la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Damals im Wald – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Nasskalt war es draußen, knapp am Gefrierpunkt. Jeder Zweig hielt mindestens einen Tropfen, der langsam zur Erde fiel oder gefror und sich mit dem Holz verband. Manche Tropfen erstarrten auf dem Weg zur Erde, auf toten Blättern, auf leeren Stängeln, das Wasser fiel auf verschiedene Art vom Himmel zur Erde.

Wir waren dazwischen und hatten es warm, Haut an Haut, Mensch an Mensch unter Schafwolle und Planen. Der gefrierende Regen fiel auf das Zelt in unregelmäßigen Kadenzen. Unser Zelt war improvisiert, wir konnten in den Regen hinaussehen, warten bis er zu Schnee wurde oder zu Eisregen. Das war die einzige Frage, die wir uns stellten, würde es Regen bleiben oder Schnee werden oder würde einfach nur der Boden vereisen, der Raureif sich über die Äste der Winterbäume legen. Es war aber nicht wichtig, denn unsere Körper fühlten sich warm an unter unseren Händen, wir umschlangen und verschlangen einander und die Wärme kam aus unserer eigenen Energie. Wir hatten keine Vergangenheit und vielleicht auch keine Zukunft, aber was für Momente! Wir versicherten einander, dass wir diesen Momenten nicht nachtrauern würden, sie nur genießen, dass wir niemals, niemals in den öden Alltag abgleiten würden, niemals in Gewohnheiten erstarren wollten.

Der Schnee deckte langsam alles zu. Er war sanfter als der Regen, aber auch entschlossener. Er lächelte wohl über das Pärchen, das sich nicht unterschied von vielen anderen, die er schon gesehen hatte, in vielen Wintern vor allem an diesem Tag der Sonnenwende. Er blies kurz hinein in das Zelt um die beiden daran zu erinnern, dass auch ihre jugendliche Energie nicht mehr lange reichen würde, dass es wirklich kalt wurde.

Wir spürten das eisige Schneetreiben auf der nackten Haut und dass es Zeit war zu gehen, zurück ins gewohnte Leben, weg von den Winterbäumen und der wilden Liebe.

Lange habe ich mich erinnert.

301 Wörter

 

 

 

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Nie wieder – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Der Text ist schnell heruntergeschrieben und ich stelle fest, dass ich ein gewisses Problem mit den verwendeten Zeiten habe – Gegenwart oder Vergangenheit. Ich kann mich jetzt aber nicht weiter damit beschäftigen und so bleibt er wie er ist.

„Zeit“ pflegte er zu sagen, ist das schrecklichste aller Wörter. Nun da er gar keine Zeit mehr hat, oder unendlich viel, scheint mir „nie wieder“ ein viel schrecklicheres Wort zu sein. Nie wieder taucht auf, nach wie vor, wenn ich zum Telefon greife, wenn ich ihm gerne etwas erzählen würde. Bei allen möglichen Gelegenheiten. Auch wenn ich durch den Wald gehe und die Winterbäume berühre. Jede Wärme haben sie im tiefsten Inneren gespeichert, doch das Nie wieder gilt für Bäume nicht, sie haben ihr Immer Wieder, an das sie sich auch im kältesten Winter halten können. Manchmal kommt auch ein Zum Glück Nie Wieder bei mir vorbei. Irrational wie Menschen sein können, erzeugen  beide großen Widerhall.  Das Nie wieder mit seiner nass-kalten Trostlosigkeit, seinen Nebeln und engen Tunneln ebenso wie das Zum Glück Nie Wieder mit seinen weiten Horizonten und vielfältigen Möglichkeiten.

Jemandem nachzutrauern kann ganz scharfer Schmerz sein, kann Haut aufreißen und Leben verbiegen und alles so einengen, dass man kaum noch atmen kann. Dann rettet das Zum Glück Nie Wieder. Es erscheint als Bernhardiner, der die Verschüttete unter der Lawine gefunden hat, als freundlicher Wanderer, der die in den Graben Gefallene herausholt und wieder auf die Beine stellt. Das Zum Glück Nie Wieder nahm für mich auch oft die Form eines Fernrohrs an, mit dem ich in unbekannte Weiten schauen konnte, bevor ich mich dorthin wagte.

Das Nie Wieder, das Zum Glück Nie Wieder und ich wir sind ein gut eingespieltes Trio geworden, manchmal ein recht irrwitziges, aber gut aufeinander abgestimmt. Die Weite des einen gleicht die Enge des anderen aus und die Enge wiederum verhindert das allzu weite Abdriften in den Weltraum. Und „Zeit“ hat wieder die Gelegenheit zum erschreckendsten Wort zu werden, das die Angst vor der Vergänglichkeit bündelt.

293 Wörter

Ich glaube, es wird eine Fortsetzung bzw Ergänzung geben. Vielleicht auch nicht


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Alltag #2

So ganz unter uns: ich liebe Listen. Zwar schimpfe ich , wie alle meine Kollegen und völlig zu Recht, auf die überbordende Bürokratie, wenn sich diese aber in Form von zu erstellenden Listen bemerkbar macht, habe ich gar nichts dagegen. Einkaufslisten sind nett, aber die Königin unter den Listen ist doch die To-do-Liste, handschriftlich auf verschiedenfarbigem Papier oder auch im Terminkalender. Wunderbar geeignet sind dafür die Terminkalender , die bei jeder Woche eine leere Seite dabeihaben auf der man nach Lust und Laune Listen zu allem möglichen erstellen kann. Auf dem leeren Blatt kann man aber auch Zeichnen, oder Berechnungen anstellen oder sonstwas.

To-do-Listen erzeugen die Illusion der totalen Beherrschung des Alltags, ja des Lebens insgesamt. Eine einerseits sehr beruhigende andererseits aber durchaus gefährliche Illusion. Meine Listen und Aufzeichnungen sind kürzlich in ein Bullet-Journal übergeschwappt, das mir auch viel Freude macht. Praktisch an  solch selbst gefertigten Listen ist auch, dass man sie jederzeit umändern, verwerfen oder gleich entsorgen kann. Man kann sie nochmal auf einem ganz anderen Zettel schreiben, mit anderem Stift, in anderer Gestaltung. Auf meinen To-do-Listen gibt es auch viele Mindmaps, die ich gerne zum Erstellen von irgendwelchen Planungen benütze. Mindmaps sind auch was Großartiges, beim Erstellen kann man sich graphisch richtig austoben. Es macht mir sogar schon Spaß,  wenn nur die Linien nicht gerade sondern geschwungen werden, oder gepunktet oder gewellt oder durch kleine, gezeichnete Blümchen oder Monster ersetzt, die Möglichkeiten sind  nahezu unbegrenzt.

Wenn ich so eine Liste neu erstelle, schreibe ich darauf – zwecks Motivation – immer auch ein paar Dinge, die ich schon erledigt habe und daher schon  deutlich sichtbar abhaken kann, entweder mit einem farbigen Haken oder indem ich den Punkt farbig übermale oder irgendwas drauf klebe. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das unterscheidet eine To-do-Liste auch von den langweiligen Listen mit ganz gleichartigen Unterpunkten. Tatsächlich bearbeite ich meine Listen ständig und mache dabei so etwas wie eine kreative Pause. Außer ich fotografiere Mandarinenschalen, was dem gleichen Zweck dient.

Derzeit hängen an meiner Badezimmertür fünf To-do-Listen, eine pro Klasse, die ich spätestens am Freitag abgeschlossen und übergeben haben muss. Langsam färben sich die Zettel ein, jeder in einer anderen Farbe je nachdem wie ich zu den Klassen stehe. Aber es gibt noch große Lücken, die ich heute und morgen zu schließen gedenke und daher gehe ich wieder an die Arbeit.

Bei Ulli gibt es viele andere Alltags-Texte zu lesen

 


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Klimawandel in der Hölle – ABC Etüden. 3. Teil von „Regen in Sonnengelb“

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Ich bin draufgekommen, dass es in der Knirpsgeschichte eines dritten Teils bedarf. Und da ist er .

Erster Teil

Zweiter Teil

Seit einem Jahr arbeite ich bei BBUb. Von meinem Partner habe ich mich getrennt, mein Freundeskreis hat sich aufgelöst, meine Familie sehe ich noch hin und wieder einmal. Außer mir selbst, meinem Chef und ein paar außerordentlich attraktiven Kollegen hat noch niemand mein fantastisches Penthouse mit Garten und Pool im zehnten Stock betreten. Seltsam, wie sehr ich mich in diesem neuen Leben wohlfühle, wie ein Fisch im Wasser. Wasser war es ja auch, das mich in die Firma hereingespült hat.

Das Vorstellungsgespräch war kurz, die Gehaltsvereinbarungen unfassbar, der Vertrag lang, mit einigen Seltsamkeiten. In Anbetracht des Gehalts, des Firmenpenthouses und des hochinteressanten internationalen Tätigkeitsbereichs zögerte ich aber keinen Augenblick. Die Seltsamkeiten des Vertrags hin oder her unterschrieb ich. Es stand dann ja auch eine Krankenschwester zur Verfügung um meine blutenden Finger zu verarzten.

