Montag 19. Jänner 2021

Es sieht so aus als würde ich auf den letzten Kilometern der Pandemie doch noch covid-ängstlich. Ich gehe nicht einmal ins Atelier, denn dort ist täglich und zu allen Tageszeiten der D anzutreffen, der sich jetzt obendrein Leute zum Portraitieren einlädt. Damit wären wir schon zu dritt und es ist viel zu kalt zum ständigen Lüften. Jetzt warte ich darauf, dass er von selbst draufkommt, dass wir uns abwechseln könnten. Sehr komplizierte Herangehensweise, ich weiß, aber es ist mir schlicht und einfach peinlich zu sagen, dass ich mich plötzlich  vor Ansteckung fürchte, wo wir doch schon viele Stunden gemeinsam dort waren und auch mehrere Leute auf Besuch vorbei gekommen sind. Sobald man wieder reisen kann, wird der D aber ohnehin für längere Zeit nach Irland entfleuchen, dann mache ich eine Intensivmalzeit. Malzeit nicht Mahlzeit. Es gibt aber in dem Gebäude auch ein Gasthaus, das dann ja auch wieder offen sein wird. Die Qualität der Küche wird sich herausstellen.

Tägliche Schneespaziergänge halten die Psyche im Gleichgewicht. Andere halten sich selbst auf Bäumen im Gleichgewicht.

30 Gedanken zu “Montag 19. Jänner 2021

  1. Das tut mir leid, dass du das Atelier nicht nutzen kannst. Kannst du nicht mit D sprechen, wie doof das doch wäre, auf die letzten Wochen hin (bald kann man ja wieder lüften) noch sich leichtsinnig die Pest einzufangen? Oder warte ab, bis du geimpft bist.

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        1. Das Problem sind ja aber nicht die Schutzmaßnahmen sondern das Virus und jetzt noch die ansteckendere Mutante.
          Eigentlich verhalte ich mich so, wie es mir vernünftig erscheint und da gehört viiiiiel Abstand dazu. Ich hätte aber auch nicht gedacht, dass ich das so schnell verinnerlichen würde. Gut, aber in die andere Richtung gewöhnt man sich wahrscheinlich genauso schnell. Menschen sind unglaublich wandlungsfähig !

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  2. Das Problem hatte mein Sohn in seiner letzten studentischen WG, dass der Mitbewohner (und Hauptmieter) seine Nachhilfeschüler in die Wohnung einlud – natürlich mehrere täglich. Da ist es egal, ob die nacheinander kommen, es ist ein Unsicherheitsfaktor, den man sich in Räumen, die man mitbenutzt, nicht wünschen kann, auch wenn man sonst ein geselliger Mensch wäre. Selbst wenn man während des 1. Lockdown als junger Mensch keine so grosse Angst hinsichtlich der eigenen Gesundheit hatte, aber um das Weitergeben geht es doch immer.
    Ich hoffe, die „irische Lösung“ naht bei dir in Windeseile.

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    1. Die irische Lösung wird letztlich sicher greifen 🙂 Auch wenn ich den D gerne mag und wir irgendwann beide geimpft sein werden, male ich doch gerne immer wieder einmal auch allein. So wie das Impfen bei uns derzeit läuft, wird es aber fürchte ich noch eine Weile dauern bis sich ein entspanntes Miteinander wieder einstellen kann.

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      1. Wenn erst die systemrelevanten Berufe und die sehr Alten drankommen, steht für Menschen, die zwanzig Jahre und jünger sind als 85 sicherlich noch eine lange Wartezeit bevor.
        Rücksichtnahme zu üben, statt an die Impfung eine grössere Heilserwartung zu knüpfen als an die jährlich zu wiederholenden Grippeimpfungen gegen die sich jährlich wandelnen Influenza-Typen mit dem jeweiligen jüngstbekannten Typ muss weiterhin als wichtigstes „Verhütungsmittel“ gegen Coronainfektionen gelten.
        Eine mechanistische Denkweise im Umgang mit Medikamenten generell hat ihre Grenzen, wo Menschen nicht einsehen, dass ihr Handeln immer Teil des Problems bleiben wird.

