Woche 47 ( 17. bis 23.November)- Schnee, Impfung und Supermarkt.

Nach einer trüben, finsteren und kalten Woche passierte das Unerwartete: in der Nacht von Samstag auf Sonntag schneite es in Wien, und gar nicht so wenig. Frühmorgens waren Schneepflüge unterwegs und räumten Gehsteige und Straßen. Als wir um die Mittagszeit herum durch Schönbrunn spazierten, schmolz die ganze Pracht schon wieder dahin. Am meisten Schnee lag noch in den großen Gehegen, in denen derzeit keine Tiere untergebracht sind und der Schnee unberührt ist. Man konnte das blau-weiß eines sonnigen Schneetages genießen und als wir nachhause kamen, war auch der Lift, der heute Vormittag eingegangen war, schon repariert. Ein Hoch auf OTIS. Ich habe da schon ganz andere Geschichten gehört, wie lange so eine Reparatur dauern kann.

Der Schnee war völlig unerwartet, die Gürtelrose-Impfung dagegen lange vorgeplant. Tja also, es handelt sich nicht um die angenehmste aller Impfungen. Sie ist – so spricht die Statistik und nunmehr auch meine Erfahrung – ziemlich reaktiv. Die Einstichstelle habe ich stark gespürt und rund herum war die Haut heftig gerötet. Außerdem war ich zwei Tage lang sehr matsch, was aber inzwischen fast weg ist. Der F allerdings hat wieder einmal praktisch nichts gespürt, sagt er zumindest. Ich schweige hier lieber über die allgemeine Psychologie des Mannes.

Ansonsten habe ich in dieser Woche meine „Supermarktkarriere“ begonnen. Es handelt sich beim „Mitmachsupermarkt“ um eine seltene Form eines Start-ups, eine nicht gewinnorientierte, gemeinnützige Genossenschaft. Jedes Genossenschaftsmitglied verpflichtet sich, mindestens eine dreistündige Schicht pro Monat zu absolvieren und kann dafür unbegrenzt einkaufen. Der offizielle Anreiz sind niedrigere Preise als im Normsupermarkt. Für mich besteht der Anreiz darin, dass es sehr gute Produkte, Bio oder zumindest regional von kleinen Erzeugern zu kaufen gibt.

Bei meiner ersten Schicht diese Woche waren wir vier ziemlich ahnungslose Genossenschaftsmitglieder und zwei Wissende. Ganz erstaunlich war, wie gut die konkurrenzfreie Zusammenarbeit funktioniert hat. Es ging darum die Ablaufdaten der vorhandenen Ware zu kontrollieren, die neue auszupacken und in die Regale einzuordnen, Obst und Gemüse im Auge zu behalten, an der Rezeption Auskünfte zu erteilen und noch so dies und das. Als Spezialistin fürs „ins kalte Wasser springen“ habe ich mich an die Kassa gesetzt, nach dem Motto „das kann ja nicht so schwierig sein“. War es auch nicht. Vor allem sind ja alle dort einkaufenden Leute ebenfalls Genossenschaftsmitglieder und viele schon an der Kassa gesessen. So bekam ich Tipps und Unterstützung. Es war eine unglaublich angenehme, stressfreie Stimmung. Während ich Verpackungsmaterial flach machte, spürte ich dem ungewohnten, aber nicht unangenehmen Gefühl nach.

20 Gedanken zu “Woche 47 ( 17. bis 23.November)- Schnee, Impfung und Supermarkt.

  1. Guten Morgen 🙂
    Na bitte, geht doch: Schnee ganz ohne Kanonen 😉
    ja so ein Markt könnte mich auch begeistern, ist hier im zu kleinen Umfeld aber ziemlich undenkbar.
    Diese Impfung erinnert mich an eine FSME-Impfung: danach lag ich ganze 10 Tage flach mit Fieber und grippeartigen Beschwerden. Nächstes mal verabreichte mir die HÄ einen anderen Impfstoff…und ich hab nix gemerkt. Na bitte, geht doch –

    Langsam zu erahnende Lichtgrüsze für eine gute neue Woche
    Mascha

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, natürlicher Schnee ist ganz was anders 😉
      FSME-Impfung habe ich schon lange keine genommen. Wovor ich mich eher fürchte ist die Borreliose und dagegen wirkt die Impfung ja nicht.

      Like

  2. Hier liegen jetzt auch 2 cm Schnee. Lange wird er leider nicht liegen bleiben, schon ist wieder Regen angesagt. Schade eigentlich.
    Dein Einstieg klingt wunderbar entspannt.
    Ich wünsche dir eine gute Woche, mit kleinen und größeren Freuden am Wegesrand.
    Herzlichst, Ulli

    Gefällt 1 Person

  3. Kassa gleich am ersten Tag ist mutig 😁. Sehr schön, dass alles so gut funktioniert hat. Eine sehr interessante Idee dieser Supermarkt!
    Bei uns liegt noch ein bisschen Schnee auf den Wiesen (und natürlich auf den Bergen 😉, aber die schauen sich der Dackel und ich lieber vom Tal aus an)

    Gefällt 1 Person

  4. Ein sehr spannendes Modell, dieser Supermarkt! „Genossenschaft“,nennst du es. Kannst du da vielleicht noch mehr drüber berichten, oder Statuten verlinken? Vielleicht ginge so was auch hier….

    Like

Hinterlasse einen Kommentar