Montag 5.Juli 2020

Wenn ich – nach über einem Jahr – wieder einmal G´wandl einkaufen gehen möchte ohne einen Hitzeschlag zu erleiden, so musste das heute oder morgen sein, denn ab Mittwoch sollen die Temperaturen wieder über dreißig klettern und ab Donnerstag bis zu siebenunddreißig. So habe ich mich auf den Weg gemacht.

Einkaufszentren sind für mich so eine Art Vorhölle, aber eines meiner liebsten Kleidergeschäfte liegt nun einmal in einem Einkaufszentrum, noch dazu in einem, das ich freiwillig nicht betreten würde. Obwohl das eigentlich auf alle Einkaufszentren zutrifft. Ich wundere mich immer wieder, wie viele Leute gerne ihre Freizeit an solchen Orten verbringen. Sie gehen ins Kino, essen etwas, Einkäufe stehen da gar nicht im Mittelpunkt. Ein soziologisch interessantes Phänomen.

Der Marsch durch die Vorhölle hat sich aber durchaus gelohnt. Es gibt heuer wieder eine größere Auswahl an Leinenhosen, nachdem das Material sich für eng anliegende Hosen nicht eignet und in diesem Sommer wieder weitere Hosen dran sind. Ich mag Leinen bei allen Temperaturen. Es ist angenehm zu tragen und ein klassisches europäisches Material, das nicht unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt wird. Wenn von Bio-Leinen die Rede ist, so kann man davon ausgehen, dass die Pflanzen tatsächlich ohne Schadstoffe angebaut wurden. Bei der Bio-Baumwolle habe ich so meine Zweifel. Baumwolle wird im Normalfall sehr stark gespritzt und an Bio-Standards in den meisten Ländern, in denen Baumwolle angebaut wird, zweifle ich sehr.

Ein Gewebe namens Cupro wollte mir die Verkäuferin andrehen, Kupferseide. Nie gehört. Klingt auch sehr unsympathisch. Viskose mag ich, Seide ohnehin, auch Baumwolle. Jedenfalls bin ich für diesen Sommer reichlich eingekleidet. Für PB und das Waldviertel schon eher overdressed …

8 Gedanken zu “Montag 5.Juli 2020

  1. Ich mochten den ersten Absatz deines Beitrags. Sie zeigen, wie sehr wir uns bemühen, die sich intensivierenden Extremwetterlagen in unser Alltagsleben zu integrieren. Und wann werden wir endlich unsere Stadtpolitiker und Bundespolitiker zur Verantwortung ziehen, dass sie die Klimakrise verharmlosen? Das jedenfalls denkt ein Wiener, der sich allerdings in die deutlich kühlere Ostschweiz geflüchtet hat.

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    1. Das eine schließt das andere nicht aus, würde ich sagen. Ja, man muss aufstehen und die Politik auffordern, aktiver zu werden. Andererseits muss man mit der Realität der Wetterextreme leben.
      Der vergangene Sommer war temperaturmäßig sehr angenehm, dieser scheint höllisch zu werden…

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  2. Wir haben hier in der Mitte Deutschlands einen recht durchwachsenen Sommer, aber Leinenhosen könnte man sicher hier auch tragen.
    Für mich ist das derzeit ein typisch deutscher Sommer, aber immerhin hat er auch ein paar schöne Tage. da kommt mir die Wärme nur Recht.

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  3. Bei uns ist es von den Tempersturen her angenehm, aber es regnet immer wieder und eine Leinenhose könnte ich noch gut gebrauchen.
    Einkaufszentren mag ich gar nicht und meide sie nach Möglichkeit. Ich habe auch in keinem ein Lieblingsgeschäft.
    Eines meiner Lieblingsgeschäfte, mitten in HDs Altstadt hat die Coronazeit nicht überlebt und ich bin sehr traurig darüber.
    Du bist nun also komplett eingekleidet und mußt nicht mehr auf die Suche gehen, das ist doch gut.

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