Freitag 27.November 2020 – Reisigsarten und Preisgestaltung

In den letzten Jahren haben wir Adventkränze und sonstige Weihnachts- und Winterdeko auf dem Adventbazar einer Waldorfschule gekauft. Dort gibt es immer sehr hübsche originelle Dinge aus den verschiedensten Materialien, aber es ist auch ein Riesengedränge, weil der Bazar nur an einem Wochenende abgehalten wird und das Haus nicht so groß ist. Nun, in diesem Jahr gibt es den Bazar nur online und es werden auch keine Adventkränze verkauft. Also musste ich mich anderweitig umschauen.

Zuerst ein Irrweg über ein Blumengeschäft, das in seiner Homepage sehr hübsche Adventkränze anbot, ziemlich teuer aber wirklich schön. Telefonisch konnte man sie bestellen nach den Fotos auf der homepage und sie wurden nachhause geliefert. So weit so gut. Das Ding, das ich dann geliefert bekam, hatte allerdings mit dem Foto wenig gemeinsam. Zwar war es ein Kranz aus verschiedenen Reisigarten gebunden, mit Kerzen und sonstigem Dekor und tatsächlich hatte man mir am Telefon gesagt, dass es so unerwartet viele Aufträge gebe, dass sie nur mehr ganz wenig Material zur Verfügung hätten. Ein reizendes Mädel kam zum Liefern, das mir versicherte, dass es nicht nur Lieferantin sondern auch Floristin sei. Zwar konnte ich an dem gelieferten Ding keine Spur von floristischem Talent erkennen, aber sie war so jung und nett, dass ich eine heftige Beisshemmung hatte und nicht nur die höchst berechtigte Kritik hinunterschluckte sondern auch anstandlos den geforderten Preis bezahlte und ihr obendrein noch ein üppiges Trinkgeld gab. Wofür eigentlich könnte ich nicht sagen. „Corazón de abuelita“ nennen die Spanier solche Verhaltensweisen.

Die Deko war gelinde gesagt mickrig und irgendwie auf den Kranz draufgeklebt. Keine Spur von irgendeiner Ästhetik. Es gab insgesamt 4 trockene Orangenscheiben, vier Herzen und vier Zimtstangen genau symetrisch auf dem Kranz verteilt und dazu vier Kerzen, die statt fröhlich Rot blutiges Bordauxrot waren. Eine Farbe, die ich überhaupt nicht leiden kann. Die sehr bescheidene Deko war obendrein festgeklebt, so dass ich sie richtig herunterreißen musste um sie ein bisschen umzugruppieren. Viel zu gruppieren war eh nicht vorhanden.

Das war Freitag am frühen Nachmittag. Etwas später fuhren wir zum Wocheneinkauf in den Supermarkt, wo es auch keine Kränze gab, die mir irgendwie gefallen hätten. Ziemlich angegrantelt beschloss ich dann noch einen Sprung auf den gegenüber liegenden Markt zu machen. Und siehe da: alles voller Adventkränze. Es gab auch die von mir sehr geschätzten Reisigkränze ohne irgendeine Deko und ohne Kerzen und auch eine Menge sehr verschieden dekorierter Exemplare in allen Farben und Größen und wesentlich billiger als im Blumengeschäft. Ich weiß selbst nicht, warum ich nicht an den Markt gedacht hatte.

Nun haben wir also drei Adventkränze, zwei schöne und einen teuren.

20 Gedanken zu “Freitag 27.November 2020 – Reisigsarten und Preisgestaltung

  1. Doof, doof.
    Nett hin oder her, ich hätte wahrscheinlich der netten jungen Frau gesagt, sorry, aber so geht es nicht. Die Betonung liegt auf wahrscheinlich.
    Nun aber wünsche ich dir einen friedlichen ersten Advent.
    Liebe Grüße
    Ulli

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  2. Einen schönen ersten Advent wünsche ich. (Mit den Kränzen war es dieses Jahr auch hier ein Kreuz. Vor zwei Wochen lagen Stapel vorm Geschäft, aber das war mir zu früh. Gestern gab es nur noch zwei sehr hässliche. Ich habe dann mit vorhandenem improvisiert.)

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  3. Liebe Myriade,
    Ich finde es ausgesprochen nett und ja lieb, dass du dem Mädchen kommentarlos den Kranz mit Trinkgeld abgenommen hast. Jeden Tag eine gute Tat. 🙂 Mir ist beim Lesen warm ums Herz geworden.
    Einen schönen 1. Advent mit allen Kränzen von Susanne

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  4. Wir haben auch fleißig gebastelt für den Basar der Waldorfschule. Der findet dieses Jahr über mehrere Tage gestreckt in der Aula statt. Die Möglichkeit besteht, da es sich um eine der größten Schulen in Deutschland handelt und entsprechend Platz da ist. Zu Essen gibt es nichts. Künstlerische Vorträge und Spiele für die Kinder sucht man auch vergebens. Trotzdem besser als nichts.

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