrungen hat sie ja noch keine und sie stürmt immer voran, wenn etwas ihre Neugier geweckt hat. Dass auf dem Weg dahin vielleicht eine tiefe Grube mit Krokodilen liegt, ein dicker LKW um die Ecke biegen könnte oder der Nachbar Schmidt mit gierigen Augen lauert, ist ihr nicht klar. In solchen Fällen muss ich dann eingreifen.

Verspielt ist sie auch und sehr kreativ, ein Vergnügen ihr zuzusehen, meistens darf ich auch mitmachen bei den schwankenden Konstruktionen und wilden Bildern. Die versteinerten Gedankengänge wellen sich dann plötzlich und tuten und piepen. Wenn man keine Konsequenzen und Risiken in Betracht zieht, ist das Leben zwar sehr gefährlich aber auch sehr bunt und vielfältig. Wir lachen oft und viel miteinander. Alles in allem sind wir ein höchst erfolgreiches Team.

 

Bei Tageslicht entdeckt sie die Welt, wenn das Nachtlicht zum Fenster hereinscheint, schläft sie. Beides tut sie mit vollem Einsatz. Auf ihre Energie, ihre Neugierde, ihre Kreativität und Verspieltheit greife ich gerne zurück. Manchmal gestattet sie mir das, manchmal auch nicht. Manchmal ärgere ich mich so heftig über sie, dass ich sie gerne zur Adoption freigeben würde, aber was würde mir da nicht alles fehlen !  

300 Wörter


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Männergespräche

Hannes saß in Manfreds Küche und starrte aus dem Fenster. Es war gerade erst sechs Uhr abends, stockdunkel und er konnte den Wind hören, von dem er wusste, dass er die schon abgefallenen Blätter um die Hausecke trieb und an den Bäumen hart rüttelte. Manfred musste ihn mehrmals ansprechen um sich bemerkbar zu machen.

Bist du eigentlich da im Kopf? fragte er Hannes, der nervös mit den Fingern verschiedene Rhythmen klopfte.

Ach, seit dem Terrorangriff haben wir zuhause die Hölle murmelte Hannes und schüttete das Bier, das als gemütliches Element des Männertreffens gedacht war mit einer Drehung des Handgelenks in sich hinein. Die Sandra hat eine neue Freundin, die ich am liebsten auf den Mond schießen würde.

Du meinst sie hat sich dem anderen Ufer zugewendet, fragte Manfred und bot kein weiteres Bier an.

Ich glaub` fast, das wär mir lieber. Nein, diese Uschi ist eine Überdrübergutmenschin, die sich in jedem Satz dafür entschuldigt, dass sie überhaupt existiert.

Uschi? fragte Manfred, die mit dem Lerncafé für Kinder und Erwachsene ?

Nein, nein, das ist ja eine vernünftige Frau mit einem tollen Projekt. „Unsere“ Uschi steht mit keinem Fuss auf irgendeinem Boden. Die würde sich am liebsten zur Sühne selbst auflösen, weil sie doch Europäerin ist, und die Europäer für alles Übel auf der Welt verantwortlich sind.

So ganz unrecht hat sie da ja nicht, meinte Manfred und schob die Canapés über den Tisch zu Hannes hinüber. So wie sich das anhörte, würde eine gewisse Grundlage für das wahrscheinlich nachfolgende Bier nötig sein.

Ja, aus geschichtlicher und politischer Sicht hat sie natürlich völlig recht, aber die Uschi fühlt sich persönlich verantwortlich für jedes Unrecht, das in dieser schönen Welt jemals passiert ist und hat eine penetrant missionarische Welteinstellung. Stundenlang redet sie auf die Sandra ein um ihr „bewusst zu machen“ – hier klang der sonst so freundliche Hannes richtig zynisch und aggressiv – dass wir alle ganz große Schweine und Verbrecher sind. Jeder einzelne von uns. Vor allem natürlich wir Männer, wir weißen Männer, auch wenn wir nicht alt sind.

