Impulswerkstatt – „Mögliche Freundschaften in Zeiten politischer Korrektheit“

Die EIWOMISA von Olpo in Verbindung mit den fragend dreinschauenden Schafen war zu verlockend. Hier das Ergebnis:

Die Sonne schien, das Gras war saftig, die Herde vollzählig und überschaubar. Schafsglück.

Das Leitschaf und Nummer Zwei grasten nebeneinander und dachten über schafige Belange nach. Zwei rupfte ein Kraut mit tiefen Wurzeln aus, hob daher den Kopf und sah plötzlich etwas sehr Befremdliches.

„Was ist denn das für ein komisches Tier da vorne ?! Mit Milchflasche und Eiern und einem falschen Kopf!“

Das Leitschaf riskierte einen Blick und zuckte zurück. Da erinnerte es sich aber gerade noch rechtzeitig daran, was der Bauer aus der Zei-dung vorgelesen hatte.

„Was sind denn das für rassistische, fremdenfeindliche Äußerungen, Zwei ! Man darf doch äh …. jemanden nicht nach seinen äußerlichen Merkmalen beschreiben. Noch dazu wenn …… er ….. sie … es eindeutig anders aussieht.

„Wieso denn nicht, wenn man eh auf den ersten Blick sieht, dass das äh …… Wesen kein Schaf ist ?

„Der Bauer hat gesagt, das ist polidisch nicht korregt. Komm, wir fangen noch einmal von vorne an. Du sagst …..

„Na gut.“ Zwei verdrehte die Augen und sagte in theatralischem Ton „Was ist denn das für ein Schaf da drüben ?“

„Welches ?“ fragte das Leitschaf scheinheilig „Siebzehn oder Vierunddreißig?“

„Das ist aber echt blöd“ sagte Zwei „du weißt doch genau, welches ich meine“

Das Leitschaf fand die Sache eigentlich auch recht blöd und sagte daher „Leider kann ich dir eh nicht sagen, wer dieses ….. Schaf ist.“ Kurz überlegte das Leitschaf, ob seine Führungsrolle dadurch irgendwie in Frage gestellt werden könnte, kam zu dem Schluss, dass „eindeutig nein“ und wollte sich wieder dem heute ganz besonders saftigen Gras zuwenden. Doch Zwei ließ nicht locker.

„Dann gehe ich doch einmal hinüber, begrüße es und frage es, wo es herkommt.“

„Na das geht ja überhaupt nicht! Der Bauer hat vorgelesen, dass man Fremde nie fragen darf, wo sie herkommen. Noch schlimmer geht es eigentlich gar nicht“

„Komisch, meinst du, dass dieses Schaf sich dafür geniert, wo es herkommt?  “Die Komplexität des polidisch korregten überstieg sein Fassungsvermögen.

„Die Sachen, die der Bauer vorliest, sind immer schwer zu verstehen. Deswegen sind sie ja so gescheit“ meinte das Leitschaf nachdenklich „Andererseits, wenn man sie verstehen würde, wäre das auch nicht schlecht“

„Also wenn ich diesen Dingsda nicht als neues Herdenmitglied begrüßen darf und mich auch nicht für ihn … es …. was auch immer interessieren darf, na dann grase ich lieber weiter weg“ grummelte Zwei und verpasste damit die Gelegenheit eine eierlegende Wollmilchsau kennenzulernen.

Das Leitschaf graste – pro forma – noch eine Weile am selben Platz und galoppierte dann erleichtert hinter Zwei her in die entlegendste Ecke der Weide. Sollte sich doch der Bauer mit seiner Zei-dung mit der schwierigen Lage beschäftigen.

49 Gedanken zu “Impulswerkstatt – „Mögliche Freundschaften in Zeiten politischer Korrektheit“

          1. Nein. Das ist ein Regierungsmitglied von Blackwater, welches sich ein Bild von der Lage macht, um dem Auftraggeber im Hintergrund (der natürlich nicht zu sehen ist) mit Berichten vom Geschehen vor Ort dienen zu können. Seine Identität muß verborgen bleiben.
            Übrigens hat man mich nachgeahmt: Im Film „Agent Hamilton: im Interesse der Nation“ erster Teil, sah der Oberbösewicht aus wie ich und arbeitete für eine Konkurrenzfirma von uns. Die arbeiten aber nicht seriös.

