Atelierbild, übermalt Nr.1

Ein altes Bild, mit dem ich sehr unzufrieden war. Das ist schon eine mehrmals geänderte Version, an der ich ausprobiert habe, ob und wie man Gouache und Öl mischen kann. Das eigentliche Problem war und ist, dass ich keine Verbindung mehr mit dem Bild habe. Es ist etliche Jahre alt und ich kann mich nicht mehr hineinversetzen.

Ich habe es farblich gedämpft, viele Male weiß lasiert ein paar Kohlestriche drübergelegt. Es hat sich verändert, sieht jetzt anders aus, aber ich habe immer noch keine Verbindung dazu. Auch keinen Namen. Das namenlose Bild …

Ich habe noch nicht den Eindruck, dass es fertig ist. Zuerst wird es eine Weile herumstehen, vor dem weißen Holz sieht es nicht schlecht aus. Vielleicht kommt es dann nochmals dran. Ich habe viele alte Bilder, die für eine Umgestaltung oder Übermalung in Frage kommen. An welchem ich arbeite, ist meist eine spontane Entscheidung.

14 Gedanken zu “Atelierbild, übermalt Nr.1

  1. Mir gefällt es. Es hat was von Kastanie, die eine Mutter anhimmelt (mein erster spontaner Einfall). Ich mag die Farben, das leicht gedämpfte und auch die weiche runde Form in Verbindung mit den Strichen. Ich selber mag ja nie viel in Kunst interpretieren, sondern bin eher so „es spricht oder spricht nicht zu mir“. Und dieses spricht😁

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    1. Oh, das ist ein interessanter Titel! Ja, es hat ursprünglich noch viel mehr nach einer Kastanie ausgesehen 🙂 Freut mich, dass dir die Striche auch gefallen, ich finde auch, dass sie das ganze zusammenhalten. Spricht oder spricht nicht, ist auch mein Motto 😉

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    1. Nein, nein, von Ringen und Quälerei ist bei mir nicht die Rede sondern von Freude an der Sache. Das Ergebnis ist mir viel weniger wichtig als der Prozess. Natürlich stört es mich aber auch nicht, wenn das Ergebnis mir und idealerweise auch anderen gefällt 😉 🙂

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    1. Das ist gar nicht so absurd wie es klingt. Für Betrachter macht es keinen Sinn, aber wenn man das Ding selbst gemalt hat, weiß man ja, was alles drunter ist und „sieht“ es auch wenn eine monochrome Farbschicht drüber liegt.

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  2. Wenn ich übermale, übermale ich, und mir ist es wurscht, wie sich das für das Übermale anfühlt. Das Gute im Übermalen ist einzig, dass sich dadurch interessante farbliche und strukturelle Interaktionen zwischen dem Alten und dem Neuen ergeben.
    Ich denke oft an meine liebe Lehrerin (sie war Kunststudentin, saß uns Modell, um Geld zu verdienen, und gab uns wichtige Hinweise): „Es ist deins! mach damit, was du willst!“ Das empfinde ich als befreiende, lustvolle Aufforderung und bringt mich in Schwung. Eine neue Linie in einem alten Bild verändert es grundlegend, und alles, was man dann noch versucht, wird zur ängstlichen Pinselei, zur Verschlechtbesserung. Womit ich allerdings nicht sagen will, dass mir das neue Billd nicht gefällt! Im Gegenteil, ich finde es spannend.

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    1. Dass eine neue Linie ein Bild verändert, da bin ich absolut einverstanden, aber warum muss es schlechter werden? Ich übermale, was mir nicht oder nicht mehr gefällt um was neues daraus zu machen. Wobei das Alte teilweise bestehen bleibt, großteils aber nicht. Wollte man das Alte nachträglich „verbessern“ um die ursprüngliche Intention doch noch irgendwie zu verwirklichen, so kommt wahrscheinlich wirklich eine Verschlimmbesserei heraus, ja das sehe ich auch so.

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