Freitag 5. Februar 2021 – Götterdämmerung des Salats

An fünf Bildern habe ich gemalt, alternierend. Teilweise sind sie dann draußen in der Sonne zum Trocknen gestanden. Es war ein richtiger Frühlingstag und ich finde, wir müssen im Außenraum auch langsam in Erscheinung  treten, damit sich die Nachbarn daran gewöhnen, dass wir da sind. Nein, keine Gemüsebilder. Ich male bzw spachtle  langsam und genüsslich und keines von den fünf wird schnell fertig werden. Aber es ist ganz erstaunlich, wie ich beim Malen durch verschiedene emotionale Zustände wandern kann um am Ende an ganz ruhigen Gewässern herauszukommen.

Nicht nur der D sondern auch seine Frau, die A-D, haben sich im Atelier schon ziemlich breit gemacht. Ich sage dazu nichts, weil ich weiß, dass der D im umgekehrten Fall, also wenn ich jemand weiteren mitbringen würde, kein Wort darüber verlieren würde. Wie heißt es doch bei den Buddhisten:

 „Großzügigkeit ist die Zierde der Welt und die Tugend, die Frieden schafft“

Was das mit den Gemüsebildern zu tun hat ? Ja, nix, ich bin nur so fasziniert von den Spiegelungen und Lichteffekten im Salat, dass ich gar nicht damit aufhören kann. Morgen wird der Salat aber seiner Bestimmung zugeführt werden. Wir essen seit Tagen Importe von verschiedenen Wirten ums Eck und es wird Zeit den Inhalt der letzten Gemüsekiste zu verarbeiten.

17 Gedanken zu “Freitag 5. Februar 2021 – Götterdämmerung des Salats

  1. Die hier gezeigte Serie von Bildern ist der chlorophyllophilen Phase im Schaffen der Künstlerin zuzuordnen, während derer sie sich häufig der Vitrioglobalvisionstechnik bediente, die zu sehr attraktiven und dekorativen Ergebnissen führte: Man sieht zunächst weiblich-humanoide Formen inmitten des Grün, als Teil des Grün, das in vielerlei – auch liquiden – Nuancen in den Bildern vorherrscht. Bald wird dem Auge der Betrachterin in der linken Bildhälfte auch ein männlicher Torso erkennbar – die Urahnen der Spezies Homo im Paradies, noch vor dem Sündenfall, denn noch hat der Mensch hier im Regenwald (Amazoniens?) die Idee, sich die Erde untertan zu machen, nicht geboren. Wortlos und doch beredt und durchaus provokant fragt die Künstlerin den Betrachterihrer Arbeiten, ob er sich weiter an dem närrischen Treiben beteiligen möchte, das den „Garten Eden“ der Bibel schon vor langer Zeit in einen staubigen Felsen im Süden der Arabischen Halbinsel verwandelt hat. Oder in einer anderen Lesart: „Willst du dich für ein billiges Stück Rindfleisch auf deinem Teller zum Komplizen von Genozid und Silvozid machen?“

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    1. Die chlorophyllophile Phase wird noch ein bissl andauern, glaube ich. Aber, dass ich allzu vegetarisch orientiert wäre, ist mir noch verborgen geblieben, ein klarer Anlass zur Selbstanalyse.
      Silvozid ist eine überaus edle Wortschöpfung. Die Sache als solche gehört in die Kategorie des Suizids des homo sapiens … Trotzdem ein schönes Wochenende.

      Gefällt 2 Personen

      1. … die in deinen Arbeiten zum Ausdruck kommende Kritik richtet sich selbstverständlich gegen das Merco-Surschnitzerl und nicht gegen Fleisch an sich.
        Silvozid und Genozid durch Hinzunahme von Suizid zum Triptychon erweitert … eine gute Idee!

        Gefällt 2 Personen

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