la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donaukanal #2

Es ist sehr schwierig ein Stück Stacheldraht vor einem spiegelnden und obendrein auch noch bewegten Hintergrund einigermaßen scharf zu bekommen.

Entlang des Donaukanals gibt es vielfältigste fotografische Herausforderungen und sehr unkonventionelle Motive von Müll und Stacheldraht bis zum Luxusrestaurantschiff. Von der Schiffsruine bis zum Schnellschiff nach Bratislava und dessen neugebautem Anlegegebäude. Verfallendes gibt es hier, Renoviertes wie die Urania-Sternwarte, ganz neue Gebäude, über allem Tonnen von bunten Herbstblättern und das Gesamtgemälde spiegelt sich im Wasser …..

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Dombauhütte

Einen Tag der offenen Tür gab es heute bei der Dombauhütte St. Stephan. Wirklich interessant wie die Heinzelmännchen des Doms arbeiten.

Bewußt, sagte der Dombaumeister, verwenden sie mittelalterliche Instrumente und keine Preßluftbohrer.

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Sandstein wird nach wie vor verwendet, seit 700 Jahren. Große Nachwuchsprobleme dürfte es auch nicht geben. Wir haben immerhin 2 junge Gesellen gesehen.

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Sehr schön ist der Sandstein solange er ganz weiß ist.

In den 50er und 60er Jahren, erzählte der Dombaumeister, gab es das Problem der Verfärbung des Steins durch Luftverschmutzung. Jetzt aber ist die Luft sauberer und ein neues Stück Stein kann Jahrzehnte ziemlich weiß bleiben. Allerdings gäbe es heutzutage andere Probleme zB Moose, die sich auf den Steinen ansiedeln. „Irgendwas ist immer“ wie Christiane sagen würde.

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Einfach so …

… bin ich heute durch die Wiener Innenstadt gebummelt und kam dabei an einem von mir sehr geschätzten Denkmal vorbei: dem Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka (1928 – 2009). Es besteht aus fünf Teilen, die auf einem kleinen Platz hinter der Oper, gegenüber der Albertina stehen.

Wie alle zeitgenössischen Kunstwerke löste es in Wien heftigste Polemik aus. In diesem Fall ging es einerseits um den Künstler Alfred Hrdlicka, der vielen ein Dorn im Auge war, ein Unbequemer, ein überzeugter Kommunist, aber ein international anerkannter Künstler und andererseits um den Ort. Die konservative Volkspartei wollte das Mahnmal lieber irgendwo anders aufstellen, aber doch keinesfalls an einem so zentralen Ort. Hrdlicka konterte, dass er kein Wanderkünstler sei, der seine Werke auf Rädern durch die Gegend karrt, sondern, dass er – wie mit dem Wiener Bürgermeister vereinbart- dieses Mahnmal für genau diesen Aufstellungsort gemacht hätte.

IMG_3694Die großen Figuren des Mahnmals erinnern an die Ästhetik der 1930er Jahre oder an die Staatskunst kommunistischer Staaten.

IMG_3690Der vielleicht eindrucksvollste Teil ist der „straßenwaschende Jude“IMG_3692

Auch diese Figur hat Polemik ausgelöst. Viele hätten an Stelle einer in ihrer Erniedrigung dargestellten Person lieber ein positiv zukunftsweisendes Symbol der Überwindung von Rassismus und Verfolgung gesehen. Der Künstler sah das anders. Er meinte, dass  „nur die fortdauernde Provokation den schläfrigen Geist des Österreichers aus seiner Lethargie zu wecken vermag.“ Tja, das war dann wieder ein Ausspruch, der weder die Rechten noch die Linken erfreut hat. Aber auch die Kunst sich bei allen Seiten unbeliebt zu machen, beherrschte Hrdlicka mühelos

Einig waren sich dann allerdings alle in ihrer Empörung über die Touristen, die die Skulptur oft als Sitzplatz nutzten. Ich vermute einige Einheimische werden schon auch dabei gewesen sein… Jedenfalls aber war man sich dann allgemein einig, dass das eine unakzeptable Situation sei und daher wurde die Skulptur mit Stacheldraht bedeckt, was ja gut zur Thematik passt und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seinen Zweck erfüllt.