Kategorie: EL MUNDO Y LA VIDA

Sie heißen alle Brun(n)hilde,

und es gibt in Wien viele von ihnen. Man kann aus ihnen trinken und sie versprühen feuchten Nebel, was bei Hitze eine wahre Wohltat ist. Wenn ich unterwegs an so einer Brunnhilde vorbeikomme, lasse ich mich immer eine Weile berieseln.

Mittwoch 28.Juli 2021 – Die Sonne der Freundlichkeit

Ein sehr gutes Gefühl ist es, wenn ich den Impuls mich zynisch bis abwertend zu äußern im Flug abfange und so lange mit ihm jongliere bis er aufgibt und verpufft. Der nächste Schritt wäre dann, das was ich sagen möchte freundlich oder zumindest neutral zu formulieren. Nun ja, daran arbeite ich wahrscheinlich noch die nächsten zwanzig Jahre. Ich kenne tatsächlich Leute, die das wirklich gut beherrschen: freundlich aber klar. Ich kenne aber auch solche, die überhaupt keine Impulskontrolle zu haben scheinen und eine Toleranzschwelle, die irgendwo unter dem Bodenniveau liegt. Solche schätze ich auch, weil sie mir vor Augen führen, wie absurd bis lächerlich man sich verhalten kann und wie wenig Wertschätzung und Sympathie man sich damit erwirbt.

Wiener Nächte

Blitz, Donner, Gewitter, Starkregen, der wie Hagel klingt, die Nächte sind in Wien derzeit sehr laut und abwechslungsreich. Leider schafft meine Kamera keine Blitze, weil sie zu unberechenbar sind

Zu Beginn des Bankwesens …

… stellten die ersten italienischen Bankiers vor ihre Häuser einen Tisch und eine Bank. Die Kunden setzten sich und die Geschäfte wurden abgewickelt. Hatte einer der Bankiers kein Geld mehr, so zerschlug man seine Bank und sprach von „banca rota“. Eine verblüffende Erklärung für den Ursprung des Begriffs zu der mir dieses Foto eingefallen ist.

Hände

Ausdrucksstark sind bei Xenia Hausner auch die Hände. Interessant ihre Technik: über das Enkarnat (die Hautfarbe) in dem auch Rot- und Blautöne vorkommen, legt sie noch weiteres Rot und Blau. Ihre Hände wirken aber ungemein lebendig.

So ….

… sieht mein Bild von familiären Beziehungen nicht aus. Diese Skulptur, die ich im Vorbeigehen in der Nische eines Hauses gesehen habe, drückt für mich etwas grundlegend Patriarchales aus, das ich ablehne. Die Spinnwebe links unten, passt jedenfalls sehr gut. Abgesehen davon, fand ich es ungewöhnlich in dieser Art Nische anderes vorzufinden als irgendwelche Heiligenstatuen …

Homo sapiens sapiens

Im Beitrag, den Random heute veröffentlicht hat, geht es um Musik aus dem KZ Theresienstadt, dem Vorzeige Ghetto-KZ der Nazis, wo Vertreter des Roten Kreuz Zutritt bekamen und sehen durften, wie gut die Lagerhäftlinge dort angeblich behandelt wurden. Die Musiker hatten sich erhofft, dass sie in Theresienstadt bleiben und der Vernichtung entgehen könnten. Viele von ihnen wurden trotzdem ins Vernichtungslager Ausschwitz deportiert und dort ermordet wie Millionen andere Menschen. Es gibt zB einen leicht zu findenden, aber sehr gut recherchierten, umfassenden Bericht über Das KZ Theresienstadt und die dort inhaftierten Künstler*innen. Für Interessierte KLICK

Was mich jedes Mal umtreibt, wenn ich auf das Thema stoße, ist, wie ein Mensch gleichzeitig Kunstliebhaber sein kann, liebevoll mit seinen Kindern spielen, mit dem Hund spazierengehen und dann einen Befehl unterschreiben, der zigtausenden den Tod bringt, oder selbst zur Waffe greifen und zum Mörder werden. Wie ich schon bei Random kommentiert habe, ist das für mich einer der verstörendsten Aspekte des Naziregimes.

