Kategorie: EL MUNDO Y LA VIDA

Fischwanderhilfe

Wir gingen über das Kraftwerk, das den hübschen Namen der Umgebung „Freudenau“ führt zur anderen Seite der Donau. Es wurde 1992 eröffnet und ist daher für ein Kraftwerk noch verhältnismäßig neu.

An diesem Tag wehte ein Sturm und beim Überqueren der „Brücke“ hatte ich das dringende Bedürfnis nach irgendeiner Kopfbedeckung, sogar ein Radhelm wäre mir willkommen gewesen. Der F als studierter Wasserbauingenieur zeigte aber einige Motivation um mir an Ort und Stelle zu erklären, wie das Ding funktioniert. wir wurden nicht wirklich umgeblasen, aber beinahe.

Es ist ein Laufkraftwerk mit 6 Turbinen und es leuchtet ein, dass es nötig ist, etwas zu unternehmen um zu vermeiden, dass die Fische in die Turbinen gezogen werden.
Meine Motivation bei Sturm über das Kraftwerk zu gehen, war, zu sehen wie diese sogenannte „Fischwanderhilfe“ aussieht. Fischtreppen bei kleinen Kraftwerken habe ich schon gesehen, aber das ist hier kein Vergleich.
Die „Umleitung“ für Fische und sonstige Wasserbewohner ist eindrucksvoll weitläufig.

Die renaturierten Strecken der „Umleitung“ sehen geradezu idyllisch aus. Fische habe ich zwar keine gesehen, aber das hing vielleicht mit der Tageszeit zusammen. Ganz in der Nähe des Kraftwerks, in der Lobau, liegt Wiens FKK-Bereich. Die FKK-Leute haben angeblich mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen und so finden sich dort in der Mehrheit ältere Leute im Adams- oder Evakostüm.

Wahrheiten?

Wenn es so etwas wie universelle Wahrheiten geben sollte, so müsste es auch möglich sein, auf verschiedenen Wegen dorthin zu gelangen. Wenn es eine gute Zukunft für die Menschheit auf diesem Planeten geben soll, müssen viele verschiedene Richtungen einen Grundkonsens finden. Leider sieht es danach derzeit nicht aus. Möglicherweise fehlt mir aber auch nur die Sicht von einem höher gelegenen Standpunkt aus.

Vielleicht gibt es aber diese universellen Wahrheiten gar nicht, oder auf einer Ebene, die uns Menschen nicht zugänglich ist und wir hauen einander wegen Banalitäten die Schädel ein.

Manchmal versuche ich Fs Faszination für Baumaschinen, Brücken, Dämme, Züge nachzuvollziehen. Es gelingt mir eh nicht

„Ahhh, ein Zug“
„Ja und?“
“ —-„
„Ah ja, toll, ein Zug“

Donnerstag 6.Mai 2020 – Flieder und „Volksgenossen“

Auf dem Weg ins Atelier komme ich an unzähligen Fliederhecken vorbei. Das ganze Jahr über sind es einfach irgendwelche Büsche, die die Sicht der Vorübergehenden und so auch meine einschränken, aber zu ihrer Blütezeit verbreiten sie einen geradezu paradiesischen Duft. Gerade lese ich, dass der Flieder zu den Ölbaumgewächsen zählt. Ein bisschen Weiterbildung im Rahmen des Bloggens kann ja nicht schaden.

Auch sehr Interessant ist, dass die Blüten sich dort häufen, wo Vorübergehende weder mit den Händen noch mit einer arglistig mitgebrachten Gartenschere hinkommen. Dabei handelt es sich bestimmt um ein botanisches Phänomen, denn es würde doch niemand die unteren Blüten …. nein, nie und nimmer, niemals würde ich meinen Mitmenschen zutrauen, dass der Flieder in ihren Vasen irgendwo anders herstammt als aus dem eigenen Garten oder einem Blumengeschäft.

„Arglistig“ ist mir kürzlich beim Unterzeichnen des Wohnungs-Kaufvertrags untergekommen. Da stand „arlistiges Verschweigen von baulichen Mängeln“. Meine juristische Schwägerin meinte, dass es da drei Stufen von Verschweigen gäbe, „arglistiges Verschweigen“ wäre die oberste und in einem Vertrag für die Käuferseite sehr ungünstig, weil sich die Arglist kaum beweisen ließe. Nachdem ich darauf bestanden habe, hat der Notar „arglistig“ gestrichen. Er musste ja aufgrund seiner falschen Berechnungen ohnehin eine ganze Seite umschreiben.

