Donnerstag 22.10.2020 – Callcenter und Machos

Jetzt habe ich endlich verstanden, wie man ein Callcenter benützt. Also als Basis ruft man zunächst mehrere Male an, sodass man die Informationen von drei bis vier Mitarbeitern vor sich hat. Selbstverständlich widersprechen sich die Auskünfte in wesentlichen Punkten. Man mixt also sowas wie einen Durchschnittswert und geht danach vor. Das kann natürlich auch voll ins Aug´ gehen, wie man in Wien sagt. Alternativ kann man auch auf Mehrheiten zurückgreifen: wenn 4 von 5 Mitarbeitern versichern, dass man eine bestimmtes Dokument vorweisen muss, macht es die Sache wahrscheinlicher als wenn es ein Meinungsverhältnis von 3:2 gibt. Absolute Gewissheiten gibt es aber nicht, wie halt auch sonst im Leben.

„Zuhausebleiben ist etwas für Schwächlinge“ sagt Bolsonaro, „Im Krieg sterben nur Loser“ sagt Präsident Trump. Macho-Getue ist im Vormarsch, Fanatismus jeglicher Richtungen ebenfalls. Ich überlege ernsthaft meinen Konsum von Politik zu beschränken, schaffe es aber vermutlich ohnehin nicht.

30 Gedanken zu “Donnerstag 22.10.2020 – Callcenter und Machos

  1. Guten Tag

    Der Rückzug
    kommt sowieso —

    Werbung für die eigene Sache…
    oder, im Dienste eines anderen

    der nicht selbst gewählten
    Aufforderung zu einer Kontaktnahme
    der Herrschaft der Mehrheit
    in der Politik

    der Menschenverachtung
    keinen Einlass
    gewähren

    es gibt auch so
    nicht dass man
    unfehlbar ist und wird
    jeden Tag
    genug zu tun

    herzliche Grüße
    Hans

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      1. Haben gestern in der TVthek eine Diskussion über Nachrichten Nutzung vor allem der jungen Generation gesehen (digital über Facebook etc. vs. „Qualitätsmedien“, d.h. übliche Medien – TV und Zeitungen). Es kam ein Experte zu Wort, der als Selbstversuch Nachrichten-Fasten betrieben hatte. Oje, unser Gedächtnis, ich glaube vier Wochen, und genau darüber berichtet hatte, wie er begann die Welt positiver zu sehen! ….. Wir sind auch schlecht geeignet für Nachrichten-Fasten, aber sind schon am einschränken. Z.B. ersparen wir uns die ganzen Dokus über Trump anzusehen, obwohl uns die US-Wahl sehr interessiert, aber uns wird übel, ihn und sein Auftreten zu sehen, es ist unerträglich. Und da gibt’s auch hierzulande Personen deren Auftritt wir uns ersparen zu verfolgen. 🙂

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  2. Mich dauerhaft von der Politik abklemmen mag ich nicht, aber phasenweise „fasten“, wie Ulli es beschreibt, tut meiner Gesundheit wohl. Und die knappe, sorgfältige Auswahl der Quellen.
    Callcenterbesuche gehen bei mir nur mit griffbereitem Lesestoff: dann bin ich manchmal sauer, dass die so schnell reagieren, weil mein Buch gerade so spannend ist. Zeit ist ja sowas von relativ – und manipulierbar 🙃

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      1. Fasten gelingt mir auch nur dann, wenn ich ein primäres Bedürfnis habe, etwas für eine Weile aus meinem Leben zu entfernen. Extrinsische Motivationen wie „du solltest…“ oder „du müsstest mal wieder…“ funktionieren bei mir auch nicht.

        Gefällt 2 Personen

  3. Deine Callcentererfahrungen kann jeder mit grimmigem Grinsen betätigen und wenn der Elektriker meiner Wahl auch meint, einem Callcenter Anrufe der Kunden während seiner Abwesenheit übergeben zu müssen, dann sehe ich duster. Wie vor einigen Jahren geschehen. Es gab ihn dann bald nicht mehr. ..

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