In der Theorie ist mir der Mechanismus schon klar: das Gegenüber wird kritisiert, verhöhnt, zum Nicht-Menschen oder Unter-Menschen erklärt und dadurch zum Mord freigegeben. Kinder und Jugendliche werden von ganz klein an indoktriniert. Trotzdem kann ich nicht verstehen, wie es jemandem zum Beispiel gelingt, zuerst mit Genuss die Musik eines Komponisten zu hören und diesen dann als Unter-Menschen zu betrachten und in den Tod zu schicken. In vielen Diktaturen dieser Welt geschah und geschieht ähnliches. Es ist eine Binsenweisheit: der Mensch ist zum Besten und zum Schlimmsten fähig. Dass dieses aber auch für ein und denselben Menschen gleichzeitig zutrifft, finde ich eben verstörend.

QiGong / Taichi

Nachdem es in absehbarer Zeit wieder Kurse geben wird, habe ich meine Video-Recherchen nicht mehr weiter betrieben, aber doch zusammengefasst, was ich gefunden habe.
Es sind vier verschiedene Personen, von denen allen es mehr als ein Video gibt. Einleitungen und verschiedene Figuren.

Außerdem lese ich diverse Bücher. Meine Vorstellung ist, die verschiedenen Ansätze zusammenfließen zu lassen. Vielleicht geht das aber gar nicht. Es wird sich zeigen.

Aus Gründen, die ich nicht verstehe öffnen sich drei Videos, das vierte aber nicht. Der link müsste aber funktionieren

Grundhaltung, sehr detailliert

18 Übungen der Harmonie

https://www.youtube.com/watch?v=9l2zRp2BZEY (wie Grundhaltung)

https://www.youtube.com/watch?v=DzCrNUViMtM (Hannibal)

20 Minuten- daily routine – chinesische Dame

6 easy steps – Dr.Lam – TaiChi 24 Figuren – Schüler irritieren etwas, irgendwie kommerziell

    8:45 = lesson one

     23:57 = 1 Qigong-Übung

Fischwanderhilfe

Wir gingen über das Kraftwerk, das den hübschen Namen der Umgebung „Freudenau“ führt zur anderen Seite der Donau. Es wurde 1992 eröffnet und ist daher für ein Kraftwerk noch verhältnismäßig neu.

An diesem Tag wehte ein Sturm und beim Überqueren der „Brücke“ hatte ich das dringende Bedürfnis nach irgendeiner Kopfbedeckung, sogar ein Radhelm wäre mir willkommen gewesen. Der F als studierter Wasserbauingenieur zeigte aber einige Motivation um mir an Ort und Stelle zu erklären, wie das Ding funktioniert. wir wurden nicht wirklich umgeblasen, aber beinahe.

Es ist ein Laufkraftwerk mit 6 Turbinen und es leuchtet ein, dass es nötig ist, etwas zu unternehmen um zu vermeiden, dass die Fische in die Turbinen gezogen werden.
Meine Motivation bei Sturm über das Kraftwerk zu gehen, war, zu sehen wie diese sogenannte „Fischwanderhilfe“ aussieht. Fischtreppen bei kleinen Kraftwerken habe ich schon gesehen, aber das ist hier kein Vergleich.
Die „Umleitung“ für Fische und sonstige Wasserbewohner ist eindrucksvoll weitläufig.

Die renaturierten Strecken der „Umleitung“ sehen geradezu idyllisch aus. Fische habe ich zwar keine gesehen, aber das hing vielleicht mit der Tageszeit zusammen. Ganz in der Nähe des Kraftwerks, in der Lobau, liegt Wiens FKK-Bereich. Die FKK-Leute haben angeblich mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen und so finden sich dort in der Mehrheit ältere Leute im Adams- oder Evakostüm.

Wahrheiten?

Wenn es so etwas wie universelle Wahrheiten geben sollte, so müsste es auch möglich sein, auf verschiedenen Wegen dorthin zu gelangen. Wenn es eine gute Zukunft für die Menschheit auf diesem Planeten geben soll, müssen viele verschiedene Richtungen einen Grundkonsens finden. Leider sieht es danach derzeit nicht aus. Möglicherweise fehlt mir aber auch nur die Sicht von einem höher gelegenen Standpunkt aus.

Vielleicht gibt es aber diese universellen Wahrheiten gar nicht, oder auf einer Ebene, die uns Menschen nicht zugänglich ist und wir hauen einander wegen Banalitäten die Schädel ein.

Manchmal versuche ich Fs Faszination für Baumaschinen, Brücken, Dämme, Züge nachzuvollziehen. Es gelingt mir eh nicht

„Ahhh, ein Zug“
„Ja und?“
“ —-„
„Ah ja, toll, ein Zug“

Donnerstag 6.Mai 2020 – Flieder und „Volksgenossen“

Auf dem Weg ins Atelier komme ich an unzähligen Fliederhecken vorbei. Das ganze Jahr über sind es einfach irgendwelche Büsche, die die Sicht der Vorübergehenden und so auch meine einschränken, aber zu ihrer Blütezeit verbreiten sie einen geradezu paradiesischen Duft. Gerade lese ich, dass der Flieder zu den Ölbaumgewächsen zählt. Ein bisschen Weiterbildung im Rahmen des Bloggens kann ja nicht schaden.