Bis vor kurzem konnte ich noch nicht wirklich nachvollziehen, wie die Zusammenhänge einer totalitären Ideologie wie dem Nationalsozialismus mit einer esoterischen Mystik funktionieren können. In letzter Zeit verstehe ich besser wie man, wenn sich Wissen und Logik verweigern auf Mystik zurückgreift. Wenn ich da höre wie jedes Wochenende vom starken Immunsystem „unseres“ gesunden Volkes gebrüllt wird. Die Nazis waren auch auf der Suche nach dem Gral, wenn ihnen dafür noch Zeit blieb neben der Errichtung und Besiedelung von Vernichtungslagern und dem Einkleiden von „Volksgenossen“ bis hinunter zu Kindern als Kanonenfutter und Mörder, je nachdem.
Geschichte wiederholt sich nicht wirklich. Die Bedingungen sind andere, die Akteure verschieden, es kann zu Verwechslungen zwischen Täter- und Opferrollen kommen. Manche Reminiszenzen an untergegangene Zeiten können aber trotz einer gewissen Komik, die man darin auch sehen kann, durchaus bedrohlich wirken, nicht zuletzt die mystischen.

Sonntag 2.Mai 2021

Aus den Lockdowns beibehalten haben wir die Spaziergänge auf Friedhöfen. Viel Grün, wenig Leute, interessante Grabsteine, über die man Geschichten spinnen kann. Einer dieser Friedhöfe bietet theoretisch auch eine tierische Attraktion: Wildhamster, die dort frei leben und sich angeblich heftig vermehren. Theoretisch, weil wir bei zahlreichen Spaziergängen nie auch nur einen einzigen gesehen haben. Bis gestern.

Nach dem Besuch beim Friedhofsgärtner, der ebenso wie im Vorjahr im Lockdown nicht nur überhaupt offen hatte sondern auch an Sonntagen, luden wir die Blumen ins Auto und beschlossen noch eine Friedhofsrunde zu drehen, wo wir doch schon dort waren. Und nachdem wir nicht auf den Hauptwegen sondern zwischen den Gräbern spazierten, wurden wir mit einer Feldhamster-Sichtung belohnt. Ein sehr putziges Viecherl kam aus einem Loch unter einer Grabplatte und sah uns an. Irgendwo zwischen Hamster und Meerschweinchen sah es aus. Ich fand es größer als ich es mir vorgestellt hatte, der F fand es kleiner. Gut, es war so groß wie es eben ist und verschwand in einem ziemlich kreisrunden Loch.

Eine Infotafel am Eingang hatte uns darüber informiert, dass die Hamster unterirdische Sommer- und Winterbauten errichten, mit Kammern, die verschiedene Funktionen haben und mit mehreren Eingängen in Form von Fallröhren mit kreisrundem Eingangsloch. Nun sahen wir sie auch, die zahlreichen Löcher im Boden ….

Foto habe ich leider keines zu bieten, aber für wen es interessiert, gibt es ja im Internet nicht nur Katzenfotos

Friedliche Nachbarn ?

Es gibt viele Arten von Vorurteilen. Dass die Bäume blühen und im Vorgarten eine Regenbogenfahne steht, heißt ja nicht, dass hier nette, friedliche Menschen leben, aber vielleicht doch.

Donnerstag 29.April 2021

Der kürzlich verstorbene Hugo Portisch war ein herausragender österreichischer Journalist. Was ihn für mich noch bemerkenswerter macht, ist das Interesse und die Begeisterung, die er in seiner Berichterstattung bei egal welchem Thema ausstrahlte. Kürzlich habe ich ein Zitat von ihm gehört „ich habe mich jeden Tag so gefreut am Leben zu sein“. Das halte ich für eine ebenso bewundernswerte wie nachahmungswürdige Lebenseinstellung, was man macht mit Begeisterung oder gar nicht zu machen.

