Kategorie: GESCHREIBSL

Impulswerkstatt – „Mögliche Freundschaften in Zeiten politischer Korrektheit“

Die EIWOMISA von Olpo in Verbindung mit den fragend dreinschauenden Schafen war zu verlockend. Hier das Ergebnis:

Die Sonne schien, das Gras war saftig, die Herde vollzählig und überschaubar. Schafsglück.

Das Leitschaf und Nummer Zwei grasten nebeneinander und dachten über schafige Belange nach. Zwei rupfte ein Kraut mit tiefen Wurzeln aus, hob daher den Kopf und sah plötzlich etwas sehr Befremdliches.

„Was ist denn das für ein komisches Tier da vorne ?! Mit Milchflasche und Eiern und einem falschen Kopf!“

Das Leitschaf riskierte einen Blick und zuckte zurück. Da erinnerte es sich aber gerade noch rechtzeitig daran, was der Bauer aus der Zei-dung vorgelesen hatte.

„Was sind denn das für rassistische, fremdenfeindliche Äußerungen, Zwei ! Man darf doch äh …. jemanden nicht nach seinen äußerlichen Merkmalen beschreiben. Noch dazu wenn …… er ….. sie … es eindeutig anders aussieht.

„Wieso denn nicht, wenn man eh auf den ersten Blick sieht, dass das äh …… Wesen kein Schaf ist ?

„Der Bauer hat gesagt, das ist polidisch nicht korregt. Komm, wir fangen noch einmal von vorne an. Du sagst …..

„Na gut.“ Zwei verdrehte die Augen und sagte in theatralischem Ton „Was ist denn das für ein Schaf da drüben ?“

„Welches ?“ fragte das Leitschaf scheinheilig „Siebzehn oder Vierunddreißig?“

„Das ist aber echt blöd“ sagte Zwei „du weißt doch genau, welches ich meine“

Das Leitschaf fand die Sache eigentlich auch recht blöd und sagte daher „Leider kann ich dir eh nicht sagen, wer dieses ….. Schaf ist.“ Kurz überlegte das Leitschaf, ob seine Führungsrolle dadurch irgendwie in Frage gestellt werden könnte, kam zu dem Schluss, dass „eindeutig nein“ und wollte sich wieder dem heute ganz besonders saftigen Gras zuwenden. Doch Zwei ließ nicht locker.

„Dann gehe ich doch einmal hinüber, begrüße es und frage es, wo es herkommt.“

„Na das geht ja überhaupt nicht! Der Bauer hat vorgelesen, dass man Fremde nie fragen darf, wo sie herkommen. Noch schlimmer geht es eigentlich gar nicht“

„Komisch, meinst du, dass dieses Schaf sich dafür geniert, wo es herkommt?  “Die Komplexität des polidisch korregten überstieg sein Fassungsvermögen.

„Die Sachen, die der Bauer vorliest, sind immer schwer zu verstehen. Deswegen sind sie ja so gescheit“ meinte das Leitschaf nachdenklich „Andererseits, wenn man sie verstehen würde, wäre das auch nicht schlecht“

„Also wenn ich diesen Dingsda nicht als neues Herdenmitglied begrüßen darf und mich auch nicht für ihn … es …. was auch immer interessieren darf, na dann grase ich lieber weiter weg“ grummelte Zwei und verpasste damit die Gelegenheit eine eierlegende Wollmilchsau kennenzulernen.

Das Leitschaf graste – pro forma – noch eine Weile am selben Platz und galoppierte dann erleichtert hinter Zwei her in die entlegendste Ecke der Weide. Sollte sich doch der Bauer mit seiner Zei-dung mit der schwierigen Lage beschäftigen.

IMPULSWERKSTATT – Präsentation

Wir präsentieren die Impulswerkstatt

 

Es ergab sich, da wurde Frau Flumsel von einem Foto, das Myriade aufgenommen und als Schreibimpuls benutzt hatte, dazu angeregt, auch etwas dazu zu schreiben. Zum gleichen Foto  entstanden unterschiedliche Texte und daraus entwickelte sich die Idee, dies zu wiederholen und daraus ein Projekt zu machen.

Wir präsentieren also die Idee der Impulswerkstatt

Jeweils am ersten eines Monats wird es bei Myriade mehrere Fotoimpulse geben, zu denen in den nächsten vier Wochen jede/r einen Beitrag posten kann: ein Gedicht, Prosa, Romanauszug, Kurzgeschichte, Musik, Gemälde, Zeichnung, Kochrezept oder was auch immer als Reaktion zu dem Foto auftauchen mag. Wir wollen keinesfalls den wohl eingeführten und von Christiane liebevoll betreuten ABC- Etüden Konkurrenz machen. Unser Projekt ist eine Anregung für diejenigen von uns, die sich gerne von Bildern inspirieren lassen. Ähnlich wie bei den Etüden bitten wir darum, zum Beitrag von Myriade zu verlinken, damit alle Texte  gefunden werden können. Es wird dann auch eine zusammenfassende Seite geben.

Bei den zwei Texten haben wir schon festgestellt, wie unterschiedlich zwei Menschen zu ein und demselben Foto schreiben – wie spannend mag es dann erst sein, wenn sich noch weitere  beteiligen!

Wir geben keinerlei Vorgabe zu Anzahl der Wörter, Textart, Größe des Gemäldes, Tonart der Musik oder was immer man sich als einschränkendes Kriterium vorstellen kann. Hier geht es um Kreativität aus einem Impuls heraus. Aber auch passende Sachbeiträge sind willkommen

Wir  legen großen Wert darauf, allen Personen und Beiträgen  mit Respekt zu begegnen. Was aber nicht heißt, dass keine konstruktive Kritik stattfinden darf. 

Wir sind wahnsinnig gespannt und freuen uns auf eure und unsere Beiträge

Und hier sind die Fotos für die Impulswerkstatt Oktober 2020

(5. Bis 31. Oktober 2020)

 

Transparenz angestrebt

Nachdem aus zumindest für mich völlig undurchsichtigen Gründen die Verlinkung von meiner Impulswerkstatt-Seite (erreichbar über Menü) zu der Ankündigung des ersten Durchgangs der Impulswerkstatt im Oktober 20 nicht funktioniert, mache ich es mir leicht und stelle diese Ankündigung in einem neuen Beitrag nochmals ein und verlinke dorthin. Es hat sich ohnehin einiges verändert und somit ist vielleicht der Zeitpunkt eh ganz gut „gewählt“

Hoffentlich funktioniert es.

