la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Freitag, 11.1.2019

Beklemmend beginnt das neue Jahr in der Politik. Die Regierung hat ein neues System der Sozialhilfe oder Mindestsicherung oder wie immer sie es nennen möge ausgetüftelt und die Stadt Wien weigert sich, es durchzuführen. Eine Verfassungsklage hängt in der Luft. Die unsägliche Sozialministerin, die bisher in praktisch allen ihren wichtigeren öffentlichen Äußerungen von ihrem Parteichef zurück gepfiffen wurde, weil offenbar auch in der FPÖ die Inkompetenz ihre Grenzen hat, lächelt bzw sie verzieht ihre Gesichtsmuskeln in einer Weise, die bei den meisten Menschen ein Lächeln erzeugt. Die regierende Koalition hält sich zugute, dass sie niemals in der Öffentlichkeit streitet. Dafür gehen die schon vorhandenen Gräben in der Gesellschaft immer weiter auf, wenn nicht sogar neue erzeugt werden.

Ich bin ja momentan irgendwie fern von allem, im goldenen Käfig, aber ich merke schon wie die Energie langsam zurückkommt und mit der Energie auch wieder das Interesse an der Welt.

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Hüftchroniken #6 – Endlich entklammert

Weg sind sie die etwa 15 Klammern, die die Wunde zusammengehalten haben, genau habe ich nicht mitgezählt, und alles ist gut verheilt. Mein Bruder, der sie herausgezupft hat mit dem Spezialinstrument, das ich vom Krankenhaus mitbekommen habe, meinte, dass „minimalinvasiv“ eine durchaus gerechtfertigte Bezeichnung wäre, weil die Wunde höchstens ein Drittel so lang sei wie frühere Hüft-OP-Wunden. Mag sein, mir ist sie jedenfalls lang genug.

Heute ist der 13. Tag von 28 in denen ich bestimmte Bewegungen nicht machen und mit 2 Krücken gehen soll. Das ist gar nicht so einfach. Nicht weil ich Schmerzen hätte oder ganz steif wäre, nein, es ist deswegen schwierig, weil mir gar nichts weh tut, auch wenn ich aus Unachtsamkeit eine „verbotene“ Bewegung mache. Und wie ich mich im Schlaf womöglich drehe und wende ganz gegen alle Regeln des Gelenkpfanneneinwachsens weiß ich ja auch nicht. Es ist mir ein bissl unheimlich, dass ich nicht merke, wenn ich mich zu tief bücke, zu niedrig hinsetze, zu sehr verdrehe. Bis jetzt ist alles gut gegangen und die falschen Bewegungen müssten ja auch täglich harmloser werden. Jedenfalls bin ich am ersten Tag des Jahres klammerfrei und vielleicht ist das ein Omen dafür, dass 2019 besser wird als 2018, wäre gar nicht so schwer.

Auch auf der Straße bin ich schon gegangen, gar kein Problem, viel angenehmer als mit dem kaputten Gelenk. Es regnet halt oft und das Szenario „rutschende Krücken“ möchte ich doch vermeiden. Sonst gehe ich gerne im Regen spazieren, auch ohne Schirm, den ich eben mit der dritten Hand halten müsste, aber es gibt schließlich Mützen und Schals und Kapuzen. Hoffentlich schneit es dann in zwei, drei Wochen heftig und der Winterwald wartet schon auf mich.

Die schwer beleidigten, bei der minimalinvasiven OP-Methode heftig auseinandergedehnten Muskeln beruhigen sich langsam. Zwar ist alles noch heftig geschwollen und fühlt sich an, als wäre das Bein vom Knie aufwärts mit irgendetwas ganz fest umwickelt, aber das ist die eigene Haut, die dieses Knackwurstgefühl erzeugt. Von der Muskelfunktion her, merke ich jeden Tag eine Besserung und ganz im Gegensatz zu dem vorherigen Zustand tut auch nichts weh. Es geht ganz eindeutig aufwärts in Richtung normales Leben.

Bleiben wird mir die größere Sensibilität für Gehbehinderungen jeder Art. Was man nicht selbst erlebt hat, kann man nur schwer so richtig nachempfinden. Und im übrigen habe ich auch noch ein zweites Hüftgelenk, das auch nicht in sensationell gutem Zustand ist.


