la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Ererbte Genialität – ABC-Etüden

30 Kommentare

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Judith von „mutiger leben“

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

„Mopsen“ ist ein Wort, das in meinem aktiven Wortschatz nicht vorkommt, dessen Bedeutung ich vorsichtshalber nachgeschaut habe, aber vielleicht gerade deswegen, war die Idee gleich da.

Ich schmeichle mir damit, dass Moritz meine Freude an der Sprache geerbt hat. Wobei Freude an der Sprache – ganz unter uns – eine bescheidene Umschreibung für Begabung ist. Schon als ganz kleiner Schmutzfink in der Sandkiste machte es ihm viel Spaß neue Wörter zu erfinden. Vom „Schaufelplatsch“, der den Sand in sein Gesicht und in das seiner Freunde beförderte bis zum „Naßstiefeln“, das seinen Weg in Gummistiefeln durch alle verfügbaren Pfützen beschrieb. Als stolze Mutter sah ich ihn schon fabelhafte, neue Wörter schaffen, die direkt Eingang in den Duden finden würden. Aber vorläufig  übte er noch. Zum Beispiel an Hundevokabeln.  Wenn er mit unserem Hund gespielt hatte, erzählte er, er habe „gemopst“ oder „gegassit“.

Doch – wie man schon im alten China wusste – soll man nicht übermütig werden und die Götter nicht mit Hochmut verärgern.

Eines Tages besuchte uns Tante Hedi eine freundliche aber sehr steife Dame der alten Schule. Selbstverständlich brachte sie ein Gastgeschenk mit. Tante Hedi hatte für alles im Leben, so auch für Gastgeschenke, ganz klare Vorstellungen darüber, was angemessen und korrekt ist. Für Haushalte mit Kindern brachte sie immer Tiere mit. Für ganz kleine Kinder waren es Stofftiere, für etwas größere dann lebendige.

Tante Hedi saß am Esstisch, vor ihr stand ein Vogelkäfig mit einem prächtigen Sittich in leuchtenden Farben. Ich hatte mich schon überschwänglich bedankt, aber es stand natürlich noch der Dank des kleinen Moritz aus. Mein Sohn war im Garten und spielte mit dem Hund. Ich hätte das Unglück ja kommen sehen können, schließlich kannte ich Moritz.

Der Kleine stürmte herein, sah den Vogelkäfig samt Bewohner und rief begeistert:“ Gerade habe ich  gemopst und jetzt kann ich vögeln“

Meine Erklärungen verhallten ungehört. Tante Hedi war so empört über unsere kläglichen Erziehungsleistungen, dass sie samt Vogel fluchtartig unser in jeder Hinsicht verkommenes Haus verließ.

300 Wörter           

30 Kommentare zu “Ererbte Genialität – ABC-Etüden

  1. 😂 Gut dass ich mich jetzt vor lauter Lachen nicht verpieselt habe.

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  2. Schmunzel 🎵🎶🎵🎶🎵🐦

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  3. Fast am meisten amüsiert mich ja der Stolz deines Protagonisten-Ichs auf den Sprössling, Stichwort: ererbte Genialität 😁🤔
    Jeder kennt solche Tanten, oder? 😉
    Mittagssonntagsgruß 😁⛅👍

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  4. Hahahahahahahaha…… Hihihihihi…..köstlich!🤣

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  5. Kreativer Umgang mit Sprache wird anscheinend früh vermittelt. Eine herrliche Geschichte. Früh übt sich …
    In meiner Zeit auf der Suche nach „dem Richtigen“ mancher Kandidat beim Familientisch nicht an den Tischmanieren, aber an der Wortspielhürde scheiterte, das war auch nicht besser.

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  6. 🙂 jaja, solche Tanten sieht man ganz gerne von hinten… schön wäre es gewesen, wenn sie jetzt auch noch einen Mops gehabt hätte… 🙂

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  7. Liebe Myriade,
    danke dir.
    Die Entrüstung von Tante Hedi schwappte gerade über meinen Schreibtisch – ich hab jetzt einfach die Bürotüre geöffnet … grins
    Solche „Leistungen“ von Kindern sind immer wieder ein Grund zur Freude und zumeist erinnern wir uns daran lebenslang.
    Hab es fein.
    Herzlich
    Judith

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  8. 🤣 Ich lach mich kringelig. Toll geschrieben, niedlich und sehr lustig.

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  9. Lach! Kein Ende in Sicht, die Luft wird knapp! Herrliche Tränen …

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  10. Klasse!!! Lach!!! Ja ja, das ist so eine Sache mit Möpsen und Vögeln… 🙂

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  11. Das typische Beispiel, was wir Erwachsenen „Fettnäpfchen“ nennen.

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  12. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 45.46.20 | Wortspende von Kain Schreiber | Irgendwas ist immer

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