la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Donnerstag 27. August 2020

16 Kommentare

Ein Moment des Triumphes ist es, wenn es mir gelingt, bevor ich eine Hose in die Waschmaschie befördere, ein Papiertaschentuch herauszufischen. Das Nichtstattfindenmüssen vom Pflücken der Fussel von sämtlichen Kleidungsstücken aus der Maschine ist ein wunderbares Gefühl. Und wie viel Zeit es doch spart, nicht 20045 kleine weiße Fussel von allen möglichen Textilstrukturen zu ernten.

Weniger triumphal ist es, dass das geplante Schulbeginnsfest nicht stattfinden wird. Zu viele Menschen auf einem Fleck. Während dieses Festes war die Besichtigung des renovierten Schulgebäudes und die Verabschiedung jener, die in diesem Schuljahr in Pension gehen geplant. Ich dachte immer, dass mir an solchen Festlichkeiten nichts liegt, aber womöglich habe ich mich da geirrt, denn es tut mir richtig leid.

Nächste Woche oder sogar schon morgen soll ein „Corona-Ampel-System“ mit vier Farben vorgestellt und eingeführt werden. Grün – Gelb – Orange – Rot. Es gibt Regionen, in denen diese Ampel auf grün steht, nicht so in Wien. Mindestens gelb wird es werden und das heißt, dass in Schulen in den Gängen Masken getragen werden müssen. Diesbezüglich bin ich sehr froh, nicht mehr dabei zu sein. Was „orange“ für Konsequenzen hat, hat sich noch nicht bis zu mir herumgesprochen.

Dreimal in dieser Woche habe ich Oktopus gegessen, an verschiedenen Orten, in verschiedener Zubereitung, in verschiedener Gesellschaft. Und immer denke ich, dass man diese hochintelligenten Tiere nicht essen sollte. Zu ihrem Unglück schmecken sie aber nun mal sehr gut.

Ach, ich bin derzeit insgesamt nicht annähernd so ruhig und ausgeglichen wie es vielleicht wirken mag.

16 Kommentare zu “Donnerstag 27. August 2020

  1. Schade um das Schulbeginnsfest, aber es ist wohl wirklich vernünftiger, es ausfallen zu lassen.

    Jedes Mal, wenn ich die Viehlaster aus dem Miesbacher Land um die Ecke in Richtung Schlachthof fahren sehe, möchte ich nie wieder Fleisch essen, und dennoch… Nun gut, ich esse nur noch sonntags Fleisch, vielleicht gelingt es mir irgendwann, es ganz aufzugeben.

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  2. Aber sie fusseln doch gar nicht mehr! Ich vergesse immer Papiertaschentücher aus den Hosentaschen zu nehmen und klaube dann einfach einen zusammengeklumten aufgeweichten Haufen dünnes Papier aus der Wäsche – und ich nehme NoNameprodukte.

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    • Manchmal ist das so, dann denke ich, dass das leidige Thema endlich beendet ist, aber dann tauchen doch manchmal wieder ein paar Exemplare auf, die in hunderte Stücke zerfallen….

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  3. Wärest auch du bei dieser Schulfeier verabschiedet worden?

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    • Das habe ich mich auch gefragt.

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    • Das ist der Punkt, auf den du zielsicher den Finger legst ! So ist es. Zuerst wollte ich mich vor der Veranstaltung sogar drücken, jetzt tut es mir leid, dass sie nicht stattfindet…

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      • Wir Menschen sind schon sehr komplizierte Wesen. Ich erkenne mich in deiner Bandbreite hier gut wieder 🙂

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        • Es ist ja beruhigend, dass mein völlig irrationaler Zugang zu dem Thema mehr auf die Situation als auf mein kompliziertes Innenleben zurückzuführen ist 😉

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          • 💖 liebe Myriade,
            Wir denken, dass so ein Pensionsantritt viel mehr mit einer/m macht, als man sich das zuvor vorstellen kann. Das lässt sich auch nur bedingt vorbereiten. Bislang war alles wie jedes Jahr (wir meinen die Sommerferien und lassen das Frühjahr einmal aus). Jetzt beginnt die Änderung und der Neubeginn. Da tut ein Ritual wie eine Verabschiedung einfach gut, sich in der neuen Lebensphase wiederzufinden bzw. mit dem nun vergangenen endgültig abzuschließen.
            Vielleicht geht’s eine private Verabschiedung zu machen mit Kolleg*innen, die dir nahe stehen? …. Vielleicht hilft das ruhiger zu werden?
            Ganz herzliche Grüße 💚🤗🍀🌺
            „Benita“

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            • Danke für die Empathie ❤ <3. Ja, die Sache hat mehr Tiefen und Untiefen als ich bis vor kurzem gedacht hätte. Du hast recht so eine Verabschiedung ist eine Art Übergangsritual, dessen Weglassen etwas verunsichert. Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Ich habe meinen Fachkollegen ohnehin eine Einladung im Herbst angekündigt. Die Frage ist nur der richtige Moment. Womöglich wird man in den Schulen Masken tragen müssen und das ist dann doch kein Klima für Festivitäten. Ich bin ja auf der anderen Seite sehr froh, diesen krummen Schulbeginn nicht mitmachen zu müssen. Es hat eben alles mehrere Seiten. Wie der F so schön sagte: zu 95% habe ich Glück genau zu diesem Zeitpunkt in Pension zu gehen und 5% sind dann halt Pech wie der Wegfall der Verabschiedung.
              Ganz liebe Grüße Richtung Badestadt

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              • Danke dir 😊
                Hm, wir wissen nicht, ob das ein falscher Zeitpunkt für Festivitäten ist? Klar ganz entspannt ist es evtl. nicht mit dem Hintergrund. Allerdings kommt’s halt auf die Organisation an, wo und wie so etwas abläuft.
                Uns fällt das Theater im Park ein, das Michael Niavarani organisierte. …… Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt? Es ist ja auch gut der Schwere etwas entgegen zu setzen? Aber es muss sich für dich eben auch gut und richtig anfühlen. Da sind wir ja überzeugt, dass du da den passenden Zeitpunkt findest. ….. Ganz liebe Grüße retour noch aus dem Süden 😉 ein bisschen südlich halt.

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  4. Zum ersten kann ich das mit den Papierfusselchen voll und ganz nachvollziehen! 😅 Es nervt richtig, wenn man die aus der Hosentasche klauben muss!

    Zum zweiten verstehe ich auch, dass der Ausfall solcher Veranstaltungen schwerer im Magen liegen kann als man glaubt. Ich habe gelesen, dass wir in dieser Lockdown-Zeit Trauergefühle haben. Die gleiche Art wie wenn wir etwas oder jemanden verlieren. Wir vermissen. Kollegen, Schulfeste, oder einfach sich unter Menschen sicher zu fühlen. Es ist normal, sich unter solchen Unständen unausgeglichen zu fühlen. Es kann aber auch etwas Gutes dabei heraus kommen, wenn du bestimmte Dinge nach dem Lockdown mehr wertschätzen kannst. Und diese Gelegenheiten werden wiederkommen. 🙂
    Viel Kraft und liebe Grüße,
    Nadine

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  5. Pingback: Woche 35: Unwissen schafft Freizeit | Alltägliches + Ausgedachtes

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