Donnerstag 14.Oktober 2021 – Austausch

Für mich hat der Austausch mit Gleichaltrigen, die in ähnlichen Umständen leben eine ganz besondere Qualität. Ebenso wie für Teenager die Peergroup von großer Bedeutung ist, ist sie das auch für Ältere. Manche Themen kann man am besten oder ausschließlich mit Menschen ungefähr gleichen Alters besprechen. Das hat mit Lebenserfahrung zu tun und mit dem „Zeitgeis“, auch mit gemeinsam Erlebtem in Gesellschaft und Politik.

Auch der Austausch zwischen Generationen hat viel zu bieten, ist aber doch wieder ganz anders. Ebenso wie der Austausch zwischen Menschen, die verschiedenen Meinungsblasen angehören, der oft sehr schwierig, aber auch sehr lohnend ist. Der ausschließliche „Aufenthalt“ in einer Meinungsblase tut nicht gut

Austausch jedenfalls braucht es, außer man möchte Eremit*in werden, was sicher auch seine Vorzüge hat aber nach einiger Zeit dazu führt, dass man nur mehr mit großen Schwierigkeiten oder gar nicht mehr in der Lage ist, sich in der Gesellschaft zu bewegen. „Blogbeziehungen“ liegen da irgendwo dazwischen. Ich setze sie in Anführungszeichen, weil es meiner Meinung nach keine echten Beziehungen gibt, wo keinerlei persönliche Begegnung stattfindet.

17 Gedanken zu “Donnerstag 14.Oktober 2021 – Austausch

  1. Ich traf mich vor der Pandemie regelmäßig mit 4 „jungs“, meist so 5x im jahr.
    Es ging lange Zeit um echten Austausch, um Begleitung in Lebenslagen, um Zuhören.
    Jetzt soll das wieder aufgenommen werden.
    Ich aber habe Angst vor larfifari- Begegnungen. So waren sie oft zu letzt, also etwa im Februar 2020.
    Dazu wäre mir meine Zeit zu schade. Jux und tollerei ist schön, aber es ging uns ja Initial um etwas anderes.

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    1. Diese Befürchtung kann ich gut verstehen, aber es liegt ja an jedem einzelnen, die Richtung des Gesprächs zu lenken. Oft sind die anderen dann dankbar wenn jemand die Initiative ergreift und die ursprüngliche Intention des Gesprächs wieder aufgreift

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  2. Zum Thema virtuelle Blogbeziehungen. Da bin ich nicht ganz einverstanden mit dem, was Du sagst. Ich bin ja auch Blogger und in meinen Geschichten und Gedichten habe ich schon wesentlich mehr von mir offenbart/offen gelegt, als ich es in persönlichen Gesprächen getan hätte.

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  3. Die eine und andere Begegnung aus der virtuellen Welt hat die Beziehungen, die durch Worte und Bilder entstanden sind sehr vertieft, eine Ausnahme gab es, dieses Treffen war ernüchternd.
    Ich glaube, dass man Menschen über ihre Worte und Bilder gut erspüren kann.
    Dennoch ist der vertiefte Austausch im Blog allein nicht möglich.

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  4. Ich glaube auch, dass virtuelle „Beziehungen“ allenfalls eine Ahnung von dem geben können, was möglich wäre. Aber nach meiner Erfahrung kann eine einzige, intensive, reale Begegnung fast explosiv dieses Potential aktivieren.
    Obwohl die Distanz des Virtuellen sehr oft meinen Bedürfnissen völlig entspricht, können solche Sprünge sehr beglückend sein.

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    1. Ja, in beiden Punkten bin ich ganz deiner Meinung. Eine Begegnung öffnet neue Kanäle, die man dann virtuell auch benützen kann.
      Auch ich könnte/wollte nicht mit so vielen Leuten gleichzeitig intensivere Beziehungen pflegen, das geht mit der Distanz des Virtuellen aber sehr gut.
      Mein Punkt war eigentlich nur, dass man virtuelle Begegnungen, die nie zu einem persönlichen Treffen geführt haben, nicht mit Freundschaften verwechseln sollte.

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      1. Der freundschaftliche, respektvolle und zugewandte Ton, der von vielen BloggerInnen sehr angenehm gepflegt wird, kann durchaus zu einer solchen Verwechslung führen. Das kann ziemlich fatal sein. Ich vermute, dass so mancher „shitstorm“ seinen Auslöser in solcher enttäuschten Fehleinschätzung hat.

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  5. Austausch ist super wichtig! Gerade in schwierigen Situationen ist auch der Austausch mit Menschen wichtig, die ähnliches erlebt haben. Müssen nicht zwingend im gleichen Alter sein, aber hilfreich ist das sicher. Und ich gebe Dir recht. Eine „Fernbeziehung“ ersetzt keinesfalls ein persönliche. Blöd ist, dass Freunde nicht auf den Bäumen wachsen. Das würde es mir, die in einer schwierigen Situation in einer neuen Stadt ist, viel einfach machen….aber durch Jammern wachsen sie dummerweise nicht schneller 🙂

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