la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Foto der Woche 3 – Schrecken

Zu behaupten, das wären meine Lieblingstiere, wäre eine ziemlich dreiste Lüge. Aber ich gehe wirklich gerne in das „Haus der Schrecken“ im Tiergarten Schönbrunn und sehe mir diese interessanten Viecher an.

Das Projekt betreibt Aequitas und Veritas


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Donnerstag – 10. September 2020 – Mediziner

Die größte Massenveranstaltung dieses Sommers in Wien war der Aufnahmetest für Medizinstudent*innen. Ein 8 stündiges Event nach dessen Ergebnissen jeder zehnte Kandidat einen Studienplatz bekommt. Es soll Anwärter*innen geben die in aufeinanderfolgenden Jahren drei oder viermal angetreten sind. Ich frage mich immer, was diese jungen Leute zwischen den Test machen, die es ja nur einmal im Jahr gibt.

Klassische Student*innenjobs sind derzeit Verkäufer*innen von allem möglichen und vor allem die Gastronomie. In Wiener Lokalen gibt es ungemein viele deutsche Kellner*innen. Nachdem Wiener Kellner*innen traditionell unfreundlich sind, bringen die vielen jungen Deutschen einen deutlich freundlicheren Touch in die Gastronomieszene. Das können aber nun nicht alles gescheiterte Medizinstudenten sein.

Ob die Aufnahmsprüfung, die es noch nicht so lange gibt, bessere Student*innen bringt, frage ich eine Freundin, die an der Meduni forscht und lehrt und immer wieder Vorlesungen für Studienanfänger*innen abhält. Bessere Student*innen brächte es schon, also kognitiv bessere, meinte sie, ob es im Endeffekt aber bessere Ärzte werden ? Es können und sollen ja nicht alle Medizin-Absolvent*innen in die Forschung gehen.

Ich zweifle auch sehr daran, dass das irrwitzige deutsche Numerus-Clausus-System die besten herausfiltert. Die bravsten, die diszipliniertesten, die am besten angepassten, aber nicht unbedingt die klügsten, die kreativsten. So müssen also jene, die ihre Schulzeit nicht nur mit Lernen verbracht haben, in anderen Ländern studieren. Tatsächlich ist ja die Aufnahmsprüfung an den österreichischen medizinischen Fakultäten deswegen entstanden, weil es so gewaltig viele Deutsche gibt, die in Österreich Medizin studieren wollen. So schließt sich auch ein Kreis.


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Dienstag 8.September 2020 – Schuhbänder und Langlebigkeit

Prinz Charles – so lese ich in einem Artikel über europäische Monarchien – lässt sich täglich die Schuhbänder bügeln. Aha, inwiefern das wohl zu seiner Lebensqualität beiträgt, wüsste ich gerne. Haben diese gebügelten Schuhbänder irgendeinen symbolischen Wert, eine Bedeutung, die man nur bei den Windsors kennt? Andererseits ist ja der europäische Hochadel so eng verwandt, dass dieses Geheimnis sich herumgesprochen haben müsste. Könnte es sich auch um Arbeitsbeschaffung für einen oder mehrere Kammerdiener handeln? Kammerdiener gibt es am britischen Hof ganz bestimmt und auch ein schon etwas in die Jahre gekommener Kronprinz hat sicher Anspruch auf ihre Dienste. Die Queen ist 94 und bei beneidenswerter geistiger und körperlicher Gesundheit, Vater Philipp ist fast 100, da sehen Charles Chancen auf Langlebigkeit ganz hervorragend aus. Vielleicht eine Thronbesteigung mit 80 ?

82 und von nicht so eiserner Gesundheit wie die Queen ist Juan Carlos, der gewissermaßen emeritierte König von Spanien, der sich wegen massiven Steuerbetrugs in die Arabischen Emirate abgesetzt hat. Ob seine aktuelle Geliebte mitgekommen ist? und ob er dort Elefanten jagen kann? Aber nein, er hat ja versichert, dass er das bedauert und nie wieder tun wird. Trotzdem wird ihn der WWF nicht als Ehrenpräsidenten zurück haben wollen. Lo siento mucho. Me he equivocado. No volverá a ocurrir. Erinnert mich daran, dass damals etliche meiner Kollegen ihre Nicht-Spanisch-Kenntnisse durch diese Sätze bereichert haben, die sie bei vielen Gelegenheiten genüsslich zitiert haben.

Schade dass jemand, der beim Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie eine so gute Figur gemacht hat und beim spanischen Volk so beliebt war, sich selbst derartig demontiert hat. Ich sehe noch die eindrucksvollen Bilder vor mir, wie die bewaffneten anti-demokratischen Umstürzler das Parlament gestürmt hatten und König Juan Carlos fast der einzige war, der nicht hinter und unter den Bänken verschwunden sondern aufrecht stehen geblieben ist.

Tatsächlich liegt mein Interesse für das monarchische Personal irgendwo unter Null, nur die gebügelten Schuhbänder faszinieren mich. Noch mehr als die angeblich gebügelten Zeitungen in den Clubs.


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Der Dienstag dichtet, sieben – Eigentlich kein Gedicht, Kriegsberichterstattung

Katha hat das Projekt ins Leben gerufen, bei ihr gibt es auch eine Teilnehmerliste

Es handelt sich hier nicht um verdichtete Sprache sondern um Kriegsberichterstattung,

aber nachdem es gerade Dienstag ist ….

