Ungarisch in Wien – ABC-Etüde

Wie immer bei Christiane
Drei Begriffe (siehe unten) sollen in einen Text von 300 Wörtern verpackt werden

Die Wörter stammen diesmal von Nellindreams

Es ist keine Geschichte geworden, schon gar keine spannende, eher so eine Art Tagebucheintrag oder Kalendernotiz. Die Wörter waren so leicht unterzubringen, dass ich dachte, dass eine Etüde auch einmal so aussehen kann. Die Regentonne finde ich höchst inspirierend und so kommt nächste Woche vielleicht noch eine zweite Etüde dazu.

Heute hat der zweite Teil meines Ungarisch-Intensiv-Sommerkurses begonnen. Von Sommer ist allerdings nicht mehr die Rede, es ist kalt und regnet seit Tagen immer wieder. Als absoluten Regenfreak freut mich das und ich habe in den letzten Tagen in Wien und in Zell am See wunderbare Spaziergänge gemacht. Verregnete Enten und Schwäne habe ich besucht, in jede Regentonne habe ich hineingeschaut, ob sie bald überfließen wird und zurück in Wien bin ich im Kaffeehaus gesessen und habe die Regenschauer genossen.

Eines habe ich nicht gemacht: ungarisch geübt, obwohl ich doch wusste, dass der erste Teil des Intensivkurses seinem Namen alle Ehre gemacht hat und sehr intensiv war und somit die Wahrscheinlichkeit, dass der zweite genauso sein würde sehr groß war.

Ich habe hin und her überlegt, ob ich hingehen soll, schließlich fangen die regulären, einmal in der Woche stattfindenden Kurse ohnehin nächste Woche an. Muss ich da vorher noch einen Intensivkurs machen? Ja, will ich, habe ich beschlossen und warf mir Feigheit vor. Dabei wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, wie der Kurs zusammengesetzt sein würde. Theoretisch: Anfänger zweiter Teil.

Die Gruppe besteht aus fünf Männern, einer Kursleiterin und mir. Einer davon lebt seit Jahren in Sopron und spricht fließend, die vier anderen leben mit Ungarinnen und haben teilweise zweisprachig aufwachsende Kinder. Was, so frage ich mich, haben diese Herren in einem Fast-Anfänger-Kurs verloren?

In der ersten halben Stunde schwankte ich zwischen sofort verschwinden und morgen nicht wiederkommen. Aber glücklicherweise ist mein Selbstbewußtsein beim Sprachenlernen groß und solid und ich habe die sehr nette Lehrerin heftig in Beschlag genommen. Sie hat die Situation sehr sensibel gemanagt und im Laufe der vier Stunden ging es immer besser. Etliche verschüttete Vokabel und Grammatikpunkte sind aus dem Untergrund aufgetaucht und letzten Endes war ich recht zufrieden.

Und morgen geht´s weiter.

300 Wörter

24 Gedanken zu “Ungarisch in Wien – ABC-Etüde

  1. Ich schwanke – aber ich glaube, ich wäre in der ersten Pause abgehauen. Na gut, vielleicht auch nicht. Aber auf jeden Fall ist es gut, dass du scheinbar Spaß daran hast und die Situation als Herausforderung empfindest.
    Danke für die Etüde, ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung bzw. eine zweite geben wird. 🤔
    Morgenkaffeegrüße 🌄🍃☕🍪👍

    Gefällt 1 Person

    1. Ich bin froh, dass ich doch geblieben bin und heute und morgen wieder hingehe. Schließlich bin ich im richtigen Kurs, falsch sind die anderen. Es ist aber eine durchaus nette Atmosphäre.
      Die Wörter sind so schön anschmiegsam, dass ich sicher noch eine zweite Etüde schreibe, aber vermutlich erst nächste Woche.
      Derzeit herrscht ja eine allgemeine Schreibflaut. Die Impulswerkstatt ist fast verlassen, die Etüden dümpeln auch so dahin … Hoffentlich ändert sich das bald

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir die Fahne hochhalten, was das Angebot angeht, und es nicht persönlich nehmen, dass zurzeit wenig passiert. Es ist immer einfacher, ein Foto zu liken, als einen Text zu schreiben.
        Mir geht es nicht anders, wenn ich ehrlich bin.
        Viel Freude wünsche ich dir, und dass du möglichst viel aus dem Kurs ziehen kannst! 😉

        Gefällt 2 Personen

  2. Ja, diese Wörter hüpfen geradezu von selbst in den Text hinein. Obendrein ist jedes Wort wahr. Danke für die guten Wünsche, der Kurs mit den Leuten, die viel mehr Kenntnisse und Übung haben als ich ist sehr herausfordernd, aber im Grunde mag ich solche Herausforderungen …

    Gefällt 2 Personen

  3. Witzig, ich habe ein Ähnliches in einem Japanisch-Kurs für Anfänger-Anfänger I gehabt, also ohne Vorkenntnisse, aber im Kurs saßen nur Leute, die fließend Japanisch sprachen, und die Lehrerin fing sofort damit an, dass wir uns auf Japanisch vorstellen sollten. Ich bin tatsächlich nur zweimal hin gegangen, dann nie wieder – eine absurde Vorstellung, fast wie ein Theaterstück von Camus, der einzige in einem Anfängerkurs zu sein, der Anfänger ist 😀 Schöner Text! Ich mag die Regentonne auch. Ich glaube, ich mag Tonnen im allgemeinen, ohne recht zu wissen weshalb. Viele Grüße!

    Gefällt 3 Personen

    1. Es gibt offenbar gar nicht wenige solche Kurse, wobei deiner noch ein Stück frustrierender war als meiner, denn ich bin ja keine reine Anfängerin, nur diejenige in diesem Kurs, die am wenigsten kann. Aus literarischer Sicht hätte ich an Beckett und „Warten auf Godot“ gedacht. Auch weil es da so richtig absurde Sätze gibt, die man in einem Sprachkurs von sich geben könnte um eine bestimmte Grammatikstruktur zu üben 🙂
      Handgemachte Fässer, ob als Regentonne oder Weinfass haben für mich auch viel Charme …

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s