Oh Melania, geht`s noch tiefer ?

An Peinlichkeit und Verlogenheit kaum zu übertreffen: die Werberede von Melania Trump für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald T. Ein klassisches Beispiel für Mitläufertum und Gier. Noch dazu fand dieser unqualifizierbare Auftritt im Weißen Haus statt, das von Donald T als sein Privatbesitz betrachtet wird. Man hält es kaum für möglich, dass diese Frau nicht laut lachen oder weinen muss, wenn sie von der kompetenten, mitfühlenden Amtsführung ihres Mannes spricht. Dass ihr das Lachen vergangen ist, kann ich ja nachvollziehen. Schlimm ist aber, dass mit dem Lachen auch der Anstand und die Selbstbestimmung verdorrt sind. Denn, dass sie glaubt, was sie da sagt, kann man wohl ausschließen. Ebenso wie man ausschließen kann, dass ihr diese Rede nicht massiv vergoldet wurde. Am besten hat mir gefallen, dass sie den lieben Donald als völlig ehrlichen und authentischen Menschen bezeichnet hat, der diesbezüglich anders sei als die sonstige Politikerkaste. Zum Kotzen!

Wenn dann – hoffentlich in ein paar Monaten und nicht erst in vier Jahren – diese albtraumartige Präsidentschaft beendet sein wird, kann man fast sicher sein, dass ein Abrechnungsbuch von Melania an Donald herauskommen wird. Es schweben mir da mögliche Titel vor wie „Meine Hölle im Weißen Haus“, „Der Teufel an meiner Seite“ etc. Selbstverständlich ist auch Melania T ein völlig ehrlicher, authentischer Mensch. Vorausschauende Ghostwriter haben vielleicht schon ein paar hundert Seiten im Angebot.

37 Gedanken zu “Oh Melania, geht`s noch tiefer ?

  1. Nun, wer weiß was ihr der werte Präsident dafür angeboten hat und seinen Familienmitgliedern …. dürften ja ziemlich materialistisch eingestellt sein sein und wenn der Donald diese Wahl mit Pauken und Trompeten verliert, dann steht ja die ganze Familie (ausgenommen die, die gras ihr Buch veröffentlicht hat und viel ausgeplaudert hat über die Familie) ziemlich blöd da.

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  2. Trump unterstützt zu viele Lobbyisten, die ihn mit Sicherheit wieder wählen werden.
    Dann ist ja wohl das Wahlsystem in Amerika auch – zumindest für mich – ziemlich undurchschaubar … wir sollten uns schon mal auf weitere vier Jahre einstellen.
    Es ist doch irgendwie leichter, sich über eine unerwartete positive Entwicklung zu freuen, als zu hoffen und zu bangen und eine weitere Enttäuschung zu erleben… Erwarten wir das Schlimmste und freuen uns, wenn es nicht eintritt.
    Das bedeutet nun nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und ständig daran zu denken. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Dafür ist das Leben viel zu schön…

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  3. Sorry, aber mir tut sie schon lange nicht mehr leid. Als sie ihn geheiratet hat, wusste sie genau, was sie da tut – und vermutlich sind wir uns alle einig, dass er bloß Arm Candy bzw. ein Trophy Wife wollte und sie seinen Reichtum. Und wenn man sehenden Auges in eine solche Beziehung geht, dann verdient man das, was da kommt.
    Aber ihre Garderobe von gestern Abend – echter Ostblock-Chic in Olivgrün. Geld kann eben keinen Geschmack kaufen. Das sah man ja schon an der Weihnachtsdeko der vergangenen Jahre …

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          1. Dieses Wahlsystem, liebe Myriade, gabs schon vorher und gibt es weiterhin. eine Übersicht über die Fälle, wo der Präsident mit einer Minderheit der „popular vote“ (der overall Wählerstimmen) ins Amt kam: List_of_United_States_presidential_elections_in_which_the_winner_lost_the_popular_vote
            Die USA sind ein Föderaler Staat, kein Einheitsstaat, also hängt das Ergebnis nicht zuletzt von der Gewichtung der Staaten im Endergebnis ab.