Impulswerkstatt – Einladung für März

Weiter geht´s, liebe Impulsschreibende !

Alle, die schon mitgemacht haben und alle, die im März mitmachen wollen!

Auf ein neues, das wieder so vielfältig und phantasievoll werden möge, wie das vergangene

Lustig, es waren ebenso wie im Jänner auch diesmal 35 Beiträge, eine Zahl, die ich sehr gerne mag.

Ich werde mich im Monat März nicht nur von den Bildern sondern auch von den Beiträgen anderer inspirieren lassen. Vielleicht nehme ich je ein Wort oder einen Satz von verschiedenen Texten oder auch eine Idee, eine Inspiration von einem Bild … Ich gehe es vorsichtig an und werde selbstverständlich die Quelle der Inspiration verlinken, auch wenn man sie nicht unbedingt erkennen kann.

Vor den neuen Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt

Frau Flumsel ist leider inzwischen aus der Organisation ausgestiegen, also bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

Die Teilnahme

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden. Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen

Die Fotos

Ich versuche die Gratwanderung zwischen „ein bisschen Anregung anbieten“ und „alles ist möglich“. Daher habe ich wie beim letzten Mal zu jedem Bild etwas dazu geschrieben, manchmal mit Fragezeichen, manchmal nicht. Dort wo ein Fragezeichen steht, habe ich den Eindruck, dass auch eine völlig andere Interpretation möglich ist. Höchstwahrscheinlich ist das auch bei denen ohne Fragezeichen der Fall.

Diejenigen, die ganz anderes im Sinn haben, können alles außer die Bilder einfach ignorieren. Eine meiner Motivationen für dieses Projekt ist es ja, zu sehen, wie verschieden man Bilder interpretieren kann.

Ich hoffe, für alle die mitmachen wollen, ist etwas dabei! Und falls euch die Fotos nichts sagen, könnte es ja sein, dass ein Bild, ein Text, ein Musikstück aus einem anderen Beitrag euch inspiriert !

Und da sind die März-Impulsbilder

BILD 1:

Vielleicht sind Schafe hintergründiger als man glaubt, oder gar klüger ? Der Blick ist schon recht intensiv. Auf jeden Fall sind sie keine eierlegenden Wollmilchsäue

BILD 2:

Es ist Zeit für ein Gemüse-Photo, übrigens regionales Bio-Gemüse. Vielleicht ist der Moment für Kochrezepte in der Impulswerkstatt gekommen? Hintergründige Gemüsesorten gibt es ja womöglich auch, oder eitle … Lassen wir das Gemüse zu Wort kommen!

BILD 3:

Ein Fernweh-Bild aus dem Norden. Es gibt ja auch Menschen, die das Glück haben am Meer zu wohnen und für die gestreiftes Sonnenuntergangswasser  und unendliche Weiten ganz alltäglich sind

BILD 4 :

Schlüssel sind Symbole für so vieles aber auch einfache Gebrauchsgegenstände. Ich habe keine Ahnung, was diese Schlüssel sperren, ob es das, was sie einmal gesperrt haben überhaupt noch gibt. Es sind sehr alte Schlüssel, die ich ohne weitere Information dazu geerbt habe.-

Impulswerkstatt Februar – Zusammenfassung

 

Liebe Impulswerkstattbesucher*innen !

Es war wieder ein produktiver Monat in der Impulswerkstatt.

Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben. Ich hoffe, es hat euch so viel Freude gemacht wie mir.

Für diejenigen, die nicht wissen, worum es hier geht und sich womöglich auch beteiligen möchten: KLICK

Morgen gibt es die März-Fotos

Viel Interessantes ist wieder zusammengekommen, teilweise im Bezug aufeinander. Es gab gegenseitige Inspiration, besonders bei Bild 4. Ich bin ganz begeistert, wie Bilder und Texte sich aufeinander beziehen, wieder neue Beiträge erschaffen, neue Aspekte herausholen. Das Projekt hat mir immer schon sehr gefallen, und es gefällt mir mit jedem Monat besser. Ich konnte richtig zusehen, wie kleine Vernetzungen entstanden, ein weiterer Faden aufgegriffen wurde ….

Ich möchte diese Richtung gerne ausbauen. Wundert euch daher nicht, wenn ich noch im Februar oder doch eher erst im März bei dem einen oder der anderen anfrage, ob ich einen ihrer/seiner Sätze verwenden darf, oder vielleicht einen kleinen Absatz. Selbstverständlich dürft ihr auch „nein“ sagen. Das Copyright wird hier respektiert, bei aller Freude an der Verflechtung.

Und es gibt eine weitere Neuheit, auf die ich schon eine Weile gehofft hatte: nicht einen, nicht zwei, gleich drei Musikbeiträge und nicht für ein Bild sondern jeweils für alle vier !! Viele Instrumente hört man gerade im Hintergrund.

Weil es schon recht viele Beiträge sind und eben manche sich aufeinander beziehen, habe ich die einzelnen links zu den jeweiligen Bildern dazu gestellt. Am Ende gibt es aber auch eine chronologische Liste.

Viel Freude beim Lesen und Anschauen !

Zum Bild 1:

Hier stellte sich die Frage, ob es denn nun ein düsteres Bild ist oder nicht. Die Antwort war für einige „ja“ für andere „nein“

4. Vorübergehend düster- Heidi Maria – 1.2.

8. Düsteres von Nati mit Triggerwarnung – 4.2.   + 19. Natis Fortsetzung zu Nr. 8 – 10.2.

13. Olpo klitzeklein in der Zukunft 6.2.

15. Christianes Winterblues mit Fenster 9.2.

17  Ullis Fenster   9.2.

21  Judith am Fenster 11.2

23  Olpos Fensterdrachen 11.2

26  Myriades Häkelvorhang  14.2.

27 Gerdas Fenster in Salerno 17.2.

28. Myriades Biofenster 17.2.

31. Petras Fenster und Ähnliches 23.2.

32. Gerdas Fenstereulen 24.2.

35.Kathas Fenster 27.2.