Wir toxischen, weißen Männer. „Toxisch“ hast du noch vergessen. Obwohl man sagen muss, dass da objektiv betrachtet auch sehr viel dran ist, sagte Manfred nachdenklich.

Ja eh, allgemein. Aber, dass meine langjährige Freundin mit der ich bis vor kurzem eine glückliche, harmonische Beziehung hatte, mich plötzlich toxisch findet und uns beide imperialistisch…

Verstehe

Das war schon schlimm genug. Seit dem Terroranschlag ist es aber unerträglich geworden. Da wird in unserem Wohnzimmer nur noch stundenlang Mitleid mit dem Mörder versprüht. Der arme junge Mann, der vom Westen – sprich von uns allen – so schlecht behandelt wurde. In Mödling ist er aufgewachsen, ein paar Jahre in die HTL gegangen. Klingt das wie die Biographie eines geschundenen Außenseiters ?

Nein, aber man kann natürlich in niemanden hineinsehen, wie er sein Leben und die Umwelt empfindet

Ok, sagte Hannes, das trifft aber auf jeden einzelnen Menschen zu, überall auf der Welt, egal in welchen Verhältnissen und in welchem Umfeld. Und egal wie jemand aufgewachsen ist, ist das keine Entschuldigung für Mord.

Und was sagt diese Uschi dazu ?

Die hat sich eine totale Täter-Opfer-Umkehr zusammenfabuliert und beschießt damit die Sandra, täglich kommt mir vor.

Und was macht diese Uschi sonst ?

Sie leidet hauptberuflich an ihrer und unserer Schlechtigkeit. Sie hat auch nie irgendwas erzählt, dass sie konkret irgendjemandem bei irgendwas geholfen hätte. Sie wohnt auch in Mödling, im Speckgürtel, gleich neben der mittelalterlichen Altstadt. Vielleicht steht sie deswegen auf mittelalterliche Ideologien wie den Salafismus.

Jetzt wirst du unsachlich sagte Manfred.

Ja, sagte Hannes, ja, aber von außen ist es auch deutlich einfacher sachlich zu bleiben. Ich geh jetzt, damit ich vor acht zuhause bin, eine Pandemie mit Ausgangsbeschränkungen haben wir ja auch noch.

 


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Impulswerkstatt – Einladung für November

Liebe Werkstattbesucherinnen und  -besucher !

Frau Flumsel und ich (Myriade) haben uns sehr gefreut, dass ihr so zahlreich die Werkstatt besucht  und so viel zu ihrer erfolgreichen Eröffnung beigesteuert habt. Der erste Durchgang hat unsere Erwartungen für den Start dieses Projekts deutlich übertroffen.

Hier kommt nun der zweite Durchgang. Wer noch nicht weiß, worum es geht und dies auch erfahren möchte: So hat´s begonnen

Hier ist die Zusammenfassung der ersten Runde (Oktober), die sehr gut und vielseitig gelungen ist und – glaube ich – allen Beteiligten Freude gemacht hat.

Nun gibt es wieder zwei Fotos zur Inspiration. Ich bin schon sehr gespannt, in welche Richtung diesmal die Assoziationen gehen werden. Es fällt mir dazu schon einiges ein, aber das verrate ich natürlich nicht, Vielfalt soll ja in der Impulswerkstatt herrschen und Kreativität, ja und Vernetzung

Wir freuen uns also schon auf Texte, Gemaltes, Gezeichnetes, Fotografiertes, Musik?, Kochrezepte? oder was immer euch dazu einfällt.

   


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Das rechte Schreiben – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Judith von „mutiger leben“

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Echt, Mit „tz“ schreibt man „putzen“?? Wer hat sich denn das ausgedacht !!

Das ist momentan völlig wurscht. Können musst du es. „Trotz“ schreibt man übrigens auch mit „tz“ und „Schutz“ und „Schmutz“ und „Schmutzfink“. Nimm die Finger aus dem Marmeladeglas ! „Fink“ allerdings nicht mit „ck“

Geh, Mama, jetzt reicht´s aber für heute

Noch nicht ganz. Wie schreibst du zum Beispiel „fabelhaft“? Eben, mit „f“ nicht mit „v“ ! Was schreibt man denn sonst noch mit „f“ am Anfang ?

