Seit gefühlt ewigen Zeiten

habe ich keine live-Musik mehr gehört und fast vergessen, wie groß der Unterschied ist, echte Menschen statt irgendwelche Trägermedien zu erleben. Es ist wie bei den Bildern. Natürlich kann man sich Bilder auf Fotos ansehen, aber es ist doch überhaupt kein Vergleich mit einer persönlichen Begegnung.

Sie waren beide sehr gut, der Gitarrist gar hervorragend. Eine unerwartete und höchst erfreuliche Zugabe zu einer Ausstellung, die von einem Ärzte-Kunstverein alljährlich abgehalten wird. Einer der Musiker ist Untermieter eines der Mitglieder des Vereins und so kamen wir zu dem Konzert. Von den Bildern und Skulpturen hat mir kaum etwas gefallen. Ich war aber zufrieden, weil ich immer wusste, warum mir etwas nicht gefiel. Und das war nicht immer so.

Auch wenn er mir nicht gefällt, respektiere ich doch jeden eigenen Stil, aber muss Van Gogh oder Dali als Inspiration herhalten, wenn man so gar nicht an sie herankommt ?

10 Gedanken zu “Seit gefühlt ewigen Zeiten

  1. Live-Musik und Tonträger daheim zu hören kann man m.E. in seiner Wirkungsweise nicht nur nicht vergleichen, ich würde das eine niemals dem anderen vorziehen, sondern nur die Art anders definieren, in der man sich darauf einlässt. Höre und sehe ich einer Veranstaltung zu, bekommt die Darbietung und die Darsteller meine volle akkustische und visuelle Aufmerksamkeit. Höre ich Musik zuhause, dient mir die Musik als Folie für Entspannung, Anregung, Phantasien, aber die menschliche Gegenwart der Künstler tritt dann gewollt in den Hintergrund, dann geht es mehr um meine als um ihre Empfindungen.
    Zu wissen, warum einem etwas nicht gefällt, oder an der Frage herumzunagen, weshalb man sich beim Betrachten unbehaglich, abgestossen oder nur irgendwie ratlos fühlt, warum ein Exponat überhaupt ausstellungsfähig sei, ist ein sehr interessanter Punkt und schwer zu diskutieren, finde ich. Man wird doch oft schräg angeschaut, wenn man sich verständnislos äussert.
    Die Homagen an van Gogh und Dali würde ich auf einer Kunstaustellung auch nicht vermutet haben, sofern nicht auch Hobbymaler dort willkommen sind, als Zeichen, dass jeder mittun kann und keine Schwellenangst haben sollte, aber mehr als sie in diesem Sinne rührend zu empfinden, fällt mir dazu auch nicht ein.

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    1. Es handelt sich um eine reine Hobbymaler-Ausstellung, ein Ärzte-Kunstverein, sonst wäre dies noch ein bisschen anders zu beurteilen.
      Solche Gelegenheiten finde ich wunderbar geeignet um das Loben von nicht ganz wesentlichen Aspekten einer Sache zu üben. An dem unsäglichen Dali-Bild gefällt mir der Rahmen, bei dem …. VanGogh-Verschnitt kann man über die Hängung der Bilder diskutieren. Durchaus authentische, freundliche Bemerkungen, die aber halt am Kern der Sache vorbeigehen …. macht ja nix

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  2. Warum sollen die Alten Meister denn nicht dabei sein dürfen? In der Geschichte, in der Literatur, in der Philosophie und auch in der Bibel dürfen sie dich alle gerne mitreden und lassen sich gerne fachkundig zitieren. Also warum sie nicht in einem Bild auch mal zitieren oder sprechen lassen?

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    1. So wie das sprachliche Zitieren Kenntnisse von Aussprache, Betonung, Satzbau und Grammatik erfordert, braucht es um in Bildern zu zitieren, bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse. Eine Miezekatze, die aus einem Blumenstrauß herausschaut und eine Art zerrinnende Uhr im Hintergrund macht noch keinen Dali.

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  3. Ich hatte hier ja schon kommentiert, aber ich hätte eine Bitte: für den kommenden Dienstag möchte ich einen „Gedicht“-Beitrag in Kathas Reihe „Der Dienstag Dichtet“ einstellen. Und dafür würde ich gerne auf Foto No. 5 aus Deinem Beitrag zurückgreifen und es einblenden.
    Würdest Du als Bildautorin mir dazu Deine Zustimmung geben, dass ich es verwenden darf?

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  4. Ja, von meiner Seite aus kannst es gerne verwenden. Es ist allerdings nicht lupenrein korrekt, dass ich es überhaupt veröffentlicht habe, weil ich ja den Maler/die Malerin nicht fragen konnte …

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