la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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21. Station der Leseweltreise – China

Bisher bereist

 

Ich bin begeistert !

Ein echter Science-Fiction-Roman:Wissenschaft ist ein wichtiger Teil der Handlung. Nachdem der Autor Techniker ist, kann man wohl davon ausgehen, dass die wissenschaftlichen Schilderungen sich im Bereich der Realität oder zumindest im Bereich des Möglichen befinden.

Ich werde nicht die Handlung nacherzählen. Es ist ein äußerst origineller Plot, in dem Physik und Astrophysik eine Rolle spielen, ebenso wie ein Computerspiel, das in Verbindung mit einer geheimnisvollen Organisation steht. Es gibt auch eine außerirdische Zivilisation, deren Beschreibung ebenfalls ein Beweis für sehr viel Kreativität ist. Die Bedeutung der außerirdischen Zivilisation wird vermutlich im zweiten Band steigen. Cixin Liu hat seine Geschichte als Trilogie angelegt. Leider ist mir das Buch gewissermaßen zu früh untergekommen, denn der zweite Band erscheint erst im März und der dritte irgendwann.

Sehr interessant finde ich auch, dass die Handlung in China spielt und Einblicke in die neue chinesische Geschichte und Politik bietet. Cixin Liu hat Personen geschaffen, von denen einige wohl typische Erscheinungen ihrer Zeit und des eigenwilligen chinesischen Kommunismus sind.

Hier geht es zu Yvonne unserer literarischen Reiseleiterin.

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Er wird zu einem Lieblingsautor

Schon das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Humorvoller und tiefgründiger Blick auf ein Thema, das nicht gerade in aller Munde ist, aber für viele durchaus relevant. Klick .

Auch das zweite Buch , das ich gelesen habe, ist mir zufällig über den Weg gelaufen:

„Gewidmet meinem Vater, der sich schließlich doch damit anfreunden konnte, dass ich nichts Rechtes gelernt habe“

Schon diese Widmung hat mir gefallen, weil sie doch vieles an Vater-Sohn-Beziehung darstellt. Das Buch ist in einer altertümmelnden Sprache geschrieben:

Das erste Capitel

Worin der König heiter der Ankunft eines neuen Riesen entgegenblicket.

Friedrich Wilhelm der Erste, siebenundzwanzig Jahre alt, König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, saß im Potsdamer Stadtschlosse in seinem Bette und freute sich. p. 7

Es geht um die „langen Kerle“ des Friedrich Wilhelm, die überdurchschnittlich großgewachsenen Männer,die er in eigentlich verbrecherischer Art und Weise in großen Teilen Europas einfach entführen ließ und in seine Armee eingliederte.  Einem König war damals alles erlaubt und wenn es auch nicht erlaubt war, so wurde es doch geduldet.

Auch dieses Buch ist humorvoll geschrieben und behandelt doch absolut skandalöse, menschenverachtende  Zustände. Gerade diese Kunst schwerwiegende Dinge leicht zu schreiben schätze ich sehr und Thomas Meyer beherrscht sie. Wäre schon schade gewesen, wenn er seinem Vater gefolgt und „etwas Rechtes“ gelernt und ausgeübt hätte.

Thomas Meyer ist auch ein meisterhafter Gestalter von Figuren. Mehrere dieser „Riesen“ werden skizzenhaft aber doch lebendig herausgearbeitet. Die Figur des Friedrich Wilhelm, eines charakterlich grobschlächtigen, kindisch-gnadenlosen Tyrannen wirkt streckenweise fast sympathisch. Es gibt auch noch andere interessante und differenziert dargestellte Figuren: den Geheimsecretair Creutz, bei dem irgendwann der letzte Tropfen des königlichen Verhaltens das Fass zum Überlaufen bringt, der skrupellose Menschenhändler Schmidt, der „wissenschaftliche Berater“ Freiherr Jacob Paul von Grundling, der für ausreichende Mengen Alkohol jede Demütigung hinnimmt.

Ich freue mich auf weitere Bücher dieses sehr vielseitigen Autors.


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16. Station der literarischen Weltreise – Großbritannien

Eine Ruth Rendell wie ich sie mag ! Eine prächtige Milieuschilderung, hochinteressante, wunderliche Charaktere, deren Wunderlichkeit aber aus ihrer Geschichte nachvollziehbar werden, minutiös aufgebaute Zufälle, Verwicklungen, Begegnungen, detailgetreue Schilderungen von Natur und Innengestaltung von Häusern und dazwischen immer der rote Faden der schicksalshaften Begegnungen.

Man geht von einer oder zwei Figuren aus und landet in einem Netz von Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Menschen, die von Ruth Rendell zusammengeführt werden, manchmal wie die Laborratten; was wohl geschieht, wenn man eine betrügerische Londoner Proletin mit einem aus ihrer Sicht armen tatsächlich aber steinreichen arabischen älteren Herrn zusammenführt ?  Diese Art von Experimenten kommen bei Ruth Rendell oft vor und bringen faszinierende Ergebnisse.

Die Bedeutung des Titels des Romans offenbart sich erst ganz am Ende des Buchs und auch hier verknüpfen sich Ereignisse, die nicht das Geringste miteinander zu tun haben. Aber Ruth Rendell nimmt man ihre  mögliche Verknüpfung durchaus ab.

Die genaue Handlung erzähle ich natürlich nicht. Nur soviel, dass die Hauptpersonen vier Frauen sind: zwei Schwestern und die beiden erwachsenen Töchter einer von ihnen. Der Ausgangspunkt der Geschehnisse ist eine in der Vergangenheit liegende Begebenheit, die großen Einfluss auf die Gegenwart hat obwohl nicht alle Akteure sich anfangs der Tragweite dieser Begebenheit bewusst sind.

 


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Netter Krimi – Ruth Rendell

Viel gelesen habe ich im Sommer und werde langsam einiges vorstellen. Zunächst einen netten Krimi.

Ruth Rendell ist eine meiner Lieblingskrimiautorinnen, vor allem ihre unter dem Namen Barbara Vine veröffentlichten Bücher schätze ich sehr. Das sind auch eigentlich keine Krimis.

Hier handelt es sich aber um ein Inspektor-Wexford-Buch. „Die Besucherin“. Ja, nicht ihr allerbestes aber auch nicht das schlechteste. Wobei ein schlechter Rendell-Krimi immer noch mindestens im Mittelfeld der veröffentlichten Krimis liegt. Wie bei allen ihren Krimigeschichten geht es nicht nur um die Mord-Story sondern um einige gesellschaftlich relevante Themen. In diesem Buch um Rassismus, Arbeitslosigkeit und die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern.

Die Geschichte liest sich flüssig, ist logisch aber nicht allzu linear aufgebaut- es gibt überraschende Wendungen – bietet ein bisschen Stoff zum Nachdenken und ist insgesamt eine angenehme, mittelseichte Lektüre, die sich für Urlaubstage blendend eignet oder für häusliche Regentage. Man kann die Geschichte auch problemlos in Etappen lesen.

Ich danke dem Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars


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Nicht nur Literatur gibt es zu lesen

„Die eigentliche Herausforderung der Entwicklungspolitik besteht darin, dass eine Gruppe von Ländern am untersten Rand immer weiter zurückfällt und oft regelrecht zerfällt.

Diese Länder ganz unten gehören zwar zur Welt des 21. Jahrhunderts, aber ihre Lebenswirklichkeit ist die des 14. Jahrhunderts: Bürgerkrieg, Seuchen, Analphabetismus. Die meisten dieser Länder liegen in Afrika und Zentralasien, ein paar wenige in anderen Regionen. (…) Wir müssen uns daran gewöhnen, das vertraute Zahlenverhältnis *  auf den Kopf zu stellen: insgesamt 5 Milliarden Menschen leben heute bereits im Wohlstand oder sind auf dem Weg dorthin, eine Milliarde fällt immer weiter zurück. “

Paul Collier „Die unterste Milliarde“ Pantheon: 2007 p.17

Mit „das vertraute Zahlenverhältnis“ ist die Situation  gemeint, in der  1 Milliarde Menschen in der reichen Welt leben und fünf Milliarden Menschen in der armen. Tatsächlich ist die Armut insgesamt zurückgegangen, aber die Kluft zwischen den ganz Armen und denen, die in großem oder bescheidenem  Wohlstand leben wird immer tiefer.


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13. Station der Literaturweltreise – Japan

Auf den Spuren von Yvonne  habe ich Kanae Minatos „Geständnisse“ gelesen.

Nach dem Buch, das ich zuvor gelesen hatte (klick) , war es ein so angenehmer, distanzierter, fast kühler Stil in dem die dramatischen Ereignisse geschildert werden. Ob diese Art der Darstellung  „das japanische“ an dem Roman ist oder einfach der persönliche Stil der Autorin, kann ich nicht beurteilen, ich werde mich aber auf jeden Fall nach weiteren Werken von Kanae Minato umsehen.

Obwohl ein Mord im Zentrum der Geschehnisse steht, handelt es sich nicht um einen Krimi. Die Geschichte um die es geht, ist von Anfang an bekannt: die vierjährige Tochter einer Lehrerin wurde getötet. Zu Beginn des Buches eröffnet die Lehrerin ihrer Klasse von 13-jährigen Schülerinnen und Schülern, dass sie weiß, wer die Tat begangen hat und dass sie sich an diesen Personen zu rächen gedenkt. Die handelnden Personen kommen nacheinander als Ich-Erzähler zu Wort und so werden die Hintergründe und der Ablauf der Geschehnisse langsam zusammengesetzt.

Die Jugendlichen, die den Mord begangen haben, leben unter schwierigen Familienverhältnissen. Der eine wird von seiner Mutter gegängelt, der andere völlig vernachlässigt. Man erfährt so nebenbei auch einiges über den allgemeinen Leistungsdruck im Leben japanischer Schulkinder. Neben den Rückblenden, läuft auch die Handlung nach dem Vortrag der Lehrerin weiter. Sie selbst hat die Schule verlassen und wurde durch einen Kollegen ersetzt, der – absichtlich oder nicht – zur Eskalierung der Geschehnisse beiträgt.

Der Roman ist ein erschreckender Einblick in menschliche Abgründe, die sich unter anderem durch die Lebenserfahrung von Kindern aus Mittelschichtfamilien in schwierigen persönlichen Situationen auftun. Es gelingt nicht immer wirklich zwischen Opfern und Tätern zu unterscheiden. Auch die Gesetzeslage und die Rechtspraxis werden thematisiert. Kinder werden einerseits unter sehr großen Leistungsdruck gesetzt, was unter anderen zu dem in Japan weitverbreiteten Phänomen der Hikikomori führt. Hikikomori sind Jugendliche, die sich weigern das Haus zu verlassen und die Schule zu besuchen. Andererseits werden aber Straftaten von Jugendlichen von den Gerichten mit größter Milde behandelt.

Die Rache der Lehrerin schließlich ergibt sich zwar aus weiteren Plänen eines der Täter, ist aber dennoch ebenfalls von ungeheurer Brutalität. Alles in allem ein ebenso hartes wie interessantes Buch.

Ich danke dem Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars