la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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21. Station der Leseweltreise – China

Bisher bereist

 

Ich bin begeistert !

Ein echter Science-Fiction-Roman:Wissenschaft ist ein wichtiger Teil der Handlung. Nachdem der Autor Techniker ist, kann man wohl davon ausgehen, dass die wissenschaftlichen Schilderungen sich im Bereich der Realität oder zumindest im Bereich des Möglichen befinden.

Ich werde nicht die Handlung nacherzählen. Es ist ein äußerst origineller Plot, in dem Physik und Astrophysik eine Rolle spielen, ebenso wie ein Computerspiel, das in Verbindung mit einer geheimnisvollen Organisation steht. Es gibt auch eine außerirdische Zivilisation, deren Beschreibung ebenfalls ein Beweis für sehr viel Kreativität ist. Die Bedeutung der außerirdischen Zivilisation wird vermutlich im zweiten Band steigen. Cixin Liu hat seine Geschichte als Trilogie angelegt. Leider ist mir das Buch gewissermaßen zu früh untergekommen, denn der zweite Band erscheint erst im März und der dritte irgendwann.

Sehr interessant finde ich auch, dass die Handlung in China spielt und Einblicke in die neue chinesische Geschichte und Politik bietet. Cixin Liu hat Personen geschaffen, von denen einige wohl typische Erscheinungen ihrer Zeit und des eigenwilligen chinesischen Kommunismus sind.

Hier geht es zu Yvonne unserer literarischen Reiseleiterin.

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Der ewige Deutsche ?

Schon lange habe ich das vom Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellte Hörbuch und habe einfach nicht geschafft, es bis zu Ende zu hören. Die nuancenreich modulierte Stimme von Hans Korte bietet anfangs reines Zuhörvergnügen. Allerdings geht es in weiterer Folge sehr militärisch-stramm zu und von Hörvergnügen kann man dann eigentlich nicht mehr sprechen.

Heinrich Manns „der Untertan“ beschreibt das Leben des Diederich Heßling, eines Menschen, der aus bescheidenen Verhältnissen kommend zu Macht aufsteigt. Zur Zeit Wilhelm I in Deutschland lebend, erfährt er eine Erziehung durch Elternhaus und Gesellschaft , die ihn durch brutale Verformung ebenso skrupellos wie duckmäuserisch macht. Das „weiche Kind „ wie er im ersten Satz des Romans genannt wird, entwickelt sich zu einem wahren Monster, einem Popanz seiner Zeit. Nur ganz zu Beginn des Romans, wenn Kindheit und erste Liebe des Protagonisten geschildert werden, gelingt gelegentlich eine zaghafte Identifizierung mit Diederich Heßling.

„Dieses Buch Heinrich Manns (…) ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Rohheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolganbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit. Leider: Es ist der deutsche Mann schlechthin gewesen; wer anders war, hatte nichts zu sagen, hieß Vaterlandverräter und war kaiserlicherseits angewiesen, den Staub des Landes von den Pantoffeln zu schütteln“ Kurt Tucholsky in Die Weltbühne, 15.Jahrgang Nr.13 (20.3.1919)


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Alles was Recht ist.

So nennt sich die heurige niederösterreichische Landesausstellung in Pöggstall, im Waldviertel. Schon das Gebäude ist sehenswert. Dies ist der Eingang durch den Verteidigungsrundturm der Schlossanlage Pöggstall aus dem 13. Jahrhundert, wo die Ausstellung untergebracht ist. Das Schloss hat mehrere Innenhöfe und Laubengänge, die in den Weg durch die Ausstellung integriert sind.

Wir haben zunächst gezögert, uns diese Ausstellung anzusehen, weil wir dachten,dass aus einem Thema wie diesem auch eine äußerst fachspezifische für Nichtexperten langweilige Ausstellung geworden sein könnte. Aber da hatten wir die Kustoden dieser Ausstellung schwer unterschätzt. Sie ist nicht nur nicht langweilig sondern sogar äußerst interessant gemacht; nicht chronologisch gestaltet, sondern nach Themen zusammengestellt. Zum Beispiel „Rache oder Strafe“ „Gesetz versus Gerechtigkeit“ „Inwieweit konnte man sich während des Nationalsozialismus der Erfüllung von Befehlen und Vorschriften entziehen“ „Folter und Wahrheit“ , „Gewaltentrennung“ und einiges mehr.

Die Ausstellung regt zum Denken und Diskutieren an und ist somit auch für Schulausflüge mit älteren Schülern höchst geeignet.  *Gedankennotiz*

Manche Exponate sind auch vom ästhetischen Standpunkt eine Freude

Bei anderen entsteht Freude darüber, nicht in Zeiten leben zu müssen, in denen solche Masken als adäquate Strafinstrumente betrachtet wurden

 

 


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Er wird zu einem Lieblingsautor

Schon das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Humorvoller und tiefgründiger Blick auf ein Thema, das nicht gerade in aller Munde ist, aber für viele durchaus relevant. Klick .

Auch das zweite Buch , das ich gelesen habe, ist mir zufällig über den Weg gelaufen:

„Gewidmet meinem Vater, der sich schließlich doch damit anfreunden konnte, dass ich nichts Rechtes gelernt habe“

Schon diese Widmung hat mir gefallen, weil sie doch vieles an Vater-Sohn-Beziehung darstellt. Das Buch ist in einer altertümmelnden Sprache geschrieben:

Das erste Capitel

Worin der König heiter der Ankunft eines neuen Riesen entgegenblicket.

Friedrich Wilhelm der Erste, siebenundzwanzig Jahre alt, König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, saß im Potsdamer Stadtschlosse in seinem Bette und freute sich. p. 7

Es geht um die „langen Kerle“ des Friedrich Wilhelm, die überdurchschnittlich großgewachsenen Männer,die er in eigentlich verbrecherischer Art und Weise in großen Teilen Europas einfach entführen ließ und in seine Armee eingliederte.  Einem König war damals alles erlaubt und wenn es auch nicht erlaubt war, so wurde es doch geduldet.

Auch dieses Buch ist humorvoll geschrieben und behandelt doch absolut skandalöse, menschenverachtende  Zustände. Gerade diese Kunst schwerwiegende Dinge leicht zu schreiben schätze ich sehr und Thomas Meyer beherrscht sie. Wäre schon schade gewesen, wenn er seinem Vater gefolgt und „etwas Rechtes“ gelernt und ausgeübt hätte.

Thomas Meyer ist auch ein meisterhafter Gestalter von Figuren. Mehrere dieser „Riesen“ werden skizzenhaft aber doch lebendig herausgearbeitet. Die Figur des Friedrich Wilhelm, eines charakterlich grobschlächtigen, kindisch-gnadenlosen Tyrannen wirkt streckenweise fast sympathisch. Es gibt auch noch andere interessante und differenziert dargestellte Figuren: den Geheimsecretair Creutz, bei dem irgendwann der letzte Tropfen des königlichen Verhaltens das Fass zum Überlaufen bringt, der skrupellose Menschenhändler Schmidt, der „wissenschaftliche Berater“ Freiherr Jacob Paul von Grundling, der für ausreichende Mengen Alkohol jede Demütigung hinnimmt.

Ich freue mich auf weitere Bücher dieses sehr vielseitigen Autors.


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16. Station der literarischen Weltreise – Großbritannien

Eine Ruth Rendell wie ich sie mag ! Eine prächtige Milieuschilderung, hochinteressante, wunderliche Charaktere, deren Wunderlichkeit aber aus ihrer Geschichte nachvollziehbar werden, minutiös aufgebaute Zufälle, Verwicklungen, Begegnungen, detailgetreue Schilderungen von Natur und Innengestaltung von Häusern und dazwischen immer der rote Faden der schicksalshaften Begegnungen.

Man geht von einer oder zwei Figuren aus und landet in einem Netz von Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Menschen, die von Ruth Rendell zusammengeführt werden, manchmal wie die Laborratten; was wohl geschieht, wenn man eine betrügerische Londoner Proletin mit einem aus ihrer Sicht armen tatsächlich aber steinreichen arabischen älteren Herrn zusammenführt ?  Diese Art von Experimenten kommen bei Ruth Rendell oft vor und bringen faszinierende Ergebnisse.

Die Bedeutung des Titels des Romans offenbart sich erst ganz am Ende des Buchs und auch hier verknüpfen sich Ereignisse, die nicht das Geringste miteinander zu tun haben. Aber Ruth Rendell nimmt man ihre  mögliche Verknüpfung durchaus ab.

Die genaue Handlung erzähle ich natürlich nicht. Nur soviel, dass die Hauptpersonen vier Frauen sind: zwei Schwestern und die beiden erwachsenen Töchter einer von ihnen. Der Ausgangspunkt der Geschehnisse ist eine in der Vergangenheit liegende Begebenheit, die großen Einfluss auf die Gegenwart hat obwohl nicht alle Akteure sich anfangs der Tragweite dieser Begebenheit bewusst sind.

 


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Netter Krimi – Ruth Rendell

Viel gelesen habe ich im Sommer und werde langsam einiges vorstellen. Zunächst einen netten Krimi.

Ruth Rendell ist eine meiner Lieblingskrimiautorinnen, vor allem ihre unter dem Namen Barbara Vine veröffentlichten Bücher schätze ich sehr. Das sind auch eigentlich keine Krimis.

Hier handelt es sich aber um ein Inspektor-Wexford-Buch. „Die Besucherin“. Ja, nicht ihr allerbestes aber auch nicht das schlechteste. Wobei ein schlechter Rendell-Krimi immer noch mindestens im Mittelfeld der veröffentlichten Krimis liegt. Wie bei allen ihren Krimigeschichten geht es nicht nur um die Mord-Story sondern um einige gesellschaftlich relevante Themen. In diesem Buch um Rassismus, Arbeitslosigkeit und die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern.

Die Geschichte liest sich flüssig, ist logisch aber nicht allzu linear aufgebaut- es gibt überraschende Wendungen – bietet ein bisschen Stoff zum Nachdenken und ist insgesamt eine angenehme, mittelseichte Lektüre, die sich für Urlaubstage blendend eignet oder für häusliche Regentage. Man kann die Geschichte auch problemlos in Etappen lesen.

Ich danke dem Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars