55. Station der Literatur- und Kunstweltreise – México

Karte aus Wikipedia

Hier findet sich meine im Jänner 2017 begonnene Literatur- und Kunstweltreise

Wir sind in den letzten zwei Wochen ein bissl herumgefahren und haben uns abgesehen von zwei Steinzeitdörfern mit dazugehörigen Museen und einer reichlich kuriosen Habsburger-Gedenkstätte auch eine kleine Maya-Ausstellung angesehen. Pikant war, dass die Mayaaustellung gleich neben dem Nitsch-Museum zu finden war. Blut zu Blut gewissermaßen.

Es war eine kleine Ausstellung. Klein von der Anzahl der real gezeigten Objekte, aber es gab sehr viel an diversem filmischen Material zu sehen.Zu dem Zeitpunkt als ich zum ersten Mal von den Mayas hörte, was Jahrzehnte her ist, war die Schrift bzw die Schriften noch nicht entziffert, was der Kultur einen recht mysteriösen Anstrich gab. Inzwischen kann man die Schriften weitestgehend lesen und hat dabei entdeckt, dass bei den Mayas ebenso wie bei anderen Völkern wie den Assyrern oder den Ägyptern die Schrift zuerst sehr praktischen Zwecken diente.

Man steht ehrfürchtig vor Steinstelen, Keilschriftzylindern, Papyri und überlegt, was für kosmische Weisheiten da wohl zu lesen sind. Tatsächlich stehen da Informationen wie „X verkaufte Y soundsoviel Land um den und den Preis“ „es wurde soundsoviel Weizen am soundsovielten auf das Schiff X geladen und nach Y verschifft“ „König A, der Sohn von König B, regierte von … bis. Glorreich besiegte er die …. “

Spirituelles findet man eher in gezeichneter Form, was das Verständnis nicht einfacher macht. Vor allem die realistischen Darstellungen der extrem blutigen Opfer ist gewöhnungsbedürftig.

Faszinierend die Mathematik der Maya, die die Null kannten und damit sehr exakte astronomische Berechnungen durchführten. Wenn man dagegen an die Römer denkt mit ihren langen Strich-Buchstaben Zahlen! Einigen Ärger und ein paar skurrile Episoden hat verursacht, dass das Ende eines Kalenderzyklus der Maya auf das Jahr 2012 fiel und die Esoteriker mit dem Ende der Welt rechneten. Das waren wahrscheinlich die gleichen, die heute Donald T als den Retter der Welt feiern. Das aber nur am Rande.

Weitgehend unbekannt ist auch der Grund für den teilweisen Niedergang der Kultur im 9. Jahrhundert, der zum Verlassen großer Stadtstaaten und damit zum Rückgang der Gesamtbevölkerung führte. Dazu gibt es zwei Erklärungsansätze: einen ökologischen: Dürren, Überbevölkerung, Auslaugen der Böden und einen politischen: Kriege, Invasionen etc. Derzeit wird der ökologische Erklärungsansatz favorisiert.

Interessant fand ich auch, dass sich in letzter Zeit die Vorstellung von einer Mayastadt verändert hat: die imposanten Steinbauten, die man schon lange kennt, waren nur das Zentrum der Stadtstaaten. Die zahlreichen restlichen Bauten gruppierten sich um das Zentrum und waren aus Holz.

Die Ausstellung beschäftigte sich auch mit dem Alltagsleben der Maya; dem Alltagsleben der historischen Völker und jenem der heutigen Nachkommen. Daher gab es auch Stoffe zu sehen.

Nachdem die heutige Maya-Bevölkerung zu einem Teil auf dem Staatsgebiet von México lebt, ist dies meine mexikanische Reisestation. Demnächst mache ich mich auf den Weg in die Südsee.

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