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        1. Natürlich ist die Covid-Impfung kein Allheilmittel aber immerhin wird sie das Virus gleichberechtigt ins Pandämonium sämtlicher für Menschen gefährlichen Krankheitserreger stellen. Wie es derzeit aussieht, wird es wohl eine Impfung werden, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss. Aber wenn die Pandemie gebrochen wird durch Unterbrechung der Infektionsketten ist das ja schon was. Auch wenn aus der eigenen Wahrnehmung mehr oder weniger alle anderen zuerst drankommen 🙂
          Übrigens habe ich gehört, dass das Covid- und das Influenzavirus nicht verwandt sind und das die Covid-Mutabilität geringer ist. Gut, derzeit hat man nicht den Eindruck, dass das stimmt …
          Auf jeden Fall gebe ich dir völlig recht, dass man weder mit Medikamenten noch mit Impfungen wie mit Ersatzkabeln umgehen kann sondern immer eine Eigenverantwortung gefragt ist.

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          1. Da stimme ich zu, ich habe das auch so verstanden, dass es keine weitere Verbindung zwischen Covid-19 und Influenza gibt als die Annahme, dass es mit etwas Glück auf ähnliche Weise von der Katastrophe zur „normal-gefährlichen“ weil mit präventiven Massnahmen einschränkbaren Krankheit werden kann.

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  3. Oh, da habe ich schon unlogischeres Verhalten und größere Sinneswandel im Zusammenhang mit Corona-Angst erlebt. Mach Dir keine Sorgen und artikuliere Dein Bedürfnis, da ist nichts Verwerfliches dran. Bis der D nach Irland kann, dauert es angesichts der irischen Zustände bestimmt noch eine Weile, und bei Euch selbst ist es ja auch nach wie vor nicht lustig. Jede Vorsicht ist legitim und vernünftig.

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    1. Allerdings, sowohl die irischen als auch die österreichischen Zustände sind mäßig begeisternd. Obendrein werden die Impfstofflieferungen reduziert ….. Es wird mir schon was einfallen und wenn ich ein paar Wochen nicht ins Atelier komme, geht auch nicht die Welt unter.
      Danke für den Zuspruch!

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  4. Ich kann es dir nachfühlen. Es sind einfach schon zu viele Wochen und Monate in denen man ständig gefühlt nur mit diesem einen Thema konfrontiert ist. Ich werde auch immer ängstlicher, wenn ich meine Eltern besuche und frage mich woher dieser Wandel in den letzten Wochen herkommt. Bei mir ist es eher die Sorge, dass ich sie anstecken könnte. Ich drücke dir und uns allen die Daumen, dass wir uns mit diesen Gedanken bald nicht mehr so intensiv herumschlagen müssen.

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  5. Liebe Myriade,
    Die Kraft geht aus, das stimmt. Weil wir so gerne wünschen, weil es gut tut, wünschen wir dir und uns ganz viel Ausdauer weiterhin. ….. Obwohl wir auch schon kraftvoller im Wünschen waren, möge es dennoch helfen. ….. Wenn’s dir wichtig ist, würde ich doch mit D. sprechen. Das Problem ist halt, dass sich so eine Kluft zwischen den Menschen und ihren Corona-Ansichten gebildet hat, das Sprechen so schwierig macht.
    Ganz herzliche Grüße
    „Benita“

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      1. Wir merken, dass es gar nicht das Extrem braucht, dass sich Leute ein bisschen angegriffen fühlen weil ihre Sicht und ihr Umgang mit Corona ein marginal anderer ist, dass es wenig Möglichkeit der Empathie gibt und Akzeptanz anderer Zugänge. ….. Ist uns bei einer Freundin unlängst aufgefallen, dass es schwierig ist mit diesem Thema. Aber wir sind da auch wirklich sehr unflexibel. Stört uns wirklich an uns. …. Schön, dass du so zuversichtlich bist bzgl. D. 🙂 🤗

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          1. Machen wir auch so. R. aber, besagte Freundin schaut, was die anderen um sie herum machen und wenn die sich nicht daran halten, nimmt sie es auch nicht so ernst. Was uns verwundert hat, weil sie sonst nicht so angepasst ist. Kann aber sein, dass sie den Überblick verliert, weil sie die meiste Zeit in Brüssel lebt?! ….. Wobei Abstände in Öffis und Supermärkten kaum einzuhalten sind. Oder geht das bei dir? Aufs Beste hoffen ist das Wichtigste. 🙂👍

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              1. …. Gute Strategie! Wir schaffen das. Wir hoffen, dass diese Impfung tatsächlich bald was ändert und sobald es wärmer wird, wird’s auch wieder leichter. Im Park sitzen und lesen oder länger spazieren gehen. Darauf freuen wir uns schon. Oder auch die Parks mit Erwachsenen Turngeräten als schwacher Kieser Ersatz. ….. *träum* 😊

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