la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Dienstag 25.6.19 – Zwischen Schuljahresausklang und Ferieneinläuten.

Die Vorteile von Kollegen habe ich gestern Abend so richtig ausgekostet. Ein potentiel extrem öder Abend stand an, fünf Stunden in der Abendschule ohne Abendschüler, die sich nur noch Mittwoch Abend ihre Zeugnisse abholen kommen werden, aber letztendlich war es sehr interessant. Eine Kollegin erzählte ihre dramatische Familiengeschichte, in der von Adoptionen bis Sucht und Selbstmord so ziemlich alles stattgefunden hat, was man sich vorstellen kann. Warum sie das alles erzählt hat und warum gerade zur Unterhaltung gelangweilter Kollegen verstehe ich zwar nicht, aber es geht mich ja auch nichts an.

Kollegin Nummer 2 berichtete von den diversen bürokratischen Schleifen und Kosten beim Kauf bzw Verkauf eines Hauses, was mich sehr interessiert hat, weil wir ja auch ein Haus zu verkaufen haben. Und Kollege Nummer 3 war kürzlich in Hamburg und erzählte von seinen dortigen Aktivitäten. Also wurde es unerwarteterweise ein angenehmer Abend, wenn man davon absieht, dass das ganze Gebäude vor Hitze glüht.

Ich versuche, mich so gut wie möglich an die Hitze zu gewöhnen. So gut wie möglich ist in meinem Fall leider nicht besonders gut. Trotzdem möchte ich ja nicht noch weitere 2 Monate jammernd herumsitzen und tue also mein bestes um die frei Zeit zu genießen.

Heute Abend beteilige ich mich an einer Meditationspraxis, die sich für mich sehr attraktiv anhört. Ähnliches habe ich schon oft praktiziert, aber genau dieses Dakini-Mandala noch nicht. Ich bin sehr gespannt und erwartungsvoll. Für eine nicht-esoterische Person wie mich, ist es sehr bereichernd die Essenz solcher Praktiken zu erfassen und sie – für mich – von kulturell und religiös motiviertem Schnick-Schnack zu befreien. Man verzeihe mir den Ausdruck. Was dann übrig bleibt ist zumeist sehr Menschliches und sehr Tiefgründiges oder – wie in diesem Fall – eine wunderbare Methode der Psychohygiene, die vollkommen ohne Esoterik und Religion auskommt.


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Donnerstag 20.6.19 – schwer verdiente Philharmoniker

An und für sich ein sehr gemütlicher Tag, nicht allzu heiß, nicht viel über dreißig, keine Vorbereitung, Nachbereitung, Prüfungsarbeiten mehr, ein Feiertag für alle.

Interview mit einem Priester, der erklärt, dass Prozessionen völlig veraltet sind und dass in seiner progressiven Gemeinde ein Fest veranstaltet wird, von ihm, dem Biobäcker und dem Bio-Weinhändler. Zuerst gibt es eine Messe und dann wird das Biobrot verspeist und der Biowein getrunken. Ich konnte schon mit den klassischen Ritualen der Kirche wenig anfangen. Diese moderne Version gefällt mir aber noch weniger.

Nach langem Hin- und Hergeziehe von Wolken gab es am späteren Nachmittag ein Kleingewitter, Donnergrollen ziemlich von weitem, Wasser und ein paar wenige Hagelkörner. Die Temperatur sank um 15 Grad in sehr kurzer Zeit dafür wurde es noch etwas schwüler.

Alle Jahre wieder geben die Wiener Philharmoniker mit Stardirigenten und -solisten ein Gratiskonzert vor der Kulisse von Schloss Schönbrunn und der Gloriette. In diesem Jahr dirigiert Gustavo Dudamel und  am Klavier spielt Yuja Wang. Möchte man einen Sitzplatz ergattern, muss man Stunden vorher dort sein. Das ist nicht ungewöhnlich, um zum Beispiel bei besonderen Aufführungen einen Stehplatz in der Wiener Staatsoper zu ergattern, übernachten die wahren Fans auf der Straße.

Ich wollte aber gar keinen Sitzplatz ergattern, ich wollte noch nicht einmal einen Platz auf der Gloriettewiese, die über dem Musikerpavillon liegt, ich wollte nur durch den Park schlendern, bei intensivem Lindenduft und von weitem ein paar Klänge mithören. Bei günstigen Windverhältnissen kann ich Schönbrunn-Konzerte zwar auch von meiner Terrasse aus hören, aber die Linden duften dann doch nicht so weit. Ich kam schon mit schlechten Vorahnungen zum Parktor, weil mir sehr viele Leute entgegenkamen obwohl das Konzert gerade erst begonnen hatte. Und tatsächlich: schon von der anderen Straßenseite waren die Schilder zu sehen „wegen Überfüllung gesperrt“. Sogar ein Polizeiwagen stand dort, im inneren Bereich, dort wohin niemand mehr hinein durfte, stand auch eine Ambulanz. Man muss gerechterweise sagen, dass es auch bei viel kleineren Veranstaltungen völlig üblich und normal ist, dass Polizei und Sanitäter vor Ort sind. Zurück nachhause, ein Blick in den Fernseher um zu überprüfen, ob es denn wirklich so voll war. Es war.

Draußen zieht jetzt wohl wieder ein Gewitter auf. Ich höre von weitem die Begeisterungsrufe aus dem Park. Hoffentlich wird das Publikum nicht nass, denn die Musiker spielen unter Dach, in einem dafür aufgestellten Pavillon, aber das Publikum sitzt im Freien. Nachdem die Philharmoniker in puncto Regenzauber sehr verlässlich und effizient sind, regnet es bei diesem alljährlich stattfindenden Konzert so gut wie immer. Ich habe schon mehrmals gesehen, dass die Veranstalter diese schicken durchsichtigen Regenumhänge austeilen und das Publikum dann tatsächlich im Regen sitzen bleibt. Liebhaber klassischer Musik sind oftmals sehr leidensfähig. Es beginnt zu donnern …..

 

 


Ein Kommentar

Ein derzeit eindeutig völlig unnötiges Objekt

Da steht er im Gastgarten, gerüstet für alle möglichen Eventualitäten. Er dominiert den Raum, denn die Gäste sitzen unter Sonnenschirmen, entlang der Wände, in Baumschatten. Niemand macht ihm den Platz an der prallen Sonne streitig. Die langfristige Voraussicht mit der hier schon Feuerholz gesammelt wurde, erscheint je nach eigener Laune bewundernswert oder absurd …