Der F wettert wieder einmal über den verheerenden Zustand der österreichischen Verwaltungs-IT. Ob er recht hat oder übertreibt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es gibt schon einige Beispiele für schlecht Funktionierendes aber auch für das Gegenteil. Der sogenannte „grüne Impfpass“ zum Beispiel ist derzeit ein beliebtes Thema bei der Ankündigungs-Politik unseres Kanzlers. Schon vor Wochen behauptete er, dass dieser Impfpass in Österreich schon im April umgesetzt werden würde, schneller als überall anders. Das höhnische Lachen vom F bei dieser Ankündigung habe ich noch im Ohr. Inzwischen ist der Gesundheitsminister zurückgetreten mit einer recht langen Rede, in der er sich bei vielen bedankt, den Kanzler aber nicht einmal erwähnt hat.
Den Impfpass gibt es derzeit also nur in der Theorie, aber die Impfungen selbst laufen sehr gut. Ich persönlich hätte jetzt gerne einfache Möglichkeiten für Anti-Körper-Tests um zu sehen wie wirksam die Impfung(en) sind. Restlos klar ist die Sache dann auch noch nicht, weil das Immungedächtnis der T-Zellen auch eine große Rolle spielt, aber es ist doch eine Referenz, die ich gerne hätte. Ich werde nicht die einzige sein, die sich für solche Tests interessiert, die Chancen, dass man sie bald bei jedem Labor machen kann, stehen ganz gut.

Unfreiwillige Komik: die K.u.k Feldmarschalleutnantsgattin und ihr Gatte. Der Gatte hat dann immerhin noch ein F.M.L bekommen, was ja nur Feldmarschalleutnant heißen kann. Der Sohn Rudolf oder dessen Nachkommen haben auch Wert darauf gelegt, dass er im k.k Handelsministerium tätig war, was nur möglich ist, wenn er sehr alt geworden sein sollte. Das weiß man aber nicht, weil es auf diesem Grabstein keine Geburtsdaten gibt, was ziemlich ungewöhnlich ist.

Viele, viele Geschichten könnten einem zu dieser Familie einfallen. Ob der Kunstmaler und der Regierungsrat Nazis waren? Soldaten der Wehrmacht? Hat der Kunstmaler germanische Götter mit Stahlhelmen gemalt oder friedliche Landschaften. Waren sie Monarchisten oder gar Widerstandskämpfer? Das Grab befindet sich auf einem Friedhof, der bei den Eliten der Beamtenschaft und des Militärs der Monarchie beliebt war.

Mein erster Blogeintrag ohne Blogeintrag

Jules van der Ley veranstaltet eine Blogparade zum Thema Blog(ger)gerschichte, an der ich mich gerne beteiligen möchte.

Meinen ersten Blog stellte ich 2008 auf blogspot. Ich lernte gerade Portugiesisch und dachte, es wäre eine gute Übung, regelmäßig in der zu lernenden Sprache zu schreiben und eine ebenso gute Gelegenheit ein paar Nativespeaker mehr kennenzulernen. Der Plan ist aufgegangen. Mein Portugiesisch war damals sehr flüssig, auf einem B1+-Niveau und ich lernte drei portugiesische Blogger persönlich kennen.

Die eine Begegnung war ein ziemlicher Reinfall, aber mit den beiden anderen war ich ein paar Jahre in Kontakt und wir haben uns mehrmals in Portugal getroffen.
Die eine war eine höchst reiselustige Bibliothekarin, die Theaterwissenschaften studiert, das Studium aber abgebrochen hatte, weil sie sich mit einem Professor nicht über eine Brecht-Inszenierung einigen konnte. Hat sie erzählt, ob es auch so war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Jedenfalls habe ich mit ihr eine extrem originelle Theater-Aufführung gesehen. Das Besondere daran war, dass die Figuren von Schauspielern dargestellt wurden, die weder im Alter noch im Geschlecht passten. So wurde zB ein fünfjähriges Mädchen von einem 30-jährigen Mann dargestellt. Ich erinnere mich nach über zehn Jahren an diese Aufführung, die mich sehr beeindruckt hat.
Die andere Frau, die ich über diesen Blog kennen lernte, war eine überzeugte Buddhistin und nahm mich unter anderem zu einem Diskussionsabend in ihrer Gruppe mit. Diese Bekanntschaft war für mich sprachlich sehr herausfordernd, aber sie bescherte mir so manchen Abend am Atlantik bei interessanten Gesprächen und angenehmen Temperaturen zu Jahreszeiten zu denen es in Wien schon wieder oder immer noch kalt war.

