Unfreiwillige Komik: die K.u.k Feldmarschalleutnantsgattin und ihr Gatte. Der Gatte hat dann immerhin noch ein F.M.L bekommen, was ja nur Feldmarschalleutnant heißen kann. Der Sohn Rudolf oder dessen Nachkommen haben auch Wert darauf gelegt, dass er im k.k Handelsministerium tätig war, was nur möglich ist, wenn er sehr alt geworden sein sollte. Das weiß man aber nicht, weil es auf diesem Grabstein keine Geburtsdaten gibt, was ziemlich ungewöhnlich ist.

Viele, viele Geschichten könnten einem zu dieser Familie einfallen. Ob der Kunstmaler und der Regierungsrat Nazis waren? Soldaten der Wehrmacht? Hat der Kunstmaler germanische Götter mit Stahlhelmen gemalt oder friedliche Landschaften. Waren sie Monarchisten oder gar Widerstandskämpfer? Das Grab befindet sich auf einem Friedhof, der bei den Eliten der Beamtenschaft und des Militärs der Monarchie beliebt war.

16 Gedanken zu “

  1. Mein Vater legte Wert darauf, dem Grabstein meiner verstorbenen Grossmutter in den 90er Jahren den Namen ihres im Krieg ganz woanders gefallenen Mannes mit beizugeben – eine ideelle Geschichte.
    Hier könnte ich mir vorstellen, dass alle Namen eines schon bestehenden Familiengrabes auf einem neuen Stein zusammengefasst wurden, mit Augenmerk auf das Repräsentative und das Wirtschaftliche zugleich. Nachdem ich auch schon Grabsteine bestellen und die Kosten pro Buchstaben berechnen musste, wären solche Gründe das für mich eine Erklärung.

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    1. Das dürfte sprachlich verboten sein. 🙂
      Jemand aus meinem Umfeld beruft sich auf eine Seitenlinie des bekannten Philosophen Hegel. Wenn was da abfärbte, dann höchstens einen Hauch. Irgendwann haucht sich ja alles aus, mit fortschreitender generationöser Line.

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    1. HIHI, eine hervorragende Idee. Dieses Projekt hat noch niemand in Angriff genommen, weil die meisten Österreicher ohnehin in die Hölle kommen 🙂
      Tatsächlich wurde in Österreich der Adel und somit auch alle Adelstitel 1919 abgeschafft. Ich weiß gar nicht ob „Edle“ überhaupt ein Adelstitel ist, wahrscheinlich …

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  2. Sie starb als erste – schon 1906 – Die Brüder sind also auf jeden Fall vor dem 3.2. 1906 geboren. K.u.k. Handelsministerium war ab 1919 nicht mehr – wenn er schon eine gewisse Karriere darin gemacht hat, muss er tatsächlich deutlich älter gewesen sein!
    Er brauchte eine Matura, also muss mindestens 13 Jahre in der Schule gewesen sein, mit 6 eingeschult – 19. Dann hat er ein (vermutlich Jura-)Studium und einen Vorbereitungsdienst durchlaufen. Das macht ihn bei Dienstantritt ca. Ende 20/ eventuell sogar Anfang 30. Und dann muss er noch diverse Beförderungen erlebt haben, denn ein Regierungsrat bzw -direktor ist kein Eingangsamt. Ich würd mal sagen, bei Kriegende des ersten Weltkriegs muss Rudolf so um 50 + gewesen sein – und ist dann ca. mit Mitte/Ende 70 verblichen.

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