Sonntag, 27.Dezember 2020 – Körper und Geist

Sinn und Zweck der Meditation ist es, Körper und Geist im Jetzt zu synchronisieren. Der Körper ist logischerweise immer in der Gegenwart. Mit Hilfe der Konzentration auf den Atem übt man, auch den Geist in der Gegenwart zu halten. Also nicht über Vergangenes nachzudenken und auch nicht über Zukünftiges. Man macht keine Pläne und keine Bewertungen von Vergangenem. Einfach ist das nicht. Wenn es aber auch nur für Sekundenbruchteile gelingt, ist es ein so gutes Gefühl, dass es den Aufwand lohnt. Regelmäßige Übung bringt auch mehr Gelassenheit und Ruhe.

Auch das kontemplative Fotografieren, Miksang, funktioniert so. Wenn einen das Motiv anspringt, dann kann es einen kurzen Moment der direkten Wahrnehmung geben, einen Moment der direkten Verbindung zwischen Fotografierenden und Motiven. Es braucht dann keine Erklärungen, was denn das ist, ob es jemandem gefällt und warum und wieso.  Das Fotografieren ist eigentlich nur nebensächlich und dient nur dazu, den Eindruck mit anderen zu teilen. Das Wesentliche ist die direkte Wahrnehmung, diese Verbindung mit der Welt jenseits von Erklärungen und Bewertungen. Das ist das gleiche Glücksgefühl, das man zB bei Naturbetrachtungen hat, wenn man in die Bilder eintaucht ohne sie zu beschreiben und zu bewerten, einfach nur erlebt.

Ich nehme gerade an einer online-Veranstaltung teil: 5 Tage Meditation und Vorträge unter dem Titel „Insel des Jetzt im Strom der Zeit“. Allerdings nehme ich zu meinen Bedingungen teil: nur maximal eine Stunde Meditation pro Tag, mehr schaffe ich derzeit nicht. Die Stunde aber schaffe ich gut, schließlich habe ich jahrelange Erfahrung, nur in den letzten Jahren hatte ich damit aufgehört. In den Vorträgen geht es auch um Inhalte, die ich kenne, trotzdem sind sie inspirierend.

Begeistert bin ich nicht von dem online-setting. Prinzipiell, es hat natürlich auch seine Vorzüge. Wenn man ein Hintergrundbild installiert, kann man in jedem Outfit vor der Kamera sitzen, was vor allem Früh am Morgen deutliche Vorzüge hat.

5 Gedanken zu “Sonntag, 27.Dezember 2020 – Körper und Geist

      1. Das stimmt, aber meins ist nicht das Kyudo, sondern der Reiterbogen (zu Fuß und nicht vom Pferd aus geschossen) ohne japanisches Zeremoniell. Solang man sich bemüht, den Pfeil im Gold oder im 3D-Viecherl zu platzieren, gibt’s auch da nur Gegenwart! Und Fragen wie die, ob man mit dem Daumen oder drei Fingern ziehen und auf welcher Seite des Bogens der Pfeil liegen soll, können für eine Weile den Schmarrn verdrängen, mit dem wir uns sonst beschäftigen.

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