la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Sonntag 18. Oktober 2020

25 Kommentare

Langsam richte ich mich ein, im neuen Leben und beginne mich zu fragen, wie und wann ich denn eigentlich einen eher anstrengenden Vollzeitjob in meinem Leben untergebracht habe. Die vergangene Woche etwa war in vielerlei Hinsicht turbulent und wenn ich zusätzlich zu dem, was ich gemacht habe an vier oder fünf Tagen Vormittags und Nachmittags hätte unterrichten müssen und das mit den vielen Corona-Maßnahmen im Nacken hätte ich – glaube ich – nicht alles geschafft. Gut, ich hätte schon im Vorfeld alles anders organisiert und einiges, was ich erledigt habe wahrscheinlich vor mir hergeschoben. Trotzdem finde ich es recht erstaunlich, wie schnell so eine totale Veränderung des Lebens vor sich gehen kann.

Ich habe immer noch nicht wirklich losgelassen. Nach wie vor lese ich die internen Schulmails – wenn auch nicht mehr jeden Tag – und informiere mich auf diese Art darüber, was so vor sich geht. Am kommenden Freitag bin ich mit zwei Kolleginnen verabredet, die mir das neue Schulgebäude zeigen werden.

Toni Morrison: „Beloved“ Die deutsche Übersetzung des Titels ist „Menschenkind“. Der Roman gewann den Pulitzer-Preis 1988 und ist fantastisch gut geschrieben. Es fällt mir nur schwer in die beschriebene Welt hinein zu finden, in der das Übernatürliche in Form von Geistern und wiedergeborenen Toten als selbstverständlicher Teil des Lebens genommen wird. Beeindruckend finde ich auch wie die Protagonisten mit Schicksalsschlägen umgehen, an denen es in ihrem Leben wirklich nicht mangelt.

Bei dieser Gelegenheit habe ich erfahren, dass es „slave narratives“ und „neo-slave narratives“ als Literaturgattung gibt.

Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Umstände im 19 Jhd. der USA mussten slave narratives anders wiedergegeben werden, als es heutzutage möglich ist. Damals konnte man die Sklavenhändler, Sklavenhalter, etc. nicht als schlechte Menschen darstellen, da die slave narratives für ein weißes Publikum geschrieben wurden. Folglich kritisieren slave narratives eher das System hinter dem Sklavenhandel; die Dehumanisierung war eine Folge des Systems.

Während ein slave narrative also eher beschreibend und sachlich dargestellt ist, unterscheidet es sich von einer neo-slave narrative insofern, als dass dort die traumatischen Erlebnisse und ihre Folgen sowie das Verhalten der Sklavenhalter in ihrer gesamten Bandbreite und Brutalität dargestellt werden konnte.

Slave narratives sind auf Grund der autobiographischen Schreibweise in der Ich-Perspektive geschrieben und somit auf die Sichtweise dieser Person beschränkt, während neo slave narratives die Freiheit haben, auch in der 3. Person geschrieben werden zu können und somit nicht auf eine Sichtweise beschränkt sein müssen, somit auch deutlich objektiver sind. WIKIPEDIA

25 Kommentare zu “Sonntag 18. Oktober 2020

  1. Die ersten beiden Abschnitte im Blogartikel unterschreibe ich restlos! Es hat ca. zwei Jahre gedaudert, bis ich mich aus dem Schraubstock der Zuständigkeiten befreit hatte. Natürlich mach ich so Manches noch freiwillig, z.B. nach früheren Schülern suchen im Netz und oft staunen, was aus ihnen geworden ist. Weniger gern alpträumern, dass ich bestimmte Klassenräume nicht finde, oder von schrecklichen Chefs attackiert werde oder…lassen wir das.
    Gruß von Sonja

    Gefällt 2 Personen

  2. Hm….das ist natürlich eine tiefgreifende Veränderung. Aber doch eine, nach der viele sich sehnen. Ich denke allerdings, mir ginge es wie Dir, denn so viele Dinge, die ich jetzt nicht tue, oder nicht so ausufernd tue, wie ich sie gerne tun würde, würden meine nicht-arbeitetenden Alltag vollständig füllen. Vermutlich eine Mentalitätsfrage, dass man Stillstand nicht anstrebt?
    Loslassen ist natürlich nie einfach, aber ich denke nie mussten so viele Menschen das in so kurzer Zeit lernen, wie im Augenblick.
    Ich wünsche Dir, dass Du Dich wohl fühlst im neuen Dasein!

    Gefällt 3 Personen

  3. Ganz sicher wirst du dich nicht mopsen (grins!) in deinem neuen Leben. Das scheint mir klar.
    Solange du dich regelmäßig mit noch-aktiven Kolleginnen triffst, wird ein Band zum Beruf bleiben, du bist den Dingen, mit denen sie täglich zu kämpfen haben, noch so nah, und sie halten es mit ihren Geschichten frisch und elastisch.

    Gefällt 1 Person

  4. Bis man in den Ruhestand hineingewachsen ist, dauert es. Bei mir dauerte es lange und ich füllte und füllte meine Zeit… 🙂

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