Lagerkoller, der

Unter Lagerkoller einzelner oder mehrerer Personen versteht man umgangssprachlich einen vorübergehenden psychischen Erregungszustand bei zwangsweiser Lagerunterbringung,wie er vor allem in Gefängnissen (wie Konzentrationslagern), Kasernen, Kriegsgefangenenlagern, Deportierungslagern, Flüchtlingslagern, Psychiatrien, Notunterkünften und Katastrophenschutzlagern bei anhaltend belastenden und unabsehbar lange andauernden Bedingungen vorkommt.

Koller (mittelhochdeutsch kolre, althochdeutsch kolero = „Wut“ von mittellateinisch cholera = „Zornausbruch“, ist eine volkstümliche Eindeutschung und bezeichnet eine plötzlich aufbrechende oder stille Wut, eine schwere psychische Erregung oder psychische Störungen, die sich aus einer Umgebung oder Situation ableiten lassen. Er äußert sich bei einzelnen Personen in Angst, Wut, Verzweiflung, Überaktivität sowie depressiven Zuständen.

Ursachen sind oft mangelnde psychosoziale Betreuung, schlechte Verpflegung, Seuchenausbrüche, Überfüllung des Lagers, Stress, Schlafmangel und Ähnliches. Durch Bekämpfung dieser Ursachen wie das Schaffen von privaten Rückzugsgebieten sowie das Eingehen auf individuelle Eigenschaften lässt sich Lagerkoller oft in einem Frühstadium eingrenzen bzw. abschwächen.

Daraus ergibt sich ganz eindeutig, dass ich keinen Lagerkoller habe sondern nur einfach schlecht gelaunt bin. Weder bin ich eingesperrt noch in irgendeiner Weise unmittelbar bedroht. Die Bedrohung ist zwar vorhanden aber beherrschbar, die Quelle des Frusts einfach zu analysieren.

Trotzdem bin ich grantig.

25 Gedanken zu “Lagerkoller, der

  1. Vor einiger Zeit erinnerte ich mich mit messerscharfer Genauigkeit daran, dass ich bei dir vor langer Zeit gelesen habe, dass du dich am meisten vor einer Pandemie fürchtest, Ich glaube, zu der Zeit war Corona noch ein Staubkorn im Universum. Ich dachte damals erstaunt, wie du darauf kommen magst.
    Hast du seherische Fähigkeiten?

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  2. Je nachdem wo man hinschaut, könnte ich meinen, wir wären tatsächlich eingesperrt, säßen bei Wassersuppe ohne Brot und die Lagerkoller wären somit gerechtfertigt.
    Ich habe zwar auch immer wieder schlechte Laune, aber ich haue sie deswegen nicht jeder und jedem um die Ohren. Es gibt viele Mittel und Wege die kleinen Freuden des Lebens zu finden.
    Liebe Grüße
    Ulli

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  3. Ich fühle mich zum Glück nicht eingesperrt – aber in letzter Zeit häufiger überfordert. Vielleicht, weil sehr viele Dinge nur noch online zu erledigen sind und mir das ewige Hocken vor dem Rechner langsam doch auf den Wecker geht. Früher ließ sich eben auch einiges unterwegs regeln, mal schnell hier vorbeischauen, da was besorgen oder eine Kollegin fragen – fällt halt weg. Aber heute war ich zufällig bei Karstadt, irgendwie waren noch Termine frei, und was eine Erleichterung: Zwei Etagen durchwandert + schon alles zusammen für Ostern. Jetzt noch ein Kaffee + die Laune ist wieder oben auf…

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      1. Keine Ahnung, um ehrlich zu sein. Ich wollte nur in den Supermarkt ins Untergeschoss, und habe dann gesehen, dass man auch hoch ins Kaufhaus konnte. Viele Läden haben allerdings – eingeschränkt – auf in Berlin. Man bestellt Sachen online und holt sie ab – bei manchen kann man rein und sich umschauen. Eigentlich will ich gar nix einkaufen, aber heute, ja, das passte dann eben doch ganz gut, ich brauchte noch zwei Geburtstagsgeschenke und einen leichten Pulli für die nächsten Sonnentage…

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