Zum Bild 2:

Es sind abstrakte und nicht-abstrakte Texte entstanden, ein Bild …

5. Rhythmisches Wasser von Heidi Maria 1.2.

7. Flumsis rücksichtslose Sonne 4.2.

9. Olpo und Gustav küssen 4.2.

20. Nellindreams in Gold 10.2.

33. Myriades Gold-gelber auf Grau

34. Myriades goldene Spirale 26.2.

 

Zum Bild 3:

Eine schwierige Aufgabe, dennoch gibt es interessante Beiträge.

2. Besonderer Käse – Heidi Maria 1.2.

11.Olpos Schwarzmarktkäse 5.2.

24. Gerda und der verfremdete Käse 13.2.

30. Myriades Untergangsszenario 21.2.

Zum Bild 4:

Hier ging es um Sterne und Schatten und darüber hinaus

3.  Heidi Maria und der Sport  1.2.

10. Olpos Griff nach den Sternen 5.2.

12. Myriades Sternenpflücker  6,2.

16. Gerdas Schatten 9.2.

22.Gerdas Schatten der zweite 11.2.

29 Buchalow und sein Zwilling 18.2

Zu allen vier Bildern:

  1. Collage von Olpo 1.2.

6. Gerdas Lichtimpressionen 3.2.

Musik zu allen vier Bildern:

14.  Vierfacher Klang im Puls von Random 7.2.

18.   Olpos Musik 10.2. 

25    Randoms Zwinkerklänge 14.2.

Die chronologische Liste:

Ich glaube nicht, dass ich einen Beitrag übersehen habe, aber für den Fall dass doch, bitte melden

  1. Collage von Olpo 1.2.
  2. Besonderer Käse – Heidi Maria 1.2.
  3. Heidi Maria und der Sport1.2.
  4. Vorübergehend düster- Heidi Maria 1.2.
  5. Rhythmisches Wasser von Heidi Maria 1.2.
  6. Gerdas Lichtimpressionen 3.2.
  7. Flumsis rücksichtslose Sonne 4.2.
  8. Düsteres von Nati mit Triggerwarnung 4.2.
  9. Olpo und Gustav küssen 4.2.
  10. Olpos Griff nach den Sternen 5.2.
  11. Olpos Schwarzmarktkäse 5.2.
  12. Myriades Sternenpflücker 6,2.
  13. Olpo klitzeklein in der Zukunft 6.2.
  14. Vierfacher Klang im Puls von Random 7.2.
  15. Christianes Winterblues mit Fenster 9.2.
  16. Gerdas Schatten 9.2.
  17. Ullis Fenster   9.2.
  18. Olpos Musik 10.2. 
  19. Natis Fortsetzung zu Nr. 8 10.2.
  20. Nellindreams in Gold 10.2.
  21. Judith am Fenster 11.2
  22. Gerdas Schatten der zweite 11.2.
  23. Olpos Fensterdrachen 11.2.
  24. Gerda und der verfremdete Käse 13.2.
  25. Randoms Zwinkerklänge 14.2.
  26. Myriades Häkelvorhang  14.2
  27. Gerdas Fenster in Salerno 17.2
  28. Myriades Biofenster 17.2.
  29. Buchalow und sein Zwilling 18.2
  30. Myriades Untergangsszenario 21.2.
  31. Petras Fenster und Ähnliches 23.2.
  32. Gerdas Fenstereulen 24.2.
  33. Myriades Gold-gelber auf Grau 24.2
  34. Myriades goldene Spirale 26.2.
  35. Kathas Fenster 27.2.

Impulswerkstatt – die goldene Spirale

Gerade hat mich das Lesen einer Geschichte von Bernd inspiriert und da ist er der Text, den ich schon lange suche

Würde man die Landschaft des Lebens durch geometrische Formen darstellen …

In meinem Leben gäbe es dann viele gelbe, orange, rote und hellgrüne tanzende Punkte manchmal mit grauen Linien verbunden, manchmal frei schwebend. Die grauen Linien lösen sich manchmal, fügen sich neu zusammen, bilden selbst Formen und Strukturen

Es gäbe Dreiecke, Quadrate und Ellipsen in allen vorstellbaren Blautönen und ein ziemlich großes schwarzes Fragezeichen als Unterbrechung der geometrischen Figuren, tiefschwarz aber vielfältig strukturiert.

Kegel gäbe es in Pastelltönen und Zylinder aus Steinen: Basalt, Lapislazuli, Aquamarin, Saphir, Opal, Uwarowit …Das eine oder andere zerfressene, zerfaserte Holzstück wäre dabei dessen geometrische Form nicht mehr zu sehen ist. Braun sind solche Teile, eine diffuse Mischung aller Farben, in der die einzelnen nicht mehr unterscheidbar sind.

Zwischen den bunten Teilen gäbe es auch farblose, solche, die nie eine Farbe hatten und andere von der Sonne ausgebleichte, vom Wasser geschliffene, vom Wind gegen Wände gefetzte.

Die goldene Spirale erscheint manchmal, überraschend, an unerwarteten Orten und zu unerwarteten Zeiten. Sie kann sich auch auflösen in goldenes Wasser, die anderen Strukturen umfliessen und transformieren, dann wieder verschwinden und alle Ecken und Spitzen aber auch Farben werden wieder sichtbar.

Irgendwo weit über dem Hochnebel existiert der fast transparente Schleier der Weisheit. Wird er sich irgendwann weit genug senken?

 

Für manche Geschäftsmodelle ist Covid ein Segen- ABC-Etüde

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter  stammen von Flumsi (Wortgeflumselkritzelkram)

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Das Foto zeigt die Protagonistin auf dem Weg zur Arbeit

 

„Ach wie so trügerisch sind Frauenhe-e-e-erz e-en“ schmetterte sie die ungelenke deutsche Übersetzung von „La donna è mobile“. Gerade war sie an ihrem Arbeitsplatz angekommen und fuhr den PC hoch. Das Geschäftsmodell, das sie entdeckt hatte war überaus erfolgreich und lief mit wenigen  Arbeitsstunden. Nach dem einmaligen Aufwand der Einrichtung  von Konten in mehreren Ländern, benötigte das laufende Geschäft nur wenig Zeit. Es erforderte allerdings große Sorgfalt bei der Verwaltung von Fotos und anderen Dokumenten.