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Reporter ohne Grenzen

Liebe Freund*innen der Pressefreiheit,

wir wünschen Ihnen alles Gute für das neue Jahr 2019. Gleichzeitig möchten wir heute an die mehr als 80 Journalist*innen erinnern, die im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden. Hier finden Sie unsere Jahresbilanz 2018, in der wir diese und andere Zahlen zu Gewalt und Übergriffen gegen Journalist*innen ausführlich erläutern.

Wir werden uns auch im Jahr 2019 dafür einsetzen, dass die Menschen hinter diesen Zahlen nicht namenlos und die Verbrechen an ihnen nicht straflos bleiben.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge! Wir sehen uns im neuen Jahr. Es wird übrigens unser Jubiläumsjahr: Reporter ohne Grenzen wird 25 Jahre alt. Aber dazu dann mehr – in 2019!

Herzliche Grüße
Ihr Team von Reporter ohne Grenzen

 

AFGHANISTAN: 25. April Arghand Abdolmanan, Journalist | 30. April Tokhi Yar Mohammad, Kameramann | 30. April Hananzavi Ebadollah, Journalist | 30. April Kakeker Sabvon, Journalist | 30. April Darani Maharam, Journalist | 30. April Rasoli Ghazi, Kameramann | 30. April Rajabi Noroz Ali, Journalist | 30. April Fezi Shah Marai, Journalist | 30. April Talash Salim, Journalist | 30. April Salimi Ali, Journalist | 30. April Shah Ahmad, Journalist | 22. Juli Akhtar Mohammad, Medienassistent | 5. September Faramarz Samim, Journalist | 5. September Ahmadi Ramaz, Journalist | 18. Oktober Inghar Mohammad Salim, Journalist | 4. Dezember Kandehar, Medien - assistent – BANGLADESCH: 11. Juni Shahjahan Bachchu, Bürgerjournalist – BRASILIEN: 16. Januar Ueliton Bayer Brizon, Journalist | 17. Januar Jefferson Pureza, Journalist | 21. Juni Jairo Sousa, Journalist | 16. August Marlon de Carvalho Araújo, Journalist – INDIEN: 25. März Vijay Singh, Journalist | 25.März Navin Nischal, Journalist | 26.März Sandeep Sharma, Journalist | 15. Juni Shujaat Bukhari, Journalist | 30. Oktober Chandan Tiwari, Journalistin | 30. Oktober Achyutananda Sahu, Journalist – INDONESIEN: 10. Juni Muhammad Yusuf, Journalist – JEMEN: 22. Januar Mohamed al Qadesi, Journalist | 27. Januar Oussama Salem, Blogger | 13. April Abdullah al Qadri, Journalist | 17. Mai Ali Abu al Haya, Blogger | 2. Juni Anwar ar-Rokn, Journalist | 1. August Issa al-Nuaimi, Journalist | 30. August Ahmed al Hamzi, Journalist | 20. September Omar Ezzi Mohammed, Medienassistent – KOLUMBIEN: 12. April Javier Ortega, Journalist | 12. April Paul Rivas, Fotograf | 12. April Efraín Segarra, Medienassistent – MEXIKO: 13. Januar Carlos Domínguez Rodríguez, Journalist | 5. Februar Pamela Montenegro, Bürgerjournalistin | 21. März Leobardo Vázquez Atzin, Journalist | 15. Mai Juan Carlos Huerta, Journalist | 29. Mai Héctor González, Journalist | 29. Juni José Guadalupe Chan Dzib, Journalist | 27. Juli Rubén Pat, Journalist | 5. August Rodolfo García González, Blogger | 21. September Mario Gómez, Journalist – NICARAGUA: 21. April Ángel Gahona, Journalist – PAKISTAN: 27. März Zeeshan Ashraf Butt, Journalist | 23. August Abid Hussain, Journalist | 16. Oktober Sohail Khan, Journalist – PALÄSTINENSISCHE GEBIETE: 7. April Yaser Murtaja, Journalist | 25. April Ahmed Abou Hussein, Journalist – PHILIPPINEN: 1. Mai Edmund Sestoso, Journalist | 7. Juni Dennis Denora, Journalist | 20. Juli Joey Llana, Journalist – SAUDIARABIEN: 2. Oktober Jamal Khashoggi, Journalist – USA: 28.Mai Michael McCormick, Journalist | 28. Mai Aaron Smeltzer, Fotograf | 28. Juni Gerald Fischman, Journalist | 28. Juni Rob Hiaasen, Journalist | 28. Juni John McNamara, Journalist | 28. Juni Wendi Winters, Journalistin – SLOWAKEI: 25. Februar Ján Kuciak, Journalist – SOMALIA: 26. Juli Abdirisaq Qasim Iman, Journalist | 18. September Abdirizak Said Osman, Journalist – SYRIEN: 6. Februar Fouad Mohammed al Hussein, Blogger | 18. Februar Khaled Hamo, Tontechniker | 20. Februar Abdul Rahman al Yacine, Freier Journalist | 12. März Bashar al-Attar, Fotograf | 14.März Ahmed Hamdan, Blogger | 22.März Sohaib Aion, Freier Journalist | 30. Mai Moammar Bakkor, Blogger | 16. Juli Mostafa Salama, Journalist | 10. August Ahmed Aziza, Blogger | 23. November Raed Fares, Blogger | 23. November Hamoud Jneed, Blogger – ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK: 30. Juli Orchan Dschemal, Journalist | 30. Juli Kirill Radschenko, Kameramann | 30. Juli Alexander Rastorgujew, Dokumentarfilmer