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    1. „Ostblock-Chic“ soll offenbar auf Melania Trumps slowenische Herkunft anspielen. Finde ich ziemlich daneben. ehrlich gesagt. („Was haben wir im Westen doch für einen tollen Geschmack! Das kriegen die da drüben nicht hin, auch wenn sie Geld wie Heu haben. Guter Geschmack lässt sich eben nicht kaufen“. )

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      1. Nope, das soll es nicht. Die Bemerkung bezog sich auf die olivgrüne Bekleidung im Military-Stil, die eher an die alten Uniformen erinnert, die man früher getragen hat. Do etwas bei einem Parteitag zu tragen, wo gleichzeitig die Bevölkerung von Polizei und Geheimpolizei bekämpft wird, ist m. E. keine gute Idee. Wir wissen ja, dass sie oft kein gutes Händchen für die richtige Klamotte hat. Ich erinnere nur an die grüne Jacke mit der geschmacklosen Aufschrift, die sie beim Besuch der Grenze trug.

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  4. ich hab die Rede nicht gesehen-gehört, aber das Trump- und Melania-Bashing unter der Gürtellinie mag ich überhaupt nicht. Bist du bei anderen Rednern und Rednerinnen genauso kritisch? Im Handelsblatt, das ansonsten Trump mit allen Mitteln fertig machtt, las ich, ihre Rede sei empathisch gewesen Nun. egal. Anhören werde ich sie mir sowieso nicht. Wozu auch.

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      1. Genau diese wohlbegründete Kritik an konkreten politischen Entscheidungen fehlt mir in dem unisono Geschrei gegen Trump. Von allem hört man – anfangs waren es Frauengrapschereien, seine Haar- und Hauptfarbe, sein Geschmack und sein Nepotismus , sein Rassismus, seine Mauer, dann war es die Behauptung, die Russen hätten ihm zum Wahlerfolg verholfen, jetzt wird behauptet, er wolle die Wahlen stehlen (Spiegel). Dagegen lese ich zB kaum ernsthafte Analysen bezüglich seiner wirtschafts- und militärpolitischen Entscheidungen und was sie für Europa bedeuten. Solche Art der Analysen mag ich, und da gäbe es ja viel gegen ihn und die Republikaner vorzutragen. McCain war der schlimmste Kriegstreiber – und hasste Trump von Herzen wegen seiner appeasement-Haltung zB gegenüber Nordkorea und China (die hat sich ja nun geändert, worüber die Demokraten jubeln, aber ihm nicht über den Weg trauen: wird er wiedergewählt, wird er womöglich wieder mit den Chinesen reden, sagen sie). Bolton ist eine rechtsextreme Ausgeburt, und alle loben ihn jetzt und hören ihm zu, weil er auf Trump schießt. Und seine demokratischen Widersacher? Biden war immerhin 4 Jahrzehnte lang mitverantwortlich für die Kriege, die die USA weltweit vom Zaun gebrochen haben, für die NATO-Erweiterung, für die Liberalisierung des Bankensektors, der das weltweite Finanzsystem zu einem Spekulationsfeld der Superreichen gemacht hat, für die Destabisierung ganzer Weltregionen zB in Südamerika, Nahem Osten, Jugoslawien, Libyen etc pp. Persönlich ist er korrupt und neuerings auch senil – aber das ist gar nicht so wichtig, denn er ist sowies nur ein Aushängeschild für eine Politik, die gern im Dunkeln bleiben möchte. Kamala Harris ist womöglich ein anderes Kaliber, das könnte spannend werden.

        Also, was sind, was waren, was werden die USA für die Weltentwicklung sein: darüber würde ich gern diskutieren. Und nicht über die Garderobe und den Redestil von Melanie.

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        1. Ich habe nur die Rede von Melania Trump kommentiert vor dem Hintergrund von fast vier Jahren Trump-Administration.Die
          Fakten dazu sind weitgehend bekannt. Die gesamte Geschichte der USA aufzurollen und über deren Zukunft zu spekulieren war nicht meine Absicht.

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    1. Ja, in manchen Fällen wie zB bei den Höchstrichtern, sind das Entscheidungen mit langfristiger Wirkung, aber zum Glück nicht immer. In den USA wird bei einem Amtswechsel – anders als bei uns – die gesamte Belegschaft der Ministerien ausgetauscht. Die Clique der Trumpschen Berater wird mit ihm gehen …

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    1. Ich fürchte, er meint die meisten Dinge tatsächlich so, wie er sie sagt, aber man muss weder Psycholog*in noch Psychiater*in sein um zu sehen, wie es um diesen Mann steht. Nicht jeder kann Wahrheit und Lüge überhaupt unterscheiden …

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  5. Keine Ahnung, was sie oder ihr Beraterstab sich bei diesem Uniform-Outfit gedacht haben. Zufällig gewählt wird es aber nicht sein … Dabei geht es ja nicht um Schönheit oder Geschmack sondern um ganz bewusste politische Aussagen.

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