Atelier – Übermalbild 3 – die Verwandlung

Ein altes Bild, von dem es kein Foto gibt, soll verändert werden, also übermalt. Ich überlegte hin und her und erinnerte mich an Gerdas Kommentar, dass sie, wenn sie übermalt, ganz übermalt, weil alles andere eine zögerliche Angelegenheit ist. „Recht hat sie“ dachte ich und außerdem hatte ich Lust auf richtiges Anstreichen. Das Bild bekam also einen durchgehenden hellblau-türkisen Anstrich.

Dann lies ich die Strukturen aus dem Bild herauskommen, markierte sie ein bisschen mit Kohle und stellte fest, dass so manches dem darunter liegenden, übermalten Bild nicht so unähnlich war. Nach vielem Drehen entstand eine erste Version, an der mir der weiße Teil zunächst sehr gut gefiel. Dann fand ich den Hintergrund zu hell und aus zwei „Fenstern“ wurde eines. Nun sah das ganze einem Schuh zu ähnlich.

Das menschliche Gehirn bemüht sich ja immer, aus dem was es sieht, Bekanntes heraus zu lesen. Wenn ein abstraktes Gebilde ungewollt starke Assoziationen zu einem Objekt hervorruft, ist das nicht unbedingt ideal. Weiteres Drehen war angesagt, dann fand ich die Position mit der ich zufrieden war

Das Bild war mir aber zu blaß und zu unbelebt um nicht zu sagen fad. Ich habe hier mit Gouache gemalt. Ich mag sie sehr, aber sie kommt in der Leuchtkraft nicht an Öl heran. Ich arbeitete also an der Belebung und hier ist das Endergebnis.

13 Gedanken zu “Atelier – Übermalbild 3 – die Verwandlung

  1. Gut, dass du das Blau gedämpft hast! Deine Arbeitsgeschichte finde ich so spannend wie das Ergebnis.
    Ich empfinde es als so stark organisch, dass ich es gar nicht für abstrakt halten kann. Makroaufnahme eines Insektenbaus. Oder Niere in fremder Umgebung, sozusagen Wanderniere …

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    1. Es ist meine persönliche Variante von abstrakt bzw nicht-gegenständlich 🙃 mir machen aber diese mehr oder weniger zufälligen Strukturen sehr viel Freude. Irgendwie haben sie meistens etwas Organisches und tauchen immer wieder auf 🙃

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  2. Das habe ich erst heute entdeckt. Interessant wieder, deinen Überlegungen zu folgen. Deine Formen wirken sehr real, plastisch, und wegen des hellen „Fensters“ fast 3- oder sogar 4-dimensional und im Ergebnis surreal. Abstrakt würde ich es nicht nennen. Aber das ist eine Frage des Verständnisses von „abstrakt“.

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