Freitag 20.November 2020

Der Hermann Schmidt Verlag schickt einen Newsletter mit dem Hinweis auf ein Buch mit dem Titel  „Erfolgreiches eigenes Atelier“. Lustiger Zufall. Auf „erfolgreich“ in dem hier genannten Sinn lege ich ja keinen Wert, erfolgreich für meine Vorstellungen soll es aber schon werden. Es soll mich zum regelmäßigen Malen motivieren, dazu meine derzeitigen Themen „Brücke“  und „Abstrahierung“ endlich auch anders als im Kopf anzugehen.

Der D hat bei der Vertragsunterzeichnung die gesamte Kaution bezahlt, in bar. Eine seltsame, irgendwie anachronistische Vorgangsweise. Und jetzt warte ich darauf, dass er mir seine Kontonummer mitteilt, damit ich meinen Anteil überweisen kann, denn wir sehen einander derzeit ja nicht. Aber nix, keine Kontonummer. Manchmal können auch großzügige Menschen leise nerven!

Andere nerven lauter. Es gibt da die alte Geschichte vom buddhistischen Meister, der gefragt wird, warum er bloß mit jemandem befreundet ist, der ein extrem unangenehmer, unhöflicher, unverläßlicher Mensch ist und in allem und jedem andere Standpunkte auf äußerst rechthaberische Weise vertritt. Und der Meister erklärt, dass dies sein wichtigster und  liebster Freund sei, weil er an ihm und seinen Verhaltensweisen Gelassenheit und Loslassen üben kann. Ich übe auch. Wenn auch vielleicht nicht mit so viel Erfolg wie der besagte Meister. Andererseits ist ja der Erfolg seiner Bemühungen nicht überliefert, was vielleicht seine Gründe hat.

Es nervt mich außerdem, dass mir zu meinem grünen Foto in der „impulswerkstatt“ so gar nichts einfällt, abgesehen von zwei möglichen Fantasygeschichten zu denen ich aber keine Lust habe. Eine dritte Idee hatte ich gestern, sie nimmt aber auch noch keine konkreten Formen an. Dabei habe ich gestern Unkraut gejätet und Pflanzen aus dem Wasser in die Erde befördert. Gärtnerisches wirkt oft sehr inspirierend. Diesmal nicht. Es gibt ja eigentlich viele Ansatzpunkte: das Grün, die Ähre, der Stacheldraht, die Verbindung von Stacheldraht und Ähre, Krieg und Frieden, Durchhaltevermögen, Behinderungen, Freiheit und und und aber nichts will sich zu einem Text formen.

 

 

12 Gedanken zu “Freitag 20.November 2020

  1. Guten Tag

    Mein eigenes Unkraut
    im Garten der Seele
    zu jäten
    damit frische Luft
    zwischen die Gräser kommt

    ich lasse davon nicht los
    es ist meine Lieblingsbeschäftigung
    auch wenn es nicht ertragreich ist
    mir, den andern nichts bringt

    Herzliche Grüße
    Hans Gamma

    Gefällt 5 Personen

    1. Ich finde es schön zu erfahren, dass auch die buddhistischen Meister noch an ihrer Gelassenheit arbeiten müssen. Wobei Gelassenheit ja nicht heißt, dass man mit allem und jedem einverstanden sein muss.
      Ja womöglich hat der D wirklich bewusst die Kaution für alle drei bezahlt. Möglich ist das, er ist ein sehr großzügiger Mensch. In diesem Fall werden die A und ich irgendwas anderes zahlen. Ich denke, wir werden gut miteinander auskommen. Ein schönes Wochenende wünsche ich dir

      Gefällt 4 Personen

  2. Ich denke auch weiter über beide Bilder nach. Vielleicht ist es die vielzahl der Assoziationen, die mich entschlusslos macht. aber es kommt schon noch. Wir haben noch 10 TageZeit.
    Was die Gelassenheit anbetrifft: es geht ja wohl vor allem darum, zu lernen, eine andere Meinung anzuhören, ohne emtional zu investieren – weder positiv noch negativ. Da bin ich leider noch Klippschüler.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das Zuhören ist immer ein wichtiger Punkt. Die Gelassenheit geht noch darüber hinaus: das Ziel ist es, einen Moment innezuhalten bevor man emotional reagiert. Einfach ist das nicht, aber es bringt auch eine Seite der Freiheit, nämlich die nicht immer gleich und automatisch und auf dieselbe Weise wie immer schon reagieren zu müssen. Wer emotional reagiert, ist nicht frei auch anders zu reagieren.
      Ich weiß nicht, ob ich das verständlich erklären kann.
      Ich freu mich auf deinen Impulswerkstattbeitrag !

      Gefällt 1 Person

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