 


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Damals im Wald – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Nasskalt war es draußen, knapp am Gefrierpunkt. Jeder Zweig hielt mindestens einen Tropfen, der langsam zur Erde fiel oder gefror und sich mit dem Holz verband. Manche Tropfen erstarrten auf dem Weg zur Erde, auf toten Blättern, auf leeren Stängeln, das Wasser fiel auf verschiedene Art vom Himmel zur Erde.

Wir waren dazwischen und hatten es warm, Haut an Haut, Mensch an Mensch unter Schafwolle und Planen. Der gefrierende Regen fiel auf das Zelt in unregelmäßigen Kadenzen. Unser Zelt war improvisiert, wir konnten in den Regen hinaussehen, warten bis er zu Schnee wurde oder zu Eisregen. Das war die einzige Frage, die wir uns stellten, würde es Regen bleiben oder Schnee werden oder würde einfach nur der Boden vereisen, der Raureif sich über die Äste der Winterbäume legen. Es war aber nicht wichtig, denn unsere Körper fühlten sich warm an unter unseren Händen, wir umschlangen und verschlangen einander und die Wärme kam aus unserer eigenen Energie. Wir hatten keine Vergangenheit und vielleicht auch keine Zukunft, aber was für Momente! Wir versicherten einander, dass wir diesen Momenten nicht nachtrauern würden, sie nur genießen, dass wir niemals, niemals in den öden Alltag abgleiten würden, niemals in Gewohnheiten erstarren wollten.

Der Schnee deckte langsam alles zu. Er war sanfter als der Regen, aber auch entschlossener. Er lächelte wohl über das Pärchen, das sich nicht unterschied von vielen anderen, die er schon gesehen hatte, in vielen Wintern vor allem an diesem Tag der Sonnenwende. Er blies kurz hinein in das Zelt um die beiden daran zu erinnern, dass auch ihre jugendliche Energie nicht mehr lange reichen würde, dass es wirklich kalt wurde.

Wir spürten das eisige Schneetreiben auf der nackten Haut und dass es Zeit war zu gehen, zurück ins gewohnte Leben, weg von den Winterbäumen und der wilden Liebe.

Lange habe ich mich erinnert.

301 Wörter

 

 

 


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24.11.18 – Samstag Nacht

Ich bin sehr gerne im nächtlichen Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, es ist bunt, abwechslungsreich, vielfältig. Je wärmer die Nacht desto besser die Stimmung. Gut, es ist Winter, aber die gestrige Nacht war wärmer als der gestrige Tag. An manche Orte würde ich in der Nacht nicht gehen, aber im großen und ganzen ist Wien zu allen Tageszeiten eine sehr sichere Stadt.

