Nummer 18 der Buchchallenge –

Nr. 18

EINEN SATZ, DEN DU FÜR ZITIERUNGSWÜRDIG HÄLTST 

Es gibt Bücher, in denen jeder zweite Satz so ist, dass man stundenlang über ihn nachdenken könnte. Und nachdem ich in dieser Art von Büchern gerne Stellen markiere, die ich wiederfinden möchte, habe ich eine große Auswahl an Zitierungswürdigem. Die Frage ist nur, ob ich ein Buch wählen soll, dass ich gerade lese, vor kurzem gelesen habe oder irgendwann einmal gelesen habe.

Ich habe zu einem meiner immer schon Lieblingsbücher gegriffen, vom dem ich sowohl den Anfang als auch das Ende besonders gelungen finde. Ich nehme das Ende und zitiere hier nicht einen Satz sondern die beiden letzten Absätze des Romans:

„Oh, ich begriff alles, begriff Pablo, begriff Mozart, hörte irgendwo hinter mir sein furchtbares Lachen, wusste alle hunderttausend Figuren des Lebensspiels in meiner Tasche, ahnte erschüttert den Sinn, war gewillt, das Spiel nochmals zu beginnen, seine Qualen nochmals zu kosten, vor seinem Unsinn nochmals zu schaudern, die Hölle meines Inneren nochmals und noch oft zu durchwandern.

Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen, einmal würde ich das Lachen lernen. Pablo wartete auf mich. Mozart wartete auf mich.“  Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

Vielen Dank  an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt

13 Gedanken zu “Nummer 18 der Buchchallenge –

  1. Hesse war für mich, als ich in dem geeigneten Jugendalter war, ein No-go. schon weil er bei der Elterngeneration allzu populär war. Der „Steppenwolf“ war ihre Seelennahrung gewesen. (Hier eine mir zusagende Rezension im FAZ-Feuilleton:https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiSpKu9tdbqAhVOpIsKHTlEDIoQFjACegQIBhAB&url=https%3A%2F%2Fwww.faz.net%2Faktuell%2Ffeuilleton%2Fbuecher%2Fhesses-steppenwolf-heulen-bis-der-arzt-kommt-1922804.html&usg=AOvVaw0lGFFpRlm-PTHUGurdmGj1)
    Ich bin ja dagegen, das künstlerische Werk durch Hinweise auf Charakter und politische Einstellungen des Künstlers zu diskreditieren (wie es zB in Bezug auf ein Emil Nolde gnadenlos geschah), aber Hesse ist zwar gegen die Nazi-Barbarei, aber durch die Art seiner Dichtung leicht von den Nazis zu vereinnahmen gewesen. Was ja auch geschah. Hesse konnte (bis aufs Glasperlenspiel) alles, was dem arisierten Fischerverlag gehörte und von Suhrkamp vertreten wurde, in Deutschland und im besetzten Ausland publizieren, auch die Soldaten der Wehrmacht brauchten seine innigen Gedichte nicht zu entbehren….so dass Hesse zu einem Aushängeschild deutscher Kultur im Ausland wurde.
    LG

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    1. Naja, meine Begeisterung für Literaturkritik ist nicht sehr groß. Mich interessiert der Text selbst und was er mit mir macht. Sowohl die Literaturkritik als auch das Leben des Autors sind mir dabei ziemlich egal. Ich lese zwischen deinen Zeilen und in dieser Kritik aus dem Feuilleton der FAZ , dass der Steppenwolf eine Lektüre für unreife Jugendliche sein soll. Es ist jedem vorbehalten, das zu finden. Ich sehe es anders.
      Was ich an deinen Kommentaren immer schätze, sind die weiterführenden Informationen zu diesem und jenem. So auch hier zum Thema Verlage in der Nazizeit.

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      1. Danke, Myriade. Ich hoffe, du schätzt auch meine Art, mit meiner Meinung (so schlecht begründet sie auch sein mag) nicht hinter dem Berg zu halten. Ich bin eben eine andere Generation und mit anderen Wunden großgeworden. Die Rezension habe ich verlinkt, weil sie meiner persönlichen Einschätzung ziemlich genau entsprich ud nicht umgekehrtt. Es gibt natürlich haufenweise andere, die das Werk sehr positiv einschätzen.

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        1. Aber doch, Gerda, ich schätze, dass du sagst, was du meinst. Wenn unsere Meinungen auch nicht immer übereinstimmen. Es ist doch viel interessanter immer wieder mal gegenteiliger Meinung zu sein und sich darüber auszutauschen als einander immer nur zuzustimmen ohne womöglich überhaupt gelesen zu haben worum es geht.

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  2. Ich kannte Hesse nicht von der Elterngeneration, bekam aber irgendwann den Steppenwolf in die Finger und verschlang ihn. Dann las ich einiges über den Autor und legte ihn in Gedanken schnell wieder beiseite, doch dann las ich das eine oder andere Gedicht von ihm und staunte.
    Bei Glasperlenspiel tauchte ich tief in einen himmlischen Hesse hinein und las und las und wurde ein echter Hesse Fan. *lächel*

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    1. Jetzt wo die Rede davon ist, erinnere ich mich, dass ich den Steppenwolf auf Empfehlung meiner Mutter gelesen habe, nicht als Schullektüre. Wobei ich den sonstigen Hesse gar nicht sooo gerne mag. Aber der Steppenwolf hat bei mir einen Nerv getroffen und trifft ihn immer noch ….

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