„Mein allerliebster Otto“ tippte sie

„Kaum ertrage ich es,  immer noch getrennt von ihnen sein zu müssen. Einem so liebenswerten, großzügigen Mann mit der in Jahrzehnten entwickelten Empathie eines wahren Gentleman der alten Schule. Ich bin auch so glücklich zu hören, dass Sie doch einige soziale Kontakte pflegen wie zum Beispiel mit Ihrem Freund, dem Notar …. „

Notare brauchte man bekanntlich für das Verfassen von Testamenten. Die Geschenke des guten Otto bewegten sich ja meistens im 5-stelligen Bereich, was auf erhebliche Summen im Hintergrund schließen ließ. Hier hatte sie ein dezent pornografisches Foto geplant, was aber doch ein gewisses Risiko beinhaltete, denn die Gefühle des 95jährigen Otto schwankten zwischen erotisch und väterlich. Aber Mann bleibt Mann egal wie alt, dachte sie und hängte das Foto doch an.

“ Danke für Geld für Operation von Mütterlein ! Aber braucht noch einmal 20.000. Ukraine schlecht Land, Ärzte wollen viel Geld . Vorbereitung unser Hochzeit auch teuer. Danke du starke Mann. Foto hat gemacht Freund. Will auch heiraten, aber nicht so gute, starke Mann wie du.“

Eine kleine Eifersuchtsspitze wirkte manchmal Wunder. Dieser Kunde bekam die Fotos aus dem Ordner „Maria, Ukraine, schlecht deutsch“

Nun kam „Robert, wirklich nett, nur gemäßigte Forderungen“. Vielleicht strich sie ihn demnächst aus der Kundenkartei. Er war wirklich sympathisch und hatte ohnehin wenig Geld.

Sie lehnte sich entspannt zurück. Die Goldfäden in ihrer Strickjacke glänzten.

303 Wörter

Impulswerkstatt – Der Tag X und Phase 2

Mit dem Tag X hatte niemand gerechnet. Gar niemand. Alle Katastrophen, die die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte heimgesucht hatten, auch jene, die sie selbst verursacht hatte, wurden in irgendeiner Weise von irgend jemandem vorhergesagt. Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überflutungen, das Ozonloch und der Treibhauseffekt, Kometeneinschläge und Tsunamis. Explosionen in Atomkraftwerken ebenso wie das Schmelzen von Polareis und Tundraböden, Covid 19 und der Verlust der Kontrolle über die KI. Alles, nur nicht das, was dann am Tag X geschah. 

 

Ich stand vor dem Haus und wartete auf die Kinder, die wie immer herumtrödelten, wenn ich sie in die Schule bringen würde, statt dass sie mit dem Bus fuhren. Die Katze saß dekorativ auf dem Gartentisch und beobachtete aus den Augenwinkeln irgendetwas, das sich in der Hecke bewegte und plötzlich… Plötzlich war der Himmel orange, die Sonne lila und das Gras rot. „Gegenfarben“ schoss es mir noch durch den Kopf, dann weiß ich nur noch, dass ich im Vorraum stand und die Kinder festhielt, die sehr verschreckt waren aber Gott sei Dank so aussahen wie immer.

Auch die Katze, die in Richtung Hecke vorbeischoss war immer noch weiß und getigert. Aber die Hecke war rot, der Himmel orange und die Wolken bunt.

Hektisch packte ich meinen Laptop aus und hoffte mit aller Inbrunst, dass er funktionieren würde. Die Verbindung war denkbar schlecht, aber ich konnte herausfinden, dass das Farb-Phänomen inzwischen die ganze Welt erfasst hatte. Begonnen hatte es auf der Insel Tuvalu im Pazifik, die nur noch zu einem Drittel ihrer ursprünglichen Fläche aus dem Wasser ragte. Man sah Bilder vom orange-bunten Pazifik und den roten Palmen. Alles, was es sonst zu erfahren gab, waren fassungslose Kommentare von Menschen, die nicht mehr wussten als ich.

Die Farben hatten sich verändert, nicht bei Menschen und Tieren, aber in der gesamten Natur, bei allen Pflanzen. Zuerst war die Erleichterung groß, besonders naturferne Menschen freuten sich sogar darüber, dass es wie sie sagten „etwas Abwechslung gab“. Die sozialen Netzwerke quollen über vor Selfies mit lila Sonne und orangem Himmel, innerhalb von wenigen Stunden wurde eine neue weltweite Selfie-Trendposition entwickelt. Die Menschheit verzettelte sich im Selbstdarstellungswahn.

Ein paar weitere Stunden dauerte es, bis die Tragweite des Ereignisses klar wurde. Die Tiere fraßen die roten Pflanzen nicht. Einige wenige Weidetiere deren Ahnenreihen irgendwo unterwegs sämtliche Instinkte verloren gegangen waren, rupften weiter Gras und Kräuter. Doch kaum waren die roten Pflanzen in ihren Mägen angekommen, brach dort der Stoffwechsel zusammen, sendeten die Nerven nur noch unverständliches. Die Tiere torkelten und brachen zusammen.

Zu diesem Zeitpunkt begann der Ansturm auf die Supermärkte. Dosen, Tiefgekühltes, alles Essbare und Haltbare rissen die Menschen an sich. Es kam zu  Kämpfen in den Märkten und auf den Parkplätzen. Die Straßen waren nicht mehr sicher. Die Besitzer kleiner Lebensmittelgeschäfte konnten sich oft nicht entscheiden, ob sie die Umsätze ihres Lebens machen oder doch lieber zusperren und die Waren für sich behalten sollten. Sehr oft überlegten sie zu lange und ehe sie dann noch reagieren konnten, war das Geschäftslokal geplündert und es blieben ihnen weder Geld noch Nahrungsmittel.

In den nächsten Tagen und Wochen wurde zumindest die Situation klar: alle Pflanzen hatten nicht nur ihre Farbe verändert sondern waren nun für Mensch und Tier giftig. Die Veränderung betraf sämtliche Pflanzen in allen Klimazonen. Die Pilze, auf die man einige Hoffnungen gesetzt hatte, weil sie weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen gezählt wurden, waren nicht so leuchtend rot wie das Getreide, aber doch rot und Versuche ergaben, dass sie ebenfalls giftig waren.

Nach den ersten Tagen der wilden Plünderungen versuchten die Regierungen, die NGOs und andere Vereine die verbleibenden Lebensmittel einigermaßen gerecht zu verteilen. Man versuchte, alle überlebenden Tiere zu schlachten bevor sie Pflanzen fraßen. Fleischfressende Tiere befanden sich in der gleichen Lage wie die Menschen.

Ich sperrte unsere Katze ein damit sie nicht an die vergifteten Mäuse und Vögel herankam. Aber was hatte ich ihr zu bieten, außer sparsame Rationen aus Katzenfutterdosen, die nicht unbegrenzt waren. Was hatten meine Kinder, ich selbst und mein Mann zu erwarten, wenn die Vorräte zu Ende gingen oder Plünderer unser Haus verwüsteten.

Das einzige, was sich nicht veränderte waren die sozialen Medien. Unendliche Prahlereien, Selfies in allen Variationen, ja, es gab auch Kannibalismus, sehr bald sogar, denn die Vorräte der Menschheit gingen zu Ende, die Verwaltungsstrukturen brachen zusammen. Dass ohne Pflanzen ein Nahrungskreislauf nicht möglich war, verstanden bald auch die Verbohrtesten.

Die neuen Farben veränderten sich nicht mehr, der Himmel blieb orange, die Sonne lila und alle Pflanzen rot, aber es gab doch noch eine zweite Veränderung, die die noch vorhandenen Lebensmittel betraf. Das meiste davon wurde irgendwo gehortet. Anfangs gab es einen florierenden Schwarzmarkt, doch die Erkenntnis, dass nichts von dem, was man mit dem verdienten Geld kaufen konnte, langfristig das Überleben sichern würde, hatte das Angebot auf den Schwarzmärkten praktisch auf Null reduziert.

Ich war mit meiner Familie auf den Bauernhof der Schwiegereltern geflüchtet. Der Hof war entlegen und sie betrieben eine Käserei. Die Schafe hatten das giftige Gras verweigert und so gab es auf dem Hof große Vorräte an Schaffleisch und Käse. Zusammen mit den Vorräten, die wir mitgebracht hatten, konnten die Lebensmittel für einige Monate reichen. Bis dahin gab es vielleicht eine Änderung, eine Lösung.

Ich saß in dem Raum, in dem der Hartkäse gelagert wurde. Der Anblick des Käses beruhigte mich. Ich machte Berechnungen, versuchte festzustellen wie lange wir alle noch durchhalten würden, ob es sich lohnte überhaupt zu versuchen durchzuhalten.

Die Welt hatte sich grundlegend verändert, aber die Natur war schön wie eh und je nur in anderen Farben und sie war giftig geworden. Wir dachten gar nicht darüber nach, warum die Veränderungen das Wasser nicht betrafen. Süßwasser hatte weder die Farbe verändert noch war es giftig geworden. Wir hatten zu trinken und wir konnten baden.

An diesem Tag zählte ich gerade den Hartkäse. Ich war wohl müde, denn vor meinen Augen begann es zu flimmern. Die Luft flimmerte und schien alle Farben durcheinander zu wirbeln, dann bündelten sich die verschiedenen Farbtöne und verschwanden. Verschwanden einfach. Zurück blieb alles, was vorher in diesem Raum gewesen war in bleichen, transparenten Schwarz-Weiß-Tönen.

Meine Hände zitterten, aber sie waren noch aus fester Materie, fleischfarben und lebendig. Die Regale, die Tische und auch der Käse dagegen begannen sich nun völlig zu entfärben, sie wurden transparent, noch eine Weile konnte man so etwas wie Nachbilder erkennen, dann war der Raum in dem sich vorher Käse, Holz und Metall befunden hatten einfach leer. Ich konnte die Leere sehen und tasten. Da war nichts mehr.   

Phase 2 war damit abgeschlossen.

War es irgendjemandem ein Trost, dass das Internet bis zuletzt funktionierte und so die Entwicklungen weltweit hautnah zu verfolgen waren?

 

Impulswerkstatt – Zwischenstand Februar

Liebe Impulswerkstattbesucher*innen !

Hier kommt der Zwischenstand der Februar-Ausstellung in der Impulswerkstatt.

Vielen Dank an alle, die sich bisher beteiligt haben. Ich hoffe, es hat euch so viel Freude gemacht wie mir.

Für diejenigen, die nicht wissen, worum es hier geht und sich womöglich auch beteiligen möchten: KLICK

Viel Interessantes ist wieder zusammengekommen, teilweise im Bezug aufeinander. Es gab gegenseitige Inspiration, besonders bei Bild 4. Ich bin ganz begeistert, wie Bilder und Texte sich aufeinander beziehen, wieder neue Beiträge erschaffen, neue Aspekte herausholen. Das Projekt hat mir immer schon sehr gefallen, und es gefällt mir mit jedem Monat besser. Ich konnte richtig zusehen, wie kleine Vernetzungen entstanden, ein weiterer Faden aufgegriffen wurde ….

Ich möchte diese Richtung gerne ausbauen. Wundert euch daher nicht, wenn ich noch im Februar oder doch eher erst im März bei dem einen oder der anderen anfrage, ob ich einen ihrer/seiner Sätze verwenden darf, oder vielleicht einen kleinen Absatz. Selbstverständlich dürft ihr auch „nein“ sagen. Das Copyright wird hier respektiert, bei aller Freude an der Verflechtung

Und es gibt eine weitere Neuheit, auf die ich schon eine Weile gehofft hatte: nicht einen, nicht zwei, gleich drei Musikbeiträge und nicht für ein Bild sondern jeweils für alle vier !! Viele Instrumente hört man gerade im Hintergrund.

Weil es schon recht viele Beiträge sind und eben manche sich aufeinander beziehen, habe ich die einzelnen links zu den jeweiligen Bildern dazu gestellt. Am Ende gibt es aber auch eine chronologische Liste.

Und übrigens, es sind ja noch zwei Wochen Zeit für weitere Februar-Beiträge !

Zum Bild 1:

Hier stellte sich die Frage, ob es denn nun ein düsteres Bild ist oder nicht. Die Antwort war für einige „ja“ für andere „nein“

4. Vorübergehend düster- Heidi Maria – 1.2.
8. Düsteres von Nati mit Triggerwarnung – 4.2.   + 19. Natis Fortsetzung zu Nr. 8 – 10.2.
13. Olpo klitzeklein in der Zukunft 6.2.
15. Christianes Winterblues mit Fenster 9.2.
17  Ullis Fenster   9.2.
21  Judith am Fenster 11.2
23  Olpos Fensterdrachen 11.2
26  Myriades Häkelvorhang  14.2.

Zum Bild 2:

5. Rhythmisches Wasser von Heidi Maria 1.2.
7. Flumsis rücksichtslose Sonne 4.2.
9. Olpo und Gustav küssen 4.2.
20. Nellindreams in Gold 10.2.

 

Zum Bild 3:

Eine schwierige Aufgabe, dennoch gibt es interessante Beiträge, demnächst auch noch einen von mir.

2. Besonderer Käse – Heidi Maria 1.2.
11.Olpos Schwarzmarktkäse 5.2.
24. Gerda und der verfremdete Käse 13.2.

Zum Bild 4:

Hier ging es um Sterne und Schatten und darüber hinaus

3.  Heidi Maria und der Sport  1.2.

10. Olpos Griff nach den Sternen 5.2.

12. Myriades Sternenpflücker  6,2.

16. Gerdas Schatten 9.2.

22.Gerdas Schatten der zweite 11.2.

Zu allen vier Bildern:

  1. Collage von Olpo 1.2.

6. Gerdas Lichtimpressionen 3.2.

Musik zu allen vier Bildern:

14.  Vierfacher Klang im Puls von Random 7.2.

18.   Olpos Musik 10.2. 

25    Randoms Zwinkerklänge 14.2.

Die chronologische Liste:

Ich glaube nicht, dass ich einen Beitrag übersehen habe, aber für den Fall dass doch, bitte melden

  1. Collage von Olpo 1.2.
  2. Besonderer Käse – Heidi Maria 1.2.
  3. Heidi Maria und der Sport1.2.
  4. Vorübergehend düster- Heidi Maria 1.2.
  5. Rhythmisches Wasser von Heidi Maria 1.2.
  6. Gerdas Lichtimpressionen 3.2.
  7. Flumsis rücksichtslose Sonne 4.2.
  8. Düsteres von Nati mit Triggerwarnung 4.2.
  9. Olpo und Gustav küssen 4.2.
  10. Olpos Griff nach den Sternen 5.2.
  11. Olpos Schwarzmarktkäse 5.2.
  12. Myriades Sternenpflücker 6,2.
  13. Olpo klitzeklein in der Zukunft 6.2.
  14. Vierfacher Klang im Puls von Random 7.2.
  15. Christianes Winterblues mit Fenster 9.2.
  16. Gerdas Schatten 9.2.
  17. Ullis Fenster   9.2.
  18. Olpos Musik 10.2. 
  19. Natis Fortsetzung zu Nr. 8 10.2.
  20. Nellindreams in Gold 10.2.
  21. Judith am Fenster 11.2
  22. Gerdas Schatten der zweite 11.2.
  23. Olpos Fensterdrachen 11.2.
  24. Gerda und der verfremdete Käse 13.2.
  25. Randoms Zwinkerklänge 14.2.
  26. Myriades Häkelvorhang  14.2

Nochmals vielen herzlichen Dank und denkt daran, es sind noch zwei Wochen Zeit !

Impulswerkstatt – der Häkelvorhang

Häkelvorhänge

Innen totale Dunkelheit, außen gemäßigte Helligkeit, dazwischen ein Häkelvorhang. Er verdeckt die Aussicht auf die Hälfte der beiden unteren Drittel des Fensters. Würde er ganz zugezogen, bliebe nur die Aussicht auf ein graues Stück Himmel, einen Rauchfang und den ganz oberen Teil eines Dachs, das dann als Dach kaum noch zu erkennen wäre. Welche Haltung kann dieser beschränkte Blick auf die Welt erzeugen, welche Neigungen, welche Sehnsüchte, welche Fähigkeiten kann er fördern ?

Das besondere an so einem gehäkelten Vorhang ist, dass der Blick durch die Maschen durchfindet, kleine Einblicke und Ausblicke ermöglicht, nicht aber eine Sicht auf das Ganze, nicht aber eine Sicht mit einigem Abstand und einiger Objektivität. Der Häkelvorhang verschleiert einen Teil der Wirklichkeit lässt aber einen ausreichend großen Teil frei um den Eindruck eines globalen Blicks auf die Welt zu vermitteln.

So ein Blick auf kleine Teile der Wirklichkeit durch gehäkelte Vorhänge erzeugt wohlgesittete Borniertheit, brave, saubere, limitierte Ordentlichkeit, pünktliches Hinausschauen auf die Welt, die eingeteilt in kleine Quadrate erscheint. Er erzeugt auch Sicherheit, Geborgenheit und oftmals Ignoranz und die Bereitschaft die gehäkelte Weltsicht mit Klauen und Zähnen zu verteidigen.

Meine Hass-Liebe zu Häkelvorhängen ist alt und tief

Hanuman – ABC-Etüde

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter  stammen diesmal von  Wortman

Die obenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Die Sonne brannte herunter auf die breite Straße, die zum örtlichen Hanuman-Tempel führte und von tausenden fröhlich  gekleideten Menschen blockiert war, die alle in dieselbe Richtung drängten, die einen über die anderen stolpernd. Die bunten Pigmente und Früchte, die sie als Schmuck und Opfer mitgebracht hatten, ergossen sich über die Menge, wurden zertrampelt und verschmiert. Die Tore des Tempels waren verschlossen, aber die Gerüchte hatten schon ihren Weg nach draußen gefunden.

Blau ?  Blau ??

Er ist doch nicht blau !!

Und Federn ? Federn !!!

Die empörte Menge wogte, schwankte und schrie.

Die Hanuman-Priester waren ebenfalls ratlos. Der absolut fremdländisch aussehende blaue Affe, der plötzlich unter ihnen aufgetaucht war, konnte doch unmöglich der Gott Hanuman sein. Oder etwa doch ?

Blau ist ja nicht völlig unmöglich, auch Lord Shiva…

Die Farbe ist doch nicht der Punkt sondern die Federn !!! Welcher hinduistische oder meinetwegen auch buddhistische oder überhaupt irgendein Gott hat den Federn !!

Im Buddhismus gibt es keinen Gott, murmelte der Priester, der wegen seiner Liebe zum Detail bei seinen Kollegen nicht übermäßig beliebt war.