Und natürlich nehme ich mich selbst bei den geschilderten Geschehnissen nicht aus

Alle haben Recht

Am rechtesten immer der Letzte

Die in alle Richtungen fliegenden Pfeile der Missverständnisse strahlen vor Begeisterung

Die blutigen Speere finden ihr Ziel oder auch ein anderes, Hauptsache sie stecken in jemandem

Am besten äußert man sich zu dem, was niemand gesagt hat

dabei können ganz nebenbei auch gleich ein paar alte Rechnungen beglichen werden

Alle sagen, was ihnen gerade durch den Kopf geht, unverbrämt

damit schafft man Möglichkeiten sich später zu entschuldigen

oder in den Olymp der alles überschauenden Weisen einzugehen, je nach Grad der eigenen Arroganz

Ein Schlachtfeld wie jedes andere

Arbeitsbeschaffung für Totengräber und Kriegsgewinnler

Am Ende wissen weder die Toten noch die Überlebenden wie es so weit kommen konnte

Da waren doch irgendwann, irgendwo Gründe, Argumente, Überzeugungen

Der Humor und die Toleranz sitzen weinend unter einem verbrannten Baum

Die degradierten Friedensengel scharren unlustig in der Asche

Der Funke kann jederzeit wieder aufflammen und überspringen, das Gemetzel weitergehen

Eine Blogdebatte

 


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Oh Melania, geht`s noch tiefer ?

An Peinlichkeit und Verlogenheit kaum zu übertreffen: die Werberede von Melania Trump für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald T. Ein klassisches Beispiel für Mitläufertum und Gier. Noch dazu fand dieser unqualifizierbare Auftritt im Weißen Haus statt, das von Donald T als sein Privatbesitz betrachtet wird. Man hält es kaum für möglich, dass diese Frau nicht laut lachen oder weinen muss, wenn sie von der kompetenten, mitfühlenden Amtsführung ihres Mannes spricht. Dass ihr das Lachen vergangen ist, kann ich ja nachvollziehen. Schlimm ist aber, dass mit dem Lachen auch der Anstand und die Selbstbestimmung verdorrt sind. Denn, dass sie glaubt, was sie da sagt, kann man wohl ausschließen. Ebenso wie man ausschließen kann, dass ihr diese Rede nicht massiv vergoldet wurde. Am besten hat mir gefallen, dass sie den lieben Donald als völlig ehrlichen und authentischen Menschen bezeichnet hat, der diesbezüglich anders sei als die sonstige Politikerkaste. Zum Kotzen!

Wenn dann – hoffentlich in ein paar Monaten und nicht erst in vier Jahren – diese albtraumartige Präsidentschaft beendet sein wird, kann man fast sicher sein, dass ein Abrechnungsbuch von Melania an Donald herauskommen wird. Es schweben mir da mögliche Titel vor wie „Meine Hölle im Weißen Haus“, „Der Teufel an meiner Seite“ etc. Selbstverständlich ist auch Melania T ein völlig ehrlicher, authentischer Mensch. Vorausschauende Ghostwriter haben vielleicht schon ein paar hundert Seiten im Angebot.


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Wenn ich früher gewusst hätte …

… dass heute Weltkatzentag ist, hätte ich mir etwas einfallen lassen zu dem Thema. Aber so präsentiere ich nur das Portrait einer anderen Zufallsbekanntschaft. Leider wollte die Spitze eines Ohrs nicht mit aufs Foto. Die absolute Symetrie, dachte die Mieze, ist ohnehin langweilig und meine Schnurrhaare sind schön genug. Sind sie auch


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Diesmal nicht …

Manchmal passt moderne Kunst, auch die allerseltsamsten Installationen, in ein historisches Ambiente. Hier kann ich keinen irgendwie gearteten Zusammenhang zwischen dieser Installation – die mir obendrein nicht gefällt – und dem Raum, in dem sie steht, finden. Der Raum gefällt mir übrigens auch nicht. Es wäre also ohnehin sehr unwahrscheinlich, dass mir die Kombination von beiden gefallen würde.


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Jede Menge …

… Klimts und Schieles im Oberen Belvedere

Und eine Gedenktafel bei deren Anblick ich patriotische Anfälle bekomme. Die Tafel ist in einen wunderschönen Boden eingelassen. Vor den Türen zu dem Balkon von dem aus Kanzler Leopold Figl 1955 „Österreich ist frei“ rief und dabei den Staatsvertrag hoch hielt, der der russischen Besatzungsmacht in endlosen Verhandlungen abgerungen worden war. Wenn das nicht gelungen wäre, wäre ich in einem weiteren Ostblockstaat geboren worden. Möchte ich mir gar nicht so gerne vorstellen.

 


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Bullenportrait

Ich wusste gar nicht, dass man männliche Giraffen „Bullen“ nennt. Das ist ein solcher Bulle, ein sehr alter, fast 30 Jahre alt und das ist für eine Giraffe ein Alter, das sie in freier Wildbahn nicht erreicht. Ich vermute, dass es ihm trotzdem lieber gewesen wäre, nicht im Zoo zu leben.

Nun, jedenfalls wurde das Giraffenhaus im Tiergarten Schönbrunn umgebaut und die darin lebenden Giraffen zwischenzeitlich umquartiert. In ein nicht besonders schönes aber weitläufiges Ausweichquartier auf dem Areal einer Kaserne. Als das neue Giraffengehege fertig war, wollte man diesen alten Bullen aber nicht nochmals umquartieren und hat ihn in dem Ausweichgehege in der Kaserne gelassen. Nicht allein. In dem Gebäude leben noch zwei andere Giraffen: Mutter und Tochter. Diese Situation hat leicht patriarchale Anklänge und es ist auch etwas seltsam, an einem Ort, der doch in gewisser Entfernung vom Tiergarten liegt, Giraffen anzutreffen.

Der Bulle stand ganz unbeweglich und starrte vor sich hin.