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                  1. Genau so ist es. Und das beste: mann verdient etwa 10x so viel wie bei der Legion, kommt aber häufiger zum ähh… Schuß – bildlich gesprochen natürlich. und die Aufstiegschancen sind weit besser. Bei der Legion kannst du bestenfalls Oberkorporal werden als Ausländer, bei uns sowas wie Konteradmiral, bezogen auf dein Verschwiegenheitsgelübde..

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                    1. Nicht nötig, Werner … wie schon angedeutet, habe ich gekündigt. Ich handle jetzt mit Schaffellen, Eiern, Schafmilch und Schweins/Schafköpfen ! Das ist ebenfalls ein lukratives Geschäft, zumindest das letztgenannte !

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        1. So ein nettes Familienbild ! 😦 Leicht martialisch hätte ich mir dich schon vorgestellt, aber gleich Blackwater ! Die Uniform schaut auch ziemlich dämlich aus: alles bestens geschützt bis auf die Knie, als wären das unwichtige Teile 🙂

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  1. Oh, so EIWOMISA´s sind aber auch gefährliche Wesen … , wenn der Bauer das erstmal kennenlernt, sind ihm seine alten Schafe wohlmöglich nicht mehr gut genug.., die können schließlich nicht mal Eier legen … . Da wäre ich als Schaf auch vorsichtig …. ;-).

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    1. Ja, wie wahr. Manchmal denke ich mir „frisch voran und pfeife auf die politische Korrektheit“ schließlich muss man nicht alles von den Amis übernehmen und die Situation ist ja auch eine andere. Aber, ja, trotzdem, die Fettnäpfchen sind tief in alle Richtungen

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  2. Ich seufze. Wo bitte fängt Rassismus an und wo hört er auf. Ignoranz ist kein Mittel meiner Wahl. Es kommt immer auf das wie, wo, was an, es gibt keine generelle korrekte bzw. unkorrekte Verhaltensweise.
    Aber Olpo ist klasse als eierlegende Wollmilchsau, fand ich schon bei ihm.

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      1. Ich mich auch. Am meisten aber, dass die weiße Rasse meint zu wissen was richtig und was falsch sei. Ich spreche lieber mit den Menschen, ihre Sicht, wenn es sich ergibt. Das wsr natürlich in Berlin schneller möglich als hier.

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        1. Naja, es gibt auch sehr nationalistische und fanatische Afrikaner und Asiaten. Die Hautfarbe macht es nicht aus. Auch geschichtlich waren keineswegs nur die „Weißen“ die bösen. Die afrikanischen Anführer haben Angehörige anderer Völker zusammen getrieben und als Sklaven verkauft, die südamerikanischen Völker haben massiv Gefangene für Menschenopfer benützt wobei die Kriege teilweise nur geführt wurden um Gefangene zu machen. Die Japaner zB sind in ihrem Übermenschenwahn den Nazis nicht nachgestanden.
          Fanatismus und Brutalität sind keine Erfindung der „Weißen“, die gab und gibt es überall. In Europa und wahrscheinlich auch in den USA haben wir die blinde Selbstgeißelung auf einer Seite und die blinde Entmenschlichung auf der anderen und leider kaum etwas dazwischen. Für mich lägen die Lösungen in diesem ziemlich entvölkerten Dazwischen, in dieser goldenen Mitte, in der man – wie du sagst – miteinander redet und einen Menschen als Person sieht und nicht als Vertreter seines Volks oder seines Landes …. Ach, da gäbe es so viel zu sagen…

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          1. Das ist alles wahr! Rassismus gibt es von vielen Seiten, ohne Dialoge kommen wir nicht weiter. Ja, ein großes Thema, das wir hier nicht mal eben abhandeln können.
            Ich weiß allerdings nicht, ob andere Völker meinen bestimmen zu müssen was in Bezug darauf eine politisch korrekte Sprache sei.

            Gefällt 4 Personen

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