Auch sehr Interessant ist, dass die Blüten sich dort häufen, wo Vorübergehende weder mit den Händen noch mit einer arglistig mitgebrachten Gartenschere hinkommen. Dabei handelt es sich bestimmt um ein botanisches Phänomen, denn es würde doch niemand die unteren Blüten …. nein, nie und nimmer, niemals würde ich meinen Mitmenschen zutrauen, dass der Flieder in ihren Vasen irgendwo anders herstammt als aus dem eigenen Garten oder einem Blumengeschäft.

„Arglistig“ ist mir kürzlich beim Unterzeichnen des Wohnungs-Kaufvertrags untergekommen. Da stand „arlistiges Verschweigen von baulichen Mängeln“. Meine juristische Schwägerin meinte, dass es da drei Stufen von Verschweigen gäbe, „arglistiges Verschweigen“ wäre die oberste und in einem Vertrag für die Käuferseite sehr ungünstig, weil sich die Arglist kaum beweisen ließe. Nachdem ich darauf bestanden habe, hat der Notar „arglistig“ gestrichen. Er musste ja aufgrund seiner falschen Berechnungen ohnehin eine ganze Seite umschreiben.

Bis vor kurzem konnte ich noch nicht wirklich nachvollziehen, wie die Zusammenhänge einer totalitären Ideologie wie dem Nationalsozialismus mit einer esoterischen Mystik funktionieren können. In letzter Zeit verstehe ich besser wie man, wenn sich Wissen und Logik verweigern auf Mystik zurückgreift. Wenn ich da höre wie jedes Wochenende vom starken Immunsystem „unseres“ gesunden Volkes gebrüllt wird. Die Nazis waren auch auf der Suche nach dem Gral, wenn ihnen dafür noch Zeit blieb neben der Errichtung und Besiedelung von Vernichtungslagern und dem Einkleiden von „Volksgenossen“ bis hinunter zu Kindern als Kanonenfutter und Mörder, je nachdem.
Geschichte wiederholt sich nicht wirklich. Die Bedingungen sind andere, die Akteure verschieden, es kann zu Verwechslungen zwischen Täter- und Opferrollen kommen. Manche Reminiszenzen an untergegangene Zeiten können aber trotz einer gewissen Komik, die man darin auch sehen kann, durchaus bedrohlich wirken, nicht zuletzt die mystischen.

Sonntag 2.Mai 2021

Aus den Lockdowns beibehalten haben wir die Spaziergänge auf Friedhöfen. Viel Grün, wenig Leute, interessante Grabsteine, über die man Geschichten spinnen kann. Einer dieser Friedhöfe bietet theoretisch auch eine tierische Attraktion: Wildhamster, die dort frei leben und sich angeblich heftig vermehren. Theoretisch, weil wir bei zahlreichen Spaziergängen nie auch nur einen einzigen gesehen haben. Bis gestern.

Nach dem Besuch beim Friedhofsgärtner, der ebenso wie im Vorjahr im Lockdown nicht nur überhaupt offen hatte sondern auch an Sonntagen, luden wir die Blumen ins Auto und beschlossen noch eine Friedhofsrunde zu drehen, wo wir doch schon dort waren. Und nachdem wir nicht auf den Hauptwegen sondern zwischen den Gräbern spazierten, wurden wir mit einer Feldhamster-Sichtung belohnt. Ein sehr putziges Viecherl kam aus einem Loch unter einer Grabplatte und sah uns an. Irgendwo zwischen Hamster und Meerschweinchen sah es aus. Ich fand es größer als ich es mir vorgestellt hatte, der F fand es kleiner. Gut, es war so groß wie es eben ist und verschwand in einem ziemlich kreisrunden Loch.

Eine Infotafel am Eingang hatte uns darüber informiert, dass die Hamster unterirdische Sommer- und Winterbauten errichten, mit Kammern, die verschiedene Funktionen haben und mit mehreren Eingängen in Form von Fallröhren mit kreisrundem Eingangsloch. Nun sahen wir sie auch, die zahlreichen Löcher im Boden ….

Foto habe ich leider keines zu bieten, aber für wen es interessiert, gibt es ja im Internet nicht nur Katzenfotos