BBub stellt nicht nur erstklassige Knirpse her, sondern auch etwas grotesk anmutende Dinge wie riesige Kesselumkleidungen mit Hitzeisolierung, Gummistiefel, die aussehen als wären sie für Hufträger gedacht, Teile von mobilen Überschwemmungsmauern, Regenjacken mit einem Rückenteil aus Asbest und einem Loch. Als ich den Chef fragte, ob das unter Umständen krebserregende Material die Kunden nicht abschrecken würde, meinte er nur, dass die Auswirkungen jeder Art von tödlichen Krankheiten für die Kunden von BBub irrelevant seien.

Dann zeigte er mir Bilder von unendlich weiten Landschaften, in denen alles verbrannt schien, die Erde, die Felsen. Befremdlich fand ich die gewaltige Anzahl von kochtopfähnlichen Riesendingern, die mich irgendwie an die alten Kannibalenwitze erinnerten, in denen Leute in Kochtöpfen abgebildet waren. In dieser wunderschönen Landschaft, sagte er leidenschaftlich, regnet es jetzt sturzflutartig, das Wasser fällt wie eine Wand vom …ähem ….. Himmel, die Temperatur sinkt. Unsere gesamte Kultur und Zivilisation sind in Gefahr. Ich notierte diese Informationen für meine zukünftigen Werbekampagnen

Ich weiß, dass es kein Zurück für mich gibt. Der Vertrag ist unterschrieben.

301 Wörter


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Regen in Sonnengelb 2/2- ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Der erste Teil ist hier

Grotesk werde ich aussehen, hinten halbnass, vorne völlig durchweicht und ohne Ahnung um welche Zeit das alles entscheidende Gespräch überhaupt stattfinden soll. Genauso macht man einen kompetenten, inhaltlich, zeitlich und überhaupt flexiblen Eindruck mit einem deutlichen Touch von Verlässlichkeit und der Bereitschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit zu arbeiten. Ob sich Stunden-vorher-da sein-und-im-Regen-warten dann noch als besonderes Interesse an der Firma verkaufen lässt?

Es schüttet und schüttet. Die Betonflächen rund um meinen Standort haben eine leichte Neigung so dass das Wasser wohin fließt? Richtig, genau dorthin wo ich stehe und vorne am Balkon ist ein Abflussrohr, das noch zusätzlich gewaltige Mengen Wasser auf den Betonboden stürzen lässt, der seinerseits die größtmögliche Wassermenge in meine Richtung sprüht. Wenn man zu blöd ist, sich einen Termin zu notieren … wüte ich gegen mich selbst. Womöglich wäre ich unter dem Baum da drüben trockener geblieben oder auf den paar hundert Metern bis zum Auto.

Auf Stichwort hält ein Auto direkt vor dem Firmeneingang, ein Mann mit einem sonnengelben Knirps steigt aus und kommt in
Richtung meines Balkons. In der anderen Hand hält er einen zweiten Knirps, einen giftgrünen. Ich habe die Firmenhomepage genau studiert: das ist der Chef himself. Oje, kann ich ihnen von der Regeninsel weghelfen, sagt er und hält mir den grünen Knirps hin. Ich bemühe mich um ein charmantes Lächeln, das wohl eher jämmerlich nass aussieht, bedanke mich und sage: wir haben ja dann noch ein Gespräch miteinander, ich bin Carlota Wurm und bewerbe mich um Ihre Marketingabteilung.

Er lacht. Dieses Gespräch haben wir für morgen vereinbart, sagt er, gar nicht unfreundlich. Aber kommen Sie gleich mit, bevor Sie ertrinken,  ich habe gerade Zeit und Ihre Unterlagen schon gesehen und bei soviel Einsatz …. Und so folgt der giftgrüne Knirps dem sonnengelben in Richtung Firmenhaupteingang und hoffentlich in Richtung Chefinnenbüro der Marketingabteilung.

300 Wörter


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Regen in Sonnengelb 1/2 – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Wunderbar, das sind wieder Wörter, die man in jede Geschichte verpacken kann.