Der blaue Affe saß auf auf einem Podest zwischen Weihrauchstäbchen und wassergefüllten Schalen und knabberte geruhsam an einer Banane, dann kratzte er sich an seinen ornamentgeschmückten Ohren und schwang an einem Brokatvorhang wie an einer Liane über den Köpfen der Priester.

Was machen wir bloß, rief der Oberpriester pathetisch aus, wir können doch nicht einen neuen Gott verkünden ! Und obendrein einen so … äh …. lebendigen !

Höchstens wenn wir behaupten, wir hätten ihn von den Kiowa  oder den Apachen übernommen, murmelte sein detailverliebter Kollege.

Ganz in der Nähe in einem unauffälligen Haus fand ein Treffen der Liga für tätigen Atheismus statt. Alle Mitglieder waren erschienen und die Stimmung war ganz hervorragend. Das Gelächter der Mitglieder der Liga schallte bis zum Hanuman-Tempel hinüber.

Impulswerkstatt – Reaktion auf einen Text, der die Reaktion auf ein Foto ist

Mein erster Beitrag zur Impulswerkstatt im Februar.

Kompliziert? Nein gar nicht !

Zuerst das ursprüngliche Foto, dann die Variante von Olpo mit Sternen und Text

Und schließlich hier mein Text:

Sein Plan war es, die Sterne mit einem Minimum an Aufwand aber mit einem Maximum an Wirkung vom Himmel zu pflücken. Seine wichtigsten Qualitäten und Eigenschaften sollten ihn dabei unterstützen. Dass sein Schatten, der Ausdruck seiner Persönlichkeit in allen ihren Facetten ihm dabei in die Quere kommen könnte, hatte er nicht bedacht.

Zunächst die Goldmedaille im Marathon, er streckte die Hand nur ganz wenig um den ersten Stern ganz cool hineinfallen zu lassen. Doch plötzlich schlug ihm etwas die Hand zur Seite, der Stern rutschte ab und fiel ins Unendliche. „Ohne Training“ hörte er die Faulheit höhnisch rufen „ohne regelmäßiges Training willst du einen Marathon gewinnen, Vergiss es! “ So hatte er sich die Unterstützung nicht vorgestellt.

Der nächste Stern beinhaltete seine Entdeckung als Film-Kung-Fu-Star. Er griff elegant nach oben, aber der Stern pendelte zur Seite und seine Eitelkeit fing in ab und hielt ihn fest. „Auch Kung Fu muss man trainieren“ sagte sie angeödet, schnitt den Stern vom Himmel und warf ihn auf einen Komposthaufen.

Etwas vorsichtiger geworden überlegte er, welchen Stern er doch pflücken könnte. Den putzigen roten, der für Sandra stand! Langsam schlich er sich an, schob seine Hand vorsichtig nach oben und schon ….. nein doch nicht. Ein blutverschmierter Finger bohrte sich in den Stern, der für Sandra stand. Der Macho-Mann grölte vergnügt, entfernt erinnerte er an den Ho-Ho-Weihnachtsmann. „hat die dich schon einmal bewundert? Na eben! “ Er zerrieb den Stern zwischen zwei Fingern und blies die Reste weg. An diesem Punkt kann man sich fragen, warum der Macho nicht gerade dann ein unangenehmes Zuschlagen empfahl. Aber verstehe eine die Machos !

Einen Versuch wollte er noch machen „reich und berühmt werden und alle Frauen kriegen“. Das war eigentlich sein wichtigster Stern, der  alles  zusammenfasste, was er sich vom Leben wünschte. Vielleicht hätte er noch die Freunde dazu nehmen sollen. Nein, unnötig, die kamen von selbst, wenn man jemand war. Jetzt war wirklich Anstrengung geboten. Unauffällig hinauf und dann auf den Stern hinunterstürzen, so gut gezielt, dass er vielleicht den daneben auch noch mitnehmen konnte. „Haus mit 17 Badezimmern“ stand da drauf. Ein Sprung, eine Drehung, ein Fall. Er lag auf dem Rücken wie ein verunfallter Käfer und in seiner Hand ….. gar nichts. Das spitze Kichern der Gier war zu hören. „schlecht berechnet, junger Mann“ gackerte sie und sämtliche heiß begehrte Sterne fielen vom Himmel in den Dreck.

Im wahren Leben wäre die Geschichte damit beendet. Wir befinden uns aber in einer märchenartigen Erzählung und daher geht es noch ein bisschen weiter

Seine wichtigsten Eigenschaften hatten sich als wenig hilfreich erwiesen, er hatte aber noch ein paar andere. Allerdings waren sie so klein und unterernährt, dass er sie nur wahrnehmen konnte, wenn sie alle übereinander standen. Das Durchhaltevermögen, die Freundlichkeit, der Mut, die Freude, die Zärtlichkeit, die Intelligenz, die Wahrheit, die Treue, der Humor und noch ein paar andere, die so vernachlässigt waren, dass sie sich beinahe schämten aus ihren Löchern zu krieche. Aber die Resilienz scheuchte sie alle zusammen.

Wir hätten da noch ein paar Sterne, die könnten wir etwas niedriger hängen und wir helfen dir beim Klettern sagte das Mitgefühl, das zur Sprecherin ausgewählt worden war. Sie zeigte ihm ein paar Sterne „Lehre abschließen“ „ Bruder beim Hausbau helfen“ „Große Radtour organisieren mit Lisi, Manfred, Simone, Otto, Sandra? „ „Schlagzeug lernen“. Er war sich nicht sicher, ob diese Sterne es wert waren zu klettern. Obwohl, wenn diese erreicht wären, hätte er schon eine andere Absprunghöhe als Basis…

Der Humor und die Wahrheit halfen ihm beim Aufstehen, der Mut und die Treue warfen ihn ein Stück in die Höhe und die Zärtlichkeit und die Intelligenz zeigten ihm das richtige Pflücken.

Zum Abschluss organisierte er ein großes Essen für alle seine kleinen, hilfreichen Eigenschaften und manche sagen, dass danach alle ein bisschen größer und selbstbewusster waren als vorher.

 

ABC-Etüden – Grauen, zum Glück surreal

Die Extra-Etüden bei Christiane

 

Wir irren umher. Alle. Ziellos. Surreal ist das Leben oft.