Eines von diesen Plastiksackerln aus der Gemüseabteilung eines Supermarkts. Wenn es in den Magen eines Wals, eines Delfins, irgendeines Meerestieres gerät, trägt es zu seinem Tod bei. Tonnenweise schwimmt Plastik in den Meeren, lagert sich ab, wird zu Mikroplastik, das wiederum uns Menschen langsam umbringt. Das ist irgendwie gerecht. In diesem Plastiksackerl liegen geschätzte zehn Dosen Bier. Es baumelt an der Hand eines schon leicht torkelnden jungen Mannes. Man weiß nicht, wo das Plastik und die Dosen im Laufe des Abends landen werden, wohin das Bier gegossen wird dagegen, ist ziemlich sicher.

Aus einem der grindigsten Imbisse, an dem ich auf dem Nachhauseweg oft vorbeikomme, ist ein winziger Friseursalon geworden. Zwei junge Männer arbeiten an Lichterkettendekorationen. An dem ungemein grauslich und unhygienisch wirkenden Imbissstand sah man immer nur dieselben Stammkunden, eigentlich immer alle betrunken, sonst hätten sie wohl auch nichts essen oder trinken wollen, das aus den Tiefen dieses Drecklochs kam. Warum diese Brutstätte für alle möglichen Vergiftungen nie aus hygienischen Gründen gesperrt wurde, war mir immer ein Rätsel. Jedenfalls wünsche ich dem neuen Friseursalon alles gute.

An einem benachbarten Würschtlstand steht eine Gruppe Japaner, die vom Touristenweg abgekommen sein müssen. Wahrscheinlich freiwillig, denn sie machen alle einen ganz zufriedenen Eindruck. So ein ganz echter, exotischer Wiener Würschtlstand muss auch was hermachen in einem japanischen Fotoalbum.

Es ist noch nicht sehr spät, lange vor Mitternacht, die U-Bahn ist voll. So eine U-Bahn ist ein sehr demokratisches Verkehrsmittel, da sitzen  Konzert- und Opernbesucher in Gala neben Jugendlichen, die für Disco und Club gestylt sind, einige Leute kommen noch sehr spät aus der Arbeit oder früh von abendlichen Aktivitäten zurück, andere sind erst unterwegs zu Veranstaltungen und Treffen. Die Stimmung in einem U-Bahnzug, der am Wochenende frühnächtlich unterwegs ist, ist ganz anders als tagsüber, entspannter, fröhlicher. Spät in der Nacht kippt die Stimmung dann oft ins Depressive. Wenn die gut situierten aller Altersstufen zuhause oder in Stätten der Unterhaltung und Geselligkeit angekommen sind, gehören die Öffis jenen, die kein Zuhause haben oder eines in dem sie lieber gar nicht ankommen wollen. Am Wochenende fahren die U-Bahnen die ganze Nacht lang und so mancher und so manche werden da wohl einige Runden im Warmen mitfahren.


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Sauerteig und Philosophie

Ein sehr ungewöhnliches Buch, es ist weder ein Bildband, noch ein Kochbuch oder eine Kulturgeschichte des Sauerteigs, es ist alles gemeinsam. Geschichten rund um den Sauerteig an vielen Orten, von vielen Menschen. Geschichten aus der Geschäftswelt und aus dem Kloster. Schöne Bilder, verschiedenste Rezepte und Philosophie rund um den Sauerteig. Der Starter für den Sauerteig, höchst einfach zu machen, ist nicht gerade ewig aber doch äußerst langlebig und bietet das Grundmaterial für vielfältigste Brotsorten.

Das Buch hat mich so inspiriert, dass ich auch gleich einen Sauerteig angesetzt habe. Faszinierend, dass eine Mischung aus nichts anderem als Mehl und Wasser aufgeht, Bläschen bildet, gewissermaßen lebendig wird. Der erste Ansatz bekam den Namen Seneca. Er war zunächst sehr gut unterwegs, ist schnell und hoch aufgegangen, dann aber leider – warum auch immer – wieder zusammengefallen und ich musste sein Leben beenden. Mein zweiter ist nun gerade 35 Stunden alt. Man sieht ihn unscharf aber doch auf dem Foto. Er ist ungefähr doppelt so hoch wie gestern und  hat viele Bläschen gebildet. Wir nannten ihn Epikur in der Hoffnung, dass er weniger stoisch und vitaler als Seneca sein würde.