Fliege

Super!

Falter

Genau!

Fiel

„fiel“ von fallen schon, aber viel wie wenig mit „v“.

Grauslich ist das. Wozu braucht man das überhaupt ?

Fürs Leben, beziehungsweise für die nächste Schularbeit.

Wenn ich 1 … na sagen wir lieber 3 bekomme, darf ich dann mit Stefan und Flopsi auf den Abenteuerspielplatz ?

Wer ist denn Flopsi? Und wie schreibt man den?

Na, F-L-O-B-S-I natürlich

Aha, nicht so wie Mops oder mopsen?

Was heißt denn „mopsen“ ?

„stehlen“. Aber gut, das musst du nicht wissen. Dass man stehlen mit „h“ schreibt dagegen schon

Weiß ich, so wie „Pläne“ und „Mehlspeise“. Darf ich mir eine Esterhazy-Schnitte kaufen?

Wenn du weißt, wie man sie schreibt

Nicht mit „s“ weil sie ja nix mit „Hasen“ zu tun hat. Und mit „y“ nicht mit „i“ weil denen ja das halbe Land gehört, sagt der Papa.

Oho, der Papa arbeitet mit politischen Ansätzen. Wie schreibt man übrigens „Ansatz“?

Lang, also mit „tz“ weil ein Ansatz länger dauert als ein Hieb, den schreibt man mit „i“

Auch vom Papa?

Klar

Na dann. Also gut, mein Sohn. Wir werden weiterhin alle gemeinsam an deiner Rechtschreibung arbeiten. Aber für heute reicht´s !

300 Wörter


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Echter als das Leben

Echter als das Leben

Herbstlicher Nebel lag über dem Dorf als Ayla zu der Keramikhütte hinüberging. Der Boden war schlammig durch den Regen und die andauernde Feuchtigkeit und das Holz und die halbverfaulten Blätter verströmten Spätherbstgeruch. Sie trug ihren mit Fell gefütterten gewebten Umhang, ein Webstück mit einem ganz neuartigen Muster, das ihre Schwester erfunden hatte.  Immer schon hatten die beiden Schwestern in allem wettgeeifert und daher dachte Ayla schon eine Weile darüber nach, wie dieses originelle Webmuster von einer neuen Idee beim Töpfern übertrumpft werden könnte. Vielleicht eine neue Art des Brennens?

„Paketbote!  Frau Hilde Novak ?“

„Wer? Nein, ach so, Entschuldigung, ja Hilde Novak. Danke. Nein, das Paket für die Nachbarn nehme ich nicht.“

Auch wenn sie nicht mitging auf die Jagd kannte Ayla sich doch mit den Waffen der Männer aus. Sie konnte Holzspeere herstellen, zielsichere Waffen über viele Meter, sachkundig gebaut mit Schwerpunkt im vorderen Drittel. Stoßlanzen gehörten ebenso zu ihren Produkten wie Wurfhölzer für die Vogeljagd. Die Herstellung von Gerätschaften aus Holz und Stein, manchmal auch aus Bronze faszinierte sie. Ihre große Geschicklichkeit dabei hatte sie durch lange Übung erworben. Sie strich gerne über das geglättete Holz, war stolz auf die Perfektion. Manchmal hätte sie gerne ihren Namen eingraviert, aber etwas Starkes hielt sie davon ab, eine innere Stimme, keine Buchstaben, keine Namen.

In ihrem Haus hingen Waffen an den Wänden ebenso wie Keramikgeschirr um die Feuerstelle stand. Ein gut gebautes Haus aus Flechtwerk mit Lehm verstrichen, das Dach tief herunter gezogen und wasserableitend konstruiert. Ein wohlbestelltes Haus mit Webstuhl, Fellen und gefüllten Vorratskörben. Lange wohnte sie hier schon, konnte sich an ein Davor nicht erinnern.

„…. Und dann noch die Krüge. Hilde, wie schaut´s mit den Krügen aus?“

„Hilde !! “

„Was? Entschuldige, ich habe nicht zugehört.“

„Die Krüge, Hilde, die sind doch fertig, oder? Du hast noch nicht an der Uni angerufen“

„Ja sicher, die drei roten Krüge. Stehen in meinem Haus.“

„Ach, bist du jetzt schon hier eingezogen?“

Alle lachten, aber Hildes verwirrter Blick erschreckte sie und beschämte sie auch ein bisschen. Ihr herausragendes handwerkliches Geschick und ihre umfassenden Sachkenntnisse sicherten Hildes Platz im Team von Professor Stangl.  Dass sie in letzter Zeit immer zerstreuter, immer seltsamer geworden war, hatte bisher keinen sichtbaren Einfluss auf die Haltung des Professors gehabt, es führte aber zu Unruhe in der Gruppe.

„Wenn sie nicht so kompetent wäre“ sagte Professor Stangl zu seinem Kollegen, dessen Spezialgebiet urzeitliche Waffen waren. „Sie ist in Theorie und Praxis unschlagbar, nicht nur beim Töpfern. Als wäre sie damals dabei gewesen“

„Das ist ein Teil des Problems“ murmelte der Waffenspezialist .

 

Montag. Sie parkte auf dem leeren Parkplatz vor dem Dorfeingang. Im Dorf war niemand zu sehen. Das lag natürlich an der Kälte. Wer nicht auf der Jagd war, blieb im Haus und beschäftigte sich mit Winterarbeiten. Das würde sie auch tun. Ayla setzte sich vor ihr Haus und schnitzte weiter an einem Stück Holz, das eine glatte, gerade Fläche bekommen sollte.

Ein junger Mann kam quer durch das Dorf auf sie zu. Er gefiel Ayla ausnehmend gut  und sie winkte ihm zu. Kräftig gebaut, groß, mit langen Haaren. Er rief etwas, das klang wie „Hallo Hilde“. Komisch. Er kam näher, sie sah fröhliche Augen und einen meisterhaft gestrickten Pullover. Wieso konnte er einen gestrickten Pullover haben? Auch seltsam. Übermütig lief er die Böschung vor ihrem Haus hinauf. Sie sah ihn so irritiert an, dass er annahm, dass sie sich nicht an ihn erinnerte.

„Du weißt doch, ich bin der Wolfgang, ich dissertiere beim Professor Stangl

„Ja“ sagte Ayla „ja, ja. Ich habe gehört, ihr wollt eine neue Getreidemischung für´s Brot ausprobieren.“

„Ja, genau, deswegen bin ich heute da. Magst du kosten?“

Wolfgang war erst seit ein paar Tagen beim Team der experimentellen Archäologen und er konnte Hilde noch nicht so recht einordnen. Er wusste, dass der Professor sie  sehr schätzte und als seine Hauptassistentin betrachtete. Die anderen respektierten ihre Kompetenz, behandelten sie aber ansonsten wie eine schrullige Außenseiterin, genau betrachtet noch etwas mehr als schrullig.

Gar nicht schlecht das neue Brot, Ayla wollte selbst dahinterkommen, wie das Getreide gemischt worden war. Sie kaute aufmerksam und beschäftigte sich weiter mit ihrer Holzplatte. Wolfgang war verschwunden und würde wohl so bald nicht wiederkommen. Schade irgendwie, aber daran wollte sie nicht denken.

Ayla packte ihre mitgebrachten Schätze aus, der selbstgemischte Rötel aus dem richtigen Gestein war eine besondere Kostbarkeit. Damals hatte sie regelmäßige Bergtouren gemacht und verschiedene Gesteine geklopft. Schatten von  Erinnerungen, die ihr oft bizarr vorkamen und Unbehagen verursachten, wenn sie sie weiter verfolgen wollte.