Ich bitte zu beachten, dass auch „Pfründe“ vorkommt. Die Pfründe haben es mir angetan

 

Was für ein Chaos! Dabei hatte ich mir die Zeit für das Vorstellungsgespräch genau notiert, auf einem Zettel, weil der Anruf kam, als ich gerade unter der Dusche stand und ich das handy nicht nass machen wollte. Dann kam meine Schwester mit ihrem Knirps in einem grotesk süßen Kostüm von der Kindergartenfeier und klar, später habe ich den Zettel nicht mehr gefunden und bin mir nicht sicher, ob es 13:00 oder 15:00 war. Jetzt stehe ich hier vor der Firma, mitten in der Pampa und weiß jetzt wenigstens, dass es 13:00 nicht sein kann, weil die Firma bis 14:00 Mittagspause hat. Das wäre ja jetzt nicht so schlimm, wenn es nicht gerade zu regnen beginnen würde, das Auto weit weg wäre und weit und breit kein Lokal, keine Busstation mit einem Wartehäuschen, nix.

Der einzige Platz zum Unterstellen ist die kleine Fläche unter einem Minibalkon im Firmengebäude. Wahrscheinlich ist das der Balkon von dem der Chef himself Ansprachen an die Belegschaft hält. Na egal, wenn ich drunter steh, kann er mich ja nicht sehen, nicht einmal falls er hinaustreten sollte um seine Pfründe in Augenschein zu nehmen. Wahrscheinlich machen Pfründe im Regen besonders froh.

Zum Regen kommt der Wind, er bläst das Wasser von allen Seiten über mich. Besonders stark von vorne, es sprüht aber auch von den Seiten her intensiv und vom Rand des Balkons fallen dicke Tropfen in unregelmäßigen Abständen. Ich versuche in Millimeterarbeit mich genau dort hinzustellen, wo es noch am trockensten bleibt. Ohne nennenswerten Erfolg. Außerdem drücke ich mich gegen die Wand, damit wenigstens mein Rücken trocken bleibt. Dann kann ich nach versautem Vorstellungsgespräch würdevoll hinaus schreiten. Meine Rückentrockenhalte- Versuche bleiben allerdings ebenfalls ohne Erfolg. Es regnet so stark, dass auch die Hauswand nass wird.

285 Wörter


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Ach, ein Huhn – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

„Pfründe“  ist ja nun ein Wort, das zu einem ernsthaften Text inspiriert. Ich habe es diesmal anders gemacht, zwischen Mitternacht und ein Uhr habe ich einen höchst albernen Text geschrieben, der mir viel Freude gemacht hat

„Pfründe-Sünde-begründe“ skandierte der Abt und kicherte. Dann drapierte er schwungvoll seine Stola um den Hals, hob seinen Messkelch wie um anzustoßen und rief „mondän, exträm, bequäm“ und brach in schallendes Gelächter aus. Den letzten jungen Mönch des Klosters, der den Auftrag hatte, dem Abt überallhin zu folgen schauderte es.

Im Kapitelsaal hatten sich die verbleibenden gesunden Mönche zur Schriftenlesung und zum Gebet versammelt. Die inbrünstigen Stimmen verwoben sich ineinander und stiegen auf zu den Bögen des gotischen Saals, umschmeichelten den Schlussstein und verklangen fächerförmig. Und plötzlich erhob sich eine der schönsten Singstimmen des Chors und rief: „Pfründe-künde-verbünde“. Laut rief er und durchdringend und mit einer Stimme, die sich in unerhörte Höhen hinaufschraubte. „Mondän und souverän“ piepste die altersmüde Stimme des Konversenmeisters und der Prior versuchte sich an ein paar Tanzschritten, man hätte meinen können, dass es sich um einen Samba handelte. „Sonnenbaden“sang er  vergnügt „Sonnenbaden, Luftmatratze, Guuumikrokodil“.

Inzwischen war der Abt dem letzten jungen Mönch entkommen und nahm seinen Platz im Kapitelsaal ein. Misstrauisch beäugten ihn die anderen Mönche. „Ich werde es nicht länger zulassen“ sagte der Abt sehr bestimmt und kicherte nur ganz leise. „Kommen sie, meine Bruder“ schallte es von den Wänden „kommen Sie und seien Sie glücklich“ Er breitete die Arme aus, fast alle fassten sich an den Händen und begannen einen Rundtanz, dessen Schrittfolge jedem plötzlich völlig klar war. „Pfründe, Pfründe, Pfründe, ach ein Huhn, mondäne Blumenbeete, Kräutlein rupf“ sangen sie in perfekter Harmonie und tanzten sich bei den Händen haltend, in Schlangenlinien aus dem Kloster.

Der letzte junge Mönch und einige wenige andere starrten ihnen nach. Ein intensiver Schwefelgeruch wehte über das Kloster, den Garten und die Kirche. Es blieb aber für alle Zeiten unklar woher der Geruch kam, von den Tanzenden oder von den anderen.

291 Wörter