Mittwoch 4. November 2020 – Terror, Wahlen und Kunst

Ich starre gebannt abwechselnd auf den derzeitigen Stand der Wahlergebnisse in den USA und die Berichterstattung über den Terroranschlag am Montag in der Wiener Innenstadt. Gäbe es keine Berichterstattung wäre heute einfach ein eher düsterer Herbsttag ohne besondere Vorkommnisse. Natürlich könnte ich mich einfach ausklinken aus dem Internet im allgemeinen und aus dieser Berichterstattung im besonderen. In vielen Fällen wäre das wahrscheinlich klug, heute aber nicht, denn diese beiden Themen, Islamistischer Terror und US-Regierung, haben ganz direkten Einfluss auf mein Leben und auf die menschliche Gesellschaft im allgemeinen und da hilft es nicht, einfach nicht hinzusehen.

Zusehends heftiger gehen mir die Art „Kunstdiskussionen“ auf die Nerven bei denen zB jemand eine Stunde lang erörtert, warum er zwei blaue Striche parallel gezogen hat. Ich bin ohnehin ein Kopfmensch und wenn ich Kunst auch noch intellektuell analysieren soll, dann vergeht mir die Freude daran. Meine Vorstellung ist es, den Weg aus dem Inneren über die Hand auf die Leinwand zu finden. Daraus entstehen im Idealfall Ansichten der Innenwelt, die vielleicht auch bei anderen Resonanz auslösen können oder auch nicht. Es gibt viele verschiedene Zugänge zur Kunst, die nicht unbedingt kompatibel und mehr oder weniger gefällig sind. Auch viele allgemein anerkannte Künstler gibt es, die miteinander nicht viel anfangen könnten.

17 Gedanken zu “Mittwoch 4. November 2020 – Terror, Wahlen und Kunst

  1. Deinen Gedanken zu Kunst und „Kunstdiskussionen“ würde ich mehr als ein GefälltmirSternchen geben, wenn das möglich wäre.

    Und auch Deine Reflexion zum Nichthinsehen kann ich sehr gut nachvollziehen: Einfach nicht hinzusehen, das hilft vielleicht manchmal, um in einer Dauerstressbelastung Entlastung zu bekommen. Die psychische Angespanntheit führt ja auch zu körperlicher Belastung, da kann eine „Pause“ durchaus hilfreich sein, um die Anspannung etwas herunterzufahren. Aber momentan dürfte das schwer möglich sein, denke ich mir. Wenn man von etwas so direkt beeinflusst wird, wie Du nun in Wien, dann ist „Wegschauen“ wohl keine Option…

    Gefällt 7 Personen

  2. Liebe Myriade,
    Uns geht’s ebenso. Terror und US-Wahl irgendwie hängt es zusammen und es hält uns am Bildschirm fest. …… Das Reflektieren von Innenzuständen, die nicht damit zu tun haben, wird zum Luxus. Das hat Auswirkungen auf offene Mail-Antworten und halb geschriebene Blog Beiträge. 😉

    Zu US-Wahl und was es mit Europa zu tun hat haben wir heute einen ganz guten Blogbeitrag gelesen. Obwohl der Schreiber scheinbar nicht sehr an Austausch interessiert zu sein scheint, sind seine Beiträge immer wieder mal ganz erhellend.

    https://alfredwassermair.wordpress.com/2020/11/04/potus/

    Deine Kritik an Kunstdiskussionen lässt uns lächeln. Wir können dem mitunter zustimmen. Vom Kunstverein geeicht wundern wir uns auch immer wieder über Eroffnungstexte zu Vernissagen, die für sich alleine sogar ganz interessant sein können, wir aber den Zusammenhang nicht erkennen und es sehr weit hergeholt erscheint.
    Herzliche Grüße
    „Benita“

    Gefällt 2 Personen

    1. Aha, der Alfred Wassermair ist offenbar ein Landsmann, der gute politische Beiträge schreibt. Danke für den Tipp !
      Viel los, wenig e-mails, wenig Blog, das ist eben so. Man kann ja nicht alles gleichzeitig machen 😉
      Die Diskussionen in eurem Kunstverein kann ich mir gut vorstellen. Ich habe da schon Sachen gesehen, die mir gut gefallen haben und andere, die nicht und manche, die ich mit Erklärung weniger verstanden habe als ohne 😉 Aber das ist eben so, zu manchen Werken hat man Zugang und zu anderen nicht und wenn nicht helfen meistens die Erklärungen gar nix …

      Gefällt 1 Person

  3. Was du zur Kunst schreibst, ist daß, was ich oft denke, aber nicht in Worte fassen konnte. Genau so, es spricht einen an und berührt einen – oder eben nicht. Fertig. Mir ist das ewige analysieren auch zu kopfgesteuert und das Berührende bleibt dabei unter Umständen auf der Strecke, daß, was es ausmacht. Deine Worte haben mir jedenfalls aus der Seele gesprochen.

    Gefällt 2 Personen

      1. Sie sprechen eben eine andere Sprache, darum gibt es sie. Warum muß man sie dann wieder auf der anderen sprachlichen Ebene zer-labern? Man kann ja drüber sprechen, aber man muß es nicht analysieren, als wären es wissenschaftliche Objekte.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s