Die rote Farbe für die Schlange, die sich im Kreis bewegte und schließlich selbst verschlang. Auch das schwarze Pigment und das ganz helle hatte sie selbst hergestellt und trug die Farben mit dem zu Urzeiten verwendeten Bindemittel auf. Mit ruhiger Hand malte sie auf das geglättete Holz, mit den Werkzeugen zu denen sie lange geforscht hatte bevor sie sie herstellte.

Da stand nun die fertige Holzplatte. Ein schönes Stück, ein Beweis für die Bedeutung der Schlange und auch für die Bedeutung der Kunst seit jeher. Die verwendeten Farbpigmente, die nicht aus der näheren Umgebung stammen konnten, bewiesen auch die Existenz uralter Handelswege quer durch Europa bis weit in den asiatischen Raum hinein.

Sie nahm einen der Nägel, die ihre Kollegen kürzlich geschmiedet hatten, schlug ihn in die Wand und hängte die fertige Platte auf. Sie war sehr zufrieden mit dem Werk, die warnende Stimme war gerade leicht zu überhören. Sie missachtete deren dringende Warnung vor Buchstaben als sie „Bronzezeit“ auf ein Stück Rinde schrieb und es unter die Zeichnung hängte.

 

„Was haben Sie sich dabei nur gedacht, Hilde ! Eine selbstbemalte Holzplatte auszustellen, mit Datierung in die Bronzezeit! Ausgerechnet am Tag der Inspektion für die Genehmigung der neuen Forschungsgelder ! Sind Sie denn noch bei Trost! Sollte das womöglich ein Scherz sein ?!“

„Alles Originalwerkzeuge, nur echte Werkstoffe“ murmelte Hilde. Es gelang ihr nicht, ihren Blick zu fokussieren und den wütenden Professor Stangl anzusehen.

 

Ein Hochhaus aus viel Glas, in dem sich der Himmel spiegelte. Manchmal waren es auch die Vorzimmer der Hölle mit glänzenden Namensschildern. Facharzt für Psychiatrie Prof. Dr. Müller, Verhaltenstherapie Evelyne Huber, Coaching Adalbert Hübsch …

 

„Wissen Sie Frau Novak, so etwas kann jedem von uns passieren, vor allem wenn sie in ihrem Beruf so kompetent sind wie man mir berichtet hat. Wenn die Balance zwischen Beruf und Privatleben ins Schwanken gerät, wenn man sich mit dem Beruf stark identifiziert und das Gegengewicht im Privatleben fehlt.“

„Ja, sagte Ayla das sollte nicht passieren.“ Sie überlegte dabei, ob sie mit den Männern auf die Jagd gehen könnte. Vielleicht kam Wolfgang auch mit.


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Impulswerkstatt – Zeit (Text 1 – Oktober)

Wenn ich über diesen Text noch einmal drüber ginge, würde es in Arbeit ausarten, daher bleibt er jetzt so, wie er ist und steht hier als mein erster Text zum eigenen Projekt. Aber ich habe gesehen, was das Austauschen eines Worts und das leichte Umstellen eines Satzes ausmachen kann.

Es begann an einem Sonntagmorgen in einem gemieteten Ferienhaus, in dem Bett, das sie mit ihrem Mann teilte. Sie wusste nicht, wie lange sie schon bewegungslos auf dem Rücken lag und erfolglos versuchte ihre Hand zu bewegen. Es fühlte sich an, als würde der Befehl nicht weitergeleitet, als hätte sie die Kontrolle über ihre Nervenbahnen und ihre Gliedmaßen verloren. Licht und Schatten spielten auf ihrer Hand, die Linien schienen sich zu vertiefen, die Gelenke pulsierten, die Finger begannen, sich ganz leicht zu bewegen.

Sie war nicht sicher, ob sie überhaupt schon wach war. Zwar waren ihre Augen offen, sie konnte die Umgebung wahrnehmen, das Bett, das Fenster, den noch schlafenden Ludovic neben sich, aber alles erschien unwirklich und leicht verschwommen. Wie in einem Traum, der doch kein Traum war. Ihre dumpfen, langsamen Gedanken konnten begonnene logische Ketten nicht weiterführen, sie fielen auseinander, verknäuelten sich und eine Beurteilung der Situation war unmöglich.