„Die weichmütigen nach links“ knarzt ein unsichtbarer Lautsprecher. „ Die Verblendeten nach rechts. Es gibt keine Überschneidungsmengen“

Von den Bahngleisen zur Rampe vorbei an den Weichmütigen. Die Demütigen stehen da auch und die Gläubigen. Alle todgeweiht.

Schuhe, Haare, Zahngold und Haut. Und der alles erstickende, alles durchdringende, fettige Rauch. Die gnädige Natur lässt den Geruchssinn abstumpfen.

Das grelle, orange Licht der Duschen ist in ein stumpf-aggressives Braun übergegangen, das durch die sich verrenkenden Körper hindurchsticht. Falsche Freude, echtes Elend. Die staubige Ebene bietet sich als Tanzfläche an oder als Backstube, wo alles möglich ist außer das Backen. Ohnehin mündet alles in die Hölle.  

Der Tag der Auferstehung, an den sie glaubten, fällt aus. Es bleibt nur, darauf zu warten, dass der Planet wieder erschüttert wird und die Lava die Spuren der Duschen verwischt. Wenn´s nur nicht geht wie in Pompei, für Jahrtausende konserviert die Schuhe, die Haare, das Zahngold und die Haut.

„Spuren von Humanoiden. Sollen wir sie liegen lassen?“ fragt der Wurm die Ameise.

Impulswerkstatt – Einladung für Februar 2021

Liebe Impulsschreibende ! Alle, die schon mitgemacht haben und alle, die im Februar mitmachen wollen!

Nachdem zu meiner Freude die Nummer 35  tatsächlich noch eingetroffen ist, können wir den Jänner mit dieser hübschen Zahl abschließen und uns dem Februar zuwenden.

Vor den neuen Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt. 

Frau Flumsel ist leider inzwischen aus der Organisation ausgestiegen, also bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich hier

 

Die Teilnahme

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden. Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen

Die Fotos

Ich versuche die Gratwanderung zwischen „ein bisschen Anregung anbieten“ und „alles ist möglich“. Daher habe ich wie beim letzten Mal zu jedem Bild ein Wort dazu geschrieben, manchmal mit Fragezeichen, manchmal nicht. Dort wo ein Fragezeichen steht, habe ich den Eindruck, dass auch eine völlig andere Interpretation möglich ist. Höchstwahrscheinlich ist das auch bei denen ohne Fragezeichen der Fall. Diejenigen, die die Wörter nicht mögen, können sie ja einfach ignorieren. Eine meiner Motivationen für dieses Projekt ist es ja, zu sehen, wie verschieden man Bilder interpretieren kann.

Und da sind die Februar-Impulse

 

Düster ?

Flüssig

Irgendwie unheimlich ?

Jugendlich-sportlich

Auf gehts, meine Lieben

Impulswerkstatt – Zusammenfassung Jänner

Liebe Impulswerkstattbesucher*innen

Juhu, auch im Jänner ist es hier lebhaft zugegangen! Die Schreibpulte, Zeichentische und Staffeleien waren besetzt und soweit ich das sehen konnte, hat es allen Freude gemacht, was ja unbedingt das wichtigste an so einem Projekt ist.

Vielen herzlichen Dank an alle für eure vielfältigen Beiträge quer durch Themen und Genres. Wer noch nachlesen möchte, hat noch einiges vor, es ist vieles zusammengekommen. Noch ein paar Minuten vor Mitternacht hat Olpo einen letzten Beitrag geschickt, einen erweiterten Fiona-Text. Nachdem ich ohnehin immer alles im letzten Moment mache, ist das kein Problem. Wenn noch jemand einen allerletzten Jänner-Text beitragen möchte, würde mir das auch gefallen, 35 gefällt mir als Zahl besser als 34. Aber es muss auch nicht sein.

Ich möchte gar keine einzelnen Texte hervorheben, sie sind mir alle lieb und wert. Viele verschiedene Ideen gab es zu den Bildern und in vielen verschiedenen Stilen wurde geschrieben und gemalt. Besonders finde ich es, wenn alle vier Bilder in einen Text verpackt werden. Dazu gibt es auch diesmal ein Beispiel. Sehr gefreut hat es mich außerdem, auch Christiane, die Mutter der ABC-Etüden in der Impulswerkstatt begrüßen zu dürfen.

Voilà die Beiträge:

  1. Resis Monster
  2. Kopfstand der Fledermaus, nein der Möwe
  3. Heidimarias Gegenwart
  4. Heidimarias Möwe
  5. Mit Schwung
  6. Lebensgeschichte
  7. Aktuelle Assoziationen von der Fledermaus
  8. Olpos Bernsteinbesatzung
  9. Olpos vielerlei Möwen
  10. Olpos nächtlicher Klavierspieler
  11. Myriades Möwenwahrnehmung
  12. Buchalows Nullen
  13. Petras Spiegelungen im Fenster
  14. Sabine und ihr Kastanienschenker
  15. Monika-Marias Möwe
  16. Monika-Marias Brief
  17. Und die Gegenwart
  18. Gerdas Willi ist zu Besuch
  19. Nati fliegt -beinahe
  20. Olpo im Stargate
  21. Gerda, Ulli und Willi
  22. Olpo dichtet Eulen        
  23. Der Komet ist doch noch nicht gekommen
  24. Ein toller Katha-Text
  25. Myriades Spinne
  26. Schwanenwege zum Bernstein
  27. Zwei Eingeschlossene
  28. Gedanken zwischen Lyrik und Prosa
  29. Judith und die Möwe
  30. musikalische Impression
  31. Freiheit
  32. Christianes Blind-Date, blinder geht´s nicht
  33. Myriades weibliche Linie
  34. Und Olpos Gegenentwurf, der so verschieden gar nicht ist
  35. HURRA

Ich habe sie auch wieder nach den Impulsfotos sortiert, weil ich es spannend finde, welches Foto am meisten inspiriert hat

Bild 1 (Kind im Museumsgarten) 5, 12, 14, 16, 17, 18, 20, 28, 32, 33, 34

Bild 2 (Klavierspieler auf der Straße) 3, 7, 10, 30, 31

Bild 3 (Bernsteineinschluss Spinne)1, 6, 7, 8, 23, 25, 26, 27

Bild 4 (Möwe mit Stadtspiegelung) 2. 4, 9, 11,13, 15, 18, 19, 21, 22, 29

Alle 4 Bilder: 24, 35

Die Bilder für Februar kommen am Nachmittag