Dieser alte Blog steht noch auf Blogspot, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis einen Blog auf Deutsch zu schreiben und daraus ist https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/ geworden. Eigentlich ein völlig absurder Name für einen Blog, denn das ganze Zitat (von La Rochefoucauld) lautet „la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée“, die Sprache wurde dem Menschen gegeben um seine Gedanken zu verbergen. Nachdem aber die Blogadresse nur die Hälfte des Zitats umfasst, passt es wiederum ganz gut und heißt jetzt einfach „Die Sprache wurde dem Menschen gegeben“. Es passt nur relativ gut, weil es den falschen Eindruck erwecken könnte, dass ich religiös bin, was nicht der Fall ist. Ganz bestimmt ändere ich diesen Namen aber nicht mehr.

Mein Blog ist meine Spielwiese. Er hat weder ein bestimmtes Thema noch ein zeitliches Schema für die Beiträge. Ich veröffentliche nach Lust und Laune dies und das und jenes. Das einzige was ich sehr strukturiert betreibe, ist die Impulswerkstatt, ein Kreativprojekt, das einmal monatlich neue Impulse gibt aber auch keine komplizierten Regeln hat.

Diese Blogparade nun gefällt mir sehr sehr, weil ich eben wieder einmal Lust habe, auch neue Blogger-Blasen kennenzulernen.

Lagerkoller, der

Unter Lagerkoller einzelner oder mehrerer Personen versteht man umgangssprachlich einen vorübergehenden psychischen Erregungszustand bei zwangsweiser Lagerunterbringung,wie er vor allem in Gefängnissen (wie Konzentrationslagern), Kasernen, Kriegsgefangenenlagern, Deportierungslagern, Flüchtlingslagern, Psychiatrien, Notunterkünften und Katastrophenschutzlagern bei anhaltend belastenden und unabsehbar lange andauernden Bedingungen vorkommt.

Koller (mittelhochdeutsch kolre, althochdeutsch kolero = „Wut“ von mittellateinisch cholera = „Zornausbruch“, ist eine volkstümliche Eindeutschung und bezeichnet eine plötzlich aufbrechende oder stille Wut, eine schwere psychische Erregung oder psychische Störungen, die sich aus einer Umgebung oder Situation ableiten lassen. Er äußert sich bei einzelnen Personen in Angst, Wut, Verzweiflung, Überaktivität sowie depressiven Zuständen.

Ursachen sind oft mangelnde psychosoziale Betreuung, schlechte Verpflegung, Seuchenausbrüche, Überfüllung des Lagers, Stress, Schlafmangel und Ähnliches. Durch Bekämpfung dieser Ursachen wie das Schaffen von privaten Rückzugsgebieten sowie das Eingehen auf individuelle Eigenschaften lässt sich Lagerkoller oft in einem Frühstadium eingrenzen bzw. abschwächen.

Daraus ergibt sich ganz eindeutig, dass ich keinen Lagerkoller habe sondern nur einfach schlecht gelaunt bin. Weder bin ich eingesperrt noch in irgendeiner Weise unmittelbar bedroht. Die Bedrohung ist zwar vorhanden aber beherrschbar, die Quelle des Frusts einfach zu analysieren.

Trotzdem bin ich grantig.

Verschlungen

Oh nein, ich bewege mich hier um keinen Zentimeter. Da bin ich und da bleib ich. Auch wenn ich den Gärtnern plötzlich nicht mehr gefallen sollte. Aber die liegen eh auf den Knien wenn ich meine ganze Glyzinien-Schönheit ausfahre. Nur die Zeit des allerersten Frühling, wenn ich da so nackt herumstehen muss, sind ein bissl sensibel. Man sollte ja den wichtigen und wahren Satz nicht vergessen:

„Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, dass ich nicht verfolgt werde.“ Eben!

Weiß jemand …

  1. Warum im reader manche Beiträge ganz „bleich“ erscheinen, man sie aber ganz normal anklicken kann ? Sind das vielleicht blogs, die man lange nicht besucht hat oder ………

2. Warum manchmal Beiträge einmal Absätze haben und einmal nicht, einmal die gewünschte Schrift und Farbe und einmal nicht …