Sehr langsam wurde alles wieder etwas klarer. Sie wollte sich ihrem Mann zuwenden, die vertraute, fließende Bewegung machen, mit der sie den Tag meistens begann. Doch das Drehen ihres Körpers geriet zu einem stockenden, schmerzhaften Holpern. Sie konnte die Knie kaum abbiegen, der Arm, den sie um Ludovic legen wollte, war so schwer, dass sie ihn fast nicht heben konnte. Nur mit großer Mühe gelang ihr die Bewegung. Ihre Benommenheit vernebelte die aufsteigenden Panik.

Durch die Berührung, die sich ganz anders anfühlte als sonst, wachte Ludovic auf. Er gähnte und wollte sie an sich ziehen. Ihre Angst, durch seine Berührung könnte sie auseinanderbrechen. Sein Entsetzen, ihr Oberschenkel ähnelte in seiner Struktur einer Gebirgslandschaft: scharfe Spitzen, tiefe Täler, die Haut grau, überdehnt, an manchen Stellen runzlig.

Er fuhr hoch, sah die veränderte Frau neben sich, wollte irgendetwas tun und konnte es nicht. Sie bewegte mühsam und extrem langsam ihren Arm. Er meinte die Bitte zu verstehen, ihr beim Aufstehen zu helfen.

Auf Ludovic gestützt, torkelte sie hinaus, versuchte sich zu orientieren um ans Meer zu finden. Alle Muskeln, Bänder, Gelenke versagten den Dienst. Sie konnte ihre Beine nur noch durch ein Schieben der Füße bewegen, das ihre gesamte verbliebene Kraft und Konzentration erforderte. Ein Gedankenfetzen schlängelte sich irgendwie durch ihren Kopf: es musste wohl sehr kalt sein, die Haut in ihrem Gesicht, die vor kurzem brennend heiß gewesen war, fühlte nicht einmal den Wind, der doch vom Strand heraufkommen musste. Ihre Hände sahen plötzlich alt aus, die Adern traten stark hervor und wirkten grau und verfestigt, die Nägel glänzten metallisch.  Sie konnte auch nicht fühlen, ob sie nackt war. Ihre Nervenenden waren ebenso tot wie der Geruchssinn. Der Algengeruch drang nicht mehr durch. Alles versagte.

Der Weg an den Strand hinunter war nicht weit. Steine lagen im Sand, bildeten einen unregelmäßigen Kreis. Der Wind modulierte das Gras der Dünen. Ihre Augen fokussierten nicht mehr. In undefinierter Entfernung konnte sie ihren Mann sehen, dessen Blick starr wurde, dessen Mund hilflos geöffnet blieb.

Ludovic hielt sie auf den Beinen, half ihr ihre Füße vorzuschieben. Aber jetzt fühlte auch er die Kälte, die durch seinen Körper kroch, er merkte, wie seine Wirbelsäule steif wurde und seine Beine sich so streckten, dass ein Biegen nicht mehr möglich schien. Sein Hals erstarrte in einer leichten Drehung.

Sie standen eng beisammen, ihre Sinneswahrnehmungen erloschen, ihre Körper verschmolzen, bildeten neue Strukturen, Winkel, Zusammenhänge. Das neue Fleisch war hart, war körnig und ließ sie in eine fast unendlich langsam fließende, elastische Zeit hineingleiten.

Manchmal sitzen Seevögel auf dem Doppel-Stein, viele Vogel-Generationen später könnte ein sehr aufmerksamer Beobachter vielleicht eine Reaktion darauf feststellen.


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Impulswerkstatt – Zur Oktoberhalbzeit

Halbzeit unseres funkelnagelneuen Projekts.

Liebe Werkstattbesuchende !

Frau Flumsel  und ich haben die Impulswerkstatt am 5. Oktober eröffnet und sie beginnt zu laufen. Wir sind begeistert!

Mich freut es ganz besonders, dass es eine interdisziplinäre Werkstatt wird: Schreibende, Malende, Zeichnende waren da,  und haben einen Beitrag beigesteuert. Sogar eine Kartoninstallation können wir schon ausstellen. Viele andere Menschen und Richtungen sind herzlich willkommen und natürlich wäre es ganz besonders schön, wenn Werkstattbesucher*innen mehrere Beiträge hinterlassen würden.

Wir haben die Frage besprochen, ob wir ein oder zwei Impulsbilder anbieten sollen. Es sind zwei geworden, wegen der Überlegung, dass mehr Leute angesprochen werden, schließlich findet nicht jede/r jedes Bild inspirierend. Dazu kommt auch die gegenseitige Beeinflussung bzw Inspiration. Bisher hat sich das Motiv der Schlange besonders herauskristallisiert. Es wird in den Beiträgen 3 bis 8 auf ganz unterschiedliche Weise behandelt, in Texten und Bildern.

Ich bin sehr gespannt, was noch so kommen wird. Zunächst jedenfalls ein Beitrag von mir, sobald er fertig ist.

Hier habe ich alle bisherigen Beiträge aufgelistet. Alle weiteren kommen in die abschließende Liste für diesen Monat.

 

1.- Melina/Polys – einführende Beschreibung – Kommentar vom 5. Oktober

2. https://natikreativ.wordpress.com/2020/10/05/impulswerkstatt-oktober/  Natis Steingedicht

3. https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2020/10/07/impulswerkstatt-die-alten-zeichen/ Frau Flumsels erster Beitrag

4. https://juergenkuester.net/2020/10/07/fur-myriades-impulswerkstatt/   Jürgen oder doch Buchalow beteiligt sich mit einem Bild

5.https://gerdakazakou.com/2020/10/07/uroboros-die-schlange-beitrag-fuer-myriades-und-frau-flumsels-impulswerkstatt/

Gerda hat einen Auszug aus einem längeren Text beigesteuert

6+7 https://pawlo.wordpress.com/2020/10/09/nicht-von-pappe-not-only-cardboard/

 https://pawlo.wordpress.com/2020/10/13/nicht-von-pappe-not-only-cardboard-2/   Petra zeigt uns eine Kartonskulptur in verschiedenen Variationen

8. https://gedankenweberei.wordpress.com/2020/10/11/impulswerkstatt-oktober-bild-1/  Monika-Marias Beitrag in Gedichtform

 


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ABC-Etüden – Hobby-Gräben

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Werner Kastens

Die unten stehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Selbstverständlich ist keine wirkliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen gegeben

abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzaday

Hat es dir nicht gereicht, Werner, dass man dich mit deinen Opa Fritz-Stiefeln für ein Ufo gehalten hat und wir monatelang die NASA am Hals hatten ? War es nicht genug, den ganzen Garten zu versauen bei deinen Vermessungen und dich mit allen Nachbarn zu verfeinden? Musstest du dann auch noch auf dem Kinderspielplatz alle Schaukeln, Rutschen und sämtliche Klettergerüste abmontieren und vermessen und den Kindern Angst machen. Musste das wirklich alles sein, Werner ?! 

Frau K. war überaus aufgebracht.

Und du? Undankbar bist du für dein schönes Leben ! Musstest du wirklich meine Büffel im Zoo aussetzen? Was hat dich denn daran so gestört, dass ich den Geräteschuppen in einen Wildwestsaloon umgebaut und fürs Wochenende ein paar nette Mädels im angebrachten Kostüm dafür engagiert hatte ? Und warum soll denn ein Marterpfahl weniger dekorativ sein, als eine Rosenpergola ? An jedem meiner Hobbys hast du irgendetwas auszusetzen !

Zum Glück war es Werner gelungen eines seiner Hobbies, das Lottospielen geheimzuhalten. Und als er den Jackpot mit einem 3-stelligen Millionenbetrag gewann, fasste er einen Entschluss: endlich wollte er sich den Traum jedes geborenen Landvermessers erfüllen. Er mietete einen Lagerraum und verstaute dort die glänzende Land-Vermessungs-Ausrüstung, die sich selbstverständlich auf dem letzten Stand der Technik befand. Vor dem Lagerhaus parkte er den neu erworbenen Expeditionswagen und wartete nun nur noch einen geeigneten Termin zum Aufbruch ab.

An einem schönen Tag trafen sich zwei Zettel im Briefkasten der Ks. Auf Zettel Nr1 stand „Mit meiner Erbschaft, von der du  nichts weißt, habe ich mich an einer Ölquelle in Norwegen beteiligt. In einer Gegend wo garantiert schon alles perfekt vermessen ist. Du kannst ja inzwischen die ganze Stadt mit Marterpfählen verschönern“ Auf Zettel Nr 2 stand: Adieu, ewige Nörgelei. Ich werde die Wüste Gobi und die Sahara neu vermessen. Und die Wunderstiefel von Opa Fritz nehme ich auch mit“

299 Wörter


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Frau Flumsel und Myriade präsentieren

Es ergab sich, da wurde Frau Flumsel von einem Foto, das Myriade aufgenommen und als Schreibimpuls benutzt hatte, dazu angeregt, auch etwas zu schreiben. Zum gleichen Foto  entstanden unterschiedliche Texte und daraus entwickelte sich die Idee, dies zu wiederholen und daraus ein Projekt zu machen.

Wir präsentieren also die Idee der Impulswerkstatt

Jeweils am ersten Montag eines Monats wird es bei Myriade und Sabine zwei Fotoimpulse geben, zu denen in den nächsten vier Wochen jede/r einen Text: ein Gedicht, Prosa, Romanauszug, Kurzgeschichte oder was auch immer schreiben kann. Wir wollen keinesfalls den wohl eingeführten und von Christiane liebevoll betreuten ABC- Etüden Konkurrenz machen. Unser Projekt ist eine Anregung für diejenigen von uns, die sich gerne von Bildern inspirieren lassen. Ähnlich wie bei den Etüden bitten wir darum, zum Beitrag von Myriade oder Sabine zu verlinken, damit alle Texte  gefunden werden können. Es wird dann auch eine zusammenfassende Seite geben.

Bei den zwei Texten haben wir schon festgestellt, wie unterschiedlich zwei Menschen zu ein und demselben Foto schreiben – wie spannend mag es dann erst sein, wenn sich noch weitere Schreiber*innen  beteiligen!

Eine Vorgabe zu Anzahl der Wörter oder Textart geben wir nicht, vom 3-Wort-Gedicht bis zum Fortsetzungsroman ist alles willkommen. Allerdings bitten wir darum die nötige Nettiquette einzuhalten und allen Personen und Texten  mit Respekt zu begegnen. Was aber nicht heißt, dass keine konstruktive Kritik stattfinden darf. 

Wir sind wahnsinnig gespannt und freuen uns auf eure und unsere Beiträge

Und hier sind die Fotos für die Impulswerkstatt Oktober

(5. Bis 31. Oktober 2020)



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Menschen am Wien-Fluß 4/5

Jetzt wird es bald vorbei sein mit der sommerlichen Stimmung, aber am Mittwoch herrschte am Wien-Fluß noch Strand-Ambiente, allerdings mit verschiedenartigeren Aktivitäten als in der Sonne herumliegen. Derzeit ist der Fluß an vielen Stellen so seicht, dass man – wie diese beiden – ganz problemlos durchgehen kann. „Die Furt“ wäre der Titel einer Geschichte, die ich zu diesem Foto schreiben könnte. Es könnte eine Alltagsgeschichte sein, eine Liebesgeschichte, eine Horrorgeschichte, eine Science-Fiction Geschichte, ein Gedicht, eine Fahrradwerbung, eine Sportgeschichte und fast unendlich viel anderes.